Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche | Impressum

Männer, die Kinder und Frauen schlagen












Liebe Suchende,

Wäre es indiskret von mir nach dem "Warum" zu fragen? Musst aber nicht sagen, wenn Dir das zu persönlich ist. Es würde mich nur sehr interessieren und auch, wie es Dir jetzt damit geht und wie Deine Einstellung dazu ist.

Ich kann mir vorstellen, dass ein grosser Teil der Aussenwelt Menschen, die einen Selbstmoderversuch hinter sich haben, verachten (so wie sie auch Ausländer, Homosexuelle, Juden, Frauen usw verachten-- Ihr wisst ja, immer gibt es einen, der sich für besser hält als der andere).

Und Boris, ich bewundere das auch sehr. Welche Freundschaft ist schon perfekt, sicher sagt man mal unabsichtlich etwas Gemeines, das muss man vermeiden. Aber wenn so eine Freundschaft NUR wegen dem scheitern sollte, dann war es keine echte Freundschaft.

Alles Liebe Andrea
Liebe Andrea,

deine Frage ist nicht indiskret, deshalb werde ich einiges dazu schreiben.

Zitat:
Wäre es indiskret von mir nach dem "Warum" zu fragen? Musst aber nicht sagen, wenn Dir das zu persönlich ist. Es würde mich nur sehr interessieren und auch, wie es Dir jetzt damit geht und wie Deine Einstellung dazu ist.


das "Warum": nun, das hat sich bei mir über viele Jahre angebahnt. Ich hatte schon als Kind vor, mir irgendwann das Leben zu nehmen. Dies ist ein ziemlich langer Prozess, der irgendwann zum Ausbruch kommt. Damals war es vor allem, weil ich mir immer vorgenommen hatte, dass, wenn meine Eltern nicht mehr sind, ich ihnen nachfolgen werde. Dann sind viele Faktoren hinzugekommen, bspw. Übergriffe seitens meines Bruders, anderer Menschen (Kollegen etc.), immer wieder Enttäuschungen, Verrat, Hinterhältigkeit. Vieles Nachsinnen und Nachdenken, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Fehler, die ich selbst beging, und die in mir große Schuldgefühle ausgelöst haben. Eigene Absonderung und Isolation, weil man die - letztendlich selbst vorsätzliche Isolation - mehr oder weniger als Schutzfunktion sieht, in etwa: wenn ich mit niemandem mehr zu tun habe, kann mir auch niemand mehr schaden. Eines Tages hast du einen halbwegs klaren Moment und bist davon überzeugt, dass dich sowieso keiner braucht, niemand vermissen würde. Du fühlst dich hier überflüssig, denkst, deine Existenz sei irgendwie doch ein Irrtum gewesen. Dann wirst du noch familiär über viele Jahre einfach überfordert und packst das nicht mehr. Und alle Faktoren zusammenaddiert enden in einer absoluten Todessehnsucht, die ich für mich selbst nicht anders empfinde wie andere Menschen Fernweh oder Heimweh.

Meine Einstellung dazu heute: ich weiß, nach wie vor, dass es vom Christlichen her verboten ist, Selbstmord zu begehen. Aber andererseits kann man sich irgendwann selber nicht mehr ertragen. Und dann wäge ich ab, welche Strafe denn höher ist: die, hierzubleiben oder die, die mich erwartet, wenn ich dem gegenübertrete, der einzig dazu die Macht hat, Leben zu geben, aber Leben auch zu nehmen.

Und meine Meinung dazu - auf das Irdische bezogen - ist: Menschen haben mich dafür nicht zu bestrafen, sondern nur der, in dessen Reich wir eines Tages verweilen dürfen.

Zitat:
Ich kann mir vorstellen, dass ein grosser Teil der Aussenwelt Menschen, die einen Selbstmoderversuch hinter sich haben, verachten (so wie sie auch Ausländer, Homosexuelle, Juden, Frauen usw verachten-- Ihr wisst ja, immer gibt es einen, der sich für besser hält als der andere).


