Leben nach dem Tod? Aus den Bahai Schriften


Ebony hat folgendes geschrieben:
Reine Tat! Was soll das sein, eine reine Tat? Wie kann eine unreine Tat gut sein?


Hallo Ebony,
Sobhani unterscheidet zwischen guten und reinen Taten.
Gute Taten sind für ihn durch jeden Menschen möglich.
Unter reinen Taten versteht er Taten, die im Hinblick auf den Gehorsam an Gott bzw. Baha'u'llah getan werden. Die Motivation muss also nicht die gute Tat selbst sein, sondern aufgrund des Gehorsams an und der Liebe zu Gott
geschehen.
Das war in jedem Zeitalter so, zu Christi Zeiten ebenso wie im Zeitalter Mohammeds. Der Gottesbote für unser Zeitalter ist für Baha'i Baha'u'llah, nach dessen Anweisungen gehandelt werden soll.
LG,
Minou
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Heißt das jetzt, dass man das mit der Definition "erfüllt vom Heiligen Geist" gleichsetzen kann, dass man so klar erkennt, was der Wille Gottes ist?
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Heißt das jetzt, dass man das mit der Definition "erfüllt vom Heiligen Geist" gleichsetzen kann, dass man so klar erkennt, was der Wille Gottes ist?


An wen ist Deine Frage gerichtet?
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Was unterscheidet der Kreuzestod eines einzelnen Menschen vom gleichartigen oder noch viel schlimmeren Tod eines anderen Menschen?

Daß er von einer Gruppe Menschen für Gott gehalten wird? Hat er dadurch mehr gelitten? Nein! Physisch und psychisch kann ein Mensch je nach Konstitution ein gewisses Maß an Schmerzen aushalten, danach wird er entweder verrückt oder stirbt.

Es geht ja nicht um einen "Leidenswettbewerb". Es geht um die ungeschuldete Selbsthingabe Gottes. Dass die Liebe im "Hinunterbücken" besteht, im Verzicht auf das Eigene, im Wollen des Guten für den Anderen, das auch nicht davor zurückschreckt alles Eigene und sich selbst hinzugeben. Liebe ist freiwilliges und ungeschuldetes Kleinwerden, um den Geliebten groß werden zu lassen.

Zitat:

Ein Satz wie "Gott ist die Liebe" ist schlicht und ergreifend metaphysisches Geschwafel und erklärt überhaupt nichts

Dieser Satz erklärt Alles. Denn jeder Mensch sucht letztlich die Liebe. Und die ist in Jesus Christus zu finden. Damit sucht auch jeder Mensch nach Jesus, unbewusst oder bewusst.

Zitat:
Zudem entspricht es nicht dem Gesamteindruck des christlichen Gottes aus der Bibel.

Gott offenbart sich ja in zwei grundlegenden Stufen. Zunächst führt er das Volk Israel von der Naturreligion und dem Polytheismus zum Eingottglauben, indem er ihm Sein Gesetz gibt und es so erzieht, indem er zeigt, dass es Ihn gibt und was die Sünde grundlegend bedeutet, nämlich Trennung von Gott, und dass sie das eigentliche Übel ist. Der alte Bund, die Stufe der "Gesetzesreligion" war notwendig, um den Menschen vorzubereiten auf Seine Selbstoffenbarung. Sie hat allerdings nicht bewirkt, dass der Mensch tatsächlich zu Gott gelangen kann, indem er die Anweisungen des Gesetzes befolgt - auch nicht wenn er es möglichst akribisch tat, das führte sogar weg von Gott. Gott blieb letztlich schattenhaft und fern. Darum, weil der Mensch durch das Gesetz nicht zu Gott gelangen kann, wollte Gott zum Menschen gelangen.

"Sagt den Verzagten: / Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! / Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; / er selbst wird kommen und euch erretten." Jes 35,4

Er kommt also selbst um uns zu retten, weil die Liebe selbst handelt und sich nicht vertreten lässt. Die "Rache Gottes" ist nicht die machtvolle Auslöschung aller Feinde Israels. Die "Rache Gottes" ist Seine Ohnmacht aus Liebe am Kreuz. Eine Liebe so stark und mächtig, dass sie Sünde und Tod endgültig besiegt.
gg, der Versuch, ein Religionssystem aus den eigenen Schriften heraus zu beweisen, ist ähnlich dem Versuch, sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.

