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| Im Übrigen: Die Existenz Gottes hängt nicht davon ab, ob ein Mensch an ihn glaubt oder nicht. Dieser Glaube oder das Dafürhalten bestimmt lediglich die Vorstellungswelt eines Menschen. Vielfach auch, ob ein Mensch eher ein Optimist oder ein Pessimist ist oder wird. |
Wobei Letzteres nicht die gleiche Priorität haben dürfte wie Erstes. Da würde ich eher das "Kann" noch höher stellen...
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Hallo reinwiel,
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| Und so weiß ich: Als Ansatz können Gefühle dienen. Mit der Hoffnung, dass viele auf ihre Gefühle achten, spreche ich meine Ansicht aus, dass es Gott ohne Zweifel gibt. Das heißt nicht, dass dies eine absolute Wahrheit ist. Es heißt auch nicht, dass absolut alle dieser gefühlsmäßigen und damit auch gedanklichen Vorstellung zu folgen haben. Schön wäre es nur, wenn es ziemlich einige wären. |
Mein Vater ist in Berlin geboren und aufgewachsen. In seiner Kindheit erlebte er die Nazis wie sie durch die Strassen zogen und ihre Propaganda verbreiteten. Er erlebte auch die Kirche ("Gottes Vertreter auf Erden") wie sie mit den Nazis kollaborierten. Und später dann kamen die Engländer in der Nacht und die Amerikaner am Tag - mit Bomben. Die ganze Welt eines Kindes in Schutt und Asche gebombt - so wurde mein Vater ein Atheist - aus erlebter Erfahrung.
Der Geist, oder besser gesagt die mentale Ebene des Denkens, Fühlens und Wünschens (in Sanskrit genannt mana) ist ständig zwischen Annehmen und Ablehnen beschäftigt.
Oder mit anderen Worten "das gefällt mir - das gefällt mir nicht", "das ist angenehm - das ist unangenehm")
Dieses Gefühl ist aber ein rein subjektives.
Ein Beispiel:
Ein Mann hat Hunger geht in eine Wirtschaft und bestellt sich ein Brathähnchen. Für den Mann ist das ganze ein Vergnügen - aber für das Huhn bedeutet es den Tod. ---> des einen Freud, des anderen Leid
Wenn du auf dieser Ebene des "positiven Denkens" im Glauben an Gott verharrst wirst du nicht weiterkommen in deiner Selbst- und Gotteserkenntnis. Sobald Schwierigkeiten auftreten wechseln auch wieder unsere Gefühle und gefühlsmäßigen Überzeugungen.
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| Dass man sich nicht immer auf sein Gefühl verlassen kann, das stimmt. Aber die Frage: "Warum sollte man gerade hier richtig liegen?" führt hinweg, führt zur destruktiven Aushöhlung von Hoffnungen und sogar aller Erkenntnisse. |
Hoffnung ist gut, Wissen ist besser.
Wenn du davon ausgehst das es Gott gibt, dann muss es auch eine höhere Wahrheit geben die über allem steht, was du mit deinen fünf Sinnen wahrnehmen kannst.
So kommen wir unweigerlich zur Frage; "wer bin ich", "bin ich der Körper, oder die Lebenskraft in diesem Körper" ?
Shri Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita:
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| "Für die Seele gibt es zu keiner Zeit Geburt oder Tod. Sie ist nicht entstanden, sie entsteht nicht, und sie wird nie entstehen. Sie ist ungeboren, ewig, immerwährend und urerst. Sie wird nicht getötet, wenn der Körper getötet wird." (BG 2.20) |
Weiter heißt es in der Bhagavad-Gita, das die Seele, unser wahres Selbst, vipashcit ist, was so viel wie "gelehrt" oder "mit Wissen ausgestattet" bedeutet.
Wir haben im bedingten Zustand jedoch keinen direkten Zugang zu unserem waren Selbst, weil wir uns mit dem groben oder feinstofflichen (mana = Denken, Fühlen, Wünschen) Körper identifizieren.
Die transzendentale Seele ist die Lebenskraft die den Körper mit Bewusstsein erfüllt. Bewusstsein ist das Symptom der transzendentalen Seele.
Krishna erklärt in der BG:
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| "So wie die verkörperte Seele in diesem Körper fortgesetzt von Knabenzeit zu Jugend und zu Alter wandert, so geht die Seele beim Tod in ähnlicher Weise in einen anderen Körper ein. Ein besonnener Mensch wird durch einen solchen Wechsel nicht verwirrt. BG 2.13) |
Wir wechseln also schon in diesem Leben viele male den Körper.