Oh ja! Und wie du verachtest wirst. Du wirst bestraft, eingesperrt, sollst "zwangstherapiert" werden, obwohl keinerlei sogenannte Diagnose vorliegt. Ich habe es jedenfalls als Strafe empfunden, und habe die ganze menschliche Behandlungsweise dergestalt empfunden, dass man als potentieller Selbstmörder unter der Würde von Kriminellen etc. steht. Ich dürfte sagen, dass ich gewalttätig gegenüber Schwächeren war, dass ich alte, wehrlose Leute ausraube, Zerstörungsfeldzüge gegen die Dinge anderer vollzogen habe, dann wird merkwürdigerweise nach dem "Warum" gefragt und alles, was nicht recht ist, beispielsweise auf eine "schlechte Kindheit", schlechtes soziales Umfeld oder sonst was bezogen und man findet zumeist noch ein gutes Wort. Aber wenn du zugibst, einen Suiversuch gemacht zu haben, "dort" mehr oder weniger gesessen zu haben, dann wirst du verachtet und verspottet oder im "günstigsten" Falle macht man dir im familiären Umfeld nichts als Vorwürfe... Das ist es, was ich irgendwie immer noch nicht verstehen kann: Würde ich drohen, meiner Nachbarin etwas anzutun, greift niemand ein, zumal ich in gewalttätiger Form anderen gegenüber ja noch nicht "auffällig" war. Würde mir aber herausrutschen "ich mag nicht mehr, ich mache Schluss", dann rückt garantiert sofort ein Kommando an, um dich einzusperren. Das ganze deklariert man dann als "Selbstschutz", mit dem ironischen Hintergrund, dass auf solchen Stationen Messer, Rasierklingen, Glas etc. jederzeit zugänglich sind. Vielleicht bin ich auch nur zu dumm, um diese Gegensätze zu vestehen.

Anders herum: ich hatte einen thread geschrieben hier über Abtreibungen bzw. vorsätzlich eingeleitete Frühgeburten. Das ist für mich ein krimineller Akt, weil es NICHT die Entscheidung der ungeborenen Kinder ist! Aber dieses geschieht hunderttausendfach jedes Jahr allein nur in Deutschland unter dem Deckmantel der Legitimität. Triffst du jedoch im Vollbesitz deiner geistigen Kräfte und bei absolut klarem Verstand diese Entscheidung, dann ist dieses nicht gerechtfertigt *kopfschüttel*. Und da komme ich wieder darauf zurück: dafür kann und wird mich EINER bestrafen, und hier KEINER.

Bei dem, was auf dich zukommt, wenn du diesen Schritt erfolglos vollzogen hast, seitens deines Umfelds auf dich zukommt, denkst du tatsächlich, du bist im falschen Film gelandet, oder es wäre nur ein absolut schlechter Traum. Aber aus diesem Traum erwachst du nicht. Dieser Traum ist die kalte Realität. Deshalb wäre es mir oft nicht unangenehm, wenn ich tauschen und meine Träume zur Realität und die Realität zu Träumen machen könnte. Geht aber leider nicht.

Nun ja, jedenfalls gibt mir das Forum einiges, auch Nachdenkliches. Oft, wenn wieder diese Filmchen ablaufen und ich am Verzeifeln bin, lese ich mir hier die Texte durch und meistens gelingt es mir, noch einmal zu innerer Ruhe zu gelangen.

Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu viel und vor allem nicht zu viel Mist geschrieben.
Nein Suchende, ganz bestimmt nicht zu viel oder Mist.

Nach deinem Beitrag muss ich sagen, kann ich mich schon in Deine Gedankenwelt versetzen und verstehe das jetzt besser. Das schlimmste ist siche das verachtet werden. Das ärgert mich, wenn Menschen sich über andere setzen und sich für etwas Besseres halten. Man muss wohl ein wenig mehr Aufklärung bei den Menschen betreiben über das Thema; was mich aber immer wieder wundert, dass es auch schon wieder so ein Tabu-Thema ist, obwohl doch die Zahl der Selbstmordversuche ständig steigt! In den Industriestaaten liegt die Rate um einiges höher als in der 3.Welt! Das hängt sicher damit zusammen, wie wir hier leben und was man uns erzählt, was der Weg zum Glück ist: die wahre Liebe, GELD, viele Freunde haben, beliebt zu sein, unbedingt hübsch zu sein (Stichtwort
Kosmetik-Industrie und Silikon!). Das nicht jeder allen diesen Idealen entsprechen kann ist ja wohl klar und dass dann Menschen damit frustiert werden ist auch klar.

Aber bei Dir war das ja ein ganz anderer Grund, wie ich glaub ich verstanden habe... diese Sehnsucht.

Na gut, die ganze Psychiatrie und Psychologie muss noch viel lernen, vor allem wie man mit Menschen umgeht. Obwohl das das Wichtigste von allem ist, nämlich Vertrauen zum Patienten aufbauen, echtes Interesse für seine Probleme, Mitgefühl, Sympathie, scheint es eher unwichtig zu sein, ja sogar unerwünscht. Wie Desiree schon geschrieben hat, werden dann wahrscheinlich solche Psychologen als weiche Weihnachtsstimmungs-Menschen angesehen. Das ist traurig. Weil ich glaube, dass man ohne Menschlichkeit einem anderen nie helfen kann. So einen Beruf sollten wirklich nur Menschen machen, die auch diese Eigenschaften haben, aber das ist ja nicht Voraussetzung auf der Uni, Voraussetzung sind gute Noten (Numerus Clausus beim Psychologie-Studium, um die 15-25 Bewerber pro Studienplatz).

