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Wie destruktive Gewalt entsteht












Hallo,

    Erst, wenn wir begreifen, dass Auschwitz, Srebrenica, New York und auch Jonestown, oder der Terrorismus nicht nur außerhalb von uns selbst anzusiedeln sind,

    erst, wenn wir solche Untaten nicht mehr nur als un-menschlich diffamieren und damit als gefundene Projektionsfläche unserer eigenen unbewussten destruktiven Antriebe oder destruktiven Handlungen missbrauchen,

    erst, wenn wir die Bereitschaft zur Unmenschlichkeit als zu unser aller Konstitution gehörig (vgl. Mitscherlich 1970) anerkennen,

    dann haben wir Menschen, dann hat die ‘leise Stimme des Intellekts’, wie sie Sigmund Freud einmal nannte, eine Chance, unsere wirkliche Destruktivität etwas mehr in den Griff zu bekommen, anstatt sie immer von Neuem wahnhaft auszuleben.


Dipl. Psych. Thomas Auchter, Psychoanalytiker, Aachen
Aus www.aachener-friedenspreis.de/seminare/DestruktiveGewalt.pdf

Denkt mal darueber nach.

LG
Ich will ja jetzt niemandem zu nahe treten, aber das hört sich doch stark nach der (modernen) Satanistischen Lehre von Anton Szandor LaVey an.
Was sagt Anton Szandor LaVey ?



Seine Philosophie

Seine Erfahrungen mit den oft prüden und bigotten Einstellungen der Mitmenschen regten den ehemaligen Löwenbändiger dazu an, eine Ideologie zu entwickeln, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen mehr entsprechen sollte, als die gesellschaftlich akzeptierten Religionen. Anstatt etwas öffentlich zu verbieten und es dann mit schlechtem Gewissen heimlich zu tun, wie er es bei reuigen Kirchgängern immer wieder beobachtet hatte, provozierte er dadurch, dass er die unanständigen Dinge einfach ausdrücklich erlaubte oder so genannte christliche Sünden gleich direkt in satanische Tugenden ummünzte.

Der Mensch benötigt nach LaVeys Ansicht zwar keinen Gott, aber offenbar religiöse Rituale, mystische Anregungen und verbindliche Dogmen zur Orientierung, da er diese immer wieder in den klassischen Religionen zu finden versuche.

Wenn die Menschen im Grunde ihres Herzens, aber gleichzeitig alle mehr oder weniger egoistisch veranlagt sind, wäre jede großherzig vorgetragene Behauptung, altruistisch den Interessen anderer dienen zu wollen, anstatt gleich direkt die eigenen zu verfolgen, sowieso gelogen oder bloß eine nicht durchschaute Selbsttäuschung. Satanismus fordert, diese selbstlähmende Maskerade endlich aufzugeben und sich statt dessen offensiv und konsequent zum natürlichen Egoismus zu bekennen und zwar ohne deswegen Schuldgefühle zu entwickeln.

Weshalb fühlen sich manche Menschen von Sado Maso und anderen Praktiken so angezogen ? Warum haben Krimis auf dem Büchermarkt oft die ersten Plätze eingenommen ?

Satan bedeutet, dass der Mensch lediglich ein Tier unter anderen Tieren ist, manchmal besser, häufig jedoch schlechter als der Vierbeiner, da er aufgrund seiner "geistigen und intellektuellen Entwicklung" zum bösartigsten aller Tiere geworden ist.

Schaut man sich die Schlachthöfe und Schlachtfelder an, so könnte man ihm fast zustimmen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Szandor_LaVey
Huch! Eine konstruktive Zusammenfassung auf Wikipedia? Erstaunlich.

Aber das trifft es doch ganz gut, oder? Nur finde ich das Wort "bigott" im Zusammenhang mit LaVey, sagen wir, fragwürdig. Wenn jemand den großen Individualismus bzw. Egoismus predigt, wieso gründet dieser Mensch dann eine Kirche?

Zitat:
Weshalb fühlen sich manche Menschen von Sado Maso und anderen Praktiken so angezogen ?

