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@ positiv & lisken
Es gab anscheinend schon mal im Mittelalter Konzepte in der islamischen Welt eine Reformation der Scharia durchzuführen, was sich teilweise sogar durchgesetzt hatte. Zum Beispiel wurde im Osmanischen Reich Diebstahl nicht mehr rigoros durch Abschlagen der Hand bestraft. Formal bestand das Gesetz zwar noch aber die Rechtskultur war sich einig entweder hohe Geldstrafen (Al-fidye) zu erheben oder aber einzukerkern.
Dies war dann auch im 18. Jahrhundert (?) ein Anlass für manche Extremisten den Salafismus zu begründen, der in der nicht rigorosen und wortwörtlichen Anwendung des Gesetzes einen Unheil sieht.
Das Konzept hieß dann Qasd El Scharia قَصْد الشَّرِيعَة, arab. Der Sinn und Zweck der Scharia, wo dann sämtliche historische Bezüge der einzelnen Gesetze hergestellt wurden, worauf dann argumentiert wurde, dass diese Umstände der Gesetze so nicht immer gegeben sind und deswegen auch alternatif angewendet werden könnten.
Die Idee stammt von einem tunesischen, malikitischen Imam. Ich muss mich allerdings an seinen Namen errinnern. Sobald ich es wieder weiss poste ich.
Ausserdem gibt es da noch Muhammed Abdu, ein Imam aus dem 19.Jahrhundert, der sich auch stark für eine modernere Auffassung der Gesetze und der Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzte.
Leider ist es eben heute die Politik und Machthaberei der Führungsschicht, die Reformen an sich einfach verhindern. Bevor ich Bahá'i wurde war ich selber ein Reform-Moslem, nachdem ich traditionell sunnitisch erzogen wurde. Bei denen sehe ich Hoffnung.
Gruß,
Rahiym
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| Welche speziellen Eigenschaften? Kannst du mir ein paar Beispiele nennen? |
Männer haben die Tendenz körperlich stärker zu sein, mehr Haarwuchs zu haben, früher zu sterben, etc.
Frauen haben die Tendenz mehr soziale Kompetenz zu besitzen, ihr Haarwuchs hält länger, ist aber begrenzter, sie haben ein anderes Schmerzempfinden etc.
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| Frauen sind u.a. auch deswegen so wertvoll, weil sie Kinder gebären |
Naja, du brachtest es mit dem Mann. So stimme ich dir zu. Aber eben das sie Kinder gebären können, verändert auch ihr Leben, im Gegensatz zum Mann. So hat ein Mann zum Beispiel keine direkten körperlichen Folgen durch eine Zeugung zu "befürchten", eine Frau hat ungefähr 9 Monate etwas davon und dann kommt erst das richtige "Highlight".
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| Ich finde es reichlich unverschämt Menschen als minderwertig zu betrachten, die ihr Leben dafür riskieren anderen Menschen das Leben zu ermöglichen. |
Das mache ich ja nicht. Nur ist das Argument trotzdem schlecht, weil was machst du dann mit unfruchtbaren Frauen, oder welchen die keine Kinder wollen. Sind die minderwertig?
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| Warum sind Frauen denn deiner Meinung nach wertvoll? |
Weil sie Gottes Geschöpfe sind und genauso empfindungsfähig und menschlich, wie dies auch Männer sind. Desweiteren ist es reicht eindeutig das Frauen der Gegenpol zu den Männern sind. Die Frau ist also für den Mann geschaffen, wie der Mann für die Frau.
Auch glaube ich das der Körper nur eine Hülle für die Seele in dieser Welt ist, das Geschlecht wird durch den Körper bestimmt, die Seele ist über eine Geschlecht erhaben.
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| Dieser bestimmt über seine Sunnas |
Es gibt an sich nur eine Sunna.
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| und Hadiths auch weitgehenst das nicht religiöse Leben mit der Beanspruchung, das sei Gott gewollt und unveränderbar. |
Naja das wir behauptet, es hat sich sehr wohl geändert und im Koran steckt eigentlich die Tür zur Änderung, nämlich die "Große Verkündigung", aber das wird heute von muslimischen Gelehrten weg geschoben.
Was du übrigens statt Hadithe meinst ist wohl die Schari'a und die ist offenkundlich änderbar.
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| Das mag in seinem "Ursprungsgebiet" auch zu funktionieren, noch. Hier stoßen diese Welten von Auffassungen aber recht brutal aufeinander. |
Tut es auch nicht mehr. Was ja an sich auch nicht nötig ist da es bereits zwei neue Offenbarungen gab.
