|
|
|
Ich habe meine unten stehende Geschichte schon vor einiger Zeit hier ins Forum gestellt und jetzt nach all der Zeit des vielen lesens all der anderen Geschichten und Beiträge, frage ich mich genau das"Warum ist Liebe oft nicht genug"...egal bei welch zwischenmenschlicher Beziehung...warum fällt es uns, den meisten, nur so schwer damit umzugehen? Ist unglücklich, traurig, mißgünstig, eifersüchtig, intollerant, boshaft zu sein, denn soviel einfacher als all das Gegenteil dessen?
Hallo ihr Lieben
Bei der Suche, ja nach was- einer Antwort, einer Lösung, bin ich in diesem Forum gelandet und sehe es mir jetzt schon ein paar Tage an.Und ich denke das ich hier gut aufgehoben bin mit meiner Geschichte.
Alles fing Anfang des Jahres an, nach dem Ende meiner furchtbaren Ehe hatte ich mich ein paar Jahre zurück gezogen, was Männer betraf, wollte keine Liebe und keine Beziehung mehr, höchstens Sex. Ich hatte ein gutes Leben, tolle Kinder, gute Freunde, guter Job und viel Spaß. Doch ich spürte eine Veränderung, etwas fehlte und ich wollte nicht mehr losziehen und mir nur etwas für eine Nacht suchen. Es musste doch jemand geben der das gleiche wollte wie ich, keine feste Beziehung mit all den Problemem, sondern etwas lockeres, nicht einengendes und trotzdem vertautes…Ohh wie naiv ich war und mich selbst belog. ….Ich meldete mich bei einer Internet Partnerschaftsbörse an und gleich am ersten Tag begegnete ich ihm - ein tolles Profil, so viele Gemeinsamkeiten - und unglücklich verheiratet. Das war mir aber erst mal egal, denn gleich beim ersten chat hats heftig geknistert, da war etwas - Magie vielleicht -.Es gab für mich nur noch diese Stunden spät abends und schon nach kurzer Zeit war ich verliebt, wie ein Teeny. Wir trafen uns schon nach kurz danach und es gab keine Grenzen, keine Distanz, es war so als ob wir uns schon immer kannten. Wir begannen eine heftige Affäre und ich ließ ihn in mein Leben, er lernte meine Kinder kennen und wir erkannten unsere Gefühle füreinander, gegen die wir uns alle Beide anfangs noch wehrten. Und damit fingen alle Probleme an. Wir wollte mehr, mehr von einander, mehr von uns und mehr für uns. Doch sein anderes Leben war sehr kompliziert,er hatte viel Verantwortung für das Leben anderer übernommen, zwar keine eigenen Kinder dafür aber 5 Pflegekinder, beide sind Erzieher, seine Eltern mit im Haus, die bei ihm ihren Lebensabend gefunden hatten. Für ihn wurde es immer schwieriger, er kam damit nicht mehr klar. Auch sein schlechtes Verhältnis zu seiner Frau machte ihm sehr zu schaffen, sie redeten nicht mehr miteinander und sie wehrte alle versuche seinerseits ab, professionelle Hilfe, die ich ihm vorschlug, lehnte er jedoch ab. Irgendwann war es soweit, er wollte mit seiner Frau reden, ihr alles erzählen und ich unterstützte das auch, denn dafür liebte ich ihn doch auch, das er nicht so war wie viele andere, die einfach gehen ohne zurück zu schauen. Es kam wie es kommen musste...als sie erkannte was sie verlieren würde kämpfte sie um ihn und er erkannte das er doch noch was für sie empfindet und dieses Leben nicht so einfach aufgeben kann. Es begann eine schreckliche Zeit, es gab eine Begegnung mit ihr und sie setzte ihm die Pistole auf die Brust. Er entschied sich für seine Familie und für mich war es die Hölle. Er liebte mich doch und ich konnte es nicht ertragen das er wieder aus meinem Leben verschwinden sollte. Doch wir kamen beide nicht voneinander los haben uns wieder getroffen, gesimst, telefoniert, uns geliebt, geweint und wieder getrennt.
In mir herrscht so ein Gefühlschaos und ich komm damit nicht klar...hat er mich nur benutzt um seine Ehe zu retten, damit Sie erkennt was Sie verlieren wird...liebt er mich wirklich und kommt er da nur nicht raus...liebt er uns beide...?
Und warum habe ich nur das Gefühl das das noch lange nicht vorbei ist?
Warum gebe ich die Hoffnung nicht auf, das unsere Liebe doch noch eine Chance bekommt?Darf ich diese Hoffnung haben?
Kann es für die beiden einen Neuanfang geben, wenn der schon mit einer Lüge beginnt?
Kann man, in diesem fall Sie, damit leben wenn im Herzen des Partners noch jemand anderes ist?
Und kann ich beiden den Vorwurf machen das sie ihre Probleme nicht alleine lösten? Oder zumindest mit professioneller Hilfe und nicht mit meiner.
Darf ich wütend und verletzt sein, obwohl ich wusste auf was ich mich da einlasse?
