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Leben nach dem Tod? Aus den Bahai Schriften












Hallo Benno,

das kann ich alles nicht hier in diesem Forum ausbreiten.
Aber es waren genug Erlebnisse, um fest daran zu glauben, dass es
Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die sich mit unserer Schul-
weisheit nicht erklären lassen.

Liebe Grüße, Minou
Recht hast Du.

Denn:

"Der innerlich reife Mensch verwahrt seine Gotteserlebnisse wohlweislich in sich. Es geht ohnehin keinen Außenstehenden an, was sich zwischen einem Menschen und Gott abspielt. Ein gotterfüllter Mensch kann darum, selbst wenn ihn sein Erlebnis bedrängt, nichts besseres tun als schweigen.
Und das mt einem guten Grund. " Abschnitt: Die Verschwiegenheit

"Diese "geheimnisvolle" Erfahrung ist die höchste Erlebnisweise, welche dem Menschen seine Gefühlsfähigkeit zu bieten hat. Nur im Gefühl , und zwar in diesem höchsten Gefühl, kann der Mensch eine andere Seele, kann er gott erleben. und das Erlebnis ist und bleibt ein Mysterium : ein Geheimnis. "
Abschnitt: Das Mysterium

Liebe Unien,

"... ich habe meine zweifel, dass sich Gläubige wirklich Fragen stellen... vorallem ob sie wirklich bereit sind die richtigen Fragen zu stellen."
Das hast Du am 02.08. geschrieben und ich frage dich:

Wer entscheidet, was "richtige" Fragen sind und was "falsche" sind?

Deinen Beitrag vom 03.08. finde ich höchst interessant. Ich will jetzt psychologisch argumentieren:

Es ist allgemein bekannt, dass jeder Mensch ein Unbewußtes hat. Dies ist der Teil seines Bewußtseins, der uns nicht bewußt ist, von dem wir nichts wissen. Manchmal können wir in Träumen oder in Visionen Zugang dazu bekommen ... aber wissen tun wir trotzdem nichts darüber (qua definitionem)

Das Bewußtsein wird regiert vom Ich. Das Ich hält die verschiedenen Aspekte des Bewußtseins zusammen. Wenn ich ein starkes Ich habe, dann erlebe ich mich als Einheit, als Person, wenn ich ein schwaches Ich habe, dann bin ich "labil", ich schwanke zwischen den verschiedenen Aspekten meines Bewußtseins hin und her.

Das Bewußtsein wird dirigiert!, gesteuert vom Unterbewußtsein. Das merkst Du z.B. an den "Freudschen" Versprechern, Du versprichst Dich, aber so, dass der neue Sinn der Sinn ist, den Du eigentlich im Kopf hast. Ein Pfarrer, dessen Frau ihn geplagt hatte, weil sie unbedingt Taft kaufen wollte, sagte in seiner Predigt: Gott schenk uns Taft zum Kragen und meinte Kraft zum Tragen.

Jung unterteilt nun das Unbewußte in ein persönliches Unbewußtes und in ein kollektives Unbewußtes. Im persönlichen Unbewußten sind meine Kindheitserlebnisse und Traumata, die mich zum Handeln zwingen entsprechend Mustern aus meiner Kindheit.

Im kollektiven Unbewußten sind Menschheitserfahrungen: Seit Jahrmillionen erleben Menschen Tag und Nacht, Sommer und Winter, aber auch Vater und Mutter, der weise alte Eremit, die Urmutter usw. Diese unendlich sich wiederholenden Erfahrungen haben im kollektiven Unbewußten der Menschheit Muster hinterlassen, die Jung Archetypen nennt.

Wenn man sich Bewußtsein als großes Meer vorstellt, dann ist das Ich-Bewußtsein ein winziges Inselchen, so wie ein Blatt auf dem Meer schwimmt. Und da ist die Vorstellung nicht weit, da Ich im großen Meer des Unbewußten schwimme, und es mit den anderen Menschen nach Jung ja teile, auch an deren Erfahrungen, an deren Ich teilhaben kann. (Dieser letzte Teil ist - noch - nicht wissenschaftlich zu beweisen)

Liebe Unien, Deine Vorstellung, dass Du das "nicht ausgezeichnete Ich" mit 6 Milliarden Menschen teilst, ist überhaupt nicht abwegig, sondern beweist, dass Du Dir viel Gedanken über Leben und Sein machst und das ist super!