Zitat:
Anders herum: ich hatte einen thread geschrieben hier über Abtreibungen bzw. vorsätzlich eingeleitete Frühgeburten. Das ist für mich ein krimineller Akt, weil es NICHT die Entscheidung der ungeborenen Kinder ist! Aber dieses geschieht hunderttausendfach jedes Jahr allein nur in Deutschland unter dem Deckmantel der Legitimität. Triffst du jedoch im Vollbesitz deiner geistigen Kräfte und bei absolut klarem Verstand diese Entscheidung, dann ist dieses nicht gerechtfertigt *kopfschüttel*. Und da komme ich wieder darauf zurück: dafür kann und wird mich EINER bestrafen, und hier KEINER.


Ja, so habe ich das noch nie gesehen. Aber es ist so wie Du in dem anderen Thema geschrieben hat- Doppelmoral ist ein weit verbreitetes Übel

Gut, dass es dir hier leichter fällt Ruhe zu finden. Schreib Dir doch einfach hin und wieder alles von der Seele (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich mach das auch öfter und wenn ich weiss, dass es von jemandem gelesen wird und der an mich denkt, macht das stärker.

Alles Liebe, Andrea
also seelische wunden sind schon schwerer als körperliche, aber ich versteh trotzdem nicht wie man eines von beiden jemandem antun kann....

ich war selbst schon mal "opfer" (hört sich blöd an... ) von seelischen verletzungen ( aber jetzt nicht misshandelt oder so...) + muss sagen ich habs bis heute noch immer nicht überwunden... aber ok, ich bin erst 16, vielleicht vergeht das mit der zeit...

und ich finde misshandlung jeder art und weise einfach schrecklich.... mehr sag ich dazu nicht...
@sharky

körperliche Wunden heilen früher oder später.
Seelische Wunden eben nicht. Vielleicht irgendwann
mal ein wenig, glaube ich aber nicht.

Eine körperliche Verletzung kannst du versorgen mit Salben,
Verbänden, vielleicht auch Tabletten zur Schmerzlinderung/Entzündungs-
hemmung. Irgendwann ist sie dann eben geheilt. Man sieht die
Wunde nicht mehr, wenn sie weg, verheilt, der Schmerz
vergangen ist. Somit wird man auch nicht mehr daran erinnert.

Seelische Wunden brennen sich ein. Die kannst du nicht mit
einem Pflaster abdecken. Man erinnert sich immer wieder,
unterschiedlich stark. Je nach Verfassung kann es verdammt
weh tun, und das auch oft sehr lange, vielleicht sogar bis ans
Lebensende.

Ab und an kann es dann darin gipfeln, dass man sich selbst
körperliche Verletzungen zufügt, um den seelischen Schmerz
auszuhalten, einen Druckausgleich zu schaffen.

Vielleicht wolltest du das auch indirekt ausdrücken?

Was du geschrieben hast, hört sich überhaupt nicht blöd an,
sondern ist einfach so. Ich wünsche mir aber für dich, dass
du über das, was auch immer man dir angetan haben mag,
hinwegkommst.

WARUM Menschen anderen Gewalt - in physischer und/oder
psychischer Hinsicht - antun? Diese Frage werden wir wohl
nie beantworten können. Vielleicht sind sie sich selbst oft
gar nicht dessen bewusst. Aber wenn, dann ist es um so
schlimmer.

Wichtig ist jedoch, dass, wenn man schon selbst als Individuum
für diese Problematik sensibilisiert ist, mit oder ohne eigene Erfahrungen,
man sich dieses immer vor Augen hält und sich so selbst davor
bewahrt, dieselbe Schuld auf sich zu laden.

Ich habe in meinem Leben sehr viele Fehler gemacht. Auch gravierende
Fehler. Aber eines habe ich nie getan: andere beleidigt, diskriminiert,
diskreditiert, beschimpft. Und auch nie körperliche Gewalt angetan. Dies
gehört zu meinen Prinzipien und diesen war ich bisher immer treu,
auch wenn ich dadurch schon unendliche Tritte bekommen habe, aber was macht ein Tritt mehr oder weniger aus im Gegensatz zu den tausenden von Malen, die ich schon in den Spiegel schauen konnte, und meine Prinzipien, was vor allem Akzeptanz und Achtung anderer angeht, aufrecht erhalten habe?

Wünsche dir aber für deinen weitere Weg alles gute und vor allem, dass
du irgendwann vergessen kannst.
Forum -> Nachrichten aus aller Welt

Zurück  
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Weiter
Ähnliche Themen
Warum wollen Männer keine Beziehung mehr?
Warum mehrere Frauen?
ich will sterben,das was mich hält sind meine kinder
Vater und die Grossen Kinder
Ich möchte das meine Kinder als Muslime auf die Welt kommen
Gebete für Kinder
Was sind unsere Kinder ?
Wir sind nicht die Kinder Gottes und Jesus auch nicht
frauen dürfen, laut bibel ...
Was denken muslimische Frauen über das Kopftuch?