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Was machen wir, wenn der Mensch ausstirbt?












Lieber Fipps,

Zitat:
Da kam mir plötzlich die Vorstellung, dass wir derzeit in der westlichen, durch kristallenen Intellekt geprägten Welt vielleicht in einem besonders problematischen Entwicklungspunkt stehen -- wenigstens manche von uns --, in dem uns Gott alleine lässt, damit wir endlich mal erwachsen werden. Sind wir doch so eine Art werdende Götter und sollen uns nicht ständig unter die Fittiche von Gottvater oder Gottmutter retten!


Gott drängt sich uns nicht auf. Er braucht uns nicht. Nur wir brauchen ihn.

Egal wie mündig wir auch werden, Gottes Kinder bleiben wir immer. Im Gegensatz zu ihm werden wir nämlich immer hilfebedürftig bleiben.

Menschen sind keine Götter, sondern alle die Diener des einen Gottes.

Das Ergebnis das es ganz schlaue Menschen besser wussten und wissen. Die grausamen Ergebnisse kennen wir.

Zitat:
so ist es wohl etwas problematisch, anzunehmen, dass ein einziges und manchmal sogar sehr kurzes Leben schon ausreicht, um jeden auf der materiellen Ebene möglichen Fortschritt zu erreichen und weiterschreiten zu können. Aber dieses Thema wurde ja an anderer Stelle wohl schon ausgiebig abgehandelt.


Gott ist der Allgütige. Gerade Behinderte und junge Menschen haben im Jenseits einen Vorsprung.

Wisse, daß die Seele des Menschen über alle Gebrechlichkeit des Leibes und des Verstandes erhaben und davon unabhängig ist. Daß ein Kranker Zeichen der Schwäche aufweist, ist den Hindernissen zuzuschreiben, die sich bei ihm zwischen Seele und Leib legen; denn die Seele selbst bleibt unberührt von jedem körperlichen Leiden. Denke an das Licht der Lampe. Wenn auch ein Gegenstand von außen ihr Strahlen beeinträchtigen kann, so scheint das Licht selbst doch mit unverminderter Stärke weiter. Ebenso ist jedes Gebrechen des menschlichen Leibes ein Hindernis für die Seele, das sie davon abhält, ihre innere Kraft und Stärke zu zeigen. Wenn sie jedoch den Leib verläßt, wird sie solche Überlegenheit beweisen, solchen Einfluß entfalten, daß keine Macht der Erde dem gleichkommen kann. jede reine, jede geläuterte und geheiligte Seele wird mit gewaltiger Macht begabt sein und in überschäumender Freude jubeln. (Bahá'u'lláh, Ährenlese 80:2)

Der Tod dieses jungen Menschen und seine Trennung von euch haben Kummer und große Trauer über euch gebracht; denn in der Blüte seiner Jugend nahm er seinen Flug zum himmlischen Nest. Aber er wurde befreit aus dieser kummervollen Stätte und wandte sein Antlitz seinem ewigen Nest im Königreich zu. Befreit aus einer dunklen, engen Welt, eilte er ins geheiligte Reich des Lichtes. Darin liegt der Trost für unsere Herzen.

Solche herzzerreißenden Geschehnisse unterliegen Gottes unerforschlicher Weisheit. Es ist, als pflanze ein liebevoller Gärtner einen jungen, zarten Busch von einem engen Platz weg in ein weites, offenes Feld. Diese Verpflanzung bedeutet nicht, daß der Busch welkt, schrumpft oder eingeht. Im Gegenteil, sie läßt ihn wachsen und gedeihen, verleiht ihm köstliche Frische, läßt ihn ergrünen und Frucht tragen.
(Abdu'l-Bahá, Briefe und Botschaften 169)

Diese Begründung für Wiedergeburt basiert auf der falschen Annahme das man nur hier Erfahrungen sammeln könne, sie basiert also darauf das man dieser Welt verhaftet ist. Interessant ist nämlich das Wiedergeburt weder im Buddhismus noch im Hinduismus ein von den Menschen gewollter Prozess ist, er aber im materiellen Westen als "toll" empfunden wird.

