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| Hallo ich bin die Neue hier und bin Joe. Meine beste Freundin ist vor ein paar Tagen gestorben, ganz plötzlich. Ich habe gestern viele Stunden bei Ihr verbracht und Sie gestreichelt, um Sie geweint und Ihr vieles gesagt. Meint Ihr Sie hat das gehört und gefühlt? Trotz des kalten Körpers war Sie mir doch noch so vertraut und ich konnte Sie nicht alleine lassen, wollte Sie nicht alleine dort zurück lassen. Finde nichts tröstendes für mich, es tut einfach nur weh? Wo ist Sie jetzt?Könnt Ihr bitte helfen?
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Mein lieber Freund!
Vorerst mein herzliches Mitgefühl zum Ableben deiner Freundin. Tut auch mir sehr leid für dich.
Hier im Forum gibt es nicht wenige Grübler, die zum Schluss gekommen sind, dass es mit dem Tod absolut aus ist. Der Tod ist nach ihrer Version die völlige Auflösung des Menschen. Es gibt kein Leben mehr, kein Bewusstsein, kein Denken, Fühlen, Wollen. Da nun der Verstorbene nichts ist und deshalb nicht existiert, kann er nicht mehr wissen, dass er gelebt hat, dass er Freude und Schmerzen gehabt hat.
Ich kann mich dieser Meinung nicht anschließen. Im Gegenteil, ich bin überzeugt davon, dass der "eigentliche" Mensch nur seinen Körper ablegt. Meine Auffassung und mein Bild vom Menschen ist grob gesprochen so:
Wir Menschen sind eine bedeutende Station eines vielfältigen Seelenlebens, das zwar in aller Materie vorhanden ist, aber in uns Menschen eine ganz besondere Festigkeit erlangt. Das ist der erste und bedeutendste Teil unserer Inkarnation. Unser Seelengefüge, das vor unserer Geburt als "Naturseele" zwar so weise war, dass sie das Leben der Natur mitgestaltete, war vergleichsweise schwach. Wenn auch ohne Schuld, trug sie vor allem kein besonderes eigenes Bewusstsein und kein höheres Gefühl. Alle Nymphen und Gnomen sind kalt.
Dies ändert sich mit dem Eintritt ins Erdenleben als Mensch. Der Mensch wird gestärkt, bekommt bei seiner Geburt einen winzigen Gottesfunken ins Herz, der die unzähligen Lichtfunken des feinen Lichtleibes anregt. Dieser Gottesfunken integriert während des Lebens ungeheuer viele neue Lichtfunken in den alten feinen Lichtkörper - lässt ihn größer, kompakter, tragfähiger werden. Also: ein Baby hat noch einen schwachen, zarten, kleinen, unbewussten Lichtkörper, dessen unendlich kleine Teilchen in und an allen Atomen verteilt sind. Wenn das Kind und somit der Lichtkörper wächst, wird und kann es später "Ich" sagen.
Und dieser Lichtkörper lebt mit dem Tod kompakt weiter. Er verlässt aber nicht sofort die Anziehung und den Sphärenkreis der Erde. Der Verstorbene sieht noch lange, was auf der Erde geschieht. Vielfach wissen die Toten nicht einmal, dass sie gestorben sind, wollen sich verständlich machen. Dann geistert es hin und wieder. Also kannst du ziemlich sicher sein, dass deine Freundin deine lieben Worte an sie mitbekommen hat. Wichtig für dich ist, um die Freundin nicht zu sehr zu trauern. Du ziehst sie damit immer wieder zur Erde. Besser ist es, sie gedanklich darauf aufmerksam zu machen, im Jenseits zu sein, denn ihre Welt dort ist mit ihrer bisherigen Umgebung nahezu ident. Und wie gesagt, sie ist mit dem Diesseits wahrscheinlich noch lange verbunden.
Merkst du etwas in meinen Erklärungen? Es fehlt der Schrecken einer Verdammung. Auch das so genannte Fegefeuer existiert in dieser Vorstellung nicht - und noch weniger die Vorstellung, endlos lang mit Bangen auf das so genannt letzte Gericht warten zu müssen. Deine Freundin lebt in derselben Lebenslust und Lebensfreude wie auf der Erde, nur ohne körperliche Schmerzen. Aber glaube, dass ihr weiterhin Schutzengel zur Seite stehen, die mit Gott in näherer Verbindung sind und die Seele in immer lichtere Sphären führen. Dann allerdings verblassen die Erinnerungen und die Nähe zur Erde.
Lieber Freund, du kannst alles Obige als fromme Phantasie zur Seite schieben. Du wirst auch sehen, dass es dagegen viele Einwände geben wird, die vor allem auf Beweise pochen. Und so muss ich leider sagen, dass alles Obige nicht letzte Wahrheit ist - sondern eine Vorstellung.
