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Auszug aus dem Buch "Baha'u'llah und das Neue Zeitalter, John E. Esslemont, erschienen im Baha'i Verlag.
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| „Wisse, daß in jedem Zeitalter und in jeder Sendung alle göttlichen Verordnungen geändert und dem Erfordernis der Zeit entsprechend gewandelt wurden, das Gesetz der Liebe ausgenommen, das, einer Quelle gleich, immer fließt und nie einem Wandel unterliegt.“ Baha’u’llah |
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Mönchsleben
Wie schon Muhammad, verbietet auch Baha'u'llah seinen Anhängern, ein Leben mönchischer Abgeschlossenheit zu führen.
Im Tablet an Napoleon III. lesen wir:
„O Schar der Mönche! Schließt euch nicht ab in Kirchen und Klöstern. Kommt mit Meiner Erlaubnis hervor und befaßt euch mit dem, was euren Seelen und den Seelen der Menschen nützen wird ... schließt die Ehe, damit nach euch ein anderer euren Platz ausfüllen möge. Wir haben euch treulose Taten verboten, nicht aber das, was Treue beweisen wird. Habt ihr euch an die Normen geklammert, die euer eigenes Selbst aufgestellt hat, und das Richtmaß Gottes von euch geworfen? Fürchtet Gott und gesellt euch nicht zu den Narren. Wenn nicht der Mensch, wer könnte Mich auf Meiner Erde erwähnen, und wie könnten Meine Merkmale und Mein Name geoffenbart worden sein? Denkt darüber nach und gehört nicht zu denen, die verhüllt sind und fest schlafen. Er, der nicht heiratete ( Jesus), fand keinen Platz, wo Er wohnen oder sein Haupt niederlegen konnte um dessentwillen, was die Hände der Verräter Ihm angetan haben. Seine Heiligkeit besteht nicht in dem, war ihr glaubt oder euch einbildet, sondern vielmehr in dem, was Wir besitzen. Bittet, auf daß ihr seine Stufe begreifen möget, die erhöht wurde über die Vorstellung aller, die auf Erden wohnen. Gesegnet sind, die dies verstehen ...“
Erscheint es nicht seltsam, daß christliche Sekten das Mönchsleben und das Zölibat für die Geistlichkeit eingeführt haben angesichts der Tatsache, daß Christus verheiratete Männer zu seinen Jüngern erwählte, und Er selbst und seine Apostel ein Leben tätigen Wohltuns lebten, in enger Verbindung und vertrautem Umgang mit den Menschen?
Im Koran von Muhammad lesen wir:
„Jesus, dem Sohne der Maria, gaben Wir das Evangelium, und Wir legten in die Herzen derer, die Ihm nachfolgten, Güte und Mitgefühl. Was aber das Mönchsleben anbelangt, das haben sie selbst erfunden. Den Wunsch, nur Gott wohlzugefallen, schrieben Wir ihnen vor, und den beachteten sie nicht, wie sie ihn hätten beachten sollen.“
Welche Berechtigung für das Mönchsleben auch in alten Zeiten und vergangenen Verhältnissen bestanden haben mag. Baha'u'llah erklärt, daß solch eine Berechtigung nicht länger vorhanden ist. Und in der Tat, es ist unverkennbar, daß der Austritt einer großen Zahl der Frommsten und Gottesfürchtigsten der Bevölkerung aus der Gemeinschaft mit ihren Mitmenschen und ihr Zurückweichen vor den Pflichten und der Verantwortlichkeit der Elternschaft eine geistige Verarmung des Menschengeschlechts zur Folge hat.
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Ehe
Die Baha'i-Lehren schreiben Einehe vor, und Baha'u'llah macht die Eheschließung von der Zustimmung beider Partner und ihrer Eltern abhängig. Er sagt im Buch Aqdas:
„Wahrlich, im Buch Bayan (der Offenbarung des Bab) ist die Angelegenheit abhängig gemacht von der Zustimmung beider. Weil Wir wünschten, Liebe und Freundschaft und die Einigkeit der Menschen hervorzubringen, machten Wir es auch von der Zustimmung der Eltern abhängig, auf daß Feindschaft und Übelwollen vermieden werden mögen.“
Über diesen Punkt schrieb Abdu'l-Baha an einen Fragesteller:
„Was die Frage der Heirat im Einklang mit dem Gesetze Gottes betrifft: Zunächst mußt du deine Wahl treffen, und dann hängt es ab von der Zustimmung von Vater und Mutter. Ehe du nicht gewählt hast, haben diese kein Recht, sich darein zu mischen.“
Abdu'l-Baha sagt, daß infolge dieser vorsichtsmaßregel von Baha'u'llah die gespannten Beziehungen zwischen den verschwägerten, wie sie in christlichen und muhammadanischen Ländern sprichwörtlich geworden sind, unter den Baha'i beinahe unbekannt seien, und daß Ehescheidung ebenso ein sehr seltenes Ereignis sei. Er schreibt über die Ehe:
„Baha'i-Ehe bedeutet Einheit und herzliche Zuneigung der beiden Partner. Sie müssen einander die größte Aufmerksamkeit erweisen und jedes sich mit der Wesensart des andern vertraut machen. Der feste Bund zwischen ihnen muß eine ewige Bindung werden, und ihr Bestreben muß Wesensverwandtschaft, Freundschaft, Einigkeit und Leben für ewig sein ... Die Heirat von Baha'i bedeutet, daß Mann und Frau geistig und körperlich eins werden müssen, damit sie ewig geeint sein mögen in allen Welten Gottes und einander im geistigen Leben vervollkommnen.“
Die äußere Form der Baha'i-Eheschließung ist sehr einfach: einzige Bedingung ist, daß Bräutigam und Braut in Gegenwart von mindestens zwei Zeugen sprechen: „Wir wollen uns wahrlich ganz an Gottes Willen halten“.