Ich hoffe jemand ist bereit meinen Roman zu lesen und kann mir dazu auch was schreiben,vielleicht hat jemand etwas ähnliches erlebt oder einfach nur um rat zu geben.
Wenn ja...vielen, vielen Dank
Liebe Grüße
cookie
|
|
|
|
Hi cookie,
das ist eine schwierige Situation, in die du da reingeraten bist... ich beneide dich nicht.
Ich kann dich nur eins raten: sieh zu, dass du da rauskommst. lch weiss, das sagt sich leichter, als es sich machen lässt.
Wenn er seine Familie für dich verlässt, seine Verantwortungen aufgibt, wird er sich vorkommen wie der letzte A***, das wird eure Beziehung belasten. Wenn er sich entschieden hat, trotz allem, bei seiner Familie zu bleiben, musst du da raus, sonst endet es für dich in einer endlosen Selbstzerfleischung.
Liebe ist manchmal einfach nicht genug.
Ein Mann, der es mit einer neuen Beziehung ernst meint, verlässt erst die alte, bevor er die neue überhaupt anfängt. Solange er sieht, dass er dich haben kann _und_ seine Familie, wird er weder für dich, noch für seine Familie voll da sein. Warum sollte er sich entscheiden? Du bist da, hast Verständnis, seine Familie ist da... Er muss an der Situation gerade nichts ändern. Aber du. Denn dir tut sie wirklich weh. Also mach da Schluss und zieh das irgendwie durch. Such dir notfalls selbst professionelle Hilfe. Du bist für _dein_ Leben verantwortlich, nicht für seins.
LG
|
|
|
|
Hi lisken.
danke für deine antwort und ich weiß das du recht hast und du hast das sicher schon oft geschrieben. Denn ich habe hier schon viel gelesen...wunderbare antworten.....doch wie gelangt man zu so einer einstellung und zu so einer stärke? Dachte eigentlich ich sei schon so weit! Oder wird man immer aufs neue geprüft?
Sollte ich meinen titel ändern? Oder ist das thema schon ausgereizt?
LG
|
|
|
|
Hi Keks,
für dich ist das Thema aktuell, das reicht doch.
Hm. Das sind so Fragen... wenn ich die beantworten könnte, z.B. was ist 'soweit'? Jeder ist jederzeit 'soweit'. Woran merkt man denn, dass man 'soweit' ist? Dass Friede, Freude, Eierkuchen herrscht? Das wird nicht passieren oder wie es so schön heisst: 'Es gibt immer was zu tun!'
Geprüft wird in der Schule, im Leben ist nur das eine Prüfung, was wir als solche sehen, wir prüfen uns selbst, das Leben prüft uns nicht, das Leben ist einfach. Es gibt kein schlechteres oder guteres Leben. Man kann weder bestehen, noch durchfallen. Man kann nur sterben oder weiterleben.
Die Stärke kommt aus der Liebe - da wo man meint keine oder nicht genug Liebe erfahren zu haben entsteht daraus ein Gefühl von vermindertem Wert. Wer sich nicht wertvoll fühlt, lässt sich fertigmachen. Stärke ist Liebe, wer sich geliebt fühlt, fühlt sich stark. Und Liebe hat die seltsamsten Gesichter... geliebt wurde jeder, ob von seinen Eltern oder von Gott, man muss die Liebe aber auch annehmen können. Man darf sich als Mensch, nur weil man Mensch ist, der Liebe würdig fühlen. Ein Baby, das geboren ist, tut nichts, ausser da zu sein und wird trotzdem geliebt. Liebe ist keine Leistungssache.
In jeden von uns steckt ein tiefer Schmerz. Wer diesen Schmerz wegschiebt, muss dabei sein Herz zumachen und ein geschlossenes Herz macht schwach. Wer den Schmerz zu fühlen wagt, öffnet sein Herz, auch für sich selbst als Mensch und daraus erwächst ein tiefes Einverständnis mit der eigenen Vergangenheit und ein tiefes Verständnis für das Schicksal seiner Mitmenschen. Und daraus kommt Kraft.
Es ist wie ein langer Weg... wenn man sich hinsetzt und sagt: "Meine Mutti hat mir als Kind die Beine untauglich gemacht!" (Oder ähnliches beliebtes...), kommt man nicht weiter. Wenn man sagt: "Ok, selbst wenn ich nicht laufen kann, kann ich immer noch kriechen!", geht es plötzlich vorwärts. Und irgendwann stellt man fest: unter all den Verbänden und Pflastern, die man sich selbst angelegt hat, ist man längst geheilt und mit ein bisschen Glück kommt ein Mensch vorbei und sagt: "Was kriechst du hier so rum? Kannste auch laufen!", wenn man die Hand dann ergreift und sich hochziehen lässt... läuft man. Und die Landschaft zieht an einem vorbei, mal ist sie schön, mal ist sie düster.. den Weg kümmert das nicht.
LG
|
|
|
|
@ Lisken,
|
|
|