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Hallo Inanna,
du sagst, dass du keine Christin bist. Wie war denn Deine Glaubensausrichtung, als Du die Vision bekommen hast?
Hast Du berauschende Substanzen zur Hilfe genommen, oder ist alles einfach über Dich gekommen?
Du scheinst ja wirklich etwas erlebt zu haben. Vielleicht gehörst Du zu denen, "die von Anfang an auserwählt waren." Das meine ich natürlich nicht im Sinne einer Abwertung anderer Menschen oder meiner selbst oder im Sinne wie ein Zeuge Jehovas seine Auserwähltheit verstehen würde. Aber vielleicht gibt es ja Menschen, die eine besondere Empfänglichkeit für solche Erlebnisse haben und andere weniger.
Ich bin neidisch! Ich sehne mich auch so sehr nach so etwas. So dass ich Vertrauen in Gott bekommen kann.
Möglicherweise basieren Teile der Bibel ja doch auf derartigen Erfahrungen, die der jeweilige Verfasser versucht hat, so niederzuschreiben, dass eine breite Masse möglichst viel versteht.
So vielleicht auch die Worte Jesu. Wer weiß, welche sprituelle Erfahrung er gemacht hat, die er eben nicht in der Lage war anders wiederzugeben, als in der Art, wie er Dinge gelehrt hat.
Für einen wissenschaftlich denkenden Menschen sind die vielen Bilder, Gleichnisse und mythisch anmutenden Elemente natürlich hinderlich, um einen Glauben entwickeln zu können.
Ich hatte aber heute ein Schlüsselerlebnis. Ich habe etwas über die Dreifaltigkeit gehört. Jemand hat gesagt, Gott sei herabgekommen und habe sich dabei verteilt in Schöpfer, Hl. Geist und Geschöpf. In dem Augenblick schien der Pantheismus nicht mehr außerhalb der biblischen Lehre zu stehen. Vielleicht sind wir ja alle die Menschwerdung Gottes und nicht Jesus allein.
Wenn das so wäre, dann wären die Aussagen des NT vielleicht auf das einfachste reduzierte Gedanken, damit auch Menschen ohne Abstaktionsvermögen oder intellektuelle Begabung den Urgrund des Daseins erfassen können.
Naja, jetzt habe ich wiede vielmehr geschrieben als ich eigentlich wollte.
Lieber Gruß
Helle
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Lieber Helle,
da bin ich mir ganz sicher, dass große Teile der Bibel oder anderer Heiliger Schriften so entstanden sind, dass jemand ganz mühsam versucht hat, das was nicht beschreibbar ist, mit seinen Worten (die von der Zeit abhängen, in der der Mensch lebt, der schreibt) zu beschreiben, um andere Menschen an seinen Erfahrungen teilnehmen zu lassen.
Wenn man einmal erlebt hat, wie alles, was außer einem ist mit einem selbst zusammenfällt (das ist wirklich ein Gefühl wie ein Sturz), dann hat man ganz andere Vorstellungen, wenn man von der Einheit des Seienden hört.
Ich glaube, dass die Essenz aller Religionen sehr ähnlich ist. Nur das drumherum, das, was man in Sprache fassen kann und fassen muß, wenn man sich mitteilen will, nur das ist anders.
Schau Dir die Mystiker aller Religionen an, bei ihnen merkt man, dass sie vom selben sprechen, Rumi, Meister Eckhart ....
Und was mich angeht, ich mag mich nicht damit auseinandersetzen, was da im Außen behauptet wird, bestritten wird, postuliert wird. Das ist doch alles nicht wichtig.
Wichtig für mich ist vieles, das in der Bergpredigt z.B. steht. Aber das ist eine ganz andere Ebene als z.B. die 10 Gebote. Die auch in allen Religionen weitgehend ähnlich sind. Aber für mich sind sie gesellschaftliche Regeln, die man braucht, wenn die Gesellschaft überleben will. Hat erstmal nichts mit Religion zu tun.
