kann ich nicht einordnen...


Letzte Nacht träumte ich, dass ich mit meinen Eltern im Auto sitze, mein Vater fährt. Und er fährt in ein Parkhaus. Ich bekomme Platzangst, weil kein Ausgang, kein Fenster, und er fährt immer weiter und höher. Endlich erreichen wir ein Parkdeck, dann geht meine Mutter aber voran durch einen engen Schacht und ich muss ihr folgen, obwohl ich fürchterliche Panik, Platzangst und Atemnot bekomme. Irgendwie schaffe ich es doch, das Ende dieses Schachtes oder sehr engen Ganges, zu erreichen. Dann ist da so etwas wie ein Arzt, der mir etwas gibt gegen meine Panikattacke und Atemnot, was mir auch spontan hilft. Und plötzlich ist die Rede davon, dass ich einen kleinen Bruder habe, den ich nun kennenlernen, mit nach Hause nehmen und aufziehen darf. Ich freue mich natürlich riesig über ihn. Dann war der Traum zuende. Von meinem Vater war bis auf diese quälende Fahrt nichts mehr zu sehen.

Ich weiß nicht, was dieser Traum bedeuten könnte.

Könnte evtl. ein Zusammenhang bestehen, dass das erste Kind meiner Eltern, ein Junge, nur eine halbe Stunde lebte und dann aufgrund eines Herzfehlers verstarb? 6 Jahre später kam mein Bruder zur Welt, dann ich. Aber zwischen mir und meinem Bruder besteht leider kein gutes Verhältnis...

btw: das erste Kind, welches verstarb, hatte lt. Erzählungen meiner Mutter rotblonde Haare, ich bin ebenfalls blond und das Kind im Traum hatte auch blondes Haar. Es war aber kein Säugling mehr, sondern schätzungsweise 1,5 bis 2 Jahre alt und ich hatte es sofort ins Herz geschlossen, als wäre es schon immer bei mir gewesen.
Liebe Suchende,

Darf ich fragen, wie alt Du und Dein Bruder seid?

Ich hatte mal (gut da war ich aber noch sehr jung) einen sehr schlimen Streit mit meinem Bruder, und hab dann aus Wut ihm in seiner Abwesenheit sehr viele seiner liebsten Dinge kaputt gemacht. Mein Vater hat das noch gesehen, bevor mein Bruder es sah und er hat mir gesagt, dass er in seinem Leben immer wieder Freunde gehabt hätte, die kamen und gingen, manchmal blieben sie lang, manchmal waren es nur oberflächliche- aber die einzig wahre Freundschaft, die er je gehabt hätte, sei die mit seinem Bruder gewesen- danach hat er mir geholfen, die Sachen, die ich kaputt gemahct hatte neu zu kaufen bzw. zu reparieren. Seitdem habe ich eine so sehr tiefe Freundschaft mit meinem Bruder und ich könnte mir nie vorstellen einen besseren Freund zu haben- vor allem, weil man das Wichtigste, nämlich die Eltern, gemeinsam hat. Ich weiss ja nicht, wie das Verhältnis zwischen Euch beiden ist, vielleicht lässt es sich aber irgendwie verbessern. Es ist so etwas wertvolles, wenn man seinen Bruder oder seine Schwester als jemand hat, den/r man immer sein Leben lang immer alles anvertrauen kann!

Zu dem Traum trau ich mich nicht etwas zu sagen, ich bin nicht so gut darin. Da muss schon ran

Alles Liebe, Andrea
_________________
"Du magst denjenigen vergessen, mit dem Du gelacht hast, aber nie denjenigen, mit dem Du geweint hast." (Khalil Gibran)
"Der Schlaf ist der kleine Bruder des Todes." (Homer)
Hallo nochmal,

Ich hofe das hat nicht besserwisserisch geklungen, aber ich empfinde das wirklich so!!

Alles Liebe, Andrea
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"Du magst denjenigen vergessen, mit dem Du gelacht hast, aber nie denjenigen, mit dem Du geweint hast." (Khalil Gibran)
"Der Schlaf ist der kleine Bruder des Todes." (Homer)
hallo Andrea,

also ich habe das keinesfalls als besserwisserisch empfunden. Ich denke, du hast Recht. Aber bei uns war es genau umgekehrt (was ich mit "umgekehrt" meine, erkläre ich dir noch am Ende dieser Antwort).

Also - mein Bruder wird morgen 46 und ich wurde im März 40 *auweia*. Nun ja, also, ich reiße mal ein wenig über unser Verhältnis an: Mein Bruder hat mich einerseits manchmal früher, als ich noch klein war, beschützt. Aber überwiegend hat er mich geschlagen, und das ziemlich heftig. Als ich 12 Jahre alt war, kamen "andere" Übergriffe hinzu... Ich hatte mir eigentlich immer gewünscht, dass wir uns vertragen.

