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Vernachlässigung, Misshandlung, Psychoterror












Hallo Leute,

da ich heute eh nicht schlafen kann, die Referatsvorbereitungen eher schleppend verlaufen und das Wetter so mies ist, hab ich mich mit einem Glühwein vor Spiegel-online gehockt.
So.
Und was lesen da meine müden Augen? Das Thema, das Deutschland derzeit bewegt, schockiert, in Aufruhr versetzt... vor Jahren waren es die Triebtäter, die hilflose Kinder auf Feldwegen vom Fahrrad reissen, misshalndeln, töten und dann von der Polizei dank Speichelproben ausfindig gemacht und vorschriftsmässig eingesperrt werden.. Heute sind es Mütter, die ihre Kinder töten.

Hier ein Beispielartikel:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,521731,00.html

Und man hört es auch im Radio: Eine Frau in Darry soll ihre fünf Söhne erstickt haben, in Plauen ist was ähnliches passiert, neulich bei Günter Jauch in Stern TV der Anwalt einer Frau, die ihre Tochter verhungern liess - das Kind war 5 und wog siebeneinhalb Kilo. Ich trank meinen Apfelsaft im Stehen und meine Mum sagte: "Stell dir vor, das ist so viel wie unsere Katze wiegt." Aber schon der zweijährige Sohn meiner besten Freundin wiegt eindeutig mehr...

Ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Ja, es ist furchtbar.

'Es sind psychisch Kranke', sagen die einen. 'Der Staat hat versagt', meinen die anderen. 'Wir als Gesellschaft haben die Verantwortung zu tragen', sagen die Dritten. Vielleicht haben sie alle recht.

Ich möchte dieses Thema hier zur Sprache bringen, da es mir nachgeht. Da ist sehr viel Verzweiflung drin. Menschen machen das nicht 'einfach so'... Aber was steckt wirklich dahinter?

Und dann die Meldungen... will man die Bevölkerung 'sensibilisieren'? Sollen die Nachbarn aufpassen? Das Jugendamt? Oder ist es die Sensationsgier der Medien? Ist das Thema gerade 'in' und heiss begehrt und nach ein paar Wochen schon wieder 'passé' und alles bleibt beim Alten: mal geht es gut und das Kind wird rausgeholt, mal hat es Pech gehabt?

Ich hatte vor Jahren mal eine Mitbewohnerin, die Jugendfreizeiten leitete, als wir uns eines Nachts in der Küche unterhielten, erzählte sie mir von dem, was sie dabei immer am meisten belastet hatte: Missbrauchsfälle. Viele. Mehr als wir uns als Gesellschaft einzugestehen in der Lage sind. In jeder Gruppe, Kinder, die sich nicht mit den anderen zusammen duschen wollten, weil sie sich für Narben schämten. Mädchen, die ihr erzählten, was der Vater/Onkel oder wer auch immer mit ihnen gemacht hatten... Ist sowas 'normal'? Wird es totgeschwiegen?

Und dann mein eigenes Umfeld, ich mag nicht immer damit einverstanden sein, was meine Tante macht, aber die Kinder haben wenigstens eine Jacke. Und einmal die Woche wasch ich die Haare von der Jüngsten und schimpf sie dabei aus, weil das sonst keinen zu kümmern scheint. Grr.
Ich hab selber keine Kinder, will aber irgendwann mal welche, auch nur eins, wenns nicht anders passt. Und klar würd ich mit den A*** für aufreissen.

Warum? Was geht ab? Was wären wir als Menschen, wenn unsere Kinder nicht wären?

LG
Hallo Lisken

Da verschlägt es einem die Sprache. Du kommst Abends nach Hause, machst den Fernseher an und siehst und hörst so eine Grausamkeit.

Jeder Mensch, der Auto fahren will, muss einen Deckel machen. Kinder kann jeder in die Welt setzen.

Solche Menschen, egal ob Männlein oder Weiblein gehören zwangskastriert und weggesperrt.

Und ja, die Menschen schweigen dieses Thema tot. Am besten nichts hören, nichts sehen, nichts mitbekommen. Wie kann man als Nachbar nicht mitbekommen, dass nebenan ein Kind verhungert, getötet wird oder sonstwas?

Es ist für mich einfach unbegreiflich!

LG
Hi, Lisken
das ist ein Thema, bei dem ich regelmäßig "zu" mache, weil ich es einfach nicht ertragen kann. Allein schon die Vorstellung, daß jetzt in diesem Augenblick irgendwo Kinder vor sich hin vegitieren ist für mich schlicht unerträglich.
Ich denke, es ist ein Preis, den diese Kinder zahlen für die anonyme Gesellschaft, wo es niemandem auffällt, wenn ein Kind fehlt, wo die Familie ganz weit weg ist, wenn die Mutter versagt.
Und versagende Mütter - sind auch "nur" Produkt von einer an ihnen versagten Erziehung.
Drogen, psychische Störungen tun sicher noch das Übrige.
Ich hab keine Ahnung, wie man Kinder schützen kann. Mehr Kontrolle?
So wenig diese Mütter sich um ihre Kinder kümmern, um so mehr tun sie zur Vertuschung ihrer Taten.
Und - ein Mensch stirbt schnell ohne Trinken.
Das Problem ist aber kein Neues.

Aber heitschi bumbeitschi, schlaf lange,
es is ja dei Muatta ausgange,
sie is ja ausgange und kimmt nimma hoam
und lasst des kloa Büabale ganz alloan.
Aber heitschi bumbeitschi bumbum,
aber heitschi bumbeitschi bumbum.

Aber heitschi bumbeitschi, schlaf süaße,
die Engelein lassn di grüaßn!
Sie lassen di grüaßn und lassn di fragn,
ob du in' Himml spazieren willst fahrn.
Aber heitschi bumbeitschi bumbum,
aber heitschi bumbeitschi bumbum.

Aber heitschi bumbeitschi, in Himml,
da führt di a schneeweißer Schimml,
drauf sitzt a kloans Engerl mit oana Latern,
drein leuchtet vom Himml da allerschönst Stern.
Aber heitschi bumbeitschi bumbum,
aber heitschi bumbeitschi bumbum.

Und da Heitschi-Bumbeitschi is kumma
und hat ma mei Büabal mitgnumma.
Er hat ma's mitgnumma und hats nimma bracht.
Drum wünsch i meim Büabal a recht guate Nacht!
Aber heitschi bumbeitschi bumbum,
aber heitschi bumbeitschi bumbum.
...auch jetzt, Tage nachdem ich davon im Radio gehört habe fällt mir dazu vor lauter Trauer und Entsetzen kaum was ein.
Mir ist als würden die Sterne vom Himmel fallen und es ist schwer wieder fröhlich zu sein nachdem ich davon gehört habe.
Und mir geht es fast jeden Tag so wenn ich Nachrichten höre. Wahrscheinlich fehlt mir einfach das dicke Fell. Ein Teil von mir ist immer in diesem Entsetzen gefangen, zu wissen was Menschen ihren oder anderen Kindern antun und dazu noch ohne Not. Einfach mangels Mitgefühl, blind und taub, oder warum, warum?
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