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War Paulus ein Erleuchteter oder ein Besessener?












@Galater3-19: das hast Du sehr schön geschildert. Aber es ist nur in Dir und nur Du weißt es - ob es nun Jesus war oder Paulus, die in Dir gearbeitet haben, es war sicherlich für Dich und Deine Situation notwendig zu erkennen.

Aber als Kind seiner Zeit wußte er auch, daß sich die Griechen und Römer ihre Götter auf die Erde holten - symbolisch - und es ist klar, wenn man das nicht weiß, alles wörtlich nimmt, kommt man in Schwierigkeiten.

War Paulus Jude oder Römer oder Grieche ? Welche Erziehung hatte er, wie war sein Denken geprägt - im Kontext dieser Zeit ?

Zitat:
http://www.dr-then.de/start/paulus/artikel_p/teil3.html
Über seine eigene Jugend und Bekehrung äußert sich Paulus erst im Galater- und Korintherbrief (ca. 55 n. Chr.), also viele Jahre nach den Begebenheiten. Liegt da nicht der Eindruck nahe, dass der Apostel selbst vieles verklärt und aus dem Abstand langjähriger Lebenserfahrung und vor allem auf Grund seiner Lebenswende seit seiner Bekehrung vieles rückblickend anders sieht, als es wirklich geschehen ist bzw. es Dritte (antiochenische Gemeinde z.B.) objektiver sehen können? Keine Seite, weder Paulus noch manches antiochenisches Gemeindeglied ist objektiv, sondern hat eine bestimmte Absicht, die dargestellt werden soll.


quelle:
http://www.google.de/search?hl=de&a.....che&meta=lr%3Dlang_de

Zitat:


Ist hier an den Einfall des Römers Pompejus ins Hl. Land gedacht, der 63. v. Chr. das Land befriedete oder an den Feldzug des Quinctilius Varus im Jahr 4. v. Chr.? Dann wären die Eltern des Paulus nach Tarsus geflohen oder ausgewandert, aber gebürtige Galiläer. Nach einer anderen Notiz des Hieronymus müsste Paulus sogar in Gischala geboren worden und in jungen Jahren mit seinen Eltern geflohen sein. Auffälligerweise erwähnt die Apostelgeschichte Tarsus nicht als Geburtsort des Paulus. Und doch dürfte Hieronymus einer falschen Information bzgl. des Geburtsortes aufsitzen.

Damit tut sich eine grundsätzliche Frage auf, die immer wieder für Verwirrung gesorgt hat. Sind die Selbstauskünfte des Paulus in seinen Briefen zuverlässig oder sind die vielen Details, die nur Lukas in seiner Apostelgeschichte verarbeitet und die ihrerseits auf Zeugnisse und genaues Wissen der frühen Gemeinde vor allem aus Antiochia (antiochenische Quellen) zurückzuführen sind, zutreffend? Man wird unterscheiden müssen, zwischen jenen Details über Paulus, die nur die Apostelgeschichte überliefert und solchen, die Paulus weglässt oder verschweigt, und schließlich den offensichtlichen Widersprüchen, die sich zwischen Lukas und Paulus auftun (vergleiche Teil 2). Bereits der antike Christenkritiker und Plotinschüler Porphyrios (4. Jh.) hält den Eindruck fest, der Paulus der Briefe scheint eine andere Person zu sein als der Paulus der Apostelgeschichte.

Zitat:

Aus einer zuverlässigen Quelle am Ende des 1. Jhs. erfahren wir die Einwohnerzahl der Stadt: 500.000 Menschen sollen es gewesen sein, Griechen, Orientalen und Juden.

Dieses Umfeld bedingte es wohl auch, dass Paulus in griechischer Sprache aufwuchs, er das Griechische nicht als spätere Zweitsprache erst erlernen musste und er deshalb in seiner Briefliteratur ein gutes Griechisch schreiben konnte.

Er verwendete das Griechische nicht nur, weil seine griechisch sprechenden heidenchristlichen Gemeindeglieder es verstanden, die Sprache war ihm von Kindesbeinen an vertraut.

Deshalb zitierte er seine Bibel (Altes Testament) aus der griechischen Übersetzung, wie sie den Juden seit dem 2. Jh. v. Chr. aus Alexandria vertraut war, und nicht in der hebräischen Ursprache, die er vom Gesetzesstudium und der Liturgie her kannte.

Wie orthodox seine Synagogengemeinde freilich war, wissen wir nicht. Hat er am Sabbat den Toraabschnitt in hebräischer Sprache gehört, wie auch heute noch in einer orthodoxen Gemeinde üblich, oder hat man das Wort Gottes in das Griechische übertragen und somit in Übersetzung rezitiert?


aus Wikipedia:
Zitat:

Paulus von Tarsus (hebräischer Name: Saul; lat.: Saulus; * unbekannt, † nach 60, eventuell in Rom) ist der erste und wichtigste Theologe der Christentumsgeschichte und neben Simon Petrus der erfolgreichste Missionar des Urchristentums.