Nicht umsonst kann ein Fake-Religionssystem wie "Fliegende Spagettimonster" weder bewiesen noch wiederlegt werden und alle Versuche hierzu sind gescheitert, obwohl darauf wohl eine Belohnung ausgesetzt ist.

Wohlfeile Sprüche sind in vielen Religionen zu finden und eine ganze Menge davon kann auch jeder Atheist, Agnostiker oder Humanist ohne Probleme aktzeptieren.

Das ändert aber nichts daran, daß das Gesamtpaket vieler Religionen problematisch ist und auch wohl in Zukunft problematisch bleiben wird.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Minou hat folgendes geschrieben:
Ebony hat folgendes geschrieben:
Reine Tat! Was soll das sein, eine reine Tat? Wie kann eine unreine Tat gut sein?


Hallo Ebony,
Sobhani unterscheidet zwischen guten und reinen Taten.
Gute Taten sind für ihn durch jeden Menschen möglich.
Unter reinen Taten versteht er Taten, die im Hinblick auf den Gehorsam an Gott bzw. Baha'u'llah getan werden. Die Motivation muss also nicht die gute Tat selbst sein, sondern aufgrund des Gehorsams an und der Liebe zu Gott
geschehen.
Das war in jedem Zeitalter so, zu Christi Zeiten ebenso wie im Zeitalter Mohammeds. Der Gottesbote für unser Zeitalter ist für Baha'i Baha'u'llah, nach dessen Anweisungen gehandelt werden soll.
LG,
Minou


Hallo Minou,

das Gegenteil von rein ist unrein. Eine nicht reine Tat ist demanch eine unreine Tat. Wenn ich als Christ eine gute Tat mit Blick auf Jesus begehe, wäre diese Tat gemäß Sobhanis Definition unrein. Das widerstrebt meinem Religions- und Glaubensverständnis, insbesnodere dem Anspruch der Bahai-Religion. Letztendlich will sie dann doch die Spaltung der Religionen und keine Einheit aller Gläubigen. Das vorgebliche Zitieren aus allen religiösen Schriften in den Bahai-Zusammenkünfte wäre nach Sobhani obsolet.
Da ich etwas anderes glaube und ich einen christlichen Hintergrund habe, bleibt mir Jesus der Prophet, der mir am nächsten steht. Selbt wenn jemand keiner Religion angehört, ist meiner Auffassung nach jede selbstlose gute Tat eine reine Tat.
Religionen mit Ausschließlichkeitsanspruch sind suspekt. Es gibt viele Erkenntnisse, die zu Gott führen. Sie alle münden letztendlich in den Weg der Liebe und somit der reinen guten Taten.
Hallo Sören,

du hast keine Antwort auf meine Überlegungen?
Ebony_ hat folgendes geschrieben:
Hallo Sören,

du hast keine Antwort auf meine Überlegungen?


Nein, ich hatte nur in den letzten Tagen keine Zeit, ins Forum zu gucken.

Ich verstehe deinen Ansatz insofern nicht, als dass du meinst - oder zu meinen scheinst - das Buch der Offenbarung wäre mit dem Inhalt des Christentums gleichbedeutend. Diese Ansicht kann ich weder als Bahá'í noch als Religionswissenschaftler teilen. Die Johannesoffenbarung ist ein Zeugnis der Eschatologie, also eine Vision des zukünftigen Endes der Welt. Um die Inhalte des christlichen Glaubens geht es dabei nicht. Ich halte die Evangelien da für deutlich zentraler, das in ihnen über das Leben Jesu und seine Lehre berichtet wird. Was Jesus von uns wollte halte ich für viel zentraler als jedwede Spekulation über das Ende der Welt.

