Tod meiner Mutter


Hallo , ich möchte mal hier die Leidensgeschichte meiner Mutter hinschreiben da ich mir den ganzen Mist mal von der Seele schreiben muss .
Man muss dazu wissen dass meine Mutter schon einmal einen Krebs hatte , 2001 , nämlich einen Rachenkrebs der als geheilt gilt . Nun begann das ganze vor rund 4-5 Wochen , sie begann bei Nahrungsaufnahme sich manchmal zu übergeben . Wir dachten dass es nichts schlimmes ist und sie rief den Hausarzt der eine Magen-Darmgrippe diagnostizierte und ihr Medikamente gab . Da sich aber über die Tage keine Besserung einstellte rief sie noch einmal den Hausarzt an , allerdings war der in Urlaub und es kam der Ersatz , der diagnostizierte dann dass es ein Problem mit den Magennerven sei und gab ihr Tropfen zur Beruhigung , aber auch das brachte keine Besserung . Nun hatte sie schon einiges an Gewicht verloren da der Appetit auch nachgelassen hatte . Sie wurde immer schwächer und nachdem sie dann auch noch in ihrem Schlafzimmer hinfiel da sie das Gleichgewicht verlor rief sie den Rettungswagen der sie dann auch ins Krankenhaus fuhr (19.09.07). Da nahm ihr dann ein Allgemeinarzt Blut ab , machte ein EKG und was sonst noch weiss ich nicht . Als ich von der Arbeit kam um nach ihr zu schauen und sie abzuholen sagte dieser mir dass es sich wohl um eine Depression handeln würde und überwies sie an einen Psychiater . Diesen sahen wir dann noch am selben Abend und erzählten dass sie nicht mehr viel Nahrung bei sich behält , keinen rechten Appetit mehr verspürt und dass sie Gleichgewichtsstörungen hat . Dann erzählte sie noch ihre Lebensgeschichte und der Arzt sagte dass er sie aufnehmen wird sobald ein Bett frei sein würde und schickte uns auch wieder nach Hause . Natürlich wurde es dann auch nicht besser , ich sagte dann zu meiner Mutter dass sie sich am Riemen reissen muss bis sie ins Krankenhaus kann , es sei ja "nur" eine Depression . Da es nicht besser wurde rief sie am Freitag dem 21.09.07 noch einmal einen Rettungswagen und liess sich untersuchen . Sie wurde allerdings wieder ohne Befund nach Hause geschickt . Nun rief ich jeden Tag den Psychiater an um zu fragen wann denn endlich ein Bett frei wäre . Es dauerte noch bis Dienstag den 25.09.07 . Ich war erleichtert dass nun endlich nach ihr gesehen wird und war wieder etwas beruhigter . Sie bekam auch eine Nahrung mit hohem Kaloriengehalt um wieder zuzunehmen . Allerdings merkte man nicht viel davon in den nächsten Tagen , der arzt meinte dass das nun mal seine Zeit bräuchte . Am Samstag dem 29.09.07 , einen Tag nach meinem Geburtstag , kam dann die nächste Hiobsbotschaft . Ich wurde am frühen Morgen angerufen dass meine Mutter auf dem Weg zur Toilette hingefallen ist und sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hat der sofort operiert werden muss . Ich sagte mir noch , oh nein , nicht auch noch das . Die Operation sei allerdings gut verlaufen und wenn alles gutgehen würde könnte sie schon gleich wieder laufen . Ok , dachte ich , auch das werden wir beide noch schaffen . Dann kam allerdings der Hammer am Mittwoch dem 03.10.07 . Ich wurde wieder frühmorgens angerufen und der Arzt sagte mir dass er meine Mutter bei der Visite in einem Halbkoma fand und dass sie sofort in die Reanimation gebracht wurde , sie hätte eine Lungenentzündung und müsste beatmet werden . Ich fuhr dann morgens zu ihr hin und fand sie in der Reanimation wieder , sie war kaum ansprechbar . Ich blieb noch ein wenig nachdem mir ihre Behandlung erklärt wurde . Dann fuhr ich am Mittag wieder hin und sie war besser ansprechbar und sie konnte einem auch auf alle Fragen antworteten . Ich sprach ihr Mut zu und dass sie das schaffen würde wenn sie kämpfen würde . Nun fragt sich bestimmt jeder was das ganze mit Krebs zu tun hat , nun , abends als ich mich nach ihrem Zustand telefonisch erkundete sagte man mir dass man bei ihr Rundherde , wahrscheinlich Metastasen , in der Lunge gefunden hätte und auch eine Metastase im Gehirn . Das war natürlich wieder ein Schlag mit dem Hammer mitten ins Gesicht , und dass man sie in ein künstliches Koma legen musste da sie sich immer wieder die Maske vom Gesicht reissen wollte und auch ihre eigene Lungenkraft nicht mehr ausreichte aufgrund der Lungenentzündung . Haute habe ich dann mit dem Krebsarzt gesprochen und er sagte er wüsste noch nicht von wo der Krebs streuen würde . Das würde man nun morgen am Freitag versuchen anhand eines Scanners herauszufinden . Ich bin ja so wütend und verzweifelt . Erstens dass ich so naiv war und den Ärzten quasi meine Mutter überlassen habe und nicht genug hinterfragte und dahinterblieb da ich ihnen vertraute und zweitens dass meines Erachtens hier die ganze Medizin versagt hat mit dem langen Zustande kommen einer Diagnose . Zuerst die Hausärzte , dann die Unfallärzte in den Krankenhäusern , dann der Psychiater und schlussendlich der Chirurg der ihr Bein operierte . Heute liegt sie nun in einem künstlichen Koma , wird noch nicht künstlich ernährt da noch nicht abgeklärt ist wo der Krebsherd liegt . Das sollte aber so schnell wie möglich geschehen da sie immer mehr abmagert und immer weniger widerstandsfähig wird . Ich bin so verzweifelt , das kann keiner sich vorstellen . Das war der Stand am Donnerstag , 04 Oktober 07 . sie ist dann am Samstag 06 Oktober um 19.00 verstorben . Der einzige Trost ist dass ich dabei war als es geschah . Ich liebte und liebe meine Mutter so sehr da ich ihr sehr viel zu verdanken habe . Allerdings hatten wir vorher einen 5 Monaten langen Streit der aber noch kurz vorher beigelegt wurde und wir einen Neuanfang wagen würden wenn sie nach der Depressionsbehandlung nach Hause kommen würde . Nun vermisse ich sie so sehr und ich weiss nicht wie ich damit jemals fertig werden soll