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Scheidung
In den Fragen der Scheidung wie der Heirat sind die Anweisungen der Offenbarer den Zeitverhältnissen entsprechend voneinander abgewichen. Abdu'l-Baha stellt die Baha'i-Lehre bezüglich der Scheidung so dar:
„Die Freunde (Baha'i ) müssen unbedingt von einer Scheidung absehen, es sei denn, daß etwas aufkommt, was sie zwingt, sich aus gegenseitiger Abneigung zu trennen. In einem solchen Fall mögen sie sich mit Kenntnis des Geistigen Rates zur Trennung entschließen. Sie müssen dann geduldig sein und ein volles Jahr warten. Wenn während dieses Jahres zwischen ihnen der Einklang nicht wieder hergestellt wird, dann mag ihre Scheidung vollzogen werden ... Die Grundlage des Königreichs Gottes beruht auf Einklang und Liebe, Einheit, Verbundenheit und Einigkeit, nicht auf Streit, besonders nicht zwischen Mann und Frau. Wenn einer von beiden die Ursache der Scheidung wird, wird dieser unfehlbar in große Schwierigkeiten geraten, das Opfer schlimmen Unheils werden und schwere Gewissensbisse leiden.“
Im Punkte der Scheidung wie in andern Angelegenheiten werden die Baha'i ( natürlich nicht allein durch die Baha'i-Lehre gebunden sein, sondern auch durch die Gesetze des Landes, in dem sie leben.
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Der Baha'i-Kalender
Bei den verschiedenen Völkern und zu verschiedenen Zeiten wurden verschiedene Systeme für die Zeitrechnung und für das Festlegen von Daten gewählt, und noch heute sind verschiedene voneinander abweichende Kalender in täglichem Gebrauch, wie der gregorianische in Westeuropa, der julianische in manchen Ländern Osteuropas, der jüdische bei den Juden und der muhammadanische bei den Gemeinschaften des Islam.
Der Bab kennzeichnete die Bedeutung des Zeitalters, als dessen Herold Er kam, durch die Einführung eines neuen Kalenders. In diesem ist, wie im gregorianischen Kalender, der Mondmonat fallen gelassen und das Sonnenjahr gewählt.
Das Baha'i- Jahr besteht aus 19 Monaten zu je 19 Tagen (was 361 Tage ergibt), mit der Hinzunahme gewisser „Schalttage“ (vier im gewöhnlichen und fünf im Schaltjahr) zwischen dem 18. und dem 19. Monat, um den Kalender dem Sonnenjahr anzupassen. Der Bab nannte die Monate nach den Eigenschaften Gottes. Das Baba'i-Neujahr ist, gleich dem alten persischen Neujahr, astronomisch festgelegt, beginnend bei der März-Tag-und Nachtgleiche (gewöhnlich am 21. März). Das Baha'i-Zeitalter beginnt mit dem Jahre der Erklärung des Bab (1844)
Hier folgen die Monate nach dem Baha'i-Kalender:
Monat Arabischer Name Übersetzung Beginn
1. Baha Glanz 21. März
2. Jalal Herrlichkeit Ruhm 9. April
3. Jamal Schönheit 28. April
4. Azamat Größe 17. Mai
5. Nur Licht 5. Juni
6. Rahmat Barmherzigkeit 24. Juni
7. Kalimat Worte 13. Juli
8. Kamal Vollkommenheit 1. August
9. Asma' Namen 20. August
10. 'Izzat Macht Würde 8. September
11. Mashiyyat Wille 27. September
12. 'Ilm Erkenntnis Wissen 16. Oktober
13. Qudrat Kraft Macht 4. November
14. Qawl Sprache 23. November
15. Masa'il Fragen 12. Dezember
16. Sharaf Ehre 31. Dezember
17. Sultan Herrschaft 19. Januar
18. Mulk Oberherrschaft 7. Februar
--. Ayyam-i-Ha Eingeschobene Tage 26. Februar bis 2.März
19. Ala Erhabenheit 2. März
In nicht ferner Zeit wird es nötig werden, daß sich alle völker der Welt auf einen. gemeinsamen Kalender einigen.
Es erscheint daher durchaus angebracht, daß das neue Zeitalter der Einheit auch einen neuen Kalender bringt, frei von den Bedenken und Zusammenhängen, die jeden der älteren Kalender für große Teile der Weltbevölkerung unannehmbar machen, und es ist schwer abzusehen, welche andere Anordnung sich durch die gleiche Einfachheit und Bequemlichkeit auszeichnen könnte, wie die, welche der Bab vorschlug.
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