Ich habe mich mit 24 Jahren selbständig gemacht und auch gut verdient. Aber da musste ich auch sehr viel Zeit und Arbeit reinstecken. Meinen Bruder habe ich über viele Jahre in nicht unerheblichem Umfang finanziell unterstützt. Ihn vor allem und allen möglichen geschützt. Frag mich nicht, warum, es ist so, und ich habe es getan, obwohl ich eigentlich sehr wenig Grund dazu gehabt hätte.

Nun, vor zwei Jahren kam ich ins "Krankenhaus", zwei Monate lang. Während dieser Zeit kam mein Bruder nach Hause (er hat eine eigene Wohnung), und sollte eigentlich meiner Mutter behilflich sein. Und nun komme ich zu der Erklärung wegen "umgekehrt": Während dieser Zeit hat er mir fast alles, was mir gehörte, zerstört. Das heißt das, was er gebrauchen konnte, hat er sich einfach mitgenommen. Alles andere ist zu 95% nicht mehr zu gebrauchen. Die gesamte Einrichtung hat er unten in die beiden Kellerräume auf einen einzigen großen Haufen geworfen. Und ferner wurde auf allen drei Etagen nahezu jedes Zimmer verwüstet. Wände, Teppiche, einfach alles. Ich weiß nicht, warum. Ich bin mir auch absolut keiner Schuld bewusst ihm gegenüber, und ich bin, das kannst du mir glauben, ein Mensch, der seine Fehler einsieht. Aber ihm gegenüber ist von meiner Seite aus nichts Negatives, was er mir vorwerfen könnte.

Das alles geschah allerdings wohl mit Einverständnis meiner Mutter.

Ich denke, dass dies alles mehr oder weniger zudem eine Art "Bestrafung" war, für das, was ich damals getan hatte. Jedoch hatte ich nicht ihnen irgend etwas angetan. Deshalb verstehe ich das auch nicht. Du hast zwar auch deinem Bruder einige Dinge kaputt gemacht. Aber in dieser Situation hattest du wenigstens einen Grund, hast aber deinen Fehler wenigstens eingesehen und wieder gut gemacht, so weit es möglich war. Das ist eben der Unterschied.

Keine Ahnung, warum das alles. Ich weiß nur, dass ich schon sehr viele schöne Träume mit und über meine Vater hatte. Aber eben auch Alpträume, die meinen Bruder und die Zeit von vor zwei Jahren betrifft, die mein ganzes Leben umgekrempelt und in gewisser Hinsicht zerstört hat. Vielleicht deshalb dieser Traum.
suchende hat folgendes geschrieben:
Letzte Nacht träumte ich, dass ich mit meinen Eltern im Auto sitze, mein Vater fährt. Und er fährt in ein Parkhaus. Ich bekomme Platzangst, weil kein Ausgang, kein Fenster, und er fährt immer weiter und höher. Endlich erreichen wir ein Parkdeck, dann geht meine Mutter aber voran durch einen engen Schacht und ich muss ihr folgen, obwohl ich fürchterliche Panik, Platzangst und Atemnot bekomme. Irgendwie schaffe ich es doch, das Ende dieses Schachtes oder sehr engen Ganges, zu erreichen. Dann ist da so etwas wie ein Arzt, der mir etwas gibt gegen meine Panikattacke und Atemnot, was mir auch spontan hilft. Und plötzlich ist die Rede davon, dass ich einen kleinen Bruder habe, den ich nun kennenlernen, mit nach Hause nehmen und aufziehen darf. Ich freue mich natürlich riesig über ihn. Dann war der Traum zuende. Von meinem Vater war bis auf diese quälende Fahrt nichts mehr zu sehen.

Ich weiß nicht, was dieser Traum bedeuten könnte.

Könnte evtl. ein Zusammenhang bestehen, dass das erste Kind meiner Eltern, ein Junge, nur eine halbe Stunde lebte und dann aufgrund eines Herzfehlers verstarb? 6 Jahre später kam mein Bruder zur Welt, dann ich. Aber zwischen mir und meinem Bruder besteht leider kein gutes Verhältnis...

btw: das erste Kind, welches verstarb, hatte lt. Erzählungen meiner Mutter rotblonde Haare, ich bin ebenfalls blond und das Kind im Traum hatte auch blondes Haar. Es war aber kein Säugling mehr, sondern schätzungsweise 1,5 bis 2 Jahre alt und ich hatte es sofort ins Herz geschlossen, als wäre es schon immer bei mir gewesen.


Liebe Suchende,

ich glaube fast, du hast dir den Traum selbst schon beantwortet! Andrea hatte den Auslöser gegeben daß du über deinen älteren Bruder schreibst und die Erfahrung mit ihm....

