Texte für Bahaí-Hochzeit ?!?


Hallo Ihr Lieben,

ich bin neu hier und habe bislang nur still mitgelesen.

Ich habe eine Bitte an Euch. Meine Partnerin und ich heiraten in nicht ganz 2 Wochen. Wir gehören beide keiner Konfession mehr an (Ex-Protestanten) fühlen uns aber den Bahai recht nahe. Zumindest ist uns deren "Message" von allen Relegionen die bislang schlüssigste.

Nun ist der geistige Rat hier bei uns so freundlich und hat einer Bahaí Hochzeit von uns Nicht-Bahaí zugestimmt. Da wir nahe des Europäischen Hauses der Andacht leben, können wir sogar zuerst im dortigen Tempel eine Andacht abhalten und danach unter freiem Himmel unser Ja zu uns und zu Gott bestätigen.

Für die Andacht selbst fehlen uns jedoch noch Texte, denn während wir aus den Bahaischriften und der Bibel einge schöne Stellen gefunden haben, die zum Thema Hochzeit, Liebe und Ehe passen, finden wir nichts wirklich gescheites aus Koran, Budhismus und Hinduismus oder auch von Weiteren.

Wer von Euch hier noch einige Stellen weiß, oder Textauszüge zur Verfügung stellen kann, bitte immer her damit. Es eilt leider ein wenig, denn wir möchten den Vortragenden die Texte vorab zukommen lassen, also bitte noch diese Woche, spätestens Anfang nächster Woche.

Vielen lieben Dank

Fried Fertig
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"Der Mensch ist ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur."

Christian Morgenstern
Hallo Fried Fertig

Ich habe diese Anfrage leider erst jetzt gelesen.....

Ist wohl zu spät mit einigen Zitaten zu dienen?

Wie verlief denn eure Hochzeit?
Herzlichen Glückwunsch und alles alles Gute und Liebe für eure Ehe

Wäre echt schön, wenn du uns von der Feier berichten würdest (ich habe überhaupt keine Vorstellung von einer Baha`ihochzeit )!

Liebe interessierte Grüsse
Umay Hatun
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* Mein Herz ruft ALLAH ALLAH,
mein Nefs schreit yallah yallah ....*

* Der Heuchler sucht nach Fehlern;
der Gläubige nach Entschuldigungen.*
Hallo Umay,

danke für die Glückwünsche. Ich bereue (noch:-) nichts und die Hochzeit war sehr, sehr schön. Hier im Forum habe ich auch etwas spät erst nach weiteren Texten gefragt und sicherlich war im Nachhinein die Art meiner Fragestellung vielleicht etwas ungeschickt. Eigenes Zitat aus meiner Anfrage :

"Für die Andacht selbst fehlen uns jedoch noch Texte, denn während wir aus den Bahaischriften und der Bibel einige schöne Stellen gefunden haben, die zum Thema Hochzeit, Liebe und Ehe passen, finden wir nichts wirklich gescheites aus Koran, Budhismus und Hinduismus oder auch von Weiteren."

Natürlich findet sich auch gescheites in anderen Texten, wem diese Formulierung aufgetoßen sein sollte, sorry dafür. Es gibt so viele heilige Bücher, bezieht man wirklich alle Religionen mit ein. Wir waren schlichtweg überfordert innerhalb weniger Wochen (mehr Zeit blieb leider nicht) sämtliches Material zu filtern. Dennoch ist, glaube ich, eine gute Sammlung herausgekommen die ich teilweise nachfolgend auch in separatem Posting zitieren werde.

Kurz zum Ablauf einer Baha´i Hochzeit im allgemeinen und zu unserer im Besonderen :

Grundsätzlich sollten/müssen Mitglieder des örtlichen geistigen Rates dabei sein. Diese können durch die ansonsten vom Paar selbstgestaltete Zeremonie führen, müssen aber m.W. nicht. Sie dienen eher als Zeugen, daß die Regularien eingehalten worden sind (Standesamtliche Trauung am gleichen Tag, Trauzeugen anwesend, Eltern des Paares anwesend oder zumindest deren Einverständnis eingeholt, Baha´i-Trauspruch geleistet) und zur Überreichung der Trauurkunde der Bahaí-Gemeinde.