Meine religiöse Entwicklung: ich komme aus einer areligiösen Familie, bin auch nicht getauft worden. Aufgewachsen bin ich im evangelischen Raum, hatte schon als Kind großes Interesse an Religion. Als ich erwachsen war, kam eine lange Zeit, in der ich Atheistin war.
Und dann bin ich als Touristin in eine Kirche gestolpert, es hat mich der Blitz getroffen, und ich fing an, mich (wieder) für Religion zu interessieren. Da es eine katholische Klosterkirche war, ging ich zum Abt. Ich kann mich noch gut erinnern, was für eine seltsame Vorstellung er von Sexualität hatte ... Irgendwie hatte ich das Gefühl, das sei vielleicht doch nichts für mich, die katholische Religion, aber ich war schwankend, denn ich wollte ernst machen aus dem Blitzerlebnis. Dann habe ich gebetet und dann kam die Vision. An der Donauenge bei Weltenburg.
Nein, Drogen habe ich nicht genommen. Nach dieser Gotteserfahrung habe ich mich (jetzt jahrzehntelang) intensiv mit allen möglichen Formen von Religion befaßt. Ich habe den Konvertitenkurs der Katholischen Kirche mitgemacht, war 10 Jahre lang bei den Rosenkreuzern, 16 Jahre lang habe ich Jahreskreisfeste gefeiert, mehrere Jahre B.O.T.H.A und jetzt interessiere ich mich für den Buddhismus. Und ich habe oft sehr intensiv gearbeitet, theoretisch aber auch mit vielen Übungen und Meditationen.
Und heute weiß ich: alle Religionsformen sind nur Konzepte. Konzepte, die wir uns vielleicht machen müssen, damit wir ein Stück der spirituellen Realität einfangen können, die wir mit den Mitteln unseres äußeren Lebens nicht fassen können. Deshalb ist für mich eine Diskussion z.B. darüber, ob man Gott beweisen kann, oder ein Leben nach dem Tod ... oder oder ... nur Dummheit.
Ich weiß überhaupt nichts darüber, wie Gott ist. Ich spüre Ihn manchmal. Ich weiß überhaupt nichts darüber, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Aber ich spüre, dass alles gut sein wird, wenn ich tot bin.
Ich spekuliere viel über "Bewußtsein" in allen seinen Formen, aber ich weiß, auch das sind Konzepte, die ich brauche, weil ich das Wesentliche nicht zu fassen kriege. Aber ich spüre es, das Wesentliche, und das ist genug.
Ja, Du kannst mich beneiden, denn die Sicherheit, die ich jetzt habe, ist schon sehr schön.
Aber es war ein Geschenk, das ich damals bekommen habe. Und ich habe es nicht verdient, denn ich hatte mich vor dem Blitzerlebnis nicht bemüht um eine Gotteserfahrung. Du hast also auch gute Chancen, dass es Dich irgendwann mal packt.
Ich glaube nicht, dass ich auserwählt wurde. Weshalb denn bloß. Ich glaube, dass es jeden irgendwann mal packt, und dass dann nur die Frage ist, ob man sich drauf einläßt. Immer mal wieder habe ich erlebt, dass diese Erfahrung im Sterben kommt.
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| Für einen wissenschaftlich denkenden Menschen sind die vielen Bilder, Gleichnisse und mythisch anmutenden Elemente natürlich hinderlich, um einen Glauben entwickeln zu können. |
Das glaube ich nicht. Ich glaube, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als diese Dinge in Bildern zu beschreiben, oder Geschichten. Versuch doch einmal, einem Menschen, der noch nie das Wort Liebe gehört hat, der das Gefühl nicht kennt, "Liebe" zu erklären. Du wirst auch nach Bildern greifen müssen, es geht nicht anders.
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Wenn das so wäre, dann wären die Aussagen des NT vielleicht auf das einfachste reduzierte Gedanken, damit auch Menschen ohne Abstaktionsvermögen oder intellektuelle Begabung den Urgrund des Daseins erfassen können.
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Das glaube ich auch.
