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Satire
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Der olle Deus glaubt, daß die Menschen auf diesem verdreckten Erdball eine Aufgabe zu erfüllen, ja so und anders zu sagen: einer Bestimmung zu folgen haben. Er muß diesem Glauben unverrückbar nachhängen, ansonsten nämlich sähe er nicht den mindesten Grund - einen Anlaß sowieso nicht -, sich morgens aus den Himmelbettlaken zu quälen und tagein, tagaus einer verrückt gewordenen Affenbande die Stirn zu bieten.
Wo sie Bildung und Fortschritt für den Weg in die Freiheit halten, dort haben sie jämmerlich versagt; sie glauben sich vernünftig, sie glauben sich ihren Lebensgenossen erhaben, sie glauben sich gar Krone der Schöpfung - eine Krone aus Lehm sind sie - ja, den Himmel halten sie so hoch und die Erde machen sie so schmutzig.
Da ist nichts, was glänzt und gleißt und funkelt und einen glitzernden Wert besäße. Nichts, was auch nur die nächste Million Jahre überdauern würde. Nichts, was diesen Augenblick für immer unvergeßlich und in ewiger Erinnerung halten könnte.
Was nutzt's, wenn ein Schimpanse ein Feuerzeug zu bedienen versteht, um damit entweder eine Fluppe anzuzünden, die er sich in die Schnute gesteckt hat, oder den Regenwald einzuäschern, welcher ihm Nahrung und eine Heimstatt bot?
Sie wähnen sich Ebenbild Gottes zu sein, ja: ihres Gottes, eines Gottes, der nur ihrer würdig sein kann! Damit sie ihrer eigenen kümmerlichen irdischen Existenz höhere Bedeutung zumessen können, bevor ihr geistiger Funke verlischt und sie wieder zu dem werden, was sie waren und sind: zu Erde.
Schaut euch die beiden Genossen wohl an! Denken sie über einen Sinn nach? Denken sie überhaupt? - Was ist euer Denken gegenüber der gewaltigen schwarzen Leere, die euch verschluckt hat?
O ihr Menschen, ihr wollt wissen, was ihr seid? Ergründen wollt ihr das Geheimnis eures Daseins? Offen sichtlich liegt es euch vor Augen! Betrachtet eure nächsten Artgenossen, lernt von ihnen, erkennet euch selbst im Spiegel des Affenblicks - und werdet eurer selbst gewahr!
Was denn hat der Mensch wohl wirklich gelernt? Er ist wohl das einzige Tier, das es gelernt hat, auf den Krücken der Evolution umherzustolzieren, erhobenen Hauptes, zertrampelnden Fußes, zündelnden Verstandes - mit rücksichtsloser Vorausschau in bessere Zeiten. |
Die Affen müsst ihr sehen *g*
http://de.blog.360.yahoo.com/blog-9.....0usSS7qFdETfsz?tag=denken
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Wohin ist Gott? rief er, ich will es euch sagen!
Wir haben ihn getötet, – ihr und ich!
Wir alle sind seine Mörder!
Aber wie haben wir dies gemacht?
Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen?
Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten?
Wohin bewegt sie sich nun?
Wohin bewegen wir uns?
Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts?
Haucht uns nicht der leere Raum an?
Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? [...] Gott ist tot! Gott bleibt tot!
Und wir haben ihn getötet!
Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?
Dieser unfassbare Vorgang würde gerade wegen der großen Dimension lange brauchen, um in seiner Tragweite erkannt zu werden:
Ich komme zu früh, sagte er dann, ich bin noch nicht an der Zeit. Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert, – es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. Und weiter wird gefragt: Ist nicht die Größe dieser Tat [Gott getötet zu haben, Anm.] zu groß für uns?
Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nun ihrer würdig zu erscheinen?
Unter anderem aus diesem Gedanken heraus erscheint später die Idee des „Übermenschen“, wie sie vor allem im Zarathustra dargestellt wird: „Tot sind alle Götter: nun wollen wir, dass der Übermensch lebe.“ |
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedr.....ische_Nihilismus.E2.80.9C
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Ein toller Mensch lief einmal mit angezündeter Laterne über den Marktplatz und rief unaufhörlich: „Ich suche Gott!“ Dort standen gerade viele nicht an Gott Glaubende beisammen und machten sich darüber lustig, dass Gott verloren gegangen sei soll. Der tolle Mensch schrie, dass alle Menschen Gott getötet haben. Sie haben das Heiligste und Mächtigste auf der Welt ermordet, doch dieser größten Tat sind sie gar nicht würdig. Seine Zuhörer schwiegen, also zerbrach er seine Laterne und sagte, dass dieses Ereignis von den Menschen noch nicht realisiert wurde und er daher zu früh kommt. Obwohl die Menschen diese Tat begangen haben, ist sie ihnen ferner als alles andere.
Die Kirchen sind nur mehr die Grabmäler Gottes.
Das Ereignis, dass Gott tot ist, dass der Glaube an das Christentum unglaubwürdig geworden ist, wirft schon seine ersten Schatten über Europa.
Aber nur für wenige erscheint die Welt täglich fremder. Allgemein ist dieses Ereignis viel zu groß und fern, als dass bereits viele wissen, was die Folgen davon sein werden. Nach der Untergrabung des Glaubens muss sich alles ändern, was darauf aufgebaut war, wie z.B. die ganze europäische Moral. Selbst Nietzsches Generation, die diese Europa bald einwickelnden Schatten schon bemerkt haben sollten, sieht ihnen ohne Furcht entgegen – möglicherweise weil dieses Ereignis für sie positive Folgen haben wird. Sie fühlen sich nun einfach frei.
Wie viel Glaube jemand benötigt ist ein Gradmesser seiner Schwäche. Braucht ein Mensch den Glauben, wird er ihn immer für wahr halten, auch wenn sein Glaubenssatz noch so oft widerlegt wurde. Es haben noch viele die Metaphysik nötig, denn sie brauchen Halt.
Dieser Instinkt der Schwäche konserviert die Religionen, Metaphysiken usw. Alle diese positivistischen Systeme sind von Schwächegefühlen umgeben. Und der Glaube ist dort am begehrtesten, wo der Wille fehlt. Je weniger Einer befehlen kann, desto dringender will er jemanden, der ihm befiehlt, z.B. einen Gott. Daraus folgt die Annahme, dass die beiden Weltreligionen Buddhismus und Christentum aus einer ungeheuren Erkrankung des Willens entstanden sind.
Beide lehrten den Fanatismus, als der Wille erschlaffte und boten damit Halt. Der Fanatismus ist die einzige „Willensstärke“, zu der auch die Schwachen und Unsicheren gebracht werden können. Ist ein Mensch überzeugt, dass er Befehle braucht, wird er „gläubig“. |
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