Und weil ich zu den "Gläubigen" gehöre, setze ich jetzt eins drauf (kann ich wissenschaftlich nicht beweisen, das ist mir aber sehr egal!). Über das Meer des Unbewußten, das ich mit allen Menschen teile, habe ich Verbindung zu Gott! Zu meinem ganz persönlichen Gott, versteht sich. Ohne Kirche, selbstverständlich!

Liebe Grüße von der Inanna
Liebe Minou,

in Bahá´u´lláhs "Sieben Täler, Vier Täler" fand ich folgenden Abschnitt aus dem Tal des Genügens:
Zitat:
Die Zunge ist nicht imstande, diese drei letzten Täler zu schildern, und die Sprache ist unzulänglich. Die Feder dringt nicht in ihr Gebiet, und die Tinte hinterläßt nichts als schwärzende Spuren. Auf diesen Stufen hat die Nachtigall des Herzens andere Weisen und Geheimnisse, die das Herz bewegen und die Seele in Erregung versetzen, doch will dieses Rätsel der wahren Bedeutung nur von Herz zu Herz offenbart und von Brust zu Brust anvertraut sein.


»Herz zu Herz allein kann von der Wonne der (um Gottes Geheimnisse) Wissenden sagen, kein Bote kann es künden, kein Brief es enthalten«.¹

¹ Shamsu'd-Dín Muhammad Háfíz aus Shíráz (1320-90). Verfasser unübertroffener mystischer Gedichte in der Ghaselenform.

»Ohnmacht zwingt auch, auf vieles zu schweigen, und wollte ich sprechen, würden Worte versagen«.¹

¹ Arabischer Vers


Danke, dass Du mich mit Deinem Beitrag erinnert hast, es wieder zu lesen.


Liebe Grüße,

Herzlich
@ Inanna:
Eines finde ich echt gut an dir:
Du trennst Glaube und Kirche vehement. Ich bin zwar Atheist, finde es aber vielleicht gerade deswegen gut. Man kann sich ja Gedanken über spirituelle/religiöse Themen machen. Übernimmt dann aber eine Institution die Führung und schreibt Dinge um, kann das schnell zu Missbrauch führen. Sich selbst Gedanken zu machen und diese dann frei (wie hier im Forum) zu tauschen ist da weit besser.

Zu deinem Beitrag:
Wie kommt Jung dazu, das Bewusstsein in 2 Teile zu spalten? Könnte der 2. Teil nicht auch einfach über hunderte Generationen weitervererbte Erfahrungen sein? Das kollektive Unterbewusstsein ist dann kein echtes Bewusstsein, sondern die Summe aller menschlichen Ur-Erfahrungen / aller menschlichen DNA.

@Unien:
Es gibt 2 Möglichkeiten:
1.) Es gibt ein kollektives Unterbewusstsein. Darüber habe ich mir noch nicht so viele Gedanken gemacht. Es könnte dann aber durchaus auch etwas mit Verebung zu tun haben. Demnach wäre auch ein Leben nach dem Tod in einer gewissen Weise möglich, solange die Menschheit noch existiert.

2.) Es gibt kein kollektives Unterbewusstsein. In diesem Fall bleibt das "Ich" eine (wie du es sagst) reine biologische Funktion. Ohne kollektives Unterbewusstsein und "Ich" als Seele bleibt jedes Leben ein separates, das "Ich" bleibt im eigenen Gehirn, bis man stirbt (Wobei es völlig aufgelöst wird). In diesem Fall wäre es egal, was andere Menschen machen, solange du mit dir und deinem Leben im Reinen bist.

Selbst wenn 1.) zutrifft, dann ist das meiner Meinung nach nichts Schlimmes. Das Unterbewusstsein eines Mörders ist dann zwar auch in mir enthalten, ich erfahre davon aber nichts in Form von Erinnerungen (sonst hätten wir alle wohl zieeemlich schlechte Träume). Und dann ist auch das Unterbewusstsein aller guten Menschen in mir, die das ausgleichen. Ghandi, Einstein, Buddha, ... waren ja auch alle Pazifisten.

Das war jetzt aber ein eher theoretischer Gedankengang, ich bin 2.) doch stärker zugeneigt...
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