Leben nach dem Tod? Aus den Bahai Schriften


Worhülsen helfen bei der Betrachtung der Sexualität nicht weiter.
Die von konservativen Christen verneinte Varianz in der Ausgestaltung des Sexuallebens wird damit wohl kaum aufgehoben.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Es bedarf eines Feldzuges für Männlichkeit und Reinheit, um die verheerende Arbeit derjenigen zu durchkreuzen und auszulöschen, die den Menschen für ein Tier halten. - Dieser Feldzug ist eure Sache.

Hl. Josémaria Escrivá, Der Weg Nr. 121
Vorweg: Wenn ich diese tutige Rederei und Unterscheidung von "Leib" und "Körper" schon immer lese oder höre, wird mir ganz blümerant, um es mal vorsichtig zu sagen.
("tutig" ist ein norddeutscher Ausdruck, für den ich keine treffende hochdeutsche Übersetzung kenne.)
Zum Thema: Ich und zahlreiche andere Menschen, die ich kenne sind keineswegs durch vor- oder außerehelichen Sex zu einem "verlebtem Körper und kraftloser Seele" gekommen, das ist einfach sexfeindlicher Quatsch. Allerdings hatte ich Menschen mit "verlebtem Körper und kraftloser Seele" bei mir auf der Therapie-Couch sitzen oder liegen, und das waren Folgen einer Ehe, die sie meinten unbedingt aufrecht erhalten zu müssen, und das häufig aus wie sie meinten religiösen bzw. moraltheologischen Gründen.
Was denken sich die Menschen nicht alles aus, um sich gegenseitig das Leben schwer zu machen! Und manche Religion bzw. Konfession und die daraus abgeleitete Moral gehören dazu, spiegeln sie doch oft genug nur die Obsessionen und den als "Liebe" getarnten Hass ihrer Verfasser.
Man kann anderer Meinung sein als ich, aber das bedeutet nicht, dass diese andere Meinung die richtige ist.
So, und mit diesen erstaunlichen Weisheiten verabschiede ich mich in den Weihnachtsurlaub, der Sonne entgegen sozusagen, bis nächstes Jahr. Ich wünsche allerseits einen flotten Weihnachtsbaum und: schenkt und lasst euch schenken, aber: denkt und lasst NICHT für euch denken.
Und passt mal auf, vielleicht wird Jesus gerade jetzt zu Weihnachten in eurem Geist geboren. Oder vorher oder nachher. Hauptsache: überhaupt mal. Und dann habt ihr die besten Voraussetzungen für eine eigene Wiedergeburt im Geist.
Tschüüüß!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
weil ein außerhalb des Fleisches existierender "Geist" bis heute nicht beweisbar nachweisbar ist.

Die Existenz der Liebe ist auch nicht wissenschaftlich beweisbar. Ist sie deshalb irrelevant?
Templer hat folgendes geschrieben:
Allerdings hatte ich Menschen mit "verlebtem Körper und kraftloser Seele" bei mir auf der Therapie-Couch sitzen oder liegen, und das waren Folgen einer Ehe, die sie meinten unbedingt aufrecht erhalten zu müssen, und das häufig aus wie sie meinten religiösen bzw. moraltheologischen Gründen.

Das weit überwiegende zwischenmenschliche Leid, vor Allem von Kindern, wird ganz sicher durch die Ehescheidung produziert.

Die Kirche lehrt im Übrigen nicht, dass Menschen in untragbaren seelischen Situationen verbleiben müssen. Die Trennung von Tisch und Bett ist eine Möglichkeit, sogar die zivile Scheidung, z.B. um eine Ordnung der finanzielle Aspekte zu ermöglichen.

Ein Ehepaar, die Eltern der heiligen Therese von Lisieux, wurde kürzlich heiliggesprochen. Es wird Zeit, dass ein geschiedener Mensch heiliggesprochen wird, der nicht wieder heiratet sondern weiterhin um die Heiligkeit kämpft, ja ihre oder seine Situation sogar als Ansporn sieht um das Kreuz zu tragen und ein Zeugnis für den menschlichen und göttlichen Wert der Unauflöslichkeit der Ehe zu geben.
Sören hat folgendes geschrieben:

Um welche Zusammenhänge geht dir es jetzt genau?


Hallo Sören,
hier nochmal:
Zitat:
Die Frage wäre, wie du es dann auslegst, dass mit der Wiederkunft Jesu auch sein Lohn verbunden sein soll.

"Siehe ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jedem zu geben, wie seine Werke sind."

Bahá'u'lláh hat doch kein Gericht gehalten. Ist das Buch der Offenbarung nicht als Zusammenfassung des christlichen Glaubens zu verstehen und damit auch als einzig notwendige Offenbarung, die in der Wiederkunft jenes Jesus in persona mündet, der als Mensch, wie ihn die Bibel beschreibt, bekannt ist?
Minou hat folgendes geschrieben:
Sören hat folgendes geschrieben:
Das mag Prof. Sobhani ja so interpretieren, ich verstehe es aber anders und berufe mich dabei auf 'Abdu'l-Bahá und seine Aussage, dass wer sich aufrichtig an die Lehren Christi halte schon ein Bahá'í sei -das heißt, wer versucht, ihm zu folgen und Gott die Ehre gibt, nicht seinem Offenbarer. Ich habe es so verstanden, dass die Lehren aller Offenbarer (mal unabhängig von der Frage der Aktualität in gesellschaftlicher Hinsicht) den Menschen gleichwertig zu Gott führen, dass man aber keinen Personenkult um den Offenbarer betreiben sollte, weil man so die Inhalte de Offenbarung aus den Augen verliert.


