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Hier ein Gedicht mit zwei Selbstmorden:
Die Gräfin saß auf einer ihrer Burgen,
Das Angesicht umflort von Kummer und von Surgen.
Halb welk schon ist die jugendliche Holde,
Und ängstlich schaut sie tief hinab auf das Gefolde.
Da blühet alles in des Frühlings Prangen,
und Jubel tönet von der Vöglein Zangen.
Die Nelken duften und die Rosen sprossen,
Und Nachtigallen flöten aus Zyprossen.
Der Flieder duftet und die Käfer brummen,
Da klagt die Gräfin: „Wann wird er wohl kummen?“
„Ist er mir jetzt schon gram, will er mir trotzen,
Dass er mich lässt auf dieser hohen Zinne sotzen?“
„Bricht er die Treue, die er mir geschworen?
Bricht er die Treue schon nach dritthalb Johren?“
„Hab ich’s verschuldet, dass er meiner spottet?
War mein Geschick mit seinem nicht verkottet?“
So klagt die Gräfin, und ihr Aug‘ ihr schwarzes,
Es rinnt im Übermaß des tiefsten Schmarzes.
Ihr Wort erstickt im bittersten Geschluchze,
Und voll Verzweiflung fasst sie eine Buchze.
Sie spannt den Hahn, von Satanas verlocket,
Drückt ab, und – ach – schon liegt sie hingestrocket.
Kaum aber hat ihr Leben sie verloren,
Sieht man aufs Schloss den Ritter galopporen.
Schon ist er da, schon schwingt er sich vom Rappen
Und eilt hinauf die langen Wendeltrappen.
Schon steht er auf der Zinne – ach – und sieht mit Schrecken
Die blasse Leiche mit den starren Blecken.
Da stampft den Boden er mit seinen Stiefeln
Und ruft: „Warum, oh Gräfin, musstest du verzwiefeln?“
„Konnt’st du, oh holdeste der Holden,
Dich nicht noch einen Augenblick gedolden?“
„Und muss ich dich hier nun als blut’ge Leiche schauen,
Was soll ich denn auf dieser Welt noch tauen?“
So spricht der Ritter, und es funkeln seine wilden Augen,
Und aus der Scheide zieht er seinen langen Daugen.
Er schwingt ihn keck, und mit dem grimmsten Trotze
Stößt er sich in das Herz die scharfe Spotze.
Er sinket um mit einem Schmerzenslaute
Und schon liegt er entseelt in seinem Blaute.
Am Morgen sah man bald vom Zinnengatter
Den Leichnam von der Gräfin und vom Ratter.
(Unbekannter Dichter)
Ich möchte noch anfügen:
Was das Geschick auch Böses mag verhängen,
Man tut nicht recht, sich selbsten umzubrengen.
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| Zitat: |
| Tja, das ist natürlich wieder Ansichtssache.. bzw. Glaubensfrage ("bin mir ziemlich sicher"). Den bestdokumentierten Fall den ich kenne ist (wie glaub ich schon erwähnt wurde) Johann Robeck, der ein Buch schrieb (min. ein Jahr oder länger) mit dem Titel |
Nein, dass soll eigentlich eine völlig objektiv logische Schlussfolgerung sein. Denn wenn jemand einen Brief hinterlässt (bzw. ein ganzes Buch darüber schreibt), dann ist allein das schon ein Beleg dafür, dass er sich selbst darstellen, rechtfertigen oder entschuldigen will. Nur jemand, der völlig allein ist, kann sich wirklich ehrenhaft und sicher schuldlos selber umbringen, und so jemand würde sicher keinen Brief hinterlassen...
Wenn ich sage "ich bin mir ziemlich sicher", dann sage ich das nicht, weil ich meiner Gefühle vielleicht nicht ganz sicher wäre, sondern, weil es ja sein könnte, dass ich einen Denkfehler gemacht habe und meine logischen Schlussfolgerungen belegbar nicht richtig sind...kann man ja nie wissen, weil niemand perfekt ist
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| Hmm... also man könnte es aber auch anders deuten: Er bringt sich rein aus eigener Überzeugung um, aber in der Überzeugung das seine Ansicht richtig ist schreibt er ein Buch um auch anderen diese "Einsicht" zu ermöglichen.. das muss nicht zwangsläufig Selbstdarstellung sein. Es kann auch reine "Überzeugung" von der Richtigkeit seiner Tat sein. Und wer einen Abschiedsbrief hinterlässt um sich zu erklären (nicht um sich auszuheulen, selbst darzustellen etc.) und somit den übrig bleibenden eine Nachricht zu hinterlassen ist in meinen Augen auch nicht selbstdarstellerisch sondern will nur die anderen nicht "im Dunkeln lassen" sowie sich verabschieden... - ziemlich selbstlos wie ich finde, muss er doch für den Brief alles nochmal durchkauen und zögert dieser doch den ersehnten Tod hinaus.
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Ja, das geht natürlich auch, denn nicht umsonst heißt es ja: "Seelig sind die geistig armen", oder so ähnlich
Wer so naiv und nahezu dumm ist, sich einzubilden, dass sein Tod andere nicht negativ betrifft und auch sonst keine negativen Folgen haben könnte, der kommt natürlich sauber aus so einer Sache raus...
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Ich habe eine nahestehende Person durch Suizid verloren. Viele aus meiner Umgebung meinten das der jenige feige gewesen war sich umgebracht zu haben. Das fand ich nie, weil es nicht einfach ist sich für immer auszuschalten! Ich denke es ist eine aggression gegen sich selbst! Ich habe mich Jahre lang gefragt warum & ich habe den jenigen Gehasst das er mich allein zurückgelassen hat, aber eines bleibt bestehen die Erinnerung & das Bewusstsein das ich nichts dazu beigetragen habe bzw. nicht gesagt habe tu es. Sondern der jenige selbst! Die Gründe für diese Tat weiß nur der jenige selbst! Einer der sich umbringen will tut es einfach & kündigt es nicht lang & breit an!
Ich selbst liebe mein Leben auch wenn es nicht immer einfach ist. Umbringen tun sich wohl Menschen die tatsächlich keinen Bock mehr haben. Ich könnte mir hier & jetzt nichts antun oder um zu wissen wie sich das Sterben anfühlt. Ich denke das werde ich noch früh genug erfahren!
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