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Muss Gutes gegen Böses mühsam kultiviert werden?












Zitat:
Und Gefühle lassen sich in solche trennen, aus denen schlechte Handlungen hervorgehen und in andere, aus denen gutes hervorgeht.


Eben nicht.

Und ja, eine Frau, die sich schlagen lässt, trägt genauso viel Schuld an den Misshandlungen wie der Mann, der sie schlägt. (Zumindest in unserer Gesellschaft. Es gibt Gesellschaften, wo Frauen keine andere Wahl haben.)

Sich aus reiner, selbstloser Liebe zu einem Menschen selbst unnötig kaputt zu machen ist für mich ein negatives Ergebnis eines an sich positiven Gefühls - für dich nicht?
Ein Mann, der keine andere Wahl hat, handelt sicher richtig. In unserer Gesellschaft wird kein Kind verhungern, wenn der Vater keine 12 Stunden am Tag schuftet.
Und _objektiv_ gesehen unterliegt ein Stalker einer Wahnvorstellung, für ihn ist es jedoch _subjektiv_ gesehen Liebe.

Aber mal ne Gegenfrage: Glaubst du tatsächlich, es sei sinnvoll seine negativen Gefühle zu unterdrücken?
Meinst du nicht, das Ziel sollte eher darin liegen, auch negativen Gefühlen eine angemessene Ausdrucksform zu verleihen, die anderen Menschen nicht unbedingt schaden muss?

LG
Es geht hier doch um Gut und Böse oder nicht? Ist eine Frau die sich von ihrem Mann schlagen lässt böse? Natürlich nicht. Sie ist auch nicht für die Schläge verantwortlich, sondern für die Art wie sie darauf reagiert, ob sie die Straftat zur Anzeige bringt oder nicht. Aber für die Misshandlungen selbst trägt natürlich der Mann die Verantwortung. Dieses Beispiel soll mir beweisen, dass Liebe auch negatives verursachen kann. Die Misshandlungen des Mannes sind aber keine Reaktion auf die Liebe seiner Frau. Wenn ein Mann seine Frau schlägt, hat das sicher viele Gründe aber die Liebe seiner Frau wird wohl kaum dafür verantwortlich sein. Sich reiner, selbstloser Liebe hinzugeben ist für mich nicht gleichbedeutend mit einer Selbstaufgabe. Mit einer Selbstaufgabe kann man meiner Meinung nach auch keine Liebe mehr empfinden. Eine Frau die sich selbst aufgibt und sich von ihrem Mann willenlos misshandeln lässt, hat psychische Probleme. Vermutlich leidet diese Frau an einem verminderten Selbstwertgefühl. Die Ursache dafür könnte doch zum Beispiel ein Mangel an Liebe sein, den diese Frau als Kind von den Eltern erfahren hat. So gesehen wäre diese Frau weniger ein Beispiel für ein Zu-viel an Liebe, sondern eines für ein Zu-wenig.

Wenn du in deinem Beispiel von einem Vater ausgehst der sich kaputt arbeitet, obwohl er eine andere Wahl hätte, kann die Liebe zu seiner Familie nicht sehr groß sein. In diesem Fall arbeitet er doch wohl nicht aus Liebe zu seiner Familie so viel, sondern aus anderen Gründen.

Zu deiner Frage:
Ich stimme mit dir überein, dass man nicht versuchen sollte Gefühle zu unterdrücken-positive wie negative (ich mache diese Unterteilung auch weiterhin) Es ist wahrscheinlich ohnehin nicht möglich Gefühle zu unterdrücken. Ich bin aber der Meinung, dass man sich den negativen Gefühlen nicht opfern darf. Man kann diese Gefühle nicht besiegen aber man muss dagegen ankämpfen sich diesen Gefühlen hinzugeben. Diese negativen Gefühle existieren in uns und es ist falsch diese Gefühle zu leugnen. Besser ist, sich ihnen bewusst zu sein und zu versuchen „nicht auf sie zu hören“.
@Achim:

Doch, es ist sehr wohl möglich Gefühle zu unterdrücken... aber es ist in meinen Augen nicht sehr wünschenswert. Man kann auch negative Gefühle angemessen zum Ausdruck bringen, das ist aber nicht gleichbedeutend mit 'dagegen ankämpfen'.
Es gibt eine Alternative zu 'gegen sich selbst kämpfen' - sich verändern.

LG
„Gefühle unterdrücken“ heißt sie aus dem Bewusstsein zu verdrängen. Die Gefühle sind aber immer noch vorhanden.

Wenn mir eine Eigenschaft an mir nicht gefällt, muss ich versuchen sie loszuwerden. Sich zu verändern heißt immer gegen sich selbst zu kämpfen.

Offensichtlich stimmst du aber inzwischen der Tatsache zu, dass es eine Unterscheidung in negative und positive Gefühle gibt. Du sprichst nämlich davon „negative Gefühle angemessen zum Ausdruck bringen“. Negative Gefühle „angemessen“ zum Ausdruck zu bringen, schließt für mich den Kampf, den ich angesprochen habe schon mit ein. Denn „angemessen“ bedeutet abgemildert und um Gefühle nicht in ihrer „rohen Form“, sondern abgemildert zum Ausdruck zu bringen, erfordert es einen inneren Kampf.
Negative Gefühle sind nur dann beherrschbar, wenn sie an der Wurzel ausgerissen werden.

Unterdrücken ist wie zudecken.

Ausreisen heißt die Ursache beseitigen.

Hass kann durch Liebe überwunden werden.

Ärger durch Nachsicht.

u.s.w.
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