Das frage ich mich auch und habe immer noch keine Antwort gefunden. Mein Selbstversuch hat mich auch nicht weitergebracht. Im Gegenteil.

Ich selber halte LaVey für eine Spinner. Und auch wenn ich kein großer Freund von Psychoanalyse bin, so muß ich Auchter recht geben.
Schätze mal, Anton Szandor LaVey provoziert genauso wie Aleister Crowley.


Zitat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aleister_Crowley
Der berühmteste Satz aus dem Buch "Buch des Gesetzes" ist: "Tue, was du willst, soll das ganze Gesetz sein" Crowley erläuterte, sein Ziel sei "die Befreiung der Menschheit von jeglichen Einschränkungen" Diese Doktrin legte Crowley allerdings wörtlich aus und tat, was immer er gerade tun wollte bzw. wonach ihm gerade war - ohne Rücksicht darauf, wie viel Elend und Unannehmlichkeiten er dadurch verursachte. Dies zeigte sich deutlich, als er im Verlauf seiner Reise um die Welt Bergsteiger im Stich ließ, die bei dem Versuch, den Kangchendzönga in Skkim zu bezwingen, in eine Gletscherspalte gestürzt waren. Er ignorierte die Hilferufe seiner Kameraden, weil er einen Streit mit ihnen gehabt hatte und fand, der Sturz ChrischanChrischangeschehe ihnen recht.
http://www.sekten.ch/ex-site/texte-folder/crowley.htm



Was Thomas Auchter noch so alles meint:

Zitat:
Nach Ansicht ihres Fach-Kollegen Thomas Auchter braucht der Patient für eine Analyse „hinreichenden Leidensdruck und bei aller Abwehr und allem Widerstand einen ausreichenden Willen zur Selbsterkenntnis und zur Selbstveränderung“.

Thomas Auchter
Erinnerung – Über den schwierigen Weg,
sich der eigenen Vergangenheit anzunähern


Zusammenfassung: Das Erinnern wird als Heilmittel gegen den Wiederholungszwang, als Stärkungsmittel für die Identität und als Schutzmittel gegen den Selbstverlust beschrieben. Als einer der stärksten Widersacher gegen das Erinnern erweist sich der Narzissmus, in Form der Scham, des Wunsches, unschuldig zu bleiben und der Angst vor Schmerz und Traurigkeit. Durch die Abwehr gegen die Erinnerung wird ein fataler Kreislauf in Bewegung gesetzt. Das Verdrängen der eigenen Geschichte beraubt das Individuum um ein wichtigen Teil seines Selbst und damit seiner Identität und führt so zu einer Verstärkung der narzisstischen Pathologie.


Zitat:
Chrischan: wieso gründet dieser Mensch dann eine Kirche?


Kirchen, Sekten und Gruppierungen werden doch immer mal wieder von Zeit zu Zeit gegründet. Hatte Thorwald Dethlefsen nicht auch eine gegründet.

Wenn man danach fragt, was Kirche ist, dann wird man auch die verschiedensten Ausführungen erhalten.

Es gibt immer wieder die, die die Ersten sind auf einem Gebiet, dann folgen die, die es erweitern, verbessern oder verändern. Ob Freud oder Jung oder andere. Einer ist immer der Erste. Und irgendwie haben sie alle mal Recht und mal Unrecht und irgendwie rennt die Zeit so dahin und schon sind wir wieder umgeben von neuen Themen, einem neuen Zeitgeist und es geht so schnell wie ein Karrussel und keiner schaut mehr so richtig zurück.

Die Menschen, die auffallen, mit Theorien, die behält man im Gedächtnis - aber es werden ihrer so viele und wer soll sich das alles behalten. Es bleibt für den Einzelnen immer etwas Spezielles und den Nächsten interessiert es schon nicht mehr.

Weshalb haben Menschen mit einem hohen Intellekt oft so abstrakte Vorstellungen ?

Da wird über den Kannibalen in der Presse geschrieben, als wenn er eine Heldentat begangen hat - und hofft man auf Trittbrettfahrer?

Ab wann ist Gewalt nicht destruktiv ?
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