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Wenn man sich selbst nicht helfen kann












Guten Tag!

Als erstes möchte ich mich kurz vorstellen, da ich hier neu bin:

Ich komme aus der Schweiz, mehr dazu möchte ich an dieser Stelle nicht sagen, da mein Name im Internet recht publik ist und ich es vorziehe, anonym zu bleiben. Möchte mich dennoch jemand um meinen Namen oder Ähnliches fragen, so kann er mir gern eine PM schreiben.

Nun, ich bin schon recht lange auf der Suche nach einem Forum wie diesem und froh, nun endlich eines gefunden zu haben.

Ich habe ein Problem, welches mich Psychisch recht belastet, doch traue ich mich nicht, einen Psychologen o.ä. darauf anzusprechen. Ich habe auch schon mit meinen Eltern darüber geredet und sie konnten mir auch nur in begrenzten Massen helfen.

Mein Problem ist recht kompliziert, ich versuche es nun aber zu beschreiben. Die Leute, welche das Gefühl kennen, wissen vermutlich wovon ich rede.

Gut: Ich bin jetzt 16 Jahre alt und habe das Gefühl, dass mein Leben sich in jeder Hinsicht überschlägt. Jeden Tag kommen Freunde zu mir und wir führen meist intensive und lange Gespräche über Psychologische Dinge wie auch Liebe und dergleichen. Ich habe festgestellt, dass viele Freunde mich als einzige Anlaufstelle für ihre Sorgen sehen und ich bin auch stolz auf meine Eigenschaft, die Menschen auf Anhieb zu verstehen, doch komme ich immer mehr und intensiver zu der Einsicht, dass ich so ziemlich der Mensch bin, den ich am wenigsten verstehe und sosehr ich mich auch bemühe, meine Probleme zu lösen und auf die Reihe zu kriegen, werde ich jedesmal durch meine eigene Machtlosigkeit enttäuscht. Ich kann meinen Freunden immer helfen, auch wenn meine Eltern sagen, ich sei dieser Herausforderung nicht gewachsen. Ich fühle mich wohl, wenn ich meinen Freunden helfen kann und die Entscheidungen, welche ich mit ihnen treffe, um zu versuchen, ob das ihre Probleme vereinfacht sind meist auch effizient und ihnen geht es danach meist sehr viel besser. Doch ich kämpfe nun schon seit 4 Jahren - seit sich auch meine psychischen Probleme angehäuft haben - mit mir selbst und meiner Seele. Und ich habe Angst, die Kraft zu verlieren, den Leuten zu helfen, welche mir so Nahe sind, dadurch, dass es mit mir immer weiter bergab geht. Ich möchte nicht in einer Psychiatrie landen, so wie meine Mutter das einst tat, sondern möchte meine Probleme lösen können, ohne mich dabei von Psychiatern bevormunden zu lassen. Ich möchte die Kraft, Vertrauen in mich selbst zu haben, wieder zurückgewinnen und von mir selbst wieder denken können, dass ich etwas vollbracht habe, wenn ich das auch wirklich habe. Doch was ich auch tue, ich werde in praktisch jedem Fall enttäuscht und das ist furchtbar demotivierend. Ich liebe es, anderen Leuten zu helfen und habe mich immer mehr darauf eingestellt, dass dies möglicherweise der Sinn meines Lebens ist, da mir immer wieder Leute sagen, dass selbst ihr Psychiater sie nicht so gut beraten kann wie ich. Doch dann frage ich mich: Wieso kann ich mir selbst dann nicht helfen? Meine Probleme sind grundlegend simpel, doch schmerzen sie auch sehr, deswegen möchte ich sie lösen, doch fühle ich mich immer mehr machtlos mir gegenüber.
Wieso ich nicht zum Psychiater gehe? Ich möchte mit Leuten darüber reden können, welche das selbe erfahren haben, oder sich vorstellen können wie es ist, doch ein Psychiater ist nichts als ein Studierter, welcher seinen Ablaufplan verfolgt. Das ist zumindest meine Ansicht. Natürlich will ich niemanden angreifen oder verletzen und lasse mich auch sofort eines Besseren belehren, wenn ich Unrecht habe, doch am wichtigsten ist mir, dass ich mit jemandem über diese Situation, in welcher ich mich befinde, reden kann, welcher vieleicht so eine ähnliche Situation kennt, oder zumindest eine Idee davon hat, was ich meine. Natürlich soll auch jeder Andere seine Meinung dazu posten, denn das ist ja genau das schöne an einer Diskussion und wenn ich mich nicht täusche, wird es mir nach ausdiskussion dieses Posts bald wieder besser gehen

Ich entschuldige mich für den langen Post, doch anders kann ich es nicht erklären, als in einem halben Roman!

