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Eine Welt ohne Religion (2.Versuch)












@Leer

Zitat:
Gott agiert im physischen Raum, er lässt angeblich Wunder entstehen, redet zu Gläubigen, er hat sich materiell manifestiert - also müsste man davon ausgehen können, dass man ihn in irgendeiner dieser Situationen 'messen' könnte.


Dieses Problem hatte Paulus in Sinn, als er schrieb:
Galater 3,20
Einen Mittler gibt es jedoch nicht, wo nur einer handelt; Gott aber ist >der Eine<.

Wenn man sich Gedanken über die Konsequenzen dieser Erkenntnis macht, dann erscheint ALLES in völlig neuem Licht.
Ich habs nochmal in größerem Kontext reingestellt:

Zitat:

19Was soll dann das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es von bEngeln verordnet durch die Hand eines cMittlers. 20Ein Mittler aber ist nicht Mittler eines Einzigen, Gott aber ist Einer. 21Wie? Ist dann das Gesetz gegen Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben wäre, das dlebendig machen könnte, käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz. 22Aber die Schrift ehat alles eingeschlossen unter die Sünde, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die glauben.


So wie ich das sehe, geht es hier um Gesetze, deswegen ist der Zusammenhang leider für mich nicht offensichtlich, auch wenn ich ne Vermutung habe was Du meinst, aber vllt. willst Du es ja ein wenig ausführen.
Zitat:
@POSITIV
Ist die Religion nicht für die meisten Menschen ein Ersatz für ihr eigenes Unvermögen?


Ja natürlich und das zurecht.
Der Mensch versucht die Welt unter seine Kontrolle zu bringen. Nicht nur die grossen u. mächtigen „Tiere“ aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Jeder von uns versucht durch Planung die Zukunft zu steuern.
„Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“

Die Realität ist „der Mensch denkt und Gott lenkt“.

In diesem Sinne ist sowohl das streben nach Kontrolle wie wir sie in den Industrienationen erleben und die sich immer mehr von der Demokratie zur Technokratie entwickelt, nichts anderes als ein Bedürfnis nach Sicherheit.
(körperliche Sicherheit, soziale Sicherheit, politische Sicherheit, wirtschaftliche Sicherheit etc.)

Die grösste Illusion ist jedoch, zu GLAUBEN das diese trügerischen Sicherheiten mit denen wir uns da ummauern jemals wirklich helfen werden.

Da wir alle an diesem „Spiel“ teilnehmen, ist es schwer auszusteigen. Und so geht jeder seinen gewohnten Tätigkeiten nach und spielt das üble Spiel mit. Bewusst oder unbewusst ist jedoch allen irgendwie klar, dass das alles nur Trug ist. Denn auf diesem Weg wird die „zivilisierte“ Welt sich selbst vernichten.
Auch die Menschen die an keinen Gott glauben, glauben an die, denen sie folgen; wie Arbeitgeber, politische Führer, Wissenschaft/Wissenschaftler oder dann zumindest an "Die Zukunft"

Alle paar Jahre gibt es neue Wahlen und alle paar Jahre lächelt uns wieder ein „neues Gesicht“ von den Plakaten entgegen das erklärt „unser“ Vertreter zu sein. Ein Vertreter für den Arbeitnehmer, einer für den Arbeitgeber, einer für den Konsumenten/Verbraucher und und und ….

So versuchen alle Sicherheit zu finden, nach dem Motto, „der Stärkere überlebt“
Aber die Wahrheit ist; „keiner Überlebt“

Und bei dieser Realisation; „ich werde sterben – todsicher“, da nun beginnt die Bedeutung "wahre Religion". Vorher hat man sich nur gut zugeredet; „es wird schon alles besser – in der Zukunft …“

Eine Zivilisation in der der Mensch nicht lernt sich sein Leben lang auf den Tod vorzubereiten, ist nicht besser als eine Gesellschaft von Hunden und Katzen wo jeder damit beschäftigt ist, sich um den "besten Brocken" zu streiten.

Wirkliche Religion ist das ernsthafte Streben nach Unsterblichkeit, denn das wünschen wir uns ALLE, das unterscheidet uns von den Tieren.
Ob wir diesen Wunsch nach Unsterblichkeit nun Illusion oder Verrücktheit nennen, er ist da, tief in unserm Herzen.

