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| Theologie in unserer Definition hat etwas mit einem Glauben an einen Gott zu tun. Den gibt es im Buddhismus nun einmal nicht. Der fernöstlichen Begriff einer Theologie hat mit dem uns hier bekannten keinerlei Berührungspunkte. Definitionsnachfrage!
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Sicher, ein Christ würde bestreiten das ein Buddhist Theologie betreibt. An sich ist der Begriff auch nicht ganz richtig, weil im Westen fast alle Buddhisten bestreiten das es einen oder mehrere Götter gibt. Das schaut zwar in Asien anders aus, aber auch dort gibt es meist nicht einen einzelnen Gott sondern viele Götter.
Das ist eine kleines Problem in der Religionswissenschaft, das man nämlich im Deutschen fast alle Begriffe über Religion aus dem Christentum entlehnt hat.
Liebe Grüße, Tobias
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| Ich will darauf hinaus das ich ein schriftliches Referat über das Leben und Wirken des historischen Buddha anfertigen muss. |
Dann würde ich auch noch nen kleinen Blick in die BG riskieren, Buddha aus der Sicht des Hinduismus. Für die Hindus ist er ein Avatar, der das Opfern von Tieren für die Götter abgeschafft hat. Außerdem lehnte er das Kastenwesen ab und nahm jeden in seinen Orden auf, bei Frauen war er zunächst ein wenig zögerlich, das Abschaffen der Opfer war aber damals dramatischer
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| Mag ja sein das viele europäische Buddhisten den Buddhismus als Philosophie sehen, aber es gibt eben auch viele europäische Buddhisten die den Buddhismus als Religion sehen. In Asien sehen fast alle Buddhisten den Buddhismus als ihre Religion. Auch historisch zeigt der Zusammenhang mit dem Hinduismus das der Buddhismus eine Religion ist. |
Ich lege mir das immer so zurecht, wie es mir gerade passt, denn für beides Sprechen gute Gründe. Als Religion defierne ich es um auf Augenhöhe mit anderen Religionen zu sein, wenn es um Diskussionen o.Ä. geht und wenn es um sowas wie Religionsfreiheit geht. Für mich selber ist es eher eine Lebensphilosophie und Einstellung, es gibt niemanden der mich rettet oder erlöst und kein Paradies keine Hölle, die Konzepte sind nicht unbedingt an Buddha oder einen Propheten gebunden, es gibt kein Dogma, keine Verbindlichkeiten.
Der Buddhismus im Westen ist wie ich finde der beste, den es seit langer Zeit geben hat, in Asien sind die Strukturen erstarrt, ihm passiert etwas ähnliches, was der Kirche hier passiert. Interessanter Weise ist zu beobachten, dass in Asien theistische Religionen erhöhten Zulauf haben und im Westen der Buddhismus immer mehr Anhänger findet - der Dalai Lama ist beliebter als der Papst.
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| [...] weil im Westen fast alle Buddhisten bestreiten das es einen oder mehrere Götter gibt. Das schaut zwar in Asien anders aus, aber auch dort gibt es meist nicht einen einzelnen Gott sondern viele Götter. |
Ach, das würde ich nicht sagen, die Götter sind den Buddhisten nur ziemlich egal
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| Das ist eine kleines Problem in der Religionswissenschaft, das man nämlich im Deutschen fast alle Begriffe über Religion aus dem Christentum entlehnt hat. |
Zudem nähert man sich den Buddhismus ähnlich dem Christentum, über den Gründer und die Texte, die im Buddhismus anders gelesen werden, die Praxis entzieht sich, einem Nicht-Buddhisten, da sie mystisch wirkt.
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Lieber Leer,
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| Dann würde ich auch noch nen kleinen Blick in die BG riskieren, Buddha aus der Sicht des Hinduismus. Für die Hindus ist er ein Avatar, der das Opfern von Tieren für die Götter abgeschafft hat. Außerdem lehnte er das Kastenwesen ab und nahm jeden in seinen Orden auf, bei Frauen war er zunächst ein wenig zögerlich, das Abschaffen der Opfer war aber damals dramatischer |
Danke. Aber ich hoffe das solche Dinge eben in der Sekundärliteratur zusammengefasst sind. Das Buddha von den meisten Hindus als Avatar gesehen wird weiß ich. Er ist übrigens auch in der Bahá'í-Religion eine Manifestation Gottes.