Schau mal, du fährst mit deinem Vater in das Parkhaus. Du fährst nicht selber, du erlebst mit deiner Familie etwas beengendes. Deine Mama geht voraus durch den engen Schacht... dies im Traum, und als du im Krankenhaus warst, hat dein Bruder mit dem Einverständnis deiner Mutter alle deine Sachen "auf einen Haufen geschmissen". Deine Mama geht also durch diesen dunklen engen Schacht (die Situation in deinem herzen, ob der ganzen Situation was dein Bruder gemacht hat) voran. Irgendwann ist der Schacht zu Ende, zum einen ist Licht, die Enge ist weg, und der Arzt, der dir etwas gegen diese Angst gibt. Du bekommst Kraft den Dingen in deinem Herzen ins Auge zu sehen. Du bekommst einen kleinen Bruder, der ist zwischen 1 1/2 und 2 Jahren alt, also genauso alt, wie "was dein Bruder dir getan hat", und der kleine Bruder symbolisiert hier deine Verletzlichkeit, deine Empfindsamkeit, dein liebes Herz. Fast zwei Jahre warst do so sehr verletzt ob dieser Geschehnisse, und du bekommst nun geistige Kraft, dein Herz zu heilen!
Ich denke daß der Traum diese Bedeutung hat. Es ist ein guter Traum, denn er symbolisiert das Ende eines traurigen Abschnittes im Familienleben in deinem Herzen, und den Anfang eines neuen, mit mehr Strahlkraft. Denke daran, nur wer sein Herz öffnet, ist verletzlich, und Verletzlichkeit ist ein Preis der Liebe. Im Laufe der Zeit jedoch wird unser Herz stärker, und immer weniger verletzlich, bei gleicher Reinheit und Strahlkraft.
Das meint Jesus wenn er sagt: "So ihr nicht werdet wie die kleinen Kinder, könnt ihr nicht ins Reich Gottes kommen". Ein reines Herz, aber durch die Kraft des Erwachsenen.

Alles Liebe von deinem
_________________
"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Hallo Yojo,

danke dir für den Hinweis. Ich hatte selbst nicht so weit gedacht, das Alter des kleinen Jungen mit diesem Zeitraum zu vergleichen, aber denke, dass die Bedeutung dessen genau darin liegen könnte. Es gibt mir zum einen zu denken, zum anderen den Anstoß, endlich nach vorne schauen und vergessen zu wollen. Bereinigen. Verzeihen. Neu beginne. Und möchte mich auch endlich von gewissen Gedanken befreien. Diese Gedanken beinhalten aber keinesfalls Hass- oder gar Rachegefühle (diese habe ich wirklich nicht), sondern haben nur mit mir zu tun.

Du hast mich mit deiner Antwort dazu veranlasst, einiges zu überdenken bzw. eine Richtungsänderung der immer wiederkehrenden Gedanken anzustreben.

Danke dir.

Lieber Gruß

- suchende -
Andrea hat folgendes geschrieben:
Ich hatte mal (gut da war ich aber noch sehr jung) einen sehr schlimen Streit mit meinem Bruder, und hab dann aus Wut ihm in seiner Abwesenheit sehr viele seiner liebsten Dinge kaputt gemacht. Mein Vater hat das noch gesehen, bevor mein Bruder es sah und er hat mir gesagt, dass er in seinem Leben immer wieder Freunde gehabt hätte, die kamen und gingen, manchmal blieben sie lang, manchmal waren es nur oberflächliche- aber die einzig wahre Freundschaft, die er je gehabt hätte, sei die mit seinem Bruder gewesen- danach hat er mir geholfen, die Sachen, die ich kaputt gemahct hatte neu zu kaufen bzw. zu reparieren. Seitdem habe ich eine so sehr tiefe Freundschaft mit meinem Bruder und ich könnte mir nie vorstellen einen besseren Freund zu haben- vor allem, weil man das Wichtigste, nämlich die Eltern, gemeinsam hat. Ich weiss ja nicht, wie das Verhältnis zwischen Euch beiden ist, vielleicht lässt es sich aber irgendwie verbessern. Es ist so etwas wertvolles, wenn man seinen Bruder oder seine Schwester als jemand hat, den/r man immer sein Leben lang immer alles anvertrauen kann!

Alles Liebe, Andrea


Meine liebe, liebe Andrea,

das hat mich ganz tief berührt. Und ich mußte immer und immer wieder daran denken. Und für mich ist dies, von allen Geschichten, die gepostet worden sind, die schönste.
Die Art, wie dein Vater gehandelt hat, ist so wunderbar, da hab ich gar keine Worte für. Und daß dies der Auslöser, der Anfang von einer innigen Freundschaft mit deinem Bruder wurde, es ist wie im Märchen.

Ich glaube dein Vater ist einer der besten die es gibt.



Der besten aller Pilotinnen, und dem besten der Copiloten,
........................
vom seligsten Passagier

Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)