Ansonsten besteht die Vermählung selbst nur aus einem von beiden Eheleuten zu leistenden Trauspruch, vom Sinn her ähnlich dem in der christlichen Zeremonie gesagten : "Was Gott zusammengeführt hat, daß soll der Mensch nicht scheiden", nämlich (Baha´i Trauspruch) : "Wahrlich wir wollen uns an Gottes Willen halten."

Da in unserem Falle weder meine Frau noch ich Baha´i sind, wir aber dennoch eine Bahaí-Hochzeit, sogar am "Europäischen Haus der Andacht" in Hofheim-Langenhain durchführen durften, haben wir natürlich auch die sonstigen Regularien, wie oben genannt, berücksichtigt und konnten in Absprache mit den sehr freundlichen Baha´i, die uns hier toll unterstützten, den weiteren Rahmen der Trauung völlig frei gestalten.

Da es in der Baha´i Religion keine Priester gibt und auch im Haus der Andacht selbst aus nachfolgenden Gründen nicht geheiratet werden kann, bestand unsere Hochzeit aus 2 Teilen. Im Nachfolgenden Posting daher auch entsprechend unterteilt. Im 1. Teil drinnen, im Haus der Andacht, wurden nur und ausschließlich Texte, die aus heiligen Schriften verschiedener Weltreligionen stammen (oder "herauslesen lassen", nicht immer haben wir Quellenangaben gefunden) von Freunden verlesen. Da das Haus der Andacht nur dem Gebet und der Meditation gewidmet ist, sind persönliche, allzu menschliche Worte oder gar Predigten jeder Art tabu. So auch eine Heirat. Ein von einer jungen Dame gesungenes Gebet aus den Baha´i-Schriften gab unserer Andacht einen akkustisch einzigartigen Abschlußeffekt und ließ wohlig erschauern. Zumal die Stimme von hinten kam und die Sängerin zunächst nicht sichbar war, man sich also voll auf den Gesang konzentrieren konnte und mußte.

Die eigentliche Trauung folgte dann als 2. Teil draussen, außerhalb des Tempels, und beinhaltete Texte auch von (anderen) Philosophen die uns sehr gut gefielen, sowie das sehr sehr schöne Hochzeits-Tablet des Abdu’l-Bahá, des Sohnes des Religionsstifters der Baha´i-Religion Bahá'u'lláh .

Uns war es wichtig, uns selbst und den Anwesenden verschiedene Weisheiten und neue Denkebenen näherzubringen, die sich nicht ausschließen nur weil sie von verschiedenen Religionen in unterschiedlichen Epochen geprägt wurden. Eben die Einheit in der Vielfalt hervorzuheben, für die diese Möglichkeit der Trauung sicher der genau richtige Rahmen war. Meine Frau und ich sind jedenfalls der Baha´i-Gemeinde in Hofheim und natürlich auch Gott unendlich dankbar, daß wir dies erleben durften und uns auch alles so leicht zugeführt wurde. Nur 7 Wochen lagen zwischen Antrag und Hochzeit, denn unser Jahrestag sollte auch Hochzeitstag werden. Und dank eines freundlichen Standesbeamten und der zuvorkommenden Baha´i-Freunde lief auch alles an dem einen, gewünschten Tag in wunderschönem Rahmen ab.

Das wir den Baha´i-Trauspruch in von uns gestaltete, weitere Versprechen kleiden konnten war uns ebenfalls ein Bedürfnis und ich hoffe wir können sie alle halten.