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| Ich lege mir das immer so zurecht, wie es mir gerade passt, denn für beides Sprechen gute Gründe. Als Religion defierne ich es um auf Augenhöhe mit anderen Religionen zu sein, wenn es um Diskussionen o.Ä. geht und wenn es um sowas wie Religionsfreiheit geht. Für mich selber ist es eher eine Lebensphilosophie und Einstellung, es gibt niemanden der mich rettet oder erlöst und kein Paradies keine Hölle, die Konzepte sind nicht unbedingt an Buddha oder einen Propheten gebunden, es gibt kein Dogma, keine Verbindlichkeiten. |
Ist mit dem Christentum keine Lebensphilosophie und Einstellung verbunden?
Wenn man Religion auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bringt, ist Religion eben all jenes, welches nicht profan ist. Und viele Dinge im Buddhismus werden eben nicht als profan gesehen, zum Beispiel die Meditation oder die Ordensregeln oder Texte von Buddha.
Natürlich hast du über mehrere Ecken jemand der dich rettet. Nämlich Buddha, seinen Lehren folgst du ja um das Nirvana zu erreichen. Sicher hat Buddha im Buddhismus nicht die Funktion wie Jesus es im Christentum hat, aber da Hauch davon ist da. Genauso hast du ein religiöses Ziel, nämlich ins Nirvana zu gelangen, verweht zu werden und aus dem ewigen Kreislauf auszubrechen. Ein Christ will halt in den Himmel, von seinen Sünden befreit und nicht in die Hölle. Dogmen gibt es übrigens im Buddhismus zu genüge, auch wenn Buddhisten das Wort nicht gern nutzen. Nur mal um dir ein Dogma zu nennen: Ihr behauptetet fest das ein gewisser Siddhartha Gautama ein Buddha, ein sogenannter Erleuchteter/Erwachter gewesen sei. Wie Christen eben behaupten das ein gewisser Jesus aus Nazareth der Sohn Gottes sei und der Messias des Judentums.
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| Der Buddhismus im Westen ist wie ich finde der beste, den es seit langer Zeit geben hat, in Asien sind die Strukturen erstarrt, ihm passiert etwas ähnliches, was der Kirche hier passiert. Interessanter Weise ist zu beobachten, dass in Asien theistische Religionen erhöhten Zulauf haben und im Westen der Buddhismus immer mehr Anhänger findet - der Dalai Lama ist beliebter als der Papst. |
Solche Umfragen sind kaum aussagekräftig. Was der Papst macht, das sehen wir andauernd, er ist in gewisser Weise in unserem Weltbild verankert. Der Dalai Lama hat ein nettes Image, als freundlicher Mann aus dem Osten. Und sowieso sind das ganz nette Leute die Buddhisten. Das auch im Buddhismus Krieg geführt wurde und das der Dalai Lama, welcher ja eben nicht der Papst des Buddhismus ist, früher auch Machtpolitik betrieben hat (bzw. seine Vorgänger), das wissen einfach die wenigsten.
Fraglich bleibt nur wie sehr man den Buddhismus des Ostens mit dem des Westens vergleichen kann, oder ob vielmehr eine klare Trennlinie gezogen werden muss. Sozusagen das es zwei größere Ausprägungen gibt.
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| Ach, das würde ich nicht sagen, die Götter sind den Buddhisten nur ziemlich egal |
Was in Asien fast jeder Buddhist bestreiten würde, auch wenn dies zum Teil konträr zur offiziellen Lehre steht.
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| Zudem nähert man sich den Buddhismus ähnlich dem Christentum, über den Gründer und die Texte, die im Buddhismus anders gelesen werden, die Praxis entzieht sich, einem Nicht-Buddhisten, da sie mystisch wirkt. |
Wie anders gelesen? Desweiteren geschieht ein Zugang über Religion nicht immer über den Gründer oder Texte. Es gibt Religionen ohne Texte und bekannten Gründer.
Liebe Grüße, Tobias
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| UWenn man Religion auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bringt, ist Religion eben all jenes, welches nicht profan ist. Und viele Dinge im Buddhismus werden eben nicht als profan gesehen, zum Beispiel die Meditation oder die Ordensregeln oder Texte von Buddha. |
Mit dieser Definition würde ich mich schwer tun, denn ob etwas profan ist, ist immer eine Ansichtssache. Oder ist Dein Gebet profan?
