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Die Church of Scientology hat große Ziele






Die Church of Scientology hat große Ziele, wie ja fast alle spirituellen Gruppen meinen, dass sie sich über die ganze Welt ausbreiten sollten. Die CoS gibt sich allerdings wirklich Mühe damit.

Aber: 9 von 10 Leuten, die zur Scientology kommen, sind nach einem Jahr wieder draußen. Sie haben einen oder zwei Kurse gemacht, ein paar Bücher gekauft und vielleicht ein paar positive persönliche Entwicklungsschritte genossen und ein paar hundert oder tausend Euro ausgegeben, je nach Einkommen. Nur wenige schaffen es überhaupt, an die wirklich teuren Sachen heranzukommen (OT-Levels und dergleichen).

Medien, Politiker und Frau Caberta ergehen sich da mit großer Lust in Panikmache, was bei der CoS auch wirklich einfach ist, denn da passieren doch immer wieder so unerfreuliche Sachen, die sich bestens ausschlachten lassen.

Kaum einer hat sich jemals gefragt, worin die eigentliche Scientology denn nun besteht. Und wie es nur möglich ist, dass so viele Leute sich einfangen lassen und einen Haufen Geld dafür ausgeben.

Die Antwort liegt darin, dass die Scientology tatsächlich einiges zu bieten hat. Sie stellt an ihre Anhänger außerdem nicht unerhebliche intellektuelle Anforderungen. Es sind nicht die Dümmsten, die sich in der Scientology einfinden, wenn auch vielleicht nicht unbedingt die Klügsten.

Ich war selber mal ein eifriger Scientologe und möchte diese Phase meines Lebens nicht missen. Aber vor 25 Jahren bin ich ausgestiegen, weil da doch eine sehr große Kluft zwischen den behaupteten edlen Zielen der Scientology und der unedlen Scientology-Realität klaffte. 1983 war eine Zeit, in der die Scientology-Kirche wieder einmal durch eine Hexenjagd-Phase ging. Links und rechts rollten die Köpfe, es herrschte ein Machtkampf um die Scientology-Führung, denn Hubbard war zu diesem Zeitpunkt offenbar schon nicht mehr zurechnungsfähig. David Mistkäfer war am skrupellosesten und konnte die Macht an sich reißen. Inzwischen haben sich die Wogen geglättet, und wie mir ein alter Bekannter berichtet, der immer noch Mitarbeiter in einer Scientology-Organisation ist, läuft jetzt alles in ruhigen, milden, gemäßigten Bahnen. Meine gute alte Mutter, die auch schon seit Jahrzehnten nichts mehr mit der Scientology zu tun hat, wird immer noch fast täglich mit Scientology-Pamphleten überschüttet. Und wie schon vor 30 Jahren sieht man in diesen Schriften nur fröhliche, optimistische Gesichter, und ein Scientology-Erfolg jagt den anderen.

Immerhin, ich hatte die Scientology damals wohl nötig. Zehn Jahre nach meinem Ausstieg las ich in einem Compuserve-Forum einen beißenden, ätzenden, fast schon bösartigen Artikel über Scientology, aus dem aber zu ersehen war, dass der Verfasser zwar Gift im Leib, aber keine Ahnung von der Scientology hatte. Deshalb schrieb ich einen längeren Beitrag über die Lehren und Techniken von Dianetik und Scientology, allerdings nur auf Englisch.

Wen's interessiert, der findet den Artikel unter http://home.debitel.net/user/hphilipps/vorlagen/sciot+p.html

Was ich da 1996 über die Scientology schreibe, gilt auch heute noch, nur meine eigene Ansicht über einige spirituelle Aspekte der Scientology mag sich inzwischen ein wenig geändert haben.

Wie schon andere auf diesem Strang bemerkt haben, muss man sich vor der Scientology nicht fürchten. Sie wird immer eine relativ kleine Gruppe bleiben, wenn auch der Ehrgeiz groß und die Mittel nicht immer ganz sauber sind. Ich möchte aber nicht vergessen zu erwähnen, dass ein bedeutender ehemaliger französischer Scientologe behauptet, die Scientologie werde inzwischen vom CIA kontrolliert . Das würde erklären, warum es in den USA inzwischen ziemlich still um Scientology-Skandale geworden ist.
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