Daniel
Hallo Danilo,

es tut mir sehr leid für dich! Ich kann es versetehen: Mein Vater ist vor 2 Jahren gestorben. Ihm wurde vor 9 Jahren als erster! Patient in Deutschland ein Netz ums Herz gelegt, wei sich der Herzmuskel nicht mehr zusammengezogen hat. Der Auslöser war eine einfache verschleppte Grippe! (Also bei Grippe lieber richtig auskurrieren)

Er ist also vor zwei Jahren einfach so abends ins bett gegangen und nicht mehr aufgewacht. (Er war 40). Eigentlich ein schöner Tod oder?

Ich weiß das es schwer ist. Ich denke jeden Tag an ihn, mitlerweile aber mit Lächeln.

Die Wunde schließt sich sehr langsam aber es wird besser mit jedem Tag!

Rede mit deiner Mutter. Lass deine Wut über ihren Tod raus und weine. Ob alleine oder mit einem Verwandten. Glaub mir sie kann dich hören Und schreib ihr einen Brief. Wie sie war und was du an ihr geliebt hast. Es hilft.

Ich wünsche dir viel Kraft.
Hallo Danilo!

Ich weiß nicht, ob du noch in diesem Forum unterwegs bist und das hier liest.

Ich wollte dir nur sagen, dass mich die Leidensgeschichte deiner Mutter sehr erschüttert hat.Das ist wirklich sehr traurig!Auch wenn sie vorher an Krebs erkrankt war, hattet ihr doch niemals mit so einer Entwicklung gerechnet.

Die Ärzte haben die Urache nicht gefunden und du hast auch geglaubt es seien die Depressionen.Du konntest ja nicht ahnen was wirklich los ist!

Meine Mutter ist Anfang November gestorben.Für mich auch ein unglaublicher Schock.Und auch ich denke ich hätte vorher etwas verhindern müssen.Außerdem war ich auch nicht immer nett zu ihr.
Du sagst ihr hattet 5 Monate Streit.Das belastet einen sehr.Aber ihr habt ihn beigelegt und wolltet neu anfangen.
Außerdem hast du in der Zeit vor ihrem Tod fest zu ihr gehalten, zb. jeden Tag Druck beim Psychiater gemacht.Das ist sehr viel!

Ich wünsche dir Kraft!Und denke daran, dass deine Mutter nicht allein war, weil sie dich hatte!
Hallo Daniel

Ersteinmal möchte ich dir sagen wie leid mir der Tod deiner Mutter tut.
Diesen Schmerz kann ich sehr gut nachvollziehen. Meine Mum ist am 8.09.2007 verstorben mit 55 Jahren. Es war Krebs!
In deiner Erzählung habe ich den Leidensweg meiner mum wiedergesehen. Der frühere Hausarzt hat meine Mum als Spinnerin abgetan und gesagt das die zu hohen weissen Blutkörperchen vom alter sind und die Schmerzen die sie hat kommen auch nur von einem kleinen Magen Darm Virus!
Diesen Mann hätte ich nach dem Tot meiner Mutter umbringen können und auch ich mache mir vorwürfe warum ich sie nicht gleich zu einem anderen Arzt mitgenommen habe.
Ich kann dich so gut verstehen.
Ich finde es schlimm das man diese Menschen nicht zu Verantwortung ziehen kann. Ich habe es versucht man hat mir aber abgeraten und so stehe ich mit meinem Schmerz alleine da und weiss nicht wie mein Leben ohne sie werden soll. Eins weiss ich und vielleicht hilft es dir auch. Wenn es bei mir mal soweit ist dann sehe ich Sie wieder und dann trennt uns keiner mehr.

Liebe Grüße

Jessie