Leben nach dem Tod? Aus den Bahai Schriften


Moin Moin

Burkl hat folgendes geschrieben:
Minou hat folgendes geschrieben:
Herr Prof. Sobhani meint, dass die letzte, also neueste Offenbarung die Baha'u'llahs ist; in diesem Sinne bezeichnet er Taten, die nach Seinen Anweisungen erfolgen als "reine Taten".

Die pharisäische Haltung - einen Katalog an Weisungen und Vorschriften zu haben, diese zu befolgen und damit zu meinen mit und vor Gott im Reinen sein, das ist ja genau das, was Christus überwindet. Darauf gehe ich im letzten Post ein. Der Gehorsam gegenüber Anweisungen wird erhöht auf eine persönliche Beziehungsebene zwischen Gott und Mensch. Als Christ beurteilt sich meine Reinheit nicht nach dem Grad der Befolgung eines Kataloges an Anweisungen und Gesetzen, sondern nach der Qualität meiner Beziehung zu Jesus Christus, der Bruder, Freund, Gott und Vater ist.




Die Idee mit der Beziehungsebene finde ich ja ganz gut...
Aber dann stellt sich die Frage wozu es den katholischen Katechismus gibt: http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM

Die starre Gebrauchsanweisung für die eigene Religion ist natürlich immer viel besser als die Kataloge der anderen Religionen

LG
_________________
https://youtu.be/f2ROFnA4HRA
Grubi hat folgendes geschrieben:
Die starre Gebrauchsanweisung für die eigene Religion ist natürlich immer viel besser als die Kataloge der anderen Religionen 

Der Katechismus ist nichts "Starres". Er ist eine Orientierungshilfe. Dass die katholische Wahrheit eine lebendige und dynamische ist siehst du ja daran, dass innerhalb der Kirche ständig um sie gerungen wird, aktuell z.B. bei der Frage der Zulassung von zivil wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion. Wäre der Katechismus ein formalistisches Gesetzeswerk bräuchte es diesbezüglich keinen Diskurs. Dort steht klar, dass eine Zulassung nicht möglich ist. Gleichzeitig sagt der jetzige Papst, dass die Pastoral immer auf die einzelne Situation eingehen muss.
Das ist eben das, was Jesus gebracht hat. Das alte 0/1 binäre Schema - rein/unrein ist nicht mehr möglich. So einfach macht es uns Jesus nicht. Dennoch gibt es natürlich klare Grundsätze, die unverrückbar sind. Dass die Ehe unauflöslich ist ist göttliches Recht, von dem kein Priester dispensieren kann. Ich persönlich könnte mir keine Situation vorstellen, in der ich es als geschieden Wiederverheirateter verantworten könnte zur Kommunion zu gehen. Der jetzige Papst hält es dennoch nicht für gänzlich ausgeschlossen, dass es solche Situationen geben könnte. Gleichzeitig stellt er es dem Gewissen der Gläubigen und der seelsorglichen Verantwortung von Priestern anheim zu einem vor Gott verantwortbaren Urteil im Einzelfall zu gelangen. Das ist genau diese Dynamik einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus. Ich empfehle dir die Lektüre von Amoris Laetitia.
Ich kann nachvollziehen was du meinst, kein Problem.

Die Beziehungsebene wird aber wiederum ausgehebelt wenn Berufsgeistliche ins Spiel kommen welche die Deutungshoheit über das Wort Gottes innehaben und sich in die persönlichen Beziehungsebenen der Menschen zu Gott einmischen, indem sie je nach Bedarf einen Verhalenskatalog aktualisieren.

Entweder gehe ich davon aus dass Gläubige mündig sind und dass sie ihre Beziehung zu Gott selbst geregelt kriegen oder ich gehe davon aus dass man einen Verhaltenskatalog und Geistliche für dessen Verwaltung benötigt damit die Gläubigen stets nach kirchlicher Vorstellung rechtgeleitet werden.
Beides gleichzeitig geht nicht und hat nebenbei bemerkt auch nicht soviel mit Gottvertrauen zu tun...