Inanna
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Hallo Helle,
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| Vielleicht sind wir ja alle die Menschwerdung Gottes und nicht Jesus allein. |
Das sehe ich genauso. Das steht in der Bibel. dort ist es lediglich mit anderen Worten ausgedrückt:
Röm 8,14 Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes. 15 Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater! 16 So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.
Und dazu aus dem Johannesevangelium:
1,17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. 18 Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.
Paulus beschreibt, daß wir alle Söhne Gottes sind. "Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht" Und er widerholt an dieser Stelle die Worte, mit denen Jesus Gott bezeichnet hat: Abba, Vater. Wir sind also mit Jesus gleichgestellt. Und diese Erkenntnis kam durch Jesus in die Welt. Wie Johannes es sagt: "Die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus". "Er hat Kunde gebracht". das sit der Kern der Botschaft Jesu. daß wir alle von Natur aus Teil dieses Gottes sind, und mit Recht uns Söhne (rsp. Töchter ) nennen dürfen. Vor Jesus fürchteten die Menschen Gott als etwas Fremdes, über ihnen Stehendes, Bedrohliches und Erschreckendes. Natürlich hatte der "Gott" des AT auch milde Züge, aber in seiner Gesamtheit war er zu fürchten, und nicht zu lieben. Dem Gott des AT mußte man unterwürfig begegnen. Wie aber soll man auf etwas vertrauen, was man fürchtet? Aber natürlich waren die Menschen damals schon genauso Söhne und Töchter Gottes, wie sie es jetzt auch sind. Aber sie hatten ein falsches Bild von Gott. Sie wußten nichts über den wahren Gott. Und gingen deshalb den falschen Weg.
Jesus hat den Menschen die Wahrheit gebracht. Die Kunde von dem gnädigen Gott; vom dem Gott, der jeden annimmt, so wie er ist. Dies ist der Kern der frohen Botschaft, und sie trägt mit Recht diesen Namen. Jeder Mensch, jedes Geschöpf Gottes ist teilhaftig an der Herrlichkeit Gottes, die doch so viel mehr ist, als wir es uns vorstellen können. Da verlieren Fragen nach dem Sinn der Schöpfung ihre Bedeutung. Gott ist größer als alles, was wir uns unter größer vorstellen können.
Und wir sind ein Teil dieses großen ganzen. Ein Teil, der nie verlorengehen kann. Der sich nur selbst abtrennen kann. Der sich aber immer vertrauensvoll an diese Allmacht wenden kann, mit den einfachen, für uns bedeutsamen Worten: Abba, Vater. Wie ein Kind, das ohne Ängste und ohne Argwohn zu seinem Vater geht, und sich dort wohl fühlt. Es braucht nichts anderes. Gott allein genügt.
Diesen Gott hat Jesus verkündet. Als Mesnch wie du und ich war er dennoch in besonderer Weise von Gott erfüllt. Er hatte sicherlich heilende Kräfte, wie auch viele Menschen vor und nach ihm. Aber er hatte zusätzlich die Erkenntnis von dem Wesen Gottes, er war in unvorstellbar hohem Maße mit Gott verbunden. Aber er ging nicht den Weg des Heilers. Er fühlte eine andere Bestimmung in sich. - Die Menschen zu befreien von ihrer falschen Gottesvorstellung. Den Menschen den Weg zu Gott zu ermöglichen, so wie es ihm möglich war. Die Botschaft vom gnädigen Gott zu verkünden. Er hätte seine heilenden Kräfte auch nur für sich selbst einsetzen können. Er hätte sicher gut davon leben können. Aber dann wäre der Welt vielleicht weitere hunderte Jahre die Botschaft verborgen gewesen. Und er wußte es. Er kannte die Wahrheit. Sie war ihm von Gott gegeben. Er hatte durchaus eine Wahl. Und es fiel ihm sicher nicht "göttlich" einfach, der Versuchung zu widerstehen, was im Matthäusevangelium ausgedrückt ist: "Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest" Ja, er hätte egoistsicher sein können, an sich denken, - was soll dieser "Auftrag" ich bin ich, ich wäre doch blöd, diese Karriere eines anerkannten und erfolgreichen und wohlhabenden Wunderheilers einzutauschen gegen ein Leben, wo ich morgens nicht weiß, wo ich abends schlafen werde. Ja, natürlch hätte Jesus so entscheiden können. Aber er hätte sich selbst verraten. Er hätte seine Erkenntnis verraten. Er hätte seine Hoffnung verraten. Er hätte die Hoffnung der Welt verraten. Er hätte den in ihm wohnenden Egoismus höher gestellt als seine göttliche Aufgabe. Er hätte den Teufel höher gestellt als Gott. Er hätte den Teufel angebetet. Deshalb war seine Antwort auf diese Versuchung: Hinweg Satan.
