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Hallo Gabriele,
ich verstehe sogar gut, was Du meinst. Es braucht eben Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Beim Suchen kann man auch auf Dinge stoßen, die nicht gut oder richtig für einen sind, obwohl beim Lesen "Wärme aufsteigt."
Deshalb frage ich, was andere denken, um meine eigenen Überlegungen einordnen zu können. Vor allem interessiert mich, wie geht es Leuten mit dem, was sie glauben und leben.
Bei vielen Fundis unter den Christen bemerken ich zwar eine große Sicherheit in dem was sie glauben, sie wirken unglaublich überzeugt von dem was sie erzählen. Aber wenn ich näher hinschaue, sind es oft Menschen, die für sich selber keine Verantwortung übernehmen können, die die Vorstellung brauchen, dass Jesus alles für sie regelt, weil sie Bereiche ihres Lebens nicht im Griff haben. Viele sind sogar ausgesprochen erfolglos, weil sie darauf warten, dass Gott etwas tut, anstatt selber die Dinge in die Hand zu nehmen. Ich kenne viele Christen, die alles in die Hand Gottes legen, ihren Verstand ausschalten und Entscheidungen auf Grund eine "Hörens von Gott" treffen und damit böse baden gehen. Und dann heißt es: "Gott wollte mir dies und jenes dadurch beibringen."
Begründet wird derartiges immer mit der Schrift. Verse werden proklamiert, ja fast beschworen. Bei so viel Wortgläubigkeit kann einem mulmig werden.
Mir hat gefallen, was Galater Dir auf Deine Frage nach der Definition von Freiheit geschrieben hat. Und Deine Gedanken haben mich auch wieder ein Stück weiter gebracht. ´
Gruß
Helle
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Lieber Helle,
ich schalte mich hier mal ein, weil ich Deinen Beitrag interessant finde. Natürlich hast Du Recht: Du mußt Deine Erfahrungen selbst machen, von den Erfahrungen anderer kann man nicht leben.
Ich bin keine Christin. Mir sagte jedoch einmal ein Abt, ich solle beten und um Antwort bitten. Dies habe ich getan, die Antwort war phänomenal. Nie werde ich das vergessen, was ich damals erlebt habe.
"Klopfet an, so wird euch aufgetan." Das ist ein Bibel-Zitat. Ich war mir eigentlich sicher, dass jeder das anwenden kann. Hast Du es wirklich schon ernsthaft versucht? Entschuldige bitte, Du schreibst ja, dass Du es probiert hast und keine Antwort bekamst. Bitte, sei nicht böse, wenn ich so nachhake: hast Du es ernsthaft versucht, wieder und wieder versucht? Ich kann mir nämlich einfach nicht vorstellen, dass es nicht geht.
Obwohl: auch ich habe Phasen, in denen ich keinen Kontakt zu Gott haben kann. Wo ich einfach nicht durchkomme, wo ich festgehalten werde in meinem Körper, in meiner Hoffnungslosigkeit. Das gibt es durchaus. Aber ich weiß inzwischen durch Erfahrung, dass ich das durchstehen muss und nicht nachlassen darf in meinem Bemühen, wieder hochzusteigen. Und irgendwann klappt es dannn auch wieder.
Ich hoffe, Du verstehst mich nicht falsch, Helle. Ich will nicht an Deinen Erfahrungen rütteln. Ich will nur nachvollziehen, wie das ist bei Dir und es vergleichen mit meinen Erfahrungen.
Inanna
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Hallo Inanna,
du darfst nachhaken. Mir fällt aber bald selber nicht mehr ein, was mit mir nicht in Ordnung sein könnte, dass ich keine Antwort bekomme.
Ich denke auch, wenn es denn Gott gibt, kann er mir doch so antworten, dass ich ihn verstehe. (Nur um der Frage vorzubeugen, ob ich die Antworten vielleicht bekomme und sie nur nicht sehe).
Ich denke eigentlich, dass für mich eine Zeit der Suche und Neuorientierung gekommen ist. Es wäre nur hilfreich, Gott würde mir die Richtung zeigen.
Welche Art Antwort hast Du denn bekommen, wenn es nicht zu persönlich ist?
Gruß Helle
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Hallo Helle,
| Zitat: |
Ich denke eigentlich, dass für mich eine Zeit der Suche und Neuorientierung gekommen ist. Es wäre nur hilfreich, Gott würde mir die Richtung zeigen.
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Das kann durchaus sein. Und wenn Gott eine Richtung zeigt, dann merkt man das oft erst hinterher (was den Verdacht erhärtet, man reimt sich den Kontakt mit Gott zusammen ....)
Mein "Gottesbeweis" damals war eine Vision. Eine Vision, die ich nicht beschreiben kann, weil sie nicht beschreibbar war. Ich kann nur sagen, es drehte sich um Zeit und Raum, um Endlichkeit und Unendlichkeit. Um die Wahrnehmung meiner selbst und gleichzeitig meine Auflösung in Gott. Heute spüre ich noch, wie es war damals, beschreiben kann ich es immer noch nicht.
Seither habe ich immer wieder das Gefühl, Kontakt zu Gott zu haben. Das ist aber eher ein Gefühl. Ich schwinge in anderen Energien.
Eine Antwort, wie man sich das landläufig vorstellt, habe ich - glaube ich - noch nie bekommen. Wenn ich Ängste habe, Fragen habe, dann kann es so sein, dass ich große Geborgenheit spüre und das Gefühl habe, was willst Du denn, alles wird wieder gut. Eine Antwort, so nach dem Muster, tu dies, lass dies, bekomme ich nicht.
Gefühle sind flüchtig, sie sind schlecht festzumachen. Trotzdem ist das "Gefühl", Kontakt zu Gott zu haben, so etwas besonderes, dass ich da nicht unsicher werde. Und ich bin ein kritischer Mensch, lass nicht so leicht etwas stehen.
Ich hab mal wo gelesen, es gäbe ein Gen, das den Glauben an Gott transportiert. Vielleicht hats der eine und der andere hats nicht?
Aber ich kann mir ein Leben ohne Gott nicht mehr vorstellen. Übrigens: Meditation ist ein gutes Mittel, "aufzusteigen". Sich aufzulösen in Gott, im Sein.
Inanna
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