Ich bin auch zu vertraut mit dem Gewese innerhalb der katholischen Kirche, als dass ich nicht genau wüsste dass starre Strukturen und Denkmuster an der Tagesordnung sind.

LG
Grubi hat folgendes geschrieben:
Die Beziehungsebene wird aber wiederum ausgehebelt wenn Berufsgeistliche ins Spiel kommen welche die Deutungshoheit über das Wort Gottes innehaben und sich in die persönlichen Beziehungsebenen der Menschen zu Gott einmischen.

Der Priester repräsentiert Christus und vermittelt so wie Er zwischen Gott und Mensch in Fortsetzung der realen Präsenz des menschgewordenen Gottes in dieser Welt - das ereignet sich in den Sakramenten. Leugnet man die Notwendigkeit einer Mittlerschaft des Priesters müsste man konsequent auch die Notwendigkeit von Menschwerdung und Erlösung leugnen.
Selbstverständlich kommt es auf die persönliche Beziehung zu Gott an - eben vermittelt durch Jesus, der in den Sakramenten seine Gnade austeilt.

Zitat:

Entweder gehe ich davon aus dass Gläubige mündig sind und dass sie ihre Beziehung zu Gott selbst geregelt kriegen

Dann müsste man wie im Islam davon ausgehen, dass der Mensch der Mittlerschaft und Erlösung nicht bedarf und "es sich mit Gott alleine ausmachen muss".
Und Vorsicht ist auch geboten das persönliche Gewissen in falscher Weise überzubetonen. Es bedarf der geistlichen Bildung und Leitung und eines intakten inneren Lebens um zu rechten Urteilen zu gelangen. Es ist nämlich auf sich alleine gestellt bei Weitem nicht irrtumsfrei.

Lieben Gruß,
Burkl
Zitat:
Und Vorsicht ist auch geboten das persönliche Gewissen in falscher Weise überzubetonen. Es bedarf der geistlichen Bildung und Leitung und eines intakten inneren Lebens um zu rechten Urteilen zu gelangen. Es ist nämlich auf sich alleine gestellt bei Weitem nicht irrtumsfrei.



Und mit Religionen ist es irrtumsfrei? Da wird in der Geschichte was ganz anderes berichtet.
Weder mit noch ohne Religion sind Wertesysteme ohne Einschränkungen gülitg. Der Vorteil des Humanismus ist, daß er wegen dieser Erkenntnis die Wertesysteme den neuesten Erkenntnissen anpassen kann.
Religionen können das nur begrenzt.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Der Vorteil des Humanismus ist, daß er wegen dieser Erkenntnis die Wertesysteme den neuesten Erkenntnissen anpassen kann.

Sicherlich hat eine säkulare Variante christlich geprägter Werte, wie sie die europäische Kultur hervorgebracht hat, ihre Berechtigung. Die Frage ist aber ob ein rein säkulares Wertefundament auf Dauer auch hält. Ich befürchte, dass ohne übernatürliche Wurzeln Werte sehr volatil werden, letztlich beliebig definierbar - vor allem durch die politischen Machthaber. Nimm aktuell die Gender-Ideologie - durch und durch "humanistisch" und von oben dem Volk aufoktroyiert.

Zitat:
Da wird in der Geschichte was ganz anderes berichtet.

