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Interessante Diskussion. Ich frage mich auch schon lange, wie es überhaupt möglich ist, dass irgendetwas existiert. Inzwischen bin ich fast sicher, dass nichts einfach existiert -- außer Bewusstsein. Und das stellt sich alles mögliche vor. Es scheint außerdem in unzählige Fragmente zersplittert zu sein, die sich alle etwas vorstellen (sonst wäre das "reine Sein" ja ziemlich langweilig). Insofern als es Übereinstimmungen zwischen den Vorstellungen all dieser Bewusstseinsfragmente gibt, haben wir ein Universum, das mehreren Bewusstseinen gemeinsam ist und dadurch den Eindruck erweckt, es sei real.
Wahrscheinlich steckt noch ein bisschen mehr dahinter. Vor langer Zeit hatte ich mal die Erleuchtung, dass wir alle ein winziger Teil von Gott sind (den man sich natürlich nicht als enorm mächtige andere Person, als Überwesen, vorstellen darf, wie es die Christen, Juden, Moslems tun. Vielleicht war diese Erkenntnis gar nicht einmal so ganz falsch.
Bleibt natürlich die Frage, woher das Bewusstsein kommt. Jedenfalls sind Raumzeit, Materie und Energie sicher sekundär. Man denke an Träume, in denen man ja immer noch das Ich-Gefühl hat und in denen man herumläuft, ohne zu ahnen, dass es nur ein Traum, also so gut wie nichts ist. Außer in den sogenannten luziden Träumen, in denen man plötzlich merkt, dass man träumt. Und doch sind einem die Träume ziemlich real ... bis man aufwacht.
In diesen obigen Betrachtungen liegt einer der Gründe, warum mir vor dem Tod nicht allzu bange ist. Es geht bestimmt weiter, denn der Tod ist wahrscheinlich auch nur so eine Art Aufwachen.
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Was, wenn wir alle nur Figuren in einem Roman sind? Fiktive Existenz(en)? Kann etwas, das 'erfunden' ist, überhaupt 'existieren'? Und was ist das, 'existieren'?
Also wenn wir das mal sicher wüssten...leider definiert das jeder, der sich Gedanken dazu macht anders, aber das ist nicht mein Spezialgebiet. Ich persönlich vermute, dass mit grosser Wahrscheinlich irgendetwas existiert, es ganz sicher zu wissen weigere ich mich aber, für den Fall, dass dem nicht so sein könnte... (ja, ich hab dann im Nachhinein gerne recht).
Ja, Leer, ich denk auch schon die ganze Zeit über eine gute Begründung nach (ich hab da sogar mal eine gelesen irgendwo, aber die war jetzt nicht soo ein-leuchtend(!). Hm. Ich fürchte, ich kann dir nicht weiterhelfen. Es ist nur so ein Gefühl. Wenn alles möglich ist, dann ist es auch möglich, dass es gar nichts gibt.
Argh. *heute-Knoten-im-Hirn-hab*
LG
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Hm, Fipps, bliebe noch die Frage warum du dich überhaupt am äußeren Leben beteiligst, wenn du davon überzeugt bist.. dieses Paradox stellt sich nämlich mir: Bin ich nur "Etwas" und alles andere bilde ich mir ein (oder wird mir eingebildet.. wie auch immer...) habe ich doch keinen wirklichen Grund mehr überhaupt noch irgendwas zu tun...? Denn da ich es mir einbilde passiert eh das was ich will. Bzw. es ist total egal was ich tue, da ja alles - eben weil es nur eingebildet ist - vollkommen nichtig, wertlos, sinnlos ist.
Na, und das ich erfunden bin verbiete ich mir mitlerweile selbst zu glauben, da ich nicht denke das erfundene Existenzen auch denken. Wenn ich schreibe: "Ein Mann geht auf die Straße. Er geht weiter, bis zur Brücke. Er springt." glaube ich nicht, dass dieser Mann wirklich denkt, läuft und springt, egal auf welcher geistigen Ebene man jetzt denkt... aber im Endeffekt ist es egal, denn auch wenn man erfunden IST, das IST bleibt...
aber alles bisherige geht ja eigentlich an der Fragestellung vorbei: Woher weiß ein Ich, das noch andere Ichs oder überhaupt etwas anderes existiert...?