Wenn wir einen toten Körper untersuchen und diesen mit einem lebenden Körper vergleichen, so werden wir die gleichen chemischen Elemente und Zusammensetzung darin finden. Der Unterschied ist, das im toten Körper keine spirituelle Seele mehr anwesend ist. Niemand hat gesehen wie die Seele den Körper verließ, und doch wissen wir; "sie/er ist gegangen".
Und so wie unser Körper von unserer spirituellen Seele mit Lebenskraft erfüllt und Bewusstsein durchdrungen wird, so wird auch die gesamte Schöpfung (der "Körper" des Universums) von einer transzendentalen Seele durchdrungen. Diese wird Paramatma, die Überseele, genannt.
In der Bhagavad-Gita heißt es:
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| "Der Paramatma und die atomische Seele (jivatma) sitzen auf dem gleichen Baum des Körpers, im gleichen Herzen des Lebewesens, und nur jemand, der von allen materiellen Wünschen und Klagen frei geworden ist, kann durch die Gnade des Höchsten (Paramatma) die Herrlichkeit der Seele (jivatma) verstehen." (KU 1.2.20) |
Wir sind ewig jivatma, die atomische Seele und Gott ist ewig Paramatma die größte Seele.
Um einen Zugang zu unserem waren Selbst zu erlangen und somit zu wirklichem Wissen zu kommen, sind wir gezwungen nach den Anweisungen des Paramatma zu handeln.
Der Paramatma (Gott) lenkt und erhält alles, Er kennt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Gruss
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Mir ist klar, dass Gefühle etwas anderes sind als Gedanken. Aber - ist beides von einander gänzlich abgekoppelt? Beides beeinflusst einander ganz wesentlich.
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Nicht unbedingt. Warst Du schonmal voller Angst, obwohl Du wusstest, dass Dir nichts passieren kann? Wenn Du z.B. einen Horrorfilm anguckst, kann er Dich das fürchten lehren, auch wenn Dein Geist, Dein Verstand Dir sagt, dass alles in Ordnung ist, dass Dir nichts passieren kann, dass es nur ein Film ist. Ähnlich, so meine ich, ist es mit Gott. Auch wenn alle Rationalität dagegen spricht und sich Verstand sich dagegen wehrt, so glauben viele Gott würde existieren, weil sie ihn fühlen.
Natürlich stehen Gedanken und Gefühle in Wechselwirkung, dass sind aber zwei unterschiedliche Systeme von denen das eine das andere überlisten kann.
@jivatma
Schaffst Du es vielleicht mal in einem Faden über Gott nicht mit Gott zu argumentieren, letztendlich endest Du immer mit: 'Krishna in der BG dazu:'
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Meine lieben Gesprächspartner,
es kommt nicht so sehr darauf an, was man als einzig bestimmend ansieht: die Welt des Wissens und der Gedanken oder die Welt der Gefühle, des gefühlsmäßigen Wollens.
Dieses dauernde Wechselspiel zwischen denken und fühlen bedarf natürlich einer Kontrolle, wenn auch mit nicht jener Vorsicht, die ständig alle Fehler zu eliminieren sucht. Also: was ist wirklich wahr, was ist das absolut Richtige, was darf ich annehmen oder nicht? Im Leben lernt man auch aus Fehlern, die auch Umfaller sind.
Ich meine daher: Wage manchmal geistig und im Leben in Irrtümer zu stolpern, doch versuche an ihnen deine Persönlichkeit zu formen. Gehe mit Fehlern um, aber provoziere keine.
Eigene Beurteilung und Entscheidung führen zu innerer wie äußerer Freiheit. So gelingt es, sich von Zwängen zu lösen. Zwängen, die entweder in dir selbst zu wachsen suchen oder die dir von anderen mittels Vorgaben und Bestimmtheit in schriftlicher oder mündlicher Mitteilung zum Nachbeten oder zum genauen Befolgen auferlegt werden. Etwa in der Form: Du wirst geistig nicht weiterkommen, wenn....
Diese Zwänge der Überredung führen und führten immer zu Unfrieden, Krieg, Hass, Unterdrückung, Verfolgung. Die Christen glaubten, im Namen Christi alles vereinnahmen zu müssen - auch mit Gewalt. Die meisten Politiker versuchen, ihre Ziele bzw. ihre Ideen mit Druck umzusetzen. Religion wird zur Fakel der Unduldsamkeit auf allen Seiten.