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| Wenn ich mich recht entsinne, waren solche Erscheinungen der Einflußnahme ins außerreligiöse im christlichen Mittelalter auch "normal". Dann kam die Reformation auf Grund der vorausgegangen Protestwellen. |
Das stimmt so nicht. Es gab in Europa seit je her eine Trennung zwischen weltlichem Recht und Kirchenrecht. Eben darum gab es ja Konflikte darum welches höher steht. Thomas von Aquin konnte diesen Konflikt durch die "Zwei-Schwerter-Lehre" lösen. An sich gibt es eine solche Trennung zu gewissen Teilen auch im sunnitischen Islam.
Die Frage ist ob der Islam in seinen Kernaussagen eigentlich einen islamischen Staat fordert oder vielmehr einen Staatenverbund, aus einzelnen säkularen Staaten, welche aber nach muslimischer Ethik regiert werden.
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| Historisch ist diese Epoche bei Zeitgleichheit (im Vergleich zur christl. Epoche) eingetreten. |
Europzentrisches Denken. Wir sind so, alles andere, wenn es das bei uns auch mal gab, stammt aus unserer Vergangenheit. Das ist so kaum haltbar.
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| Dies ist, was sich am wenigsten mit modernem Denken und Leben vereinbaren lässt. |
Was ist "modernes Denken"?
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| Das wichtigere Element ist sicher die (noch? nicht-vorhandene) Trennung von Kirche und Staat - wie bei der christlichen Reformation auch - aber die Frau im Islam bewegt die Gemüter. |
Die Reformation hat keine Trennung von Staat und Kirche ausgelöst, vielmehr wurde in Reformierten oder Lutheranischen Fürstentümern der Fürst Kirchenoberhaupt. Kirche und Staat waren dort mehr verbunden als je zuvor.
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| schon mal im Mittelalter Konzepte in der islamischen Welt eine Reformation der Scharia durchzuführen |
Im arabischen Raum gab es nie ein Mittelalter, das ist ein rein europäisches Ereignis. Man muss leider sagen das es mit großen Teilen der muslimischen Welt schon ab dem 13. Jahrhundert begann abwärts zu gehen. Das ist leider ein Fakt.
Das Mogulreich und die Osmanen brachten wieder einen Aufschwung.
Aber eine Reformation ist möglich, sicher. Aber nur im begrenzten Ramen, der Islam war, wie das Christentum, für seine Zeit, nun hat Gott sich neu offenbart.
Liebe Grüße
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@Tobias
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| Aber eine Reformation ist möglich, sicher. Aber nur im begrenzten Ramen, der Islam war, wie das Christentum, für seine Zeit, nun hat Gott sich neu offenbart. |
Genau das ist der Fehler unserer Zeit!
Wozu sollte sich Gott neu offenbaren, hat er sich überhaupt offenbart? Im christentum war die Essenz der Lehre Jesu: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selber!
Bis heute weiß ich immer noch nicht, was da im islamischen besser sein soll, außer, dass hier, ähnlich wie zur Zeit Jesus, lokale und zeitliche Verfehlungen behoben werden sollten. Bei Bahei sehe ich gleiche Tendenzen, die jedoch genau wenig mit einem Gott zu tun haben wie bei den Vorgänger.
Du erinnerst dich an unsere Mails? Ich bin nachgegangen. Hier (Bahai) wurde der soziale Status der Randgruppen versucht, anzuheben bzw. zu bereinigen. Aber was das mit einem Glauben an einen gott zu tun hat, für mich abwegig.
Auch eine Frau bekam mehr Rechte, sich einzubringen, aber das sind doch rein gesellschaftliche Probleme. Hier ist im grunde unsere Gesellschaft gefordert und nicht eine religiöse Gruppierung!
Im Islam ist die Frau trotz aller Verbesserungen von damals auf der Strecke geblieben, wie vieles andere auch. Unsere Gesellschaft hier isxt längst weg von dieser damals gelebten Einheit von Religion und Sataat, trotz aller Verknüpfungen.
Ich erinner da nur an ein gewisses Wort von Gorbatschow mit dem verpassten Leben.
Der Islam hat es im Inneren nioch nicht geschnallt, das Christentum läuft verzweifelt hinterher, und fragt sich, earum das was fehlt....
Kurzum, sollte sich eine Religion nicht so weiterentwickeln, dass sie dauernder Vorreiter innerhalb einer gesellschaft ist? Stattdessen, einmal den großen Schlag und dann tschüss, weil viel zu viele menschliche Belange wieder daran hängen!
Meine ERkenntnis und Gruß!
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| Wozu sollte sich Gott neu offenbaren, hat er sich überhaupt offenbart? Im Christentum war die Essenz der Lehre Jesu: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selber! |
Um neue Antworten auf die Probleme der jeweiligen Zeit zu bringen.
Eine gewissen Essenz ist bei alle Religionen gleich, denn Religionen bestehen aus einem ewig geistigen Teil und aus einem sozialen-temporären Teil.