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| Natürlich hast du über mehrere Ecken jemand der dich rettet. Nämlich Buddha, seinen Lehren folgst du ja um das Nirvana zu erreichen |
Buddha hat mi nur einen Haufen von Tipps gegeben, 84.000, dabei hat er bei einigen gesagt, dass sie eigentlich ganz gut sind, eigentlich muss ich aber bei jedem selber rausfinden ob er mir was bringt oder nicht, und den Verstand dafür hat Buddha mir auch nicht gegeben. Einfach alle befolgen kann ich leider auch nicht, denn sie sind z.T widersprüchlich, damit ich drüber nachdenke. Also wenn ich nichts mache oder nur lese, hilft das gar nichts. Es gibt Leute die mit einem zusammen den Weg gehen und sich gegenseitig unterstützen, aber ich werde nicht erleuchtet durch jemanden. Die Lehren hätte auch jedes andere erleuchtete Wesen geben können.
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| Dogmen gibt es übrigens im Buddhismus zu genüge, auch wenn Buddhisten das Wort nicht gern nutzen. Nur mal um dir ein Dogma zu nennen: Ihr behauptetet fest das ein gewisser Siddhartha Gautama ein Buddha, ein sogenannter Erleuchteter/Erwachter gewesen sei. Wie Christen eben behaupten das ein gewisser Jesus aus Nazareth der Sohn Gottes sei und der Messias des Judentums. |
Ein Dogma ist für mich etwas, was man zu glauben hat, nicht was man glauben kann. Wenn jemand meint Buddha hat gelogen, bitte. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass jemand Buddhist ist ohne zu glauben, dass Buddha erleuchtet wurde und wirklich ins Nirvana eingegangen ist. - auch wenn es für mich nicht unbedingt logisch ist.
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| Solche Umfragen sind kaum aussagekräftig. Was der Papst macht, das sehen wir andauernd, er ist in gewisser Weise in unserem Weltbild verankert. Der Dalai Lama hat ein nettes Image, als freundlicher Mann aus dem Osten. Und sowieso sind das ganz nette Leute die Buddhisten |
Der Dalai Lama hat eben ein besseres Image als der Papst, was ist daran nicht aussagekräftig. Der Papst macht halt auch mal negative Schlagzeilen, wenn er mal wieder Mist redet.
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| Das auch im Buddhismus Krieg geführt wurde und das der Dalai Lama, welcher ja eben nicht der Papst des Buddhismus ist, früher auch Machtpolitik betrieben hat (bzw. seine Vorgänger), das wissen einfach die wenigsten. |
Stimmt, die Bön Religion wurde durch die Mongolen, die vom Buddhismus angetan waren vertrieben in Tibet. Das ist meines Wissens nach der einzige 'Krieg', der jemals geführt wurde, dem gegenüber stehen glücklicherweise eine Menge beendete. In Tibet ist der Buddhismus auch verschlissen und wurde von den Lamas missbraucht. Wenn man an Karma glaubt, dann ist es nicht verwunderlich, dass die Chinesen dort eingefallen sind.
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Fraglich bleibt nur wie sehr man den Buddhismus des Ostens mit dem des Westens vergleichen kann, oder ob vielmehr eine klare Trennlinie gezogen werden muss. Sozusagen das es zwei größere Ausprägungen gibt.
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Es sind die selben Schulen, die selben Linie und die selben Texte z.T. insofern kann man die beiden Arten den Buddhismus schon vergleichen. Ein Lama hat mal gesagt, der Buddhismus ist wie ein klarer Diamant, den man auf verschiedene Untergründe legt. Der Diamant ist der gleiche.
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| Was in Asien fast jeder Buddhist bestreiten würde, auch wenn dies zum Teil konträr zur offiziellen Lehre steht |
Vom offizieller Lehre würde ich nicht sprechen.
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| Wie anders gelesen? |
Manche Dinge nimmt man an, weil sie klug klingen. Nach einiger Zeit der Meditation, des Leben, des Studiums merkt man vielleicht, dass eine Idee, die man vielleicht gut und einleuchtend fand ziemlich abwegig ist und nicht mehr zu einem passt. Dann verwirft man sie mit einem Lächeln wieder. Wahrheit ist halt relativ. Oder man entdeckt etwas, was Buddha nicht erzählt hat und findet seine Ideen von vornherein unpassend für einen selber.
@positiv
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| Dhammapada - sehr gut zu empfehlen (Dank an Leer für den früheren Tipp!), - gut verdaulich und aufbauend! Lese es zum 2. Male und wieder interessanter! |
Freut mich, dass es dir gefällt Ich finde nur das Verständnis von Nirvana als Insel etwas fragwürdig und die Ansichten des Autors zum Selbst etwas merkwürdig, aber nun denn, wenn es ihm gefällt.
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