Zitat:
Was die 1000 Jahre vor und zurück betrifft: Ja, vor 1000 Jahren sah es bei uns trübe aus. Aber weitere 1500 Jahre zurück -- zu Sokrates beispielsweise -- und schon fühlen wir uns wieder wie zu Hause. Dazwischen hat es wohl 2000 Jahre Rückschritt gegeben. (Vergessen wir mal die Sklaven, die den alten Griechen die ganze Dreckarbeit abgenommen haben.)


Was aber an einem total verzerrten Geschichtsbild liegt. Die Antike wird seit der Renaissance total verklärt und überzogen gut dargestellt. Das es, wie du angedeutet hast, ganze Heere von Sklaven gab wird ausgeblendet. Das Krieg offensichtlich der Normalzustand war auch. Auch es nur wenige Gesellschaften gab in denen ein einigermaßen funktionierendes Sozialsystem herrschte. Selbst die Römer kannten kein Bildungssystem, nicht einmal für diejenigen, welche es sich leisten konnten. Handwerklich war ebenfalls nicht wirklich viel los. Die drei Erfindungen der Römer, welche die Spitze einer Jahrtausende umfassende Epoche sind werden immer wieder durchgekaut. Das Mittelalter dagegen weißt eine höhere Dichte an Entdeckungen auf. Schau dir einmal an wann Dinge wie Lehrbare Handwerksberufe, Universitäten, Friedensgedanken, höhere Schmiedetechniken, mehrtonige Musik, etc. aufkamen. Sokrates kommt den meisten nur vertraut vor, weil die wenigsten seine Werke gelesen haben, sondern nur Schulbuchzusammenfassungen. Das damals normale Verhalten wird auch nicht reflektiert. Heute würde man ihn für einen rassistischen, pädophilen Frauenfeind halten.

2000 Jahre Rückschritt hat es nie gegeben, selbst der Untergang des (West)Römischen Reiches wird in der modernen Geschichtswissenschaft als Transformation und nicht als Verfall gewertet.

Auch das Römische Reich war nicht besser. Wie viele Regionen Europas wurden für das Wohl einer kleinen Oberschicht ausgebeutet?


Liebe Grüße, Tobias
Das hat nichts mit seinen Sprüchen über die "Neger" zu tun.
Es ist schon eine Tatsache, man in allem etwas suchen kann, was einem nicht gefällt, wenn man die persönliche Hinwendung zu einer Religion oder Geistesrichtung als das Maß aller Dinge nimmt - wie wir in diesem Forum selbst erleben, es gibt so viele verschiedene Ansichten und Einsichten - man kann sie alle annehmen oder dagegen sein, sie akzeptieren als zum Wesen des anderen gehörend oder sie in Mißkredit ziehen. Da gibt es viele Möglichkeiten.
In allen Religionen oder Richtungen gibt es Schwächen - davon ist keine Sache ausgenommen - und wo der eine zu einer Stellungnahme ja und amen sagt, da kann der andere nur eine kritische Stellung einnehmen, weil ihm einiges aufgefallen ist und er seinen Focus darauf richtet.

Alles entwickelt sich im Laufe der Menschheitsgeschichte und was man einmal für richtig hielt, das kann sich im Endeffekt später - nach Jahrhunderten als eine Fehleinschätzung erweisen, wenn die Erfüllung der Therorie in der Praxis gefordert ist.

Was gestern gut schien, muß es morgen nicht mehr sein, weil der Mensch stets und ständig im Leben dazu lernt. Das gehört nun einmal zum evolutionären Prozeß dazu.

Irgend jemand schrieb: der Mensch sucht nicht die Religion, die Religion sucht ihn. So ist es nicht verwunderlich, daß sich nicht alle Menschen nur einer Richtung oder Religion zuwenden, weil sie vielleicht andere Vorstellungen haben und sich ihren Weg bahnen. Manchmal ist der Weg schwierig, manchmal sehr steinig, manchmal wird der Mensch schon dort hinein geboren, wo er sich auch wohl fühlt und in sich damit harmonisch umgehen kann.

Es geht um den Lernprozeß, in dem der Mensch steht - und wenn der Mensch alle Religionen einmal durchläuft in seinen Inkarnationen, dann erfährt er seine Lektionen. Das wäre so logisch, wie ein Kind alle Klassen durchläuft in der Schule und am Ende bis zum Abitur gelangt.