Vielen Dank, dass ihr sowas wie das hier auf die Beine gestellt habt und dass ihr, soweit ich schon gelesen habe, euch auch um die Anderen bemüht

Liebe Grüsse aus der Schweiz
FG
Hallo

Deine Identität wird hier nicht abgefragt werden, keine Angst...
Ich kann deine Vorbehalte gegenüber Psychatern verstehen - aber aus anderen Gründen als Du sicherlich.
Psychater wählen normalerweise den Beruf aufgrund genau den gleichen Begabungen, die auch Du hast.
Sie sind sensitiv für die Nöte und Probleme anderer Menschen - oder sollten es zumindest sein.
Auf diese Neigung kommt dann ein "Überbau", damit nicht das passiert, was dir passiert - sich ausgelutscht fühlen, das Gefühl für sich als Individuum mit seinen eigenen Grenzen zu verlieren..
Normalerweise kann man in einem bereich besonders gut "helfen": Wenn man selbst Ähnliches durchgemacht hat. Dann ist das Einfühlungsvermögen und Verständnis besonders groß, und meistens sind die Menschen schon zufrieden, wenn sie sich verstanden fühlen und man ihnen eine für sie akzeptable Variation ihres Verhaltens aufzeigt, damit sie aus ihrer Sackgasse herauskommen.
Aber als Psychater hat man es auch mit "Fällen" zu tun, die sich einem nicht so "offenbaren", und auch als Hilfesuchender weißt Du nicht, wo die besonderen Präferenzen des Psychologen/Psychaters liegen.
Auch für solche Fälle muss dieser dann eben geschult sein.
Letztendlich ist so eine Beziehung Patient-Therapeut immer eine Vertrauenssache.
Und zum Vertrauen gehört auch, sich ein Stückchen weit fallen lassen zu können.
Wenn man selbst auf dem Gebiet bewandert ist - oder meint es zu sein - klappt es nicht.
Oder, wie es so schön heißt: Die Ärzte sind die schlimmsten Patienten.

Astrella
Lieber Faby,

du bist so jung und dennoch sehr reif und erwachsen für dein Alter. Es ist eine schöne Charaktereigenschat Menschen zuzuhören und denen helfen zu wollen. Es gibt soviele Menschen, die ihr Müll immer abladen wollen, aber niel selber mal ihren Mitmenschen helfen wollen. Du bist halt ein sehr hilfsbereiter Mensch, aber vergiss nicht; du bist auch ein Mensch mit Gefühlen, Sorgen und Wünschen. Du hast auch ein recht darauf, dass man dir zuhört, dich deiner animmt und in den Arm nimmt und tröstet und Mut spendet.

Du darfst auch mal "schwach" sein. Versuche nicht immer stark zu sein, wende dich nicht von dir ab.
Zeig deinen Mitmenschen, dass du auch Grenzen hast. Da darfst du ruhig ein wenig egoistisch sein.
Das ist nichts schlimmes.

Denke immer "Mir muss es erstmal gut gehen" nur so kannst du auch Probleme annehmen.

Liebe Grüße
Nela
Hallo Faby,

du schreibst du kämpfst mit dir und deiner Seele, was möchte dir denn deine Seele sagen und gegen was kämpfst du an.

Weißt du ich habe mal in einer ähnlichen Situation gesteckt...und meine Freundinnen waren ziemlich erschrocken als ich irgendwann mal sagte ...Es tut mir leid ich habe heute selber Probleme ...können wir heute auch mal über meine sprechen. Sie vielen fast vom Hockern,niemals hätten sie gedacht das ich selber welche hätte. Vielleicht sprichst du es mal an und ihr könnt euch gegenseitig helfen.


Ein andere lieber Mensch hat mal zu mir gesagt ...du mußt dich nicht wundern, wenn du deine Tasche aufmachst...packen sie dir alles ein.


Laß die Tasche zu du mußt dir die Probleme nicht aufladen einpacken und mit dir rum schleppen, helfen und anhören ist etwas anderes.Nicht aufladen und auf dich nehmen.


Stell dir einfach vor du schüttest die Taschen wieder aus die dir voll gepackt wurden und bitte Gott weg zu räumen was nicht dir gehört vielleicht kannst du dann deine eigenen Taschen leer räumen.

Ganz viel Kraft, Liebe und Mut an Dich
du schaffst das
Hallo Sonne1968,

da gebe ich dir recht

Sehr kluge Worte!

Lieben Gruß
Nela
Forum -> Psychologie und Psyche


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