Der Tod so erklären die Veden, ist die Abschlussprüfung unseres Lebens und das hat nichts mit Glauben zu tun, denn nichts ist persönlicher und konkreter als der Tod - für alle von uns.
Wir sitzen also alle im „gleichen Boot“, haben alle das gleiche Problem.

In der westlich "zivilisierten Welt" ist das Thema TOD ein Tabu.
Wir sagen: "ER" kommt früh genug, da muss ich nicht schon jetzt daran denken"
Und je mehr wir ihn verdrängen, je mehr bekommen wir Angst - vor unserem unbekannten Feind, dem TOD.
Dieses Problem kann niemand für uns stellvertretend lösen. Wir sind gezwungen dieses eine, wahre und einzige persönliche Problem, unseren Tod, selbst zu lösen.

Shri Krishna sagt hier zu:
Zitat:
"Was auch immer der Daseinszustand ist, an den man sich erinnert, wenn man seinen Körper verlässt, o Sohn Kuntis (Arjuna), diesen Zustand wird man ohne Zweifel erreichen." (Bhagavad-Gita 8.7)


Die grösste Illusion ist, zu GLAUBEN das alles so ist wie wir glauben ...
und jenseits dieses Glaubens, da ist wahre Religion.

Wahre Religion so meint Shri Krishna, ist die ewige Eigenschaft der transzendentalen Seele. So wie die Eigenschaft von Wasser, eben flüssig ist, oder die von Feuer, Hitze und Licht, so haben auch wir bestimmte, ewige Eigenschaften.
@jivatma

Machst Du es Dir mit diesem "Eintopf"-Posting nicht gar einfach? Zum Schluß landest Du dann bei Krishna und willst einen Wegweiser (zu dessen?) wahrer Religion legen?

Für mich nicht einleuchtend, zumal Du Zusammenhänge zwischen Ebenen versuchst darzustellen, die es in der form auch nicht gibt.

Erwarte aber jetzt nicht, dass ich dieses ellenlange Posting Satz für Satz in seinen Nichtzusammenhängen auseinander nehme.

Vielleicht in Zukunft etwas konkreter und nicht so quer durch den Garten, da ist dann eher Interesse und Motivation zum konkreten Antworten gegeben!

Nichts für ungut und Gruß
@Leer,

Galater 3,20
Einen Mittler gibt es jedoch nicht, wo nur einer handelt; Gott aber ist >der Eine<.

ich meine, daß Paulus hier schrieb, Gott hat noch niemals auf irgendeine materialistische Weise in dieser Welt agiert.
Weil das seiner Wesenheit widerspricht.
Folglich sind die angeblichen Taten Gottes, in denen er sich in der Regel eines Mittlers bedient hat, nicht die Taten Gottes.

Du hattest bemerkt, Gott habe im physischen Raum agiert - und so steht es ja im AT und wird auch allgemein als zutreffend angesehen -.
Und hattest damit ein Grundproblem des Verständnisses von Gott angesprochen.
Denn physisches Agieren und ewigliche Existenz widersprechen sich.
Die Theologen werden niemals diesen Widerspruch erklären können.
Das hindert sie, Gott zu erkennen.

Es würde den Rahmen hier sprengen, das in Einzelnen auszuführen.

Ich kann dir bei Interesse aber gerne eine ausführliche PN schicken.

@jivatma

Zitat:
In diesem Sinne ist sowohl das streben nach Kontrolle ...... nichts anderes als ein Bedürfnis nach Sicherheit.
(körperliche Sicherheit, soziale Sicherheit, politische Sicherheit, wirtschaftliche Sicherheit etc.)

Ich habe einmal in Taizé eine Veranstaltung besucht mit dem Thema:

Unsere Verletzbarkeit - Gottes bevorzugte Tür
" Die dramatischen Umstände von Frère Rogers Tod sind nur eine äußere Hülle, die noch einmal mehr Frère Rogers Verletzbarkeit sichtbar gemacht haben, die er bewußt lebte, weil sie die Tür ist, durch die Gott vorzugsweise zu uns eintritt "
Fr. Marcellin Theeuwes Prieur de la Grande Chartreuse

Dein "Eintopf" enthält genau die wichtigen Zutaten.
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