So, genug getextet, ich hoffe es bereichert den einen oder anderen, habe deshalb etwas ausführlicher geschrieben. Wer gerne geistreiche Sprüche oder Zitate mag die vielleicht zum einen oder anderen Anlaß passen, oder ebenfalls für eine weitere Hochzeit; Ihr findet sicher einiges, auf jeden Fall Weises auf den nächsten Seiten. Teilweise verkürzt. Ich hoffe die Admins sind damit einverstanden, ich weiß nicht wieviel Text genommen wird. Ist schon ein wenig.

Viel Spaß damit und Licht und Liebe

Fried Fertig
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"Der Mensch ist ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur."

Christian Morgenstern
Hier haben 5 Freunde die nachfolgenden Texte im Haus der Andacht verlesen. Aus vorgenannten Gründen darf es hier keine Kommentare oder Wertungen zu heiligen Schriften geben. Dem Gebet und der Meditation sind die Häuser der Andacht gewidmet, nicht der Kommentierung. Jeder soll sich seine eigenen Gedanken machen, die Betonung liegt auf der eigenständigen Suche nach Wahrheit, das m.E. nach eigentlich Interessante an der Baha´i-Religion. Es handelt sich um 2 längere Texte aus altem und neuem Testament, ich möchte sagen, "christliche Klassiker", sowie zahlreiche kürzere Zitate zu verschiedenen Themen und Tugenden, überwiegend dem Büchlein "Einheit in der Vielfalt" entnommen, welches wiederum aus eben jenen manigfaltigen Texten der Weltreligionen schöpfte und vor geraumer Zeit im Baha´i-Verlag erschienen ist. Dies Büchlein ist derzeit vergriffen, soll aber überarbeitet und mit deutlicheren Quelllenangaben neu aufgelegt werden. In jedem Falle sehr zu empfehlen. Diese Texte wurden in unserem Falle als "genehmigt" angesehen und so haben wir letztlich einen Querschnitt zusammengetragen aus dem was sein sollte und sein könnte, würden wir Menschen nur anfangen uns zu benehmen und nachzudenken...


1. aus "Einheit in der Vielfalt" 1/3

LIEBE

Wisse wahrlich: Liebe ist das Geheimnis göttlicher Offenbarung! Liebe ist die geistige Erfüllung! Liebe ist das Licht des Reiches Gottes! Liebe ist die Ursache der Offenbarung der Wahrheit in der Welt der Erscheinung! Liebe ist das Mittel zur höchsten Glückseligkeit in der Welt des Stoffes wie der Welt des Geistes! Liebe ist die Ursache der Entwicklung für jeden erleuchteten Menschen! Liebe ist das größte Gesetz in diesem unendlichen Reiche Gottes! Liebe ist das eine Gesetz, das die Ordnung zwi-schen den bestehenden Atomen hervorbringt und über sie Macht hat! Liebe ist die Ursache, die den suchenden Sinnen die Geheimnisse enthüllt, die der Unendliche ins All gelegt hat!
Aus den BAHÀ’I-SCHRIFTEN

Liebe macht einen Ort schön. Kann jener, der nicht nach Liebe trachtet, denn Weisheit erlangt haben? Liebe ist der höchste Adel des Himmels, das friedvolle Heim des Menschen. Wem es an Liebe ermangelt, obschon ihn nichts behindert, dem mangelt es an Weisheit. Mangel an Liebe und Weisheit führt zu Mangel an Höflichkeit und Recht, und ohne diese ist der Mensch ein Sklave.
Aus dem KONFUZIANISMUS

Und erhaben über jede andere Verbindung ist die Verbindung der Menschen miteinander, besonders wenn sie in der Liebe Gottes zustande kommt. So wird die Ureinheit sichtbar, so wird die Grundlage der Liebe im Geiste gelegt.
Aus den BAHÁ’I-SCHRIFTEN

Eine einzige Tat, in reiner Liebe, um Leben zu beschützen, ist größer, als ein ganzes Leben damit zu verbringen, Gott Elefan-ten und Pferde zu opfern.
Aus dem BUDDHISMUS