Die christliche "Erfolgsgeschichte" sind letztlich heiligmäßige Menschen. So wie der Prälat des Opus Dei, der am letzten Montag gestorben ist.

http://www.kath.net/news/57819
Zitat:
Sicherlich hat eine säkulare Variante christlich geprägter Werte, wie sie die europäische Kultur hervorgebracht hat, ihre Berechtigung. Die Frage ist aber ob ein rein säkulares Wertefundament auf Dauer auch hält. I


Aber sicher wird das halten! Schon vor dem Christentum gab es die meisten Werte in irgendwelchen philosophischen oder staatsphilosphischen Wertesystemen festgehalten. Daß das Christentum einige Werte besonders hervorgehoben hat, will ich gerne eingestehen. Dafür hat es andere Werte, wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung und Gleichbehandlung, oder Freiheit in der sexuellen Selbstbestimmung bis ins letzte Jahrhundert vollkommen ignoriert bzw sogar hintertrieben.

Die sogenannte Gender-Ideologie ist ein Schlagwort, daß gerne von erzkonservativen Christen benutzt wird.
Gender-Theorien sollen im wissenschaftlichen (hauptsächlich medizinischen) Bereich zunächst einmal klären, welchen Einfluß Alter und Geschlecht auf Krankheiten und der Gabe von Medikamenten haben.

Zusätzlich versucht man herauszufinden, welchen Einfluß genetische, epigenetische und nachgeburtlich prägende Faktoren auf die Einordnung in der gelebten Geschlechterrolle haben. Erzkonservative Christen haben hier vor allen Dingen Angst davor, daß sich herausstellen könnte, daß die Geschlechterrolle doch nicht so "göttlich fixiert" ist, wie sie es zur Aufrechterhaltung ihres Glaubens gerne hätten.
Dazu paßt, daß kein monotheistischer Religionsanhänger logisch erklären kann, warum es sexuelle Randgruppen oder sogar Zwitter gibt.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Aber sicher wird das halten! Schon vor dem Christentum gab es die meisten Werte in irgendwelchen philosophischen oder staatsphilosphischen Wertesystemen festgehalten. Daß das Christentum einige Werte besonders hervorgehoben hat, will ich gerne eingestehen.

Die griechisch-römische Philosophie legt eine umfassende Tugendlehre vor. "Barmherzigkeit" kommt dort allerdings nicht vor. Europa steht auf drei Hügeln - Akropolis, Kapitol, Golgatha.
Wenn du Studien über religionsferne junge Menschen anschaust - da werden immer mehr Meinungen in Richtung: "Wer arm ist ist selber schuld", "Jeder ist allein für sich selbst verantwortlich", "Ich habe kein Mitleid mit jemandem, der keine Leistung bringt" etc. vertreten. Du siehst also Barmherzigkeit ist kein Automatismus. Es gibt keinen Präzedenzfall in der Geschichte, dass sich eine die Barmherzigkeit als Grundwert anerkennende Gesellschaft ohne religiösen Unterbau halten konnte.

Zitat:
Dafür hat es andere Werte, wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung und Gleichbehandlung, oder Freiheit in der sexuellen Selbstbestimmung bis ins letzte Jahrhundert vollkommen ignoriert bzw sogar hintertrieben.

Es gab Päpste, die die Religionsfreiheit im Sinne einer weltanschaulichen Neutralität des Staates mit dem Argument "Die Wahrheit hat ihr Recht" abgelehnt haben. Damit ist aber kein politisches Programm zur Unterdrückung der Gewissensfreiheit zu begründen - die wahren Meinungsdiktatoren waren und sind immer weltliche Machthaber. Wenn du z.B. die Lehre des heiligen Josefmaria anschaust - er ist ein absolut glühender Verfechter der Gewissens- und Entscheidungsfreiheit in allen religiösen Belangen. Und er schöpft zur Begründung seiner Standpunkte aus der katholischen Tradition. Viele seiner Gedanken und Impulse haben in das 2. Vatikanum Eingang gefunden.

