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Z.B. rede ich von Gier, von Neid, von Eifersucht, etc.
Du behauptest, dass "schlimme Gefühle" zu gutem Handeln führen können. Ich nehme dein Beispiel Karriere einmal auf. Eine Person gibt sich ihrer Habgier hin und macht Karriere, um viel Geld zu verdienen. Du hast recht mit der Aussage, dass aus negativen Gefühlen wie zum Beispiel der Habgier, für andere Menschen nicht nur negatives erwächst. Von solchen Karrieristen profitieren sehr viele andere ebenfalls - es entstehen z.B. Arbeitsplätze. Aber mit Habgier geht IMMER auch eine negative Wirkung auf Mitmenschen einher. Habgier ist ein egoistisches Gefühl. Wer habgierig ist, kann das nur auf Kosten anderer sein. Die Tatsache dass diese Hingabe an die Gier für andere Menschen in ihrer Wirkung auch positiv sein kann, macht die Gier selbst, nicht zu etwas positivem. Mit negativen, niederen Gefühlen meine ich Gefühle, die mit unserem natürlichen, egoistischen Wesen zusammenhängen, das genauso in uns existiert, wie das soziale Wesen. Ich bin davon überzeugt, dass die Gefühle des sozialen Wesens in uns, diejenigen Gefühle sind, die uns zu einem besseren Miteinander führen. Im Gegensatz zu dir glaube ich nicht, dass aus Gefühlen wie Mitleid und (wahrer, selbstloser) Liebe, negatives erwachsen kann. Dafür müsstest du mir erst ein Beispiel nennen.
Es ist für mich auch keine Frage, dass das Böse im Menschen in seinen Gefühlen verwurzelt ist. Wer sich seiner egoistischen Seite, mit seinen egoistischen Gefühlen und Trieben hingibt, kann nur "böse" handeln. Wo soll das "Böse" im Menschen denn liegen, wenn nicht in bestimmten Gefühlen?
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Mitleid und wahre, selbstlose Liebe:"Mein Kind ist krank, es leidet. Ich werde ihm helfen."--> Euthanasie.
Viele Stalker meinen aus wahrer Liebe zu handeln.
Aus Selbstlosigkeit lässt sich eine Frau von ihrem Mann schlagen und vermittelt damit ihrer Tochter, dass sie nichts wert sei.
Ein Mann arbeitet sich für seine Familie kaputt anstatt nach einem anderen Weg zu suchen und ist so nie für seinen Sohn da, der daraufhin abstürzt.
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Ich behaupte: es gibt gar keine 'negativen', 'niederen' Gefühle. Gefühle sind Gefühle. Es gibt blockierte Gefühle, ja daraus entstehen sie krassesten Sachen... Nein, das 'Böse' liegt tatsächlich in den Handlungen. Dort fängt es an und dort hört es auf.
LG
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...wie war das noch gleich?
"...die meisten Gefühle haben wir nicht, die Gefühle haben uns."
@ Lisken,
In der Rechtsprechung gibt es aber sehr wohl den Begriff: aus niederen Antrieben oder Motiven. Irgendwie existiert in uns schon so eine Wertung, oder Hirarchie der Gefühle.
LG, walter
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Aus niederen Beweggründen. _Nicht_ aus niederen Gefühlen heraus...
Das ist schon ein Unterschied, find ich.
Und auch da wird die Handlung verurteilt, nicht das Gefühl an sich.
LG
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Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mit deinem ersten Beispiel bezüglich der Euthanasie meinst. Vermutlich willst du damit sagen, dass wahre, selbstlose Liebe auch dazu führen kann, aus diesem Gefühl heraus jemanden zu töten, weil man ihm helfen will. Dabei geht es um die Frage der Sterbehilfe. Das ist aber kein Beispiel das als Beweis dafür dienen kann, dass aus selbstloser Liebe auch etwas Negatives erwachsen kann. Man kann in diesem Fall darüber streiten, ob die Beihilfe zum Mord oder der Mord an sich, unter bestimmten Umständen auch etwas positives sein kann.
Ein Stalker ist ein psychisch kranker Mensch mit einer Wahnvorstellung und taugt nicht als Beispiel.
Dass du einer Frau vorwirfst an einer ungesunden Mutter-Tochter-Beziehung Schuld zu sein, weil sich die Mutter schlagen lässt, finde ich sehr seltsam. Du behauptest, dass aus der Selbstlosigkeit dieser Mutter etwas Schlechtes hervorgeht. Aber das Schlechte geht ja nicht von der Mutter, sondern vom Vater aus. Die Selbstlosigkeit der Mutter ist nicht für die Schläge verantwortlich, sondern die niederen Gefühle, denen sich der Vater hingibt. Überhaupt, wenn du behauptest dass nur Handlungen eines Menschen gut oder böse sind, kann dieses Beispiel nicht als Beweis herhalten. Die Mutter handelt ja eben gerade nicht.
Wenn ein Mann sich kaputt arbeiten muss, einzig und allein aus dem Grund, weil er seine Familie nicht anders ernähren kann, was bleibt ihm denn anderes übrig als diesen Weg zu gehen? Man kann ihm doch nur dann einen Vorwurf machen, wenn noch eigene, egoistische Karriereziele eine Rolle spielen.
Du behauptest das Böse liege in den Handlungen eines Menschen und du hast damit ja vollkommen recht aber die Ursache für das Handeln eines Menschen liegt ja ohne Zweifel in seinen Gefühlen und Trieben. Und Gefühle lassen sich in solche trennen, aus denen schlechte Handlungen hervorgehen und in andere, aus denen gutes hervorgeht. Wenn ein Mann seine Frau schlägt, so handelt er sicher nicht aus Mitgefühl oder Nächstenliebe heraus.
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