DAS HEIM

Das Heim, mit seiner Atmosphäre der Liebe und Achtung, sollte das Modell für die ganze Welt sein. Jederzeit sollte Zuneigung, Harmonie und Würde im Hause herrschen.
Aus dem KONFUZIANISMUS

Das Heim soll sein ein Ort des gegenseitigen Verstehens und der Liebe, der Reinheit und der Treue, der Ehrung der Eltern und der Achtung der Jugend. Selbstsucht sei den Mitgliedern der Familie fern.
Aus dem BUDDHISMUS

Das Heim sei ein Ort der Demut, des Friedens, der Liebe, der Großherzigkeit, der Bescheidenheit, der Wahrheit und der Auf-richtigkeit. Hier sollen die Kinder ihre Eltern Ehren. Ein solches Haus wird Zufriedenheit, Wissen, Wohlergehen und Herrlichkeit erlangen.
Aus der ZOROASTRISCHEN RELIGION

Mein Haus ist ein Haus des Friedens! Mein Haus ist ein Haus der Freude und Wonne! Mein Haus ist ein Haus des Jauchzens und Frohlockens! Wer immer durch die Pforte dieses Hauses tritt, gehe von dannen mit fröhlichem Herzen.
Aus den BAHÀ’I-SCHRIFTEN

VERANTWORTUNG

Seid allezeit bereit zur Verantwortung jedem gegenüber, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch lebt. Aber tut das mit Sanftmut und Ehrfurcht, im Besitze eines guten Gewissens.
Aus dem CHRISTENTUM

Der Weise erkennt seine Verantwortung und erfüllt sie unter al-len Bedingungen. Es ist die Pflicht eines jeden, gerecht zu sein und von jedermann Schaden fernzuhalten.
Ich verzeihe allen Lebewesen und alle Lebewesen mögen mir verzeihen. Ich hege für alle freundschaftliche Gefühle. Keinem Menschen, keinem Tier, keiner Pflanze bin ich übel gesinnt.
Aus dem JAINISMUS

Zahllose Menschen gingen zugrunde, da ihnen der Geist der Vergebung fehlte. Tilge die üble Gesinnung aus deinem Herzen und siehe, die ganze Welt ist dir Freund.
Aus dem SIKHISMUS


2. Aus dem Neuen Testament 1Kor13

Wenn ich in Menschen- und in Engelszungen redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich ein dröhnendes Erz und eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und allen Glauben hätte, um Berge zu versetzen, hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts. Und wenn ich all meine Habe den Armen schenkte und meinen Leib hingäbe, dass ich verbrannt werde, hätte aber die Liebe nicht,
nützte mir’s nichts. Die Liebe ist langmütig, gütig ist die Liebe. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf, sie ist nicht schamlos, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht reizen, sie rechnet das Böse nicht auf. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sie freut sich mit an der Wahrheit. Alles trägt sie, alles glaubt sie, alles hofft sie, allem hält sie stand. Die Liebe hört niemals auf. Prophetie wird aufhören, Sprache verstummen, Erkenntnis vergehen. Stückwerk ist ja unser Wissen, Stückwerk unsre Prophetie. Wenn aber die Vollendung kommt, wird das Stückwerk abgetan.… Jetzt schauen wir noch wie durch einen Spiegel
in einem dunklen Wort, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich nur Teile, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt sein wer-de. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Am größten aber ist die Liebe.


