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Hallo,
- Glaube ist das aelteste Manipulationsinstrument der Menschheit -
Allerdings scheint es schon so zu sein, als ob der Mensch vollkommen ohne Weltanschauung irgendeiner Art nicht auskommen kann.
Die Neurotheologie, die mittels bildgebender Verfahren (PET) Regionen im Hirn lokalisieren kann, hat gezeigt, dass bestimmte Areale genau dann eine hoehere Aktivitaet aufweisen, wenn Informationen religioeser Inhalte verarbeitet werden.
Diese Erkenntnis passt auch auf Ergebnisse der vergleichenden Anthropologie, in der bei anderen Hominiden schon vor rund 100 000 - 120 000 Jahren (spaetes Palaeolitikum) ebenfalls "religioese" Verhaltensweisen nachgewiesen wurden. (Totenkult der Neandertaler)
Schliesslich scheint nach Dr. Michael Blume sogar ein evolutionaerer Vorteil durch vorausschauendes Handeln (welches Bedingung fuer einen Totenkult, also Religion, ist) vorhanden zu sein.
Vorausschauendes Handeln wird lokalisiert im praefrontaler Kortex, und ist eine Eigenschaft, die bisher nur bei Hominiden nachgewiesen wurde.
Hierzu ist ein Artikel in der Bild der Wissenschaft 2/2007 sehr lesenswert.
Die Sozialpsychologie kennt zudem das Phaenomen, dass genau dann, wenn etablierte Religionen von sozialen Gruppen abgelehnt werden, schnell Ersatzreligionen / Sekten ihren Platz einnehmen. (So geschehen in den 60er Jahren -> z.B. Scientologie, Charles Manson, u.v.a.m.)
Insgesamt haben wir es hier mit einem Spannungsfeld des Menschen zu tun:
- Emotionen, die sich in Religionen/Sekten/Weltanschauungen manifestieren einerseits
und
- Ratio, welche sich im Wunsch der Pruefung der Erkenntnis mittels moeglichst geschlossener, also wissenschaftlicher Beweisverfahren zeigt, andererseits.
Ungluecklicherweise (wenn auch evolutionstechnisch notwendig) haben Emotionen nachweislich staerkeren Einfluss auf Handlungsweisen des Menschen (hier als Masse betrachtet) als die Ratio.
Schon der Urvater der Massenpsychologie Le Bon lieferte hierfuehr eindrucksvolle Beweise.
Deshalb bleiben alle (wissenschaftlichen) Erkenntnisse, selbst wenn sie eindeutig zeigen, dass keine einzige Religion auch nur irgendetwas mit Transzendenz zu tun hat, trotzdem ohne jeden nachhaltigen Einfluss auf die Massen.
Guter link hierzu: Vortag von Dr. Michael Blume zu Gehirn, Evolution, Religion
LG
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Hallo,
Hm, dieser Text scheint zu schwierig zu sein fuer dieses Forum.
Offensichtlich hat niemand die Tragweite des Inhalts verstanden.
Deshalb noch mal ganz deutlich:
Religion hat in etwa den selben Stellenwert fuer Menschen wie Musik. (Fuer die Spezialisten: nach Max Weber und nach Dawkins Mem Theorie)
Beide
- sprechen Gefuehle des Menschen an,
- was ihre Wichtigkeit angeht, fuer die Wirklichkeit des Menschen nicht relevant,
- ueber Qualitaet ihrer Inhalte zu streiten ist unsinnig,
- fuer beide gilt; Harmonische Inhalte verbreiten sich leichter als disharmonische,
- beide bieten einen evolutionaeren Vorteil, was der einzige Grund ihrer Existenz ist.
LG
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Hallo Gabriele,
| Zitat: |
| Gegenfrage: ist man glücklicher ohne Religionen und ohne Frage des Daseins des Menschen ? |
Glueck ist nur in den wenigsten Faellen abhaengig von diesen Fragen. In sofern existiert hier keinerlei Relation.
| Zitat: |
| Findet man bessere Fragen und Antworten auf kritische Situationen, wenn man alles aus dem Hirn heraus holen, Erklärungen damit begründen will ? |
Ich denke ja. Das Problem liegt jedoch in der Geschwindigkeit. Rationale Ueberlegungen dauern u.U. viel zu lange und beduerfen oft erst einer ausgiebigen Rechersche, waerend Bauch / emotionale Entscheidungen eben inutitiv und schnell sind.
| Zitat: |
| ...welchen Ersatz gibt er ihm und wie tröstet er ihn, wenn ihn bestimmte Situationen überfordern ? |
Gegenfrage, was tut wohl ein Atheist in solch einer Situation?
LG
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| Zitat: |
| Gegenfrage, was tut wohl ein Atheist in solch einer Situation? |
Halt irgend eine andere Droge nehmen.
Oder sich umbringen, weil ja eh alles sinnlos ist.
Deshalb konnte sich wohl der Hang zur Religiosität genetisch durchsetzen.
Weil ja die nicht-in-die-Religion-Flüchter sich selbst ausgemerzt haben.
Ergo macht Religion Sinn.
Ich als mich-in-die-Religion-Flüchter bin also ganz zuversichtlich.
Und offensichtlich evolutionsbiologisch das richtige Modell.
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