Dieses Wort taucht am Ende seines Weges noch einmal auf. Hinweg satan, sagt er zu Petrus, der wieder genau diesen Egoismus von Jesus fordert, als er ihn hindern will, nach Jerusalem hinaufzugehen. Jesus ist doch immer noch in diesem Kampf. Er betet doch selbst jeden Tag zu Gott, und bittet um Kraft und Führung. Und seine menschliche Schwachheit will doch auch weglaufen vor dem, was ihn in Jerusalem erwarten wird. Und dann kommt sogar noch sein Freund Simon, und rührt in dieselbe Wunde. "hinweg Satan" bricht es aus ihm heraus. Soll er jetzt davonlaufen? Dann würde er alles verleugnen, was er seinen Jüngern über das Vertrauen in Gott gesagt hat. Vertrauen predigen ist eine Sache. Aber Vertaruen haben, wenn es darauf ankommt? Um dieses Vertrauen betete Jesus am Ölberg. Zweifel? Natürlich hatte er die. Versuchte er nicht gerade Gott? Wie konnte er als armseliger Mensch diese Vermessenheit haben, wider aller Vernunft sein Leben wegzuwerfen. Wie konnte er sich anmaßen, von Gott auch nur zu erwarten, daß er ihm in diesem Irrsin auch noch beistehen würde? Zweifel? Ja, die dürfte er zu Genüge gehabt haben. Und Angst. Einfache menschliche Angst. Vor dem, was vor ihm lag. Er hatte schon viele Kreuzigungen erlebt. Einfache Angst, ebenso verlassen dazuhängen. Zu warten, bis der Tod kommt, um von den Schmerzen zu erlösen.
Sein Weg, seine Wahl, er hätte ihn nicht gehen müssen.
Ihn zwang seine Botschaft vom gnädigen Gott, seine Kenntnis vom Wesen Gottes, "der am Herzen des vaters ruht". Er wußte, daß er ein Teil dieses Vaters war und ist. Er wußte, daß seine irdische Exixtenz etwas wertvolles und wunderbares, aber nicht das Wesen ist. Und darauf vertraute er. Einzugehen in Gott. Eins werden mit seinem Vater. So wie jeder Mensch eins werden kann mit seinem Vater. Und Gott hat Jesus am dritten tag auferweckt. Als Zeichen, als Siegel der Botschaft und des Weges dieses Menschen. Als Zeichen, daß es den Menschen möglich ist, ihren Egoismus zu überwinden, im Vertrauen auf Gott. Nicht aus Furcht vor Strafe, sondern im Vertrauen auf die Gnade Gottes.
Joh 14,20 Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.
Auch wir können in diesem Vertrauen voll Hoffnung in die Zukunft schauen.
Das wünsche ich dir.
Galater
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Was hat Diebstahl mit Religion zu tun?
Diebstahl ist in erster Linie ein reines Kaptalverbrechen. Wen eine Religion dazu Stellung nimmt, schön, bleibt dennoch eine zivilrechtliche- bzw. von staatswegen zu verfolgende Strafsache! Dass es zudem vom religiösen Standpunkt auch zu "verwerfen" ist, dürfte durchaus zweitrangig sein...
Gruß
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Hallo Inanna und Galater,
danke für Eure umfangreichen Antworten. Die haben mich sehr ermutigt.
Ich muss das Ganze aber erst einmal mal sacken lassen und kann gar nicht darauf antworten.
Übrigens Inanna, ich bin eine Frau. (Du schreibst immer "lieber")
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