Der allwissende Arzt legt Seinen Finger an den Puls der Menschheit. Er erkennt die Krankheit und verschreibt in Seiner unfehlbaren Weisheit das Heilmittel, jede Zeit hat ihr eigenes Problem, jede Seele ihre besondere Sehnsucht. Das Heilmittel, dessen die Welt in ihren gegenwärtigen Nöten bedarf, kann nicht das gleiche sein, das ein späteres Zeitalter erfordern mag. Befaßt euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh, Ährenlese 106
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| Bis heute weiß ich immer noch nicht, was da im islamischen besser sein soll, außer, dass hier, ähnlich wie zur Zeit Jesus, lokale und zeitliche Verfehlungen behoben werden sollten. Bei Bahei sehe ich gleiche Tendenzen, die jedoch genau wenig mit einem Gott zu tun haben wie bei den Vorgänger. |
Keine der Offenbarungen im vorherigen Zyklus war "besser" oder "schlechter" als eine andere. Vielmehr sind alle Offenbarungen eine Einheit.
Diese Grundsätze und Gesetze, diese festgefügten und mächtigen Glaubenssysteme gingen alle aus einer Quelle hervor und sind die Strahlen eines Lichtes. Wenn sie sich voneinander unterscheiden, so ist dies den wechselnden Erfordernissen der Zeitalter zuzuschreiben, in denen sie verkündet wurden.
Bahá'u'lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 18
Sie waren alle für ihre Zeit und ihren Ort gemacht.
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| Du erinnerst dich an unsere Mails? |
Ja, welche ja leider "abgebrochen" sind.
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| Hier (Bahai) wurde der soziale Status der Randgruppen versucht, anzuheben bzw. zu bereinigen. Aber was das mit einem Glauben an einen gott zu tun hat, für mich abwegig. |
Mit verlaub, dann hast du dich nur mit einem winzig kleinen Teil der Lehre Bahá'u'lláhs beschäftigt, denn seine Lehren gehen weit über soziale Empfehlungen hinaus.
Den sozial schlechten Status von Randgruppen wollte übrigens z.B. auch schon Jesus aufheben. So war es für den jüdischen Klerus fast unerträglich das der (angebliche) Messias sich mit Zöllnern, Huren, menstruierenden Frauen etc. "abgegeben" hat.
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| Auch eine Frau bekam mehr Rechte, sich einzubringen, aber das sind doch rein gesellschaftliche Probleme. Hier ist im grunde unsere Gesellschaft gefordert und nicht eine religiöse Gruppierung! |
Der Sinn der Religion ist aber gerade die Fragen der Zeit zu beantworten.
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| Im Islam ist die Frau trotz aller Verbesserungen von damals auf der Strecke geblieben, wie vieles andere auch. Unsere Gesellschaft hier isxt längst weg von dieser damals gelebten Einheit von Religion und Sataat, trotz aller Verknüpfungen. |
Im Vergleich zum vorherigen Zustand im Orient nicht. Das die Behandlung der Frau im Islam heute nicht gerecht ist und der Islam leider korrumpiert ist will ich nicht bestreiten, aber das macht die Offenbarung selbst nicht schlechter.
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| Kurzum, sollte sich eine Religion nicht so weiterentwickeln, dass sie dauernder Vorreiter innerhalb einer gesellschaft ist? |
Da es nur eine Religion gibt, die ewige Religion Gottes, ist dies genau der Sinn der fortschreitenden Gottesoffenbarung.
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| Stattdessen, einmal den großen Schlag |
Was meinst du?
Liebe Grüße, Tobias
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positiv,
An und für sich hast du schon recht, eine aufgeklärte und mit der Gesetzgebung flexible Gesellschaft ist durchaus ein Ideal.
Aber sieh mal:
Wenn jeder Mensch plötzlich anfängt unehrlich zu werden und nur noch für seine eigenen Belangen die Gesellschaft zu formen versucht, wenn Menschen in tausend Partein geteilt sind und sich eine bestimmte Gesellschaft einfach nicht auf gemeinsame, gute Ziele einigen kann so ist es doch keine schlechte Idee, dass Gott den Menschen einen Notfallplan offenbart.
Dieser Notfallplan wäre dann ein einheitliches Konstrukt an Wertevorstellungen und Methoden und somit ein heilsames Siegel für den Rückschritt. Wenn es also eine Grenze des Rückschritts gibt so ist der Fortschritt somit unausweichlich. Denn dann gibt es für diese Gesellschaft nur noch eine einzige Richtung.
Deswegen ruft Bahaullah auch immer wieder auf "das Gesetz zu halten und es nicht zu pervertieren". Erst wenn das göttliche Gesetz pervertiert wird fangen die Rückschritte an.
Und sobald dann irgendwann einmal die Menschen meinen nun vernünftig genug zu sein, um ihre Maßstäbe nun selber setzen zu können dann bitte...Dies muss dann die Gesellschaft für sich selber entscheiden.
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