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ich habe so unglaubliche angst zu sterben!











ich weiß dass das hier schon sehr oft diskutiert wurde, aber seit ein par monaten hab ich schreckliche angst davor, wie es ist tot zu sein. als ich 13 war hatte ich das schonmal und jetzt bin ich 20. ds schlimmste für mich, ist die gewissheit dass ichbsterben werde und nichts dagegen unternehmen kann. und dass ich es nicht einmal mitbekomme wenn ich dann tot bin. ich kann dann nichts mehr denken, nichts mehr tun und das für immer, nie wieder werde ich irgendetwas machen können! und das für immer! ich höre einfach auf zu existieren...wenn ich mir das vorstelle und daran denke wie es ist in einem grab zu liegen und um einen herum geht alles weiter wie davor, dann kriege ich panik und weiß einfach nicht was ich tun soll. ich kann auch mit niemndem darüber reden..mit wem den auch meine freunde sind alle genauso jung wie ich und denken noch nicht an den tod! viele haben hier geschrieben dass sie mehr angst vor dem abschied als vor dem tod an sich haben, a ber ich glaube bei mir ist es umgekehrt, ich habe wahnsinnige angst zu sterben und nie wieder aufzuwachen. ich will einfach nicht sterben und danach nicht wissen dass es mich nicht einmal gibt. die einzige gewissheit für mich wäre, mich selbst umzubringen um dann wenigstens das wissen zu haben, danach bin ich tot. und ob ich jetzt sterbe oder in dreißig jahren, was macht das noch aus? sterben muss ich sowieso!
und ich kann einfach nicht daran glauben, dass man nach dem tod an einen anderen ort kommt. dort müssten doch dann alle menschen sein die schon gestorben sind und das wären doch milliarden..wo soll das sein? und was geschieht mit den leuten die sich haben verbrennen lassen?
ich würde mich freuen wenn mir der eine oder andere antworten würde und mir vielleicht einen tipp geben könnte.
Liebe Ariane, Du hast eine sehr kindliche Vorstellung vom Tod. (Keine Wertung nur eineFeststellung).

Wenn Du stirbst dann ist das so, wie wenn Du ein Kleidungsstück ablegst. Dieses Kleinungsstück (Körper) hat für Dich überhaupt keinen wert mehr.

Schau mal, ich bin früher hunderte male aus meinen Körper herausgegangen und wusste schon früh, dass ich bin auch ohne Körper.

Was weißt Du über die Schönheit des astralen Reiches, das aus brillianten Farben, Sphärenklängen und Schwingung besteht. Und wenn Du mal das Licht siehst, dass völlig unsichtbar ist und doch gleisend Hell, jenes Licht, das direkt vom Göttlichen ausgeht, dann schwindet jede Angst.

Ich sehe dem Tod ziemlich gelassen entgegen, er gibt meinen physichen Leben insofern den Sinn, dass er seine Zeit begrenzt. Andernfalls wäre da nun totale Lethargie, denn warum etwas tun wenn ich es auch noch in Zehnmillionen Jahre tun könnte.
lol.. schön jemanden der selbst sagt sie könne nicht an ein Leben nach dem Tod glauben damit abzukanzeln "du hast ja keine Ahnung wie schön das da ist".

Ok, also im Voraus: Ich bin seit Jahren überzeugter Atheist (und zwar einer der auch drüber nachgedacht hat und nicht einer der einfach nur sagt "Kirche=blöd") - und schließe deshalb auch jegliches Leben nach dem Tod aus.

Aber ich habe keine Angst vor dem Tod oder dem tot-sein. Für mich ist das ganz klar: sterben tut jeder. Das ist einfach so. Und es hat uns doch auch nicht gestört, nicht zu existieren (vor unserer Geburt) - also warum sollte es uns danach stören können. Die Hindus haben eine interessante Vorstellung: Die Erlösung aus dem Kreis der Wiedergeburten als Belohnung für gutes Handeln. Also: Leben = Böse,Leiden, ... ; Totsein = Erlösung = Gut = das absolute Lebensziel. So sehen es die Hindus, und das ist immerhin keine kleine Anzahl. Auch wenn sie glauben - das macht nachdenklich: Das Leben als Leiden!

