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Hallo,
ich lese gerade ein Buch über Buddhismus (diese Religion hatte mich schon immer mal interessiert) und darin steht, dass es eine buddhistische Grundweisheit sei, dass es eigentlich überhaupt kein Selbst gibt, sondern dass den Mensch eigentlich nur die Beziehungen die er zu anderen Menschen habe ausmachen.
ich habe mit dieser Vorstellung irgendwie so meine Probleme, da ich mir so irgendwie überhaupt nicht wirklich vorhanden vorkomme.
Jetzt wollte ich mal wissen, wie ihr zu dieser Sache steht und ob ihr damit keine Probleme habt oder irgendwie das Gefühl habt doch aus viel mehr zu bestehen. (So geht es mir nämlich.)
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| ich würde sagen mach dich nicht verrückt! Auf dieser Welt gibt es soviele Glauben, jeder hat irgendwas erfunden. Der Mensch fühlt eine Leere braucht einen Halt im Leben und genau aus diesem Grund wollen Sie einen Glauben, etwas an dem sie sich binden können. Wie heißt es so schön "je mehr du dich den Problemen widmest umso mehr verlieben sie sich in dich" Das hat Sinn glaub mir und in diesem Fall je mehr du darüber nachdenkst umso schwierieger wird das für dich und am Ende gibst du sowieso dem keinen Sinn.
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@Mistkaefer
Ich nehme an, dass Du Religion nicht in dem Sinne verwendest, wie es im westeuropäischen Raum normalerweise der Fall ist!
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Hallo Mistkäfer!
Vielleicht kann ich Dir ein paar Fragen aus dieser Ecke beantworten. Da hast Du Dir für den Anfang ja schonmal mit das schwierigste herausgesucht, zumindest für Westler
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ich lese gerade ein Buch über Buddhismus (diese Religion hatte mich schon immer mal interessiert) und darin steht, dass es eine buddhistische Grundweisheit sei, dass es eigentlich überhaupt kein Selbst gibt, sondern dass den Mensch eigentlich nur die Beziehungen die er zu anderen Menschen habe ausmachen.
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Ja es stimmt, im Buddhimus gibt es überhaupt kein wirkliches Selbst, kein physisches und kein metaphysisches, wie eine Seele. Natürlich erleben wir ein Ego, etwas das handelt und denkt, jedoch sagt der Buddhismus das eben jenes nicht wirklich ist. Das Wort 'Ich' ist nur eine Bequemlichkeit, mit der man aufkommende Gedanken, Wünsche etc. beschreibt. Wenn man aber nach einem dauerhaften beständigen Ich sucht, wird man laut Buddhismus keins finden. Vergleich mal das, was Du jetzt bist, mit dem was Du vor (ich weiß nicht wie alt Du bist) 10 Jahren warst. Erkennst Du Dich wieder? Ist das die selbe Person? Die gleichen Wünsche, Hoffnungen, Erfahrungen, Denkweisen? Wir ändern uns ständig, nichts von uns ist beständig. Und deswegen sagt der Buddhismus, dass wir in der Verwirklichung dieses unwirklichen Ichs keine Erfüllung finden werden, denn unser Ich ist niemals auf Dauer zufrieden.
Im Buddhismus gibt es noch einen Erleber, hinter dem Ego, der unerleuchtete Geist. Er ist was wir wirklich sind, dummerweise identifiziert er sich mit dem Ego solange er sich nicht selber erkannt hat. Aber das ist ein anderes Thema, was ich Dir aber gerne bei Bedarf ein wenig erläutere.
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| ich habe mit dieser Vorstellung irgendwie so meine Probleme, da ich mir so irgendwie überhaupt nicht wirklich vorhanden vorkomme. |
Das ist wirklich schwer zu begreifen, viele können das einfach nicht, weil sie es nicht wollen. Individualität oder scheinbare Individualität ist ein hohes gut in unserer Gesellschaft - Selbstverwirklichung. Ich will das auf keinen Fall abwerten, aber ich denke hier liegt der Grund dafür, dass manche Menschen keinen Zugang zum Buddhismus finden können.
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| Jetzt wollte ich mal wissen, wie ihr zu dieser Sache steht und ob ihr damit keine Probleme habt oder irgendwie das Gefühl habt doch aus viel mehr zu bestehen. (So geht es mir nämlich.) |
Ich persönlich habe die Konzept für mich als richtig und gut erkannt. Wenn man ein wenig sich dafür sensibilisiert hat, kann es recht befreiend wirken. Man kann sehen wie das Ego funktioniert, was manchmal recht erheiternd ist. Manchmal macht es echt dumme Sachen und man fragt sich z.B. warum hat es das denn gerade schon wieder gesagt. Man nimmt sich selber, sein Ego, nicht mehr so ernst und ist umempfindlicher gegenüber dem was ihm passiert. Mir kann keine noch so gemeine Beleidigung oder Kränkung noch was anhaben. Das zielt auf mein Ego, also was solls. Natürlich habe ich auch meine schwachen Tage.
Welches Buch ließt Du denn?
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Hallo "Mistkäfer",
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| Jetzt wollte ich mal wissen, wie ihr zu dieser Sache steht und ob ihr damit keine Probleme habt oder irgendwie das Gefühl habt doch aus viel mehr zu bestehen. (So geht es mir nämlich.) |
Nun aus der Sicht des Buddhismus hat Leer das ja ausführlich erklärt.
Aus der Sicht der Veden (altindische Schriften) sieht das wie folgt aus.
Das Lebewesen, die spirituelle Seele (jivatma) wird als "nitya-cetanas" bezeichnet - "ewig-empfindend".
Wir sind also laut dieser Aussage sehr wohl unsterbliche, individuelle Persönlichkeiten. Im bedingten Zustand sind wir jedoch von Illusion bedeckt und identifizieren uns mit der sterblichen Hülle, dem materiellen Körper. Vergleichbar mit jemandem der sich mit seiner Unter- und Oberbekleidung identifiziert. In Tat und Wahrheit braucht niemand um zu leben seine "Kleider", aber im bedingten Zustand glauben wir; "ich bin diese Kleider".
Wir stehen quasi unter Amnesie, wo wir vergessen haben wer wir wirklich sind. Auf Grund dieser "Amnesie" nehmen wir bedingt durch unser Karma (die Reaktionen auf unsere vergangenen Tätigkeiten), ständig neue zeitweilige materielle Körper an. Dieser Kreislauf wird Samsara genannt, der Kreislauf von Geburt und Tod.
Das einzige Mittel Samsara zu verlassen besteht darin, sich wieder mit der höchsten individuellen Seele, Gott, zu verbinden.
Die Upanishaden erklären; so wie der Funke aus dem Feuer gefallen ist und seine ursprüngliche Eigenschaft (glühend) verloren hat, so hat die individuelle Seele ihre ursprüngliche Identität vergessen und identifiziert sich mit der sie umgebenden materiellen Wandelwelt = ich bin Materie oder ich bin ein Produkt aus Materie.
Einfach durch das, das sich das individuelle Lebewesen wieder mit dem "Feuer" verbindet, erlangt es wieder seine ursprünglichen Eigenschaften und kann so wieder eine persönliche Beziehung mit dem Höchsten Individuellen Lebewesen, Gott, aufnehmen.
Laut vedischer Aussage müssen wir also nicht unsere Individualität aufgeben, sondern lediglich unser falsches Ego, genannt ahankara.
Der Begriff "Individuum" kommt von indi-vidare, un-teilbar. Die Seele unser wahres, ewige Selbst ist unteilbar, unauslöschlich.
Gruss
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