Als griechisch gebildeter Jude und gesetzestreuer Pharisäer verfolgte Paulus die Anhänger des gekreuzigten Jesus von Nazaret, dem er nie begegnet war, zunächst. Doch seit seinem Damaskuserlebnis verstand er sich als von Gott berufener „Apostel des Evangeliums für die Völker“ (Gal 1,15f EU). Als solcher verkündete er vor allem Nichtjuden den auferstandenen Jesus Christus. Dazu bereiste er den östlichen Mittelmeerraum und gründete dort einige christliche Gemeinden. Durch seine Paulusbriefe blieb er mit ihnen in Kontakt.

Diese ältesten erhaltenen Schriften des Neuen Testaments haben nicht nur Theologen wie Augustin von Hippo, Martin Luther und Karl Barth, sondern auch Philosophen wie Sören Kierkegaard oder Karl Jaspers geprägt und damit die europäische Geistesgeschichte stark beeinflusst. Seit der Aufklärung sehen viele Denker – u. a. Friedrich Nietzsche oder Hannah Arendt – in Paulus den eigentlichen Gründer des Christentums.


http://freenet-homepage.de/biblisch.....m_des_apostels_paulus.htm
@Gabriele

Zitat:
das hast Du sehr schön geschildert.

Ich werd gleich rot ob so großem Lob.
Zitat:
Aber es ist nur in Dir und nur Du weißt es - ob es nun Jesus war oder Paulus, die in Dir gearbeitet haben, es war sicherlich für Dich und Deine Situation notwendig zu erkennen.

Es war eindeutig Jesus. Er hat auch einen Namen: Christos Salvator
Es ist eine eigene Geschichte, die viel Raum braucht, um sie zu erzählen.
Und Ruhe. Und offenes Zuhören.
Zu der damaligen Zeit hatte ich noch nicht in den Briefen des Paulus gelesen. Ich denke, der entscheidende Punkt war, daß ich zu dem Zeitpunkt, als ich begann, in der Bibel zu lesen, einen Glauben von ganz besonderer Art hatte.
Ich bin in einem katholischen Dorf aufgewachsen. In einer Katholischen Familie. Sonntags Kirche war eine Selbstverständlichkeit.
Dann ging ich in ein katholisches Internat. Ich wollte Priester werden. Tut eigentlich nichts zur Sache, war aber meine eigene Idee gewesen, im zarten Alter von 10 Jahren. Dieses Internat wurde (und wird) vom Pallotinerorden betrieben. Nach 4 Jahren hatte ich die Schnauze gestrichen voll. Ich hatte ja die Patres täglich erlebt. - Nicht sehr christlich. In der folgenden Zeit baute ich mir ein humanistisches Weltbild auf. Mit -ohne- Gott. Das funktionierte recht gut. Mit 19 Jahren dann fuhr ich dann nach Taizè. Als Chauffeur sozusagen, denn in unserer Jugendgruppe hatten sehr wenige ein Auto. Der neue Priester unserer Gemeinde hatte diesen Vorschlag gemacht. Und ich war zu diesem Zeitpunkt sogar Vorsitzender dieser katholischen Jugendgruppe. - Als bekennender Atheist. *grins*
In Taizé hatte ich dann so etwas wie eine Begegnung mit Gott. Ich hatte nicht danach gesucht, die Anderen waren gerade beim Gebet in der Kirche, und ich streunte durch die Gegend, über die Wiesen. Und dabei geschah es.
Von diesem Zeitpunkt an glaubte ich an Gott. Ich hatte auch keine Schwierigkeiten gegenüber anderen zu bekennen, daß ich an Gott glaubte.
Aber, ich ließ Gott nicht in mein Leben. Ich lebte mein Leben weiter, als ob es Gott nicht gäbe. Ich hatte doch meinen Glauben, und war ein ordentlicher Mensch, der niemandem etwas zuleide tat.
Allerdings las ich oft in der Bibel. Immer von Zeit zu Zeit, in gewissen Schüben, wenn mir wieder einmal danach war. Ich fand das NT recht langweilig, und konnte mich z.B. im Buch der Weisheit verlieren.
Achso, Christus Salvator.
Wiederum in Taizé, mittlerweile waren dreißig Jahre vergangen. In tiefster Verzweiflung hatte ich keinen anderen Weg mehr gesehen, war nach Taizé geflüchtet. Ich meldete mich dort an mit den Worten: Hier in Taizé habe ich Gott gefunden; jetzt bin ich gekommen, um ihn um Erlösung zu bitten.
Und an diesem Tag trat Christus der Erlöser in mein Leben. Auf eine ungeahnte Weise. Und an diesen Tag geschahen andere wundervolle Dinge. Keine Zufälle. Pfingsten 2006.
Und seit diesem Tag weiß ich, daß Gott mich hört. Seit diesem Tag habe ich ein Beziehung zu Gott.
Das war erst der Beginn einer Kette weiterer Ereignisse.
Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

Zitat:
Hier in Taizé habe ich Gott gefunden


Ach ja Taizè. Da war ich auch einmal mit der evangelischen Jugend. Vorübergehend schwanden da meine Zweifel am Christentum. Es klingt mir heute noch der Mönchschor in den Ohren "Sauve nous, Seigneur notre Dieu, rassemble nous du milieu des nations... Rendez grâce au Seigneur car il est bon, et eternel est son amour...".

Viele Jahre später, nach der Scientology, hatte auch ich ein Christus-Erlebnis. Ich war erlöst -- für immer, wie ich dachte -- und schwebte tagelang einen halben Meter über dem Boden.
Wochenlang glaubte ich mich in enger Verbindung mit Christus. Aber die Verbindung oder was es war, wurde immer dünner -- es kam nichts mehr nach.

Ich fürchte, es war ein mentales Trugbild, vorbereitet in langen frommen Kinder- und Jugendjahren.

Heute warte ich auf keine Erlösung von außen. zumal ich kaum wüsste, wovon ich eigentlich erlöst werden sollte -- höchstens von Unwissenheit und Unfähigkeit in mancherlei Dingen, auch spirituellen. Aber das muss ich natürlich selber bewerkstelligen, wenn es auch scheint, als ob hübsche "Zufälligkeiten" den Weg ebnen.
Zitat:
Ach ja Taizè. ......
......
Aber das muss ich natürlich selber bewerkstelligen, wenn es auch scheint, als ob hübsche "Zufälligkeiten" den Weg ebnen.


Ja, Taizè.
Das sind sehr liebe menschen, die an etwas Wertvollem arbeiten.
Man hat mich dort am Ende rausgeworfen! Soll selten vorkommen, aber kommt vor.
Ich hatte um ein Gespräch gebeten, um über meine Interpretation des Paulus zu reden.
Zwei Minuten ertrug Frère Adrièn meine Worte, dann sank er auf seinen Stuhl in sich zusammen, schlug vor Entsetzen die Hände vors Gesicht, und gemeinsam mit Frère Timotheus jagte er mich davon, mit den Worten, ich sei krank. Ich solle nicht wieder hierher nach Taizé kommen!
Allerdings hatte ich in den Tagen vorher mit verschiedenen Theologen gesprochen. Ein französischer Curé hatte nach einem mehrstündigen sehr tiefen Gespräch gesagt:
C´est vrai! C´est la Vèritée. (Das ist wahr. Das ist die Wahrheit.)
Eine evangelische Pastorin hatte mir gesagt:
Das ist eine interressante Theorie, die ist neu.
Und Frère Adrièn ertrug nicht einmal, es anzuhören.

Wieder in Deutschland zurück, hatte ich ein vierstündiges Gespräch mit einen Philosophieprofessor, der schon verschiedene Bücher über Logik veröffentlicht hat.
Und er bestätigte meine Interpretation als logisch richtig. - Nachdem er alle meine angeführten Textstellen in der griechischen Bibel daraufhin überprüft hatte, ob meine Behauptungen so auch aus dem griechischen Originaltext geschlossen werden könnten.

Und das von dir zitierte Lied ist jetzt Inhalt im aktuellen Liederheft.
Und, falls es dir nicht aufgefallen sein sollte, auch ich war mit einer Jugendgruppe in Taizé gewesen. Es war heftig, aber nicht wirklich dauerhaft. Auch ich hatte es als "schön", aber nicht wirklich bedeutsam abgehakt. Alltagstrott, Alltagsleben, in die Hände spucken, heiraten, Kinder, Haus, - Leben eben. Da war für Gott kein Platz. - Nicht wirklich.

Also sei unbesorgt, Gott hat Zeit.
@Galater319

Ja, du nimmst es offenbau sehr genau mit den Schriften und verwirrst und verblüffst die Pharisäer und Schriftgelehrten!
Ich habe mir schon seit Tagen vorgenommen, diesen ganzen Paulus-Strang mal durchzustudieren, denn trotz meiner gelegentlich losen Lästerzunge finde ich Betrachtungen dieser Art ja doch faszinierend und vielleicht sogar weiter führend.
Ich habe natürlich mitbekommen, dass du der Autofahrer nach Taizé warst. Wir hatten einen Bus samt Fahrer gemietet.
Was Gott und mich anlangt, so bin ich seit einiger Zeit soweit, sprechen zu können "Ich bin, Gott ist, und wir sind eins", oder, mit anderen Worten, Gott ist für mich nichts Außenstehendes, zu dem ich erst hin müsste. Nur mit meinem Bewusstsein hapert es noch ein bisschen. Man ist so leicht auf die kleinen Dinge des Alltags und auf die Bedürfnisse des Leibes fixiert auf dieser materiellen Ebene ("in diesäm Jammä- und Dränändaal", wie es ein Bamberger Erzbischof einmal in einer Osterpredigt aussprach).
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