Ich kann nicht sagen warum aber ich habe eine ziemliche Vor-Freude dem Tod gegenüber entwickelt, eher noch eine Neugier. Denk einmal darüber nach: Es gibt keinen Gott, keine höhere Kraft, keine höheren Sphären, kein Leben vor oder nach dem Tod, keine Wiedergeburt, ... - wenn du dich mit all dem Anfreunden kannst, wenn du all das wirklich überzeugt glaubst, dann hast du keinen Grund, Angst zu haben.

Wir wurden in diese Welt "hineingeworfen", leben ein komplett sinnloses und sinnfreies Leben und sind somit auch an nichts gebunden. Außer an unsere Lebenszeit. Aber wie schrecklich wäre es, unsterblich zu sein? Uns alle würde grenzenlose Langeweile übermannen. Also: Unser Leben ist begrenzt, und das gibt uns eine Entscheidungsgrundlage. Wofür willst du diese Lebenszeit nutzen? Spaß, Sex, Drogen? Geld, Macht, Einfluss? Gute Taten, Heldentum? Wofür du dich auch entscheidest - das einzige was dich hier wieder begrenzt ist der Tod.

Also: Das Leben bekommt seinen Sinn und Zweck, seinen Wert erst durch den Tod, denn dieses komplette Ende zwingt dich dazu, deine Entscheidungen zu bedenken, deine "Zeit" einzuteilen.

Der Tod ist also nicht der Feind des Lebens, sondern der Freund. Ein wesentlicher Bestandteil, einfach nur das Gegenteil der Geburt. Wir kommen "aus dem Nichts" und gehen "ins Nichts".

All das wird dir aber nicht die Angst nehmen. Aber mir scheint es nicht so als ob du Angst vor dem Tod hast, sondern Angst vor dem "Nicht-mehr-sein", Angst vor dem Tot-sein. Aber es gibt dazu wirklich keinen Grund. Egal ob du einer Religion folgst, oder keiner: Alle predigen eines - der Tod ist nichts schlimmes.

Glaubst du ans (moderne) Christen- oder Judentum, den Islam oder ähnliches - du kommst in eine "bessere Welt".

Glaubst du an den Hinduismus - du wirst eh wiedergeboren.

Glaubst du an den Buddhismus oder Taoismus - alles hat seinen Weg und ist richtig so wie es passiert.

Und glaubst du an nichts von alledem, außer daran, dass es nichts danach gibt - warum sich sorgen? Wenn du tot bist bist du von allem befreit, keine Gefühle, Sorgen, Gedanken, kein Leid, Hass, Liebe - keine Angst, keine Reue, kein Zurück-Wollen. Du kannst dir den Tod einfach vorstellen wie den Schlaf: Du schläfst ein, geniesst die Ruhe, Stille, Entspannung, bis du nichts mehr wahrnimmst. "Der Schlaf ist der kleine Tod". Und jedes Mal wenn du schläfst bekommst du einen kleinen Einblick, wie es ist, tot zu sein - nämlich gar nicht. Lässt du die Träume außen vor ist der Schlaf einfach nur eine Befreiung von all dem Tageszeug, all dem was wir als wichtig oder unwichtig betrachten, wozu wir uns berufen oder gezwungen fühlen, was wir tun um Geld zu verdienen oder unsere täglichen Kleinkriege zu bestehen. Kaum ein Mensch hat etwas gegen den Schlaf, einfach weil jeder weiß, dass dieser Schlaf, dieser kleine Tod die wohlige Sicherheit und Freiheit gibt die wir uns den ganzen Tag über "erträumen". Und genau das ist der Tod: Die Erfüllung all deine Sehnsüchte, die Befreiung von allen Pflichten und Dingen. Du kannst beruhigt sein, dass die Welt weiter existiert, wenn du das willst. Oder du kannst dir versichern, dass sie aufhört zu existieren, weil du, die Betrachterin, nicht mehr da bist.