Hallo Sören,

wenn Du Dir die CDs des Seminars anhören würdest, wärest Du wahrscheinlich, möglicherweise manchmal erstaunt, vielleicht auch nicht; so genau kenne ich Deine Sichtweise nicht. Ich jedenfalls musste so manches Mal schlucken. [...] Was er bringt, ist im ersten Moment für manchen Gläubigen schockierend [...]
Ist es auch eine reine Tat, wenn ein Christ eine gute Tat begeht?
Seine direkte Antwort: nein! Seine Begründung: Der Christ lebt ja nicht nach den aktuellen Anweisungen Gottes, also des Offenbarers (Baha'u'llah), folglich können seine Taten nicht als rein bezeichnet werden. Trotzdem sind es natürlich gute Taten und werden als solche auch ihre Früchte tragen.

Zitat:
Das würde auch bedeuten, dass ein Christ am Aufbau einer neuen Weltordnung nach den Grundsätzen Bahá'u'lláhs mitarbeiten kann, ohne ihn als Offenbarer anzuerkennen, einfach aufgrund der Erkenntnis, dass Er tatsächlich wesentliches zur Lösung der Probleme der Welt beizutragen hat.


Das ist ungeachtet des Verständnisses von Prof. Sobhani auch so! Jeder Mensch kann zur Lösung der Probleme der Welt beitragen, wir arbeiten da mit jedem Gleichgesinnten zusammen. Das Thema war nur "die reine Tat".

LG,
Minou


Hallo Minou,
wenn ich eure Ausführungen so lese, bekomme ich Beklemmungen.
Ich finde die Ansichten Sobhanis diskriminierend. Ich dachte die Bahai-Religion ist eine einende Religion, aber derartige Ansichten spalten.
Reine Tat! Was soll das sein, eine reine Tat? Wie kann eine unreine Tat gut sein? Das klingt doch sehr vorzeitlich. Wenn ich sowas lese, verliere ich jede Lust, mich mit der Bahai-Religion näher zu befassen. Es scheint derselbe dogmatisierende Mist zu sein, den man auch in anderen Vereinen findet, die einen Ausschließlichkeitanspruch haben. Unter Bahai hatte ich etwas anderes verstanden, schade.
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
weil ein außerhalb des Fleisches existierender "Geist" bis heute nicht beweisbar nachweisbar ist.
Burkl antwortet:
Die Existenz der Liebe ist auch nicht wissenschaftlich beweisbar. Ist sie deshalb irrelevant?


gg, ein Griff in die Klamottenkiste der Religionsanhänger.

"Liebe" kann schon deswegen nicht beweisbar sein, weil der Begriff nicht genau definiert ist und jeder etwas anderes darunter versteht.
Die körperlichen Vorgänge bei Verliebtheit sind genauestens bekannt.

Da sich das Verständnis von Liebe auch im Leben einer einzelnen Person wandelt, wird es nie eine exakte Definition von Liebe geben.

Was bringt also der ganze Schmus, wenn ganz allgemein von Liebe geschwafelt wird? Aber dafür sind Religionsanhänger ja bekannt.

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Die körperlichen Vorgänge bei Verliebtheit sind genauestens bekannt.

Das mag sein. Nur ist Verliebtheit eben nicht Liebe. Sie ist bestenfalls der "Einfädler" für sie.

Zitat:
Da sich das Verständnis von Liebe auch im Leben einer einzelnen Person wandelt, wird es nie eine exakte Definition von Liebe geben.

Aber auch genausowenig von Freundschaft. Die zentralen Dinge, um die es im Leben geht lassen sich nicht an mathematischen Formeln festmachen.

Das Kreuz ist deshalb das zentrale Symbol christlicher Offenbarung, weil es uns die bloße Worthülse „Liebe“ eben konkret macht. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“, heißt es im Johannesevangelium. Genau das hat Gott für uns getan - darum ist er die Liebe. Dort im Blick auf das Kreuz ist die Liebe in ihrer reinsten und tiefsten Äußerung ablesbar und dadurch kann in ihr Geheimnis eingetreten werden.
 
Zitat:
Das Kreuz ist deshalb das zentrale Symbol christlicher Offenbarung, weil es uns die bloße Worthülse „Liebe“ eben konkret macht. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“, heißt es im Johannesevangelium. Genau das hat Gott für uns getan - darum ist er die Liebe.


Was unterscheidet der Kreuzestod eines einzelnen Menschen vom gleichartigen oder noch viel schlimmeren Tod eines anderen Menschen?

Daß er von einer Gruppe Menschen für Gott gehalten wird? Hat er dadurch mehr gelitten? Nein! Physisch und psychisch kann ein Mensch je nach Konstitution ein gewisses Maß an Schmerzen aushalten, danach wird er entweder verrückt oder stirbt.
Da nutzt auch ein Tod aus Liebe nichts. Das Leben für jemand anders hingegeben haben schon viele. Es kann für einzelne Personen das Sterben erträglicher machen und sogar für ein sehr beschränktes Umfeld positive Wirkung entfalten, am Weltlauf ändert es so gut wie nichts.

Ein Satz wie "Gott ist die Liebe" ist schlicht und ergreifend metaphysisches Geschwafel und erklärt überhaupt nichts.
Zudem entspricht es nicht dem Gesamteindruck des christlichen Gottes aus der Bibel.

Pjotr Kala
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