3. aus "Einheit in der Vielfalt" 2/3

ÄRGER

Gib niemals den todbringenden Leidenschaften nach, die da sind: Ärger, Neid, Furcht und Kummer. Sei allezeit zuversicht-lich.
Aus der ZOROASTRISCHEN RELIGION

Man sollte seinem Ärger nicht nachgeben, sondern ihn unter Kontrolle bringen. Wer seinen Ärger bezwingt, hat größere Macht als jener, der ihm nachgibt. Ersterer ist Herr seines Ge-fühls, letzterer wird von ihm beherrscht. Hass zerstört die Menschheit und sollte entfernt werden.
Aus dem BUDDHISMUS

Verhalte dich so, dass kein Hass und Ärger aufkommt. Sanft-mut und Anspruchslosigkeit anderen gegenüber sind Wege, de-ren Ärger aufzuheben.
Aus dem KONFUZIANISMUS

Liebe, nicht Ärger ist geboten. Ärger bringt Zwist und Zerstö-rung. Auf den Ärger anderer antworte man mit Liebe und Sanftheit. Nur Tore geben dem Ärger nach.
Aus dem JUDENTUM

Wenn ihr zürnt, so werdet nicht ärgerlich. Die Sonne soll nicht untergehen über eurem Zorn. … Kein hässliches Wort komme aus eurem Munde, sondern nur ein gutes, das erbaut, wo es Not tut, damit es den Hörern Segen bringt.
Aus dem CHRISTENTUM

FREUNDSCHAFT & GLÜCK

Betrachte alle Lebewesen als deine engsten Freunde, denn in allen wohnt der Eine Geist. Alle sind Teil der allumfassenden Seele. Wenn der Mensch glaubt, dass ihm alle Menschen See-len-Gefährten sind, und er daher alle gleichermaßen liebt, so ist er niemals allein.
Aus dem HINDUISMUS

Der Gute soll Freundschaft schließen mit jenen, denen er helfen kann. Ein tugendhafter Mensch strahlt seine Tugend weit aus. Welch ein Glück, eines solchen Menschen Freund zu sein.
Alle Menschen sollten einander lieben und als Brüder und Schwestern miteinander leben, von den unzerstörbaren Banden der Menschlichkeit zusammengehalten.
Aus der ZOROASTRISCHEN RELIGION

Ihr seid die Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zwei-ges. Verkehrt miteinander in inniger Liebe und Eintracht, in Freundschaft und Verbundenheit.
Aus den BAHÁ’I-SCHRIFTEN

Wahres Glück kommt zu denen, die in Frieden mit ihren Mit-menschen leben. Das Ziel aller sollte sein, Frieden zu erlernen und mit allen Menschen in Frieden zu leben.
Aus dem BUDDHISMUS

Willst Du Glück und Sicherheit, so trachte nach Frieden. Der friedvolle Geist gründet sich auf Weisheit. Gott ist ein Gott des Friedens und er wünscht den Frieden für alle Menschen.
Aus dem HINDUISMUS

Das Glück des Menschen kommt aus vollkommener Harmonie mit seinen Mitmenschen. Vollkommener Einklang mit Gott ist die Quelle göttlichen Glücks. Die Guten werden wahrhaft glück-lich sein.
Aus dem TAOISMUS

Selbst in den ärmlichsten Umständen ist der Rechtschaffene glücklich. Unehrenhaft erworbener Gewinn bringt niemals Glück. Der Himmel gewährt Glück dem guten Menschen.
Aus dem KONFUZIANISMUS

Man sollte für andere das Glück suchen, das man sich selbst wünscht.
Aus dem BUDDHISMUS

4. aus Einheit in der Vielfalt 3/3

GERECHTIGKEIT

Zu wissen, was Gerechtigkeit ist, und nicht danach zu handeln, ist Feigheit.
Heiligkeit ist der Ursprung des tiefsten Glücks. Nur wer gerecht lebt, wird Glück kennen. Der ungerechte Mensch bringt Elend über sich.
Aus der ZOROASTRISCHEN RELIGION

Von allem das Meistgeliebte ist mir die Gerechtigkeit; wende dich nicht von ihr ab, wenn du nach mir verlangst, und miss-achte sie nicht, damit ich dir vertrauen kann. Durch ihre Hilfe wirst du mit deinen eigenen Augen und nicht mit denen anderer sehen und durch die eigene Erkenntnis und nicht durch die dei-nes Nächsten Wissen erlangen. Erwäge in deinem Herzen, wie du sein solltest.
Aus den BAHÁ’I-SCHRIFTEN