Ich hoffe aber, du bist mit dieser meiner Vorstellung ein wenig getröstet. Liebe Grüße - reinwiel
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Liebe JoeKoe
Den Worten Reinwiels kann ich mich nur anschliessen und wünsche dir von Herzen, dass du darin Trost und Kraft findest.
Ich selber habe früh meinen Lebenspartner durch Tod verloren. Ich war damals schon davon überzeugt, dass seine Seele weiterlebt und ihren Weg geht. Was mich quälte, war die Frage: Warum? Warum musste er so jung sterben?
Eine Weise Frau hat mich dann gelehrt, dass meine Frage falsch gestellt ist. Sie sollte lauten: Was hat es für mich zu bedeuten, dass ich meinen Geliebten verliere? Warum ist mir das geschehen, was soll ich daraus lernen?
Vielleicht loslassen, vielleicht das Vertrauen, dass alles nur geschieht, um uns etwas zu lehren, dass mein Leben weitergeht und sich Neues eröffnet, wenn das Alte abgeschlossen ist...
Sie sagte mir auch, ich solle mich nicht fragen, warum diese Seele so früh gehen musste, das sei nicht meine Sache, sondern einzig ihre. Ich müsse ihn loslassen, damit seine Seele ihren Weg gehen könne, ich dürfe sie nicht durch meinen übermässigen Schmerz zurückhalten (das hat hier Reinwiel auch schon geschrieben, und ich glaube, es ist wirklich ganz wichtig).
Ich glaube fest daran, dass alles im Leben einen Sinn hat, dass alles nur dazu dient, uns in unserer inneren Entwicklung weiterzubringen. Nichts geschieht um uns zu strafen oder uns weh zu tun. Vielleicht wirst du eines Tages erkennen, welchen Sinn der Tod deiner Freundin für dich hatte – vielleicht aber auch nicht. Doch ganz bestimmt wirst du durch diese schwere Zeit deinen Weg finden und es wartet viel Schönes und Gutes auf dich.
Herzlichst,
Ibnatulbadia
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| Hallo ich danke Euch Beiden von ganzem Herzen für Eure lieben Antworten.Was noch besonders schlimm an Ihrem Tod ist, ist die Tatsache das sie 3 Kinder zurück lässt. Es fällt mir so schwer Ihnen Trost zu geben, weil ich selber noch so leide. Das hört sich so egoistisch an, aber im Moment kann ich noch niemanden anderen trösten. Dienstag ist die Beerdigung, ich habe so Angst davor, weil es dann wirklich so endgültig erscheint. Jetzt habe ich ständig das Bedürfnis zu Ihr gehen, weil ich weiß das sie immer noch in diesem so kalten Raum aufgebahrt liegt- so alleine...Aber wenn Ihre Seele vielleicht irgendwqo in hier ist, vielleicht gibt sie mir ein Zeichen. Ich kann noch nicht loslassen um Sie frei "Zu geben" und ich glaube Ihr Mann und Ihre Kids auch noch nicht. Dazu ist es noch zu unfassbar und tut so weh. Ich werde aber ganz sicher über Eure worte nachdenken. Danke für diesen Trost.Liebe Grüße Joe
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Liebe JoeKoe
Es ist nicht egoistisch und es ist auch normal, dass ihr die Seele deiner Freundin, die erst vor wenigen Tagen den Körper verlassen hat, noch nicht loslassen könnt. Sie ist jetzt nicht in jenem kalten Raum, ebenso wenig, wie sie dann in einem Grab sein wird, sie ist bei euch, bei den Menschen, die sie lieben und die sie liebt, sie sieht euch, hört euch... auch wenn ihr ihre Anwesenheit vielleicht nicht spürt und sie euch kein Zeichen gibt – oder geben kann, darf, soll...
Loslassen heisst nicht, die Trauer unterdrücken, so tun als wäre nichts geschehen. Die weise Frau, die mir damals so sehr geholfen hat, sagte zu mir: "Deine Trauer ist eine zarte Pflanze in deinem Herzen. Giesse sie mit deinen Tränen, von Zeit zu Zeit, aber überflute sie nicht, sonst kann sie nicht überleben. Aus der zarten Knospe wird eine wunderschöne Blüte aufgehen..."
Mein Lebenspartner hat damals auch drei Kinder aus erster Ehe hinterlassen. Mit Worten konnten wir uns damals gegenseitig nicht trösten, aber wir waren einfach zusammen, haben gemeinsam getrauert, und selbst wenn wir räumlich getrennt waren, so fühlten wir uns gegenseitig durch die gemeinsame Trauer um den gleichen geliebten Menschen getragen.
Viel Kraft und Zuversicht euch allen, ich bin in Gedanken und im Gebet bei euch,
Ibnatulbadia
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