Das "Recht auf sexuelle Selbstbestimmung" ist nicht existent. Denn an der Sexualität sind zwei Menschen beteiligt, wenn ein Kind kommt drei. Außerdem wird mit diesem Scheinrecht oft der Kindesmord im Mutterleib gerechtfertigt. Mit hat ein T-Shirt einer Lebensschützerin gut gefallen - Darauf zu sehen ein zwölf Wochen alter Embryo mit Ärmchen, Beinchen, daumenlutschend. Der Embryo hatte ebenfalls ein Mini-T-Shirt an mit der Aufschrift:"Mein Bauch gehört mir!". Dieses Bild zeigt die Absurdität eines vermeintlichen Rechtes auf "sexuelle Selbstbestimmung".

Zitat:

Die sogenannte Gender-Ideologie ist ein Schlagwort, daß gerne von erzkonservativen Christen benutzt wird.
Gender-Theorien sollen im wissenschaftlichen (hauptsächlich medizinischen) Bereich zunächst einmal klären, welchen Einfluß Alter und Geschlecht auf Krankheiten und der Gabe von Medikamenten haben.

Du hältst die Gender-Lobby für wissenschaftlich orientiert?

Schau dir dieses Video an:

https://www.google.at/url?sa=t&.....g2=BotqbXc0EnUE2e0XBg38yw

Zitat:

Dazu paßt, daß kein monotheistischer Religionsanhänger logisch erklären kann, warum es sexuelle Randgruppen oder sogar Zwitter gibt.

Weil die Unordnung der Erbsünde alle Bereiche des Menschseins und der Schöpfung betrifft. Gerade in der geschlechtlichen Sphäre zeigt sie sich eben sehr evident. Nicht nur in organischen Abweichungen, sondern vor Allem auch in der ungeordneten Begierlichkeit, die bis zur Entmenschlichung führen kann.
Zitat:
Wenn du Studien über religionsferne junge Menschen anschaust - da werden immer mehr Meinungen in Richtung: "Wer arm ist ist selber schuld", "Jeder ist allein für sich selbst verantwortlich", "Ich habe kein Mitleid mit jemandem, der keine Leistung bringt" etc. vertre
ten. Du siehst also Barmherzigkeit ist kein Automatismus.


gggg, ein Gegenbeispiel:
Spiegel 49/36

"Und anders als mit vielen religiösen Eiferern ist mit diesen Menschen sehr wohl ein Staat zu machen. Sie glauben statt an Außerweltliches an den irdischen Gemeinsinn, an Toleranz, an Menschenrechte, wie Erhebungen des Religionssoziologen Phli Zuckerman zeigen. Der hat auch belegt, dass Ungläubige im Schnitt besser gebildet, weniger xenophob, weniger homophob, gleichberechtigter und weniger gewalttätig sind als ihre religiösen Mitmenschen...."

im gleichen Artikel zusammengefaßt machen heute in Deutschland die Gruppe der Religionsfernen ca 38% aus und man rechnet mit einem Anwachsen auf über 50 % bis zum Jahre 2025.

Zitat:
Du hältst die Gender-Lobby für wissenschaftlich orientiert?

Ich schrieb nicht von der Gender-Lobby, sondern von der seriösen Gender Genderforschung, die teilweise sehr langwierig und kompliziert ist.
Außerdem funktioniert der Link bei mir nicht.


Zitat:
Weil die Unordnung der Erbsünde alle Bereiche des Menschseins und der Schöpfung betrifft. Gerade in der geschlechtlichen Sphäre zeigt sie sich eben sehr evident. Nicht nur in organischen Abweichungen, sondern vor Allem auch in der ungeordneten Begierlichkeit, die bis zur Entmenschlichung führen kann.


Oh Gott, wofür die "Erbsünde" alles herhalten muß, so nach dem Motto: Und weiß ich einmal nicht mehr weiter, macht mich die "Erbsünde" wieder heiter.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
@Pjotr

Sorry für den nicht funktionierenden Link. Das Video ist von Harald Eia. Es hat letztlich dazu geführt, dass das norwegische Parlament Millionen an Förderung für den Bereich Gender-"Forschung" gestrichen hat. Der sollte jetzt funktionieren:

https://youtu.be/2Rzd2UmpkZs