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Das Lied der Liebe












Lieber Wu

Das ist das Traurige und für mich eben Unverständliche in der Begegnung unter den Religionen. Das bedeutet für mich aber nicht, dass es diese offenkundigen Gemeinsamkeiten und Gleichwertigkeiten, also die Einheit der Religionen nicht gibt sondern nur, dass viele Menschen mit sehenden Augen nicht sehen und mit hörenden Ohren nicht hören. Bei uns sagt man „Ich steh im Wald und sehe keinen Baum“ oder „Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht.“ M. E. bräuchten nur alle „Richtungen“ die Augen aufmachen (die geistigen). Dann könnte das „Durcheinanderspiel“ abklingen und endlich eine herrliche „Sinfonie“ angestimmt werden.

Alles Liebe
robinson hat folgendes geschrieben:
Dann könnte das „Durcheinanderspiel“ abklingen und endlich eine herrliche „Sinfonie“ angestimmt werden.


Vortrefflich dargelegt!
Das seh' ich ganz ähnlich, und das Bild mit der Sinfonie scheint mir auch treffend -
solange ich meine Bratsche als richtig ansehe und das Waldhorn als falsch,
wird sich kaum ein harmonischer Zusammenklang einstellen
Dasselbe gilt, wenn JedeR sich für den Dirigenten hält - bzw. für dessen
alleiniges Sprachrohr...
Tja, lieber Wu, nahezu jeder "Führer" einer religiösen Richtung glaubt halt, die Wahrheit und Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben...

Und ausser der eigenen Wahrheitsüberzeugung (könnte man auch Einäugigkeit nennen...) steckt am Festhalten der eigenen Auslegungen auch noch eine gehörige Portion Selbsherrlichkeit, Selbstüberschätzung - und politisch-taktisches Kalkül mit `drinn. Kein Papst nimmt Ökumene so ernst, als das er als "Hüter der Christenheit" zurücktritt und seine christlichen Mitgläubigen aus den Reihen der Kopten, der Reformisten, der orthodoxen und der freikirchlichen Christen auffordert, den zukünftig obersten Hüter der Christenheit unter allen Christen zu wählen...

Und das Beispiel lässt sich auch auf unsere muslimischen Führer übertragen; vielleicht auch auf die derzeitigen Führer der buddhidtidchen Schulen ?
Lieber Thomas, da muss ich Dir ganz recht geben - auch wenn es im Buddhismus
(wie ja eigentlich auch im Islam) keine 'Führer' gibt - diese Einäugigkeit ist m.E.
ziemlich zwangsläufig verbunden mit jeder organisierten Religion... Andererseits
ist Religion ohne Organisation (jedenfalls in größerem Maßstab) kaum möglich

Wir müssen unsere menschliche Schwäche erkennen und dagegen ankämpfen,
auch wenn wir wissen, dass wir sie nicht endgültig ablegen können - zumindest
nicht in dieser Welt
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