Der weise und gute Mensch wird in dieser und in der nächsten Welt glücklich sein. Er kennt das Geheimnis vollkommener Zu-friedenheit und Freude. Suche nicht das Glück; du wirst es fin-den als natürliche Folge guter Werke.
Aus dem BUDDHISMUS

Lasset keinen von euch einen Menschen so behandeln, wie er selbst nicht behandelt werden möchte.
Aus dem ISLAM

Wenn du Barmherzigkeit übtest, dann würdest du nicht deinen eigenen, sondern den Nutzen der Menschheit im Auge behalten. Wenn du Gerechtigkeit übtest, dann würdest du für andere nur wählen, was du auch für dich selbst wählst.
Aus den BAHÁ’I-SCHRIFTEN

Wahrlich, ich sage euch: Wer zu dem Berge da spricht: Hebe dich weg und wirf dich ins Meer, und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er ausspricht, ge-schieht, dem wird es zuteil werden. Darum sage ich euch: Alles, um was ihr betet und bittet – glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch zuteil werden.
Aus dem CHRISTENTUM


5. Aus dem Alten Testament

Das Hohelied Salomos+Salomes

….Schön bist du, mein Geliebter,
verlockend, und Laub ist unser Lager,

Zedern die Balken unseres Hauses,
Zypressen unsere Dachsparren.

In die Weinstube führte er mich,
und auf dem Schild über mir steht "Liebe"

Stärkt mich mit Traubenkuchen,
erquickt mich mit Äpfeln;
denn krank bin ich vor Liebe.

Sein linker Arm liegt unter meinem Kopf,
mit seinem rechten umarmt er mich.

Ich beschwöre euch, Söhne Jerusalems,
bei den Gazellen und bei den Hinden des Feldes:
Stört nicht die Liebe,
schreckt sie nicht auf,
bis sie selbst es will!
....

Eine Thronhalle machte Königin Salome sich
aus Libanonholz:

Ihre Säulen aus Silber,
ihre Decke aus Gold,
ihr Thronsitz aus Purpur,
ihr Inneres ausgelegt mit Liebe
von den Töchtern Jerusalems.

Kommt heraus, Töchter Zions,
und seht die Königin Salome mit dem Kranz.

Damit bekränzte sie ihre Mutter
am Tag ihrer Hochzeit,
am Tag ihrer Herzensfreude.

Schön bist du, meine Freundin,
schön bist du!

Esst, Freunde, trinkt,
und berauscht euch an der Liebe!

So ist mein Geliebter, so ist mein Freund,
Söhne Jerusalems!

als letztes folgte ein gesungenes Hochzeitsgebet aus den Baha´i-Schriften, leider habe ich den Text derzeit nicht.

Ende der Andacht
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"Der Mensch ist ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur."

Christian Morgenstern
Hier wurden ebenfalls einige Texte verlesen, jeder für sich ein Juwel welches ihr teilweise sicher kennt. Ein Mitglied der Baha´i-Gemeinde gab uns dazwischen noch persönliche gute Wünsche mit auf den Weg. Hierin kleideten wir unseren eigenen, sowie den Baha´i-Trauspruch ein. Damit waren wir verheiratet. Im Anschluß verlas ein Mitglied des örtlichen geistigen Rates der Baha´i noch das wirklich schöne Hochzeits-Tablet des Abdu’l-Baha, am Ende dieses Postings.


Khalil Gibran : Von der Liebe

Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr,
Sind ihre Wege auch schwer und steil.
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.
Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
Auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann
Wie der Nordwind den Garten verwüstet.
Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.
So wie sie dich wachsen läßt, beschneidet sie dich.
So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen
Und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern,
Steigt sie hinab zu deinen Wurzeln
Und erschüttert sie in ihrer Erdgebundenheit.
Wie Korngarben sammelt sie dