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Hallo Gabriele,
warum diese Aufarbeitung, warum jetzt?
Weil es jetzt normalen Menschen möglich ist, sich in jede theologische Bibliothek einzuloggen. Weil das Wissen über die Zusammenhänge und Quellen nicht mehr Privileg der Exegeten, der Schriftdeuter ist.
Freu dich doch.
Und hab Vertrauen darauf, daß das, was "übrig" bleibt, wunderbar ist. Und nicht ein kläglicher Rest, sondern eine neue Erkenntnis. Ja, der Mensch braucht eine neue Einstellung zur "Religion". Die Religion muß sich auf ihre Aufgabe besinnen. Die Gemeinschaft der Gläubigen hat nach wie vor ihre Daseinsberechtigung, ja, sie bekommt sie ganz neu im ursprünglichen Sinne:
"Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen".
Gehen wir diesen Weg. Ich sehe diesen Geist auch hier, in diesem Forum. Es ist sicher ein Wagnis, aber lassen wir uns unsere Verantwortung für unseren Glauben nicht abnehmen. Das Bemühen um den Glauben kann nicht deligiert werden.
Ich sehe mich auch als Kritiker. Obwohl ich nicht die theologische Ausbildung habe. Gerade das empfinde ich oft als Vorteil. Ich argumentiere oft mit den falschen theologischen Begriffen; ich rede nicht wissenschaftlich genug. Der Elfenbeinturm der Theologen bedarf einer grundlegenden Sanierung. Aber sie haben Angst, denn bei näherem Hinsehen ist doch dieser Gestank des Mülls unerträglich, den sie uns die ganze Zeit als Wohlgeruch verkauft haben. Genau um diesen Müll geht es. Die Theologen haben damit ihre Konstrukte angeklebt, und die Fehlstellen zugeschmiert. "Schaut mal, wie schön wir das wieder hingekriegt haben". Ja, sie haben die wahre Gestalt unseres Glaubens nicht erkannt, und meinten, etwas stützen zu müssen, was aber in Wirklichkeit nicht da ist.
Diesen Müll müssen wir ausräumen, diesen Dreck müssen wir wegfegen, dann kommt der wahre Grund, die reine Gestalt zum Vorschein.
Der Inhalt wird sich herauskristallisieren. Er ist da.
Galater
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oh, weia, laß mal einen Theologen dieses Forum finden - aber dann
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Die Erinnerung an ein Gespräch mit einem Theologieprofessor vor zwei Tagen ist wohl noch zu frisch.
Deshalb hatte ich einiges so formuliert, wie ich es wahrgenommen habe. Als ein armseliges Herauswinden. Eines möchte ich klar zum Ausdruck bringen. Das ist keine persönliche Mißachtung der Theologen. Das sind liebe und besorgte und verantwortungsbewußte Menschen.
Das Weltbild des Ptolemaios war auch bis ins 16te Jahrhundert anerkannt. Alle, die es für richtig hielten sind gewaltig in die Irre gegangen. Aber sie waren deshalb nicht schlechte Menschen. Erst mit Keppler kam die Erkenntnis.
Das Weltbild des Ptolemaios hatte alles so schön beschrieben. Und es passte ja auch. Alle waren zufrieden. Das was für uns die größte Selbstverständlichkeit ist, das war für die damalige Zeit die irrige Meinung eines Spinners. Wir können uns mit diesem Abstand nicht mehr wirklich in das Denken dieser Zeit hineinversetzen. Da kommt einer, und sagt, das die Welt ganz anders ist. Ganz anders, als man doch weiß, seit mehr als eineinhalb Jahrtausenden. Unzählige Wissenschaftler hatten sich damit auseinandergesetzt, unzähligeSterngucker hatten auf dieser Basis den Himmel angeschaut. Und alles stimmte. Und jetzt kam einer, der sagte, das das alles nicht stimmte? Der mußte doch ein Irrer sein.
Denn, sein Modell war zu einfach, es konnte keine Wahrheit beinhalten, der Versucher war hier am Werk, und wollte den Menschen weismachen, daß die Erde, diese wunderbare Schöpfung Gottes, nicht im Mittelpunkt dieser Schöpfung stände. Das war der Versuch, dieser Schöpfung Gottes, wo er Adam und Eva nach seinem Ebenbilde geschaffen hatte, ihre zentrale Bedeutung zu nehmen, Gott dadurch an den Rand zu drängen.
Die Menschen die so argumentierten waren ernsthafte, verantwortungsvolle, intelligente Wissenschaftler.
Und doch irrten sie gewaltig. Und ihre Befürchtungen waren grundlos. Es brauchte viele Jahre, bis das erkannten.
Für uns ist es heute eine Selbstverständlichkeit, daß die Erde nicht ihre Bedeutung verloren hat, nur weil sie um die Sonne kreist. Und daß die Bibel nicht weniger wert ist, nur weil sie in der Schöpfungsgeschichte die Sicht und die Erkenntnis der damaligen Kulturen beschreibt.
Wir halten nicht mehr an etwas fest, was falsch ist. - In diesem Punkt.
Die Begründung des Theologieprofessors war gewesen:
"Wenn sie es für möglich halten, daß Paulus gedacht haben könnte, JHWH sei ein Engel gewesen, dann können sie nicht den Zugang zu den Briefen des Paulus finden, dann müssen sie in die Irre gehen".
"Paulus war Zeit seines Lebens Pharisäer, und er hat immer das Gesetz als von Gott gegeben betrachtet. Was er beanstandete am Gesetz war, daß die Menschen es nicht einhalten konnten."
basta. (von mir hinzugefügt)
Und dieser Mensch ist Neutestamentler an der Uni Freiburg.
Tolle Wissenschaft, die nicht einmal in Gedanken fähig ist, ihre "Basis" in Frage zu stellen. Würde jede Wissenschaft so funktionieren, dann gäbe es sie nicht. Die Wissenschaft entwickelt sich doch durch das Fragen und Forschen.
Theologen kommt. Ihr dürft gerne mitreden. Ihr sollt sogar mitreden.
Manchmal komme ich mir vor wie Keppler
Galater, der der Katze die Schelle umhängt.
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@Gabriele
| Zitat: |
| oh, weia, laß mal einen Theologen dieses Forum finden - aber dann |
Als Ex-Theologe habe ich es gefunden, und nun
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Nun darfst Du mit uns diskutieren.
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