Trotzdem gibt es natürlich einige Punkte, die man ansprechen muss. Zum einen steht in der ganzen Offenbarung ichts von Jesus, es wird immer vom symbolischen Lamm gesprochen, das unter "neuem Namen" in die Welt kommen soll. Eine 1:1 Wiederkunft des Zimmermanns aus Nazareth kann ich darin nicht erkennen. Vielmehr bestätigen diese beiden Indizien meine Vermutung, dass es sich gerade nicht um eine Wiederkunft des historischen Jesus handelt, sondern um eine Wiederkunft Christi (also eines Hoheitstitels).

Bahá'u'lláh hat in unserem Verständnis sehr wohl Gericht gehalten, allerdings nicht im kosmischen Sinne, sondern im Sinne einer "Abrechnung" mit der Vergangenheit der Religionen. Im Fall des Christentums werden zum Beispiel die Kreuzzüge oder die weltliche Machtgier mancher Päpste angeprangert, die mangelnde Barmherzigkeit des Klerus oder die Dogmatisierung des Glaubens. Im Fall des Islam sind es u.a. Sittenverfall, Scheinheiligkeit und Juristerei mit dem Wort Gottes.

Denn nach unserem Verständnis geht es beim göttlichen Gericht nicht in erster Linie darum, Sünder zu betrafen, sondern einen Weg der Umkehr aufzuzeigen, denn all diejenigen beschreiten können, die zur Zeit oder nach der Zeit der Offenbarer leben. EIn endgültiges Urteil erhalten also bis dato nur die Toten.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Ebony hat folgendes geschrieben:
das Gegenteil von rein ist unrein. Eine nicht reine Tat ist demanch eine unreine Tat. Wenn ich als Christ eine gute Tat mit Blick auf Jesus begehe, wäre diese Tat gemäß Sobhanis Definition unrein.


Hallo Ebony,

es stimmt natürlich, dass das Gegenteil von rein unrein ist. Aber darauf will Sobhani nicht hinaus. Er sagt auch, dass gute Taten besser sind als unreine.
Störe Dich nicht an dem Wort "rein". Nach meiner Auffassung meint er damit eben Taten, die ausschließlich aus Gehorsam an und Liebe zu Gott geschehen. Ich würde da statt "rein" eher das Wort "göttlich" setzen. Ansonsten gibt es solche Missverständnisse. Herr Prof. Sobhani meint, dass die letzte, also neueste Offenbarung die Baha'u'llahs ist; in diesem Sinne bezeichnet er Taten, die nach Seinen Anweisungen erfolgen als "reine Taten".
M.E. sind aber Taten eines Christen, der aus Liebe zu Christus handelt, genau so rein! Auch Taten eines Muslimen, der aus Liebe zu Gott handelt, begeht m.E. reine Taten. Sie beruhen aber eben nicht auf der aktuellen Offenbarung, womit wahrscheinlich gemeint ist, dass die neuen Anweisungen Baha'u'llahs den Gläubigen der vorangegangenen Religionen noch nicht bekannt sind.
Es ist leider ein bisschen unglücklich ausgedrückt, das tut mir leid. Sobhani ist schon sehr vertieft im Glauben, so dass wir uns oft schwer tun, seine Aussagen nachzuvollziehen. Ich hätte es besser nicht erwähnen sollen.

Alles Liebe,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Herr Prof. Sobhani meint, dass die letzte, also neueste Offenbarung die Baha'u'llahs ist; in diesem Sinne bezeichnet er Taten, die nach Seinen Anweisungen erfolgen als "reine Taten".

Die pharisäische Haltung - einen Katalog an Weisungen und Vorschriften zu haben, diese zu befolgen und damit zu meinen mit und vor Gott im Reinen sein, das ist ja genau das, was Christus überwindet. Darauf gehe ich im letzten Post ein. Der Gehorsam gegenüber Anweisungen wird erhöht auf eine persönliche Beziehungsebene zwischen Gott und Mensch. Als Christ beurteilt sich meine Reinheit nicht nach dem Grad der Befolgung eines Kataloges an Anweisungen und Gesetzen, sondern nach der Qualität meiner Beziehung zu Jesus Christus, der Bruder, Freund, Gott und Vater ist.