Also ich bin bisher noch zu keinem Schluss darüber gekommen.. aber die Frage ist echt gut
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Im Prinzip richtig, nur sind wir mit unserer Aufmerksamkeit so gründlich auf unseren Körper fixiert und um seinen Erhalt besorgt, dass wir etwas zögern, einfach zu akzeptieren, dass wir alle letztlich EIN Bewusstsein sind und alles Äußere nichts als Illusion ist. Es gibt da die SF-Geschichte von dem tibetanischen Orden, der die Vorstellung hatte, dass die Welt einfach verschwindet, wenn man alle 999 Namen Gottes (oder waren es 999.999?) beisammen hat. Dann kamen die Computer auf, die das automatisch anhand bestimmter Algorithmen, die in uralten Schriften niedergelegt waren, innerhalb weniger Tage ausrechnen konnten. Die Computerfachleute lächelten nur darüber, aber dann war der Computer fert....
Aber zur Ausgangsfrage: Die ist zur Zeit und in unserem Bewusstseinszustand nicht beantwortbar. Es ist offenbar schon sehr viel Zeit vergangen, seit wir uns in dieses Theaterstück verstrickt haben, und ständig wird noch etwas hinzugedichtet. Jetzt käme es erst einmal darauf an, all die Schichten unserer illusorischen Existenz abzulösen, die uns die WAHRHEIT zudecken.
Stattdessen gibt es jetzt schon virtuelle Welten im Internet. Wenn die elektronischen Signale aus dem Computer ("Second Life" oder das Thema der "Matrix"-Filme) demnächst direkt in unser Gehirn eingespeist werden, ist unser Bewusstsein zeitweilig in der Welt der digitalen Gespinste zu Hause. Angenommen, das würde noch weiter perfektioniert, man brächte unsere Fleischkörper in eine Nährlösung und hielte uns ständig im Second Life" angeschlossen, woher wüsste man dann noch, wer man wirklich ist und ob die anderen Figuren echt sind.
Also ist die Frage "Woher weiß ein Ich, das noch andere Ichs oder überhaupt etwas anderes existiert...?" ein hervorragender Ausgangspunkt, unsere als so überaus real erscheinende Welt mal etwas in Frage zu stellen. Aber solange wir nichts Genaues wissen, sollten wir lieber vorerst so tun, als seien die Welt, das eigene Ich und die anderen Ichs real.
Zugleich kann mal schon mal ausprobieren, ob man den Lauf der Welt durch die eigene Einbildung verändern kann. Der Umstand, dass das nicht immer so toll klappt, könnte übrigens ein Hinweis darauf sein, dass die anderen Ichs ebenfalls einigermaßen real existieren. Die haben offenbar ebenfalls Vorstellungen, und diese kommen uns bei unserem eigenen Einbilden in die Quere.
Wäre der Solipsismus (die Vorstellung, dass es nur mich gibt und alles andere meinen eigenen Einbildungen sind) richtig, dann müsste ja immer alles so laufen, wie ich das will. Hier gibt es natürlich spitzfindige Einwände ... aber welche Horizonte an möglicher Erkenntnis eröffnen sich uns!
Also weiter gedacht!
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Hm, interessant und seltsam, denn genau den Gedankengang habe ich vor ca. 1/2 Jahr in mein Gedankenbuch geschrieben... gerade mal nachgelesen nur der tibetanische Orden fehlt...
tja, und die Einwände habe ich auch seitenweise aufgelistet, genauso wie die Argumente dafür, neutral dazu usw. usw. - alles im Allen bleibt es aber dabei: Bisher habe ich immer noch keinen Weg gefunden, es einwandfrei zu be- oder widerlegen. Außer natürlich das Leben nach dem Tod könnte eine Antwort bieten. Aber wenn wir in einer simulierten Realität stecken (im übrigen würde diese die Frage nach der Herkunft und dem Ziel dieser Welt erübrigen) kann natürlich auch das Nachleben simuliert oder nicht-simuliert sein. Oder eventuell sind wir auch in der äußeren Schicht sterblich (oder ein Äquivalent dazu) - und es passiert "zeitgleich", wenn es denn die Zeit überhaupt gibt... na.. ja.. also, recht haste:
weiter gedacht
also: Hat noch wer Alternativen anzubieten?
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