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Religiös - warum?












Hallo liquid,

Zitat:
Und zwar frage ich mich als atheist schon seit längerem wie man an die Bibel, den Koran oder sonstige schriften glauben kann.
Sicher gibt es Menschen, die an die Bibel, den Koran usw. glauben.
Ich jedoch glaube an Gott. Ich glaube nicht an die Bibel. Das ist schon ein sehr wichtiger Unterschied.

Meinen Glauben könnte ich dir gerne in einem vielstündigen Gespräch erklären. Hier im Forum anhand einiger Stichworte geht das nicht.
@ Lisken, ich habe kein Problem mit Liquids Umgangston mir gegenüber. Seit meine Frau fremdgeht und stichelt, bin ich einiges mehr gewohnt. Liquid ist eben nicht vertraut mit dem Glauben der Nicht-Dualität, deshalb kann er/sie(?) das nicht verstehen.

@ Liquid: schau mal, ich sehe das so:

Gott ist das „Eine ohne ein Zweites“, die Totalität.
Gottes Natur ist das Geben, das Verströmen und die Expansion.

Da Gott aber das gebende Prinzip ist, muss Gott noch einen Empfänger erschaffen.
So wurde das Eine zum Vielen. Dennoch ist das Viele immer noch Eins in Gott.
Wie kann das Licht erfahren, was Licht ist? Das Licht braucht einen Vergleich, die Dunkelheit.
Die Schöpfung ist eine Vergrobstofflichung des Feinstofflichsten. Jeder von uns, ob „leblose“ Materie, Pflanze, Tier, Mensch oder Intelligenzen auf anderen Planeten ist ein Teil Gottes.
In einer Analogie sehe ich Gott als Ozean, jeden von uns als eine Welle. Die Welle ist eins mit dem Ozean. Dennoch hat auch die Welle eine Existenz.
Schwäche entsteht dann, wenn wir unsere tiefere Wirklichkeit vergessen. Wenn wir vergessen, dass wir in Gott sind (Grundgedanke der Advaita-Philosophie) und „aus Gott bestehen“. Und genau hier kommt die Dunkelheit ins Spiel. Wir erleben uns als Unvollständig, wir glauben an den Mangel. Wir vergessen, dass Gott uns ständig versorgt, wenn wir Ihr/Ihm erlauben, dass Sie/Er durch uns handelt und spricht. Nun leben wir in der Illusion, dass die Welle eine eigene Existenz unabhängig von dem Ozean hätte und vergessen nach und nach, dass es den Ozean gibt.
In dem Moment wo wir uns selbst ganz Gott übergeben, haben wir uns keineswegs selbst verloren.
Übergeben heißt nicht eine Marionette werden, nein: Wir übergeben uns unserem wahren Selbst.
Wir sind wieder wir selbst geworden. Die Welle verebbt und ihr Wasser ist eins mit dem gewaltigen Ozean!
Und dann geschehen Wunder: Wir müssen gar nicht mehr darüber nachdenken, was wir sagen wollen, Gott spricht durch uns. Handlungen müssen nicht mehr geplant werden, denn Gott handelt durch uns. Wir werden zu einem vollkommenen Werkzeug Gottes und Gott handelt und spricht durch uns! Wir haben uns nicht verloren, nein: Wir sind wir selbst geworden! Die Illusion der Individualität ist besiegt, wir finden uns wieder als die Totalität!
Dennoch kann es sein, dass wir weiterhin verkörpert sind.
Wir leben als eine Verkörperung des Göttlichen und erkennen unser Sein als ein Grenzenloses Wesen, dass beliebig viele (scheinbare) Individualitäten in sich einschließt.
Unsere Träume sind angefüllt mit Liebe, denn Gott spricht zu uns.
Aber auch diese Zwiesprache wird enden, denn sie Beruht immer noch auf der Illusion der Trennung!
Am Ende ist da nicht mehr eine Beziehung: Mensch-Gott oder Mensch-Mensch, sondern alles ist wieder Eins: das „Eine ohne ein Zweites“, die Totalität.

Berechtigterweise drängt sich nun die folgende Frage auf:

Wieso haben wir Gott überhaupt verlassen?

1. Weil Gott sich selbst erfahren will.
2. Weil wir uns selbst erfahren wollen.

Zwischen 1. und 2. gibt es nur einen Unterschied:
Die Illusion der Trennung von Gott.
Denn erfahren wir uns selbst, als das was wir wirklich sind, so ist die Illusion überwunden und da ist nur noch das „Eine ohne ein Zweites“: Gott!
@Martin
Zitat:
Wieso haben wir Gott überhaupt verlassen?

1. Weil Gott sich selbst erfahren will.


Wie passt denn das zusammen? Du weißt also von irgendwoher, was dieser Gott will?

Weshalb diese menschliche Darstellung gegenüber einem Wesen, was für den Menschen so oder so nicht erfassbar ist?
Die Menschen, bei denen die Trennung aufgehoben ist, die erfuhren es. Und das ist nun mal mein Glauben an diese Menschen. Wer das nicht glauben will, braucht es nicht zu glauben.

Ich würde mal sagen:
"Do it yourself!" (Bastelle Dir ein Gottesbild)
und Wettbewerb:
Das schönst Bild gewinnt!
@martin
Das ist aber ein echter Tunnelblick! Du setzt grundsätzlich voraus, dass der mensch einen gott bzw. ein Gottesbild braucht. Was, wenn nicht? Ich selber finde beides völlig überflüssig!
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