Tod ist Freiheit, Entspannung, Erfüllung, Sinngebung. All das, was wir uns wünschen. Fürchte ihn nicht, sondern liebe ihn. Begreife: Der Tod gibt dem Leben erst Sinn. Der Tod macht das Leben lebenswert. Und wenn du all das nicht glaubst - schlaf ein Ründchen und fühle wie wunderbar befreit du bist, in diesem kurzen, letzten bewussten Moment bevor dich der Schlaf umhüllt: Dieses wunderbare Gefühl wird dich auch umarmen wenn du stirbst, wenn du all das schöne und freundliche und all das schlechte und grausame dieser Welt hinter dir lässt.

Der Tod ist ein Freund. Dein Freund.
danke für deine antwort eris_kurn

ja ich denke du hast recht, ich hab nicht wirklich angst vor dem tod an sich sondern vor dem nicht-mehr-sein. und das mit dem schlaf zu vergleichen hatte ich auch schon getan, oder mit der narkose bei einer operation.
aber danach wacht man immer wieder auf, und kann darüber nachdenken oder sich geanken machen was vor dem schlaf oder der operation war.
wenn man stirbt wird man eben nie wieder wach und kann sich über alles gedanken machen und genau das macht mir angst..
Hmm... naja, warum ist der Schlaf so schön? Und warum ist die Narkose das beste Mittel gegen Schmerzen? Diese Abwesenheit des Geistes befreit ihn von all den Gedanken. Es mag seltsam klingen, aber Gedanken können eine Folter sein. Vielleicht lieben wir deswegen so den Schlaf.

Ich muss zugeben: Ich habe auch ein gewisses Unwohlsein bei dem Gedanken keine Gedanken mehr zu haben (Angst würde ich es nicht nennen). Aber der Tod ist für mich trotzdem nichts schreckliches, eben weil er uns endlich dazu bringt, das Leben mehr zu geniessen. Du bist schon viel weiter als die meisten: Du denkst darüber nach, was ist, was sein wird, warum, wieso,... - und das sorgt dafür das du - vielleicht nicht immer, aber sicher öfter - Sachen tust die "gut" sind. Du verschwendest deine Zeit nicht, oder wenigstens nicht so viel, wie all diese Idioten die hinter ihren wahnsinnig wichtigen Errungenschaften wie Geld, Haus, Auto hinterherrennen, sondern du bist auf einem Level wo dir bewusst ist, das all dies nutzlos ist. Das ist der Segen des Todes: Die, die alles tun um den Tod "zu vergessen" verschwenden ihre Zeit mit Belanglosigkeiten. Aber die, die wissen: Er kommt und ich bin dann weg - die können ihr Leben nutzen. Die Zeit wird dir geschenkt, die die anderen verschwenden. Es ist schwer vorstellbar, nicht mehr zu sein, einfach - plopp! - nicht mehr da zu sein. Aber so wie es derzeit aussieht ist es so. Und ich kann dir diese Angst im Endeffekt nicht nehmen - und empfinde sie wohl auch selber, auch wenn ich sie gut ignoriere oder verdränge, oder zumindest kontrastiere. Aber du kannst sie zumindest nutzen. Mich hat das Phänomen Tod vor ein paar Jahren auch unglaublich aufgefressen, aber die Antwort ist, es zu geniessen, anzunehmen und akzeptieren. Das klingt schon fast nach Religion, aber das ist es nicht: Es geht nur darum, einen einfachen Satz und all seine Konsequenzen tief in dir aufzunehmen und zu beherzigen: "Meine Lebenszeit ist begrenzt."

Zumindest bei mir scheint dies derzeit zu wirken, ich nutze mein Leben nach selbstgewählten Kriterien ziemlich gut (auch wenn ich gelegentlich gerne "Zeit verschwende") und plane danach auch mein vielleicht noch kommendes Leben.

Angst ist ein wesentlicher Bestandteil unserer emotionalen Welt. Und es gibt viele irrationale Ängste wie Angst vor Spinnen oder Höhenangst. Aber die vor dem Tod kannst du zumindest nutzen, und um so mehr du dich mit ihr anfreundest - um so interessanter findest du den Tod und freust dich darauf herauszufinden, was da denn kommt, wie das "Nicht-Sein" so ist (oder ob wir uns doch getäuscht haben?). Und die Neugier war schon immer der Gegenpol zur Angst....
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