Altruismus und Egoismus


Altruismus = Nur an das Wohl von anderen denken
Egoismus = Nur an sein eigenes Wohl denken

Ich hab ein Gewissensproblem, und ich kann es nicht richtig beschreiben Ich fühl mich richtig mies wenn ich Geld ausgebe. Sagen wir z.B. ich kauf einen Hut, der kostet 15€. Sobald ich ihn kaufe hab ich solche Gedanken "wie kann ich mir nur eine blöde Kopfbedeckung kaufen, während draußen in der Kälte jemand bettelt".

Und ich bin gegen altruistisches Getue, gegen Selbstlosigkeit und Aufopferung. Weil oft diese Selbstlosigkeit aus Egoismus geschieht. Und sehe wie Kinder in einer Konsumgesellschaft großwachsen und sich später immer mehr aus der Gesellschaft zurückziehen, wegen des Geldes. Ich glaube auch nicht an Mitleid, weil ich in wirklichkeit nicht mitleide.

Die Welt ist so krank, so paradox. Sobald ich darüber nachdenke wie es anderen Menschen um so viel schlechter geht als mir, bin ich ganz down.

Ich weiß das Geld nicht alles ist. Und ich weiß auch das nur weil jemand wenig Geld hat nicht arm ist, sondern nur arm an Geld. Und ich sehe wie Menschen um mich, hauptsächlich groß erscheinen wollen und nicht wirklich groß sein wollen. Indem sie Spenden oder meinen das sie indem sie jemanden das Wort Gottes bringen helfen. Oder indem sie sagen, sie waren bei dem Vortrag vom Herrn soundso...das entspringt doch nur aus Egoismus. Ich verachte solche Menschen.

Trotzdem hab ich das anliegen Menschen zu helfen, aber wie?

Was hält ihr von dem ganzen?
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M & N: Fress halten - selber machen.
Hallo Zedd,
mit Geld kann man zwar eine ganze Menge helfen, und die Hilfsorganisationen können ohne sie nicht existieren.
Ich allerdings fand es auch immer unbefriedigend, zu spendn, es kam mir vor, als wolle ich mir damit ein sauberes Gewissen kaufen.
Ich bin jetzt gottseidank in der Lage, dirket vor Ort zu helfen, ich lebe zur Zeit in Afrika.
Aber auch hier verlässt mich dieses Gefühl des schlechten Gewissens nicht.
Ein Rückflug nach Deutschland kostet hier eine 5-stellige Summe.
Wieviel könnte ich hier vor Ort mit dem Geld bewirken, Schmerzen lindern, Hunger stillen, Tränen trocknen
Und doch habe ich mich dagegen entschieden - aus dem ganz egoistischen Grund: Die Großeltern sollen ihre Enkel sehen - und ich habe auch Angst, ein bißchen zu "verbuschen" wenn ich zu lange ohne Unterbrechung hier lebe.
Wenn Du das Bedürfnis hast zu helfen, dann tu es.
Besitzt Du genug Freizeit, um ein bißchen Zeit zu "spenden"?
Es gibt bestimmt in deiner Nähe genug Leute, gerade Ältere, die vielleicht alleine sind und ihren Alltag nur mühsam bewältigen.
Vielleicht magst Du bei so etwas helfen - ehrenamtlich?
Oder in einer Essensküche für Obdachlose aushelfen.
Oder - wenn dir das alles zu organisiert ist:
Setz dich doch mal zu einem der Bettler und höre Dir seine Lebensgeschichte an.
Zeit und Aufmerksamkeit - das Gefühl, daß man nicht vergessen ist: dass ist es, was diese Menschen am meisten benötigen, und was es für kein Geld der Welt zu kaufen gibt.

Astrella
hoi Astrella,
ich hab nichts gegen Egoismus, nur gegen Altruismus der aus Egoismus entspringt. Du hast recht, ich habe Zeit und könnte sie auch nutzen, um irgendjemanden zu helfen. Es geht nicht nur um das Geld.

Es wird wahrscheinlich immer so sein, dass das Geld das man für sich ausgibt, jemanden anderen auch sehr geholfen hätte. Aber man sollte auch nie sich selbst vergessen, seine Wünsche und Träume.

Ich hab ein gutes Zitat von Ayn Rand gefunden "Der wichtigste Beitrag, den jeder Mensch zur Lösung des Armenproblems leisten muss, besteht darin, selbst kein Armer zu sein."

Damit hat sie recht, wenn man nur mehr für andere lebt, wird man selber Arm und dann kann man niemanden mehr helfen.

Doch sollte man nie die Menschen vergessen, um sich. Den es schlecht geht, und wenn man helfen kann, sollte man helfen. Egal ob mit Geld oder Worten. Doch in erster Linie sollte man an sich selbst denken.
Danke.
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