Fehler werden im Aufdrängen von Aussagen provoziert, auch wenn sie so kommen: Ich meine ja bloß, ich geb dir nur zu wissen, was Krishna in der Bhagavadgita sagt, was Mohammed im Koran sagt, was in der Bibel steht.
Die Orientierung in und an Schriften ist gut, aber kaum das bloße Rezitieren, das viel besser sein will. Überdenke, ob du damit nicht bloß Vorstellungen fixierst. Vermittle Freiheit und sei lieber frei.
O ja, es ist erlaubt zu sagen: Du lieber Schreiber bist ja auch nur in deine Ideen fixiert. Ich gebe zu, das kann stimmen. Aber ich hoffe dennoch, dass ich zum Überlegen anregen kann. Nein, von Fehlern bin ich nicht frei. reinwiel
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Hallo Leer und Reinwiel,
@Leer
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| Schaffst Du (jivatma) es vielleicht mal in einem Faden über Gott nicht mit Gott zu argumentieren, letztendlich endest Du immer mit: 'Krishna in der BG dazu:' |
Das ist eine Sache der Autorität.
Jeder argumentiert aus der Sicht „seiner“ Autorität.
Unsere fünf Sinne sind sehr begrenzt. Die ganze materialistische „Wissen - schafft“ basiert auf dem was uns diese Sinne vermitteln.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten Wissen zu erlangen, der eine Weg wird aroha-pantha, der empirische Weg (eigene Untersuchung und Phil. Spekulation) und der andere Weg wird avaroha-pantha, Wissen von höherer Autorität, genannt.
Die Suche der Materialisten basiert auf dem empirischen Weg das höchste Wissen zu erlangen.
Diese Art der Erlangung von Wissen, kann uns aber bei der Suche nach Gott nicht weiter helfen.
Bei der Suche nach Gott sind wir auf die höchste Autorität angewiesen - avaroha-pantha.
In meinem Fall ist das; Vedanta. Veda bedeutet Wissen und anta bedeutet „das ultimativ höchste“.
Der Gottgeweihte akzeptiert dieses Wissen nicht blind, sondern nach ausführlichem Studium des Vedanta. Wissen über Gott, so erklären die Veden, basiert auf Logik, Philosophie und Offenbarung.
So folgt jeder „seinen“ Autoritäten und Argumentiert aus diesem Verständnis heraus.
@reinwiel
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| Die Orientierung in und an Schriften ist gut, aber kaum das bloße Rezitieren, das viel besser sein will. Überdenke, ob du damit nicht bloß Vorstellungen fixierst. Vermittle Freiheit und sei lieber frei. |
Was meinst du damit?
Jeder darf denken was er will?
Sicher, das tun wir doch wohl alle …
Aber was wird uns eine Freiheit bringen die wir uns nur einbilden?
Hierzu gibt es das Beispiel mit der Maus und der Schlange. Die Maus hat ihre Höhle und ist emsig damit beschäftigt Nahrungsreserven anzulegen für den Winter. Ihre ganze Tätigkeit ist auf dieses Ziel ausgerichtet. Aber eines Tages kommt unverhofft eine Schlange frisst die Maus und hält ihren Winterschlaf in der Behausung der Maus. Die ganze Tätigkeit der Maus war nur Illusion, in Tat und Wahrheit hat die Maus die ganze Lebenszeit für die Schlange gearbeitet. In dieser Geschichte steht die Schlange sinnbildlich für den Tod.
Es ging mir nicht darum mit „erhobenem Finger“ Krishna zu zitieren, denn Krishna selbst spricht nicht mal mit erhobenem Finger. In der Bhagavad-Gita findet ein Gespräch statt; zwischen Arjuna der in einer verzweifelten Lage ist und nicht mehr weiter weiss, und Krishna der ihm in dieser Lage hilft. Bis zum Zeitpunkt der ausweglosen Situation in die Arjuna (der stellvertretend für uns steht) waren Krishna und Arjuna einfach gute Freunde. Aber als Arjuna verzweifelt nicht mehr weiter weiss, akzeptiert er Krishna als höchste Autorität.
Freiheit ist eine Illusion. Der Mensch steht vollkommen unter der Kontrolle der materiellen Natur. Er glaubt das er die materielle Natur „in der Zukunft“ beherrschen wird, so wie die Maus die emsig beschäftigt ist.
Wenn wir Glück haben erkennen wir diese Illusion bevor die „Schlange“ kommt.
Gruss
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