Der Mensch sucht immer das für sich, woran er glauben kann, egal welche Richtung - was ihm logisch erscheint, womit er umgehen kann.
Da werden wir wohl nie - bis ans Ende aller Tage - auf einen Nenner kommen. Aber wir können dem Anderen - unser Gegenüber respektieren - ihm die Achtung als Mensch entgegen bringen, mag man auch seine Ideen, Gedanken oder Ansichten nicht.

Mir kommt einiges, wenn ich es mehrmals lese und dann darüber nachdenke, seltsam vor - egal, was ich lese - welche Inhalte aus welcher Religion, aber ich denke dann: das ist nun mal dort so und so verstehen sie es und ich kann nur sagen, daß ich so nicht denken könnte - da würde mir dort oder dort etwas fehlen - etwas nicht zusammenpassend finden, mir einiges nicht logisch erscheint. Aber für diese Menschen, die das glauben wollen, ist es vielleicht wichtig in ihrer Entwicklung. Nur Gott wird es wissen - gedanklich kann ich es loslassen, bis es mir dann irgend wann wieder einmal einfällt, wenn ich Artikel lese, die mich daran wieder erinnern.

Und alles, was man in sich trägt, muß man nicht jedem Menschen sagen, erzählen oder schreiben - es gibt vieles, was man in sich trägt und es nur in sich verarbeitet.

Das nur kurz dazu.

www.aivanhov.de/gedanken vom 16.1.08

Die Erde ist das Feld aller Verwirklichungen. Einerseits ist das sehr ermutigend, aber es ist ebenfalls auch sehr gefährlich, weil sich sowohl das Gute wie das Böse verwirklicht. Es gibt im Universum Regionen, auf die das Böse keinerlei Zugriff hat, aber, das muss man wissen, auf der Erde hat alles das Recht, sich zu verwirklichen. Deswegen ist es nutzlos, sich angesichts so vieler begangener Verbrechen, angesichts von so viel Unglück, das die Menschheit heimsucht, zu fragen: »Wie kommt es nur, dass Gott solche Dinge erlaubt?« Es ist nicht eine Frage der Erlaubnis, sondern es ist eine Frage der Natur der Dinge. Es ist so, weil wir auf der Erde sind und weil auf der Erde das Gute wie auch das Böse die Bedingungen vorfinden, um sich zu realisieren.
Sowohl für das Gute als auch für das Böse müssen wir also Geduld entwickeln: Geduld, um die Machenschaften des Bösen, das uns leiden lässt, zu ertragen, und Geduld, um auf die Verwirklichung der guten Dinge zu warten, die wir wünschen und für die wir arbeiten.
Was hat Steiners offesichtlicher Rassismus damit zu tun? Desweiteren hat er auch keine Religion gegründet...
Zitat:
Was hat Steiners offesichtlicher Rassismus damit zu tun? Desweiteren hat er auch keine Religion gegründet...

Jetzt wird's aber krumm. Wer sich näher mit Steiner befasst hat (so wie ich), der findet es absurd, Steiner eine rassistische Denkungsart vorzuwerfen. Diese Wurzelrassengeschichte hat er von Madam Blavatskys Theosophie übernommen. Sie bezieht sich auf ferne Vergangenheit und mag meinetwegen als zeitbezogener Unsinn angesehen werden. Aber Steiner war bestimmt kein Rassist. Und natürlich kann man seine Anthroposophie durchaus als Religion ansehen. Sie besteht noch heute und hat viele Anhänger. Man bezeichnet sie nicht als Religion, aber wenn man sich die Inhalte und Praxis anschaut, dann hätte sie auch gut als Religion firmieren können. Darüber hinaus gibt es die "Christengemeinde" (ich glaube das ist die richtige Bezeichnung, vielleicht heißt es auch "Christengemeinschaft"). Sie wurde zwar nicht direkt von Steiner gegründet (auch Jesus hat keine Religion gegründet), sondern von jemandem namens Rittelmeyer, aber auf anthroposoph-christlichen Vorstellungen beruhend.

Wollte nur mal ein paar Fakten rüberbringen.

Wie angenehm hebt sich Gabrieles Toleranz und Vermittlungswille doch von dem Tobiasschen Absolutheitsanspruch ab! Schrecklich, diese Leute, die alles ganz genau wissen.

Musste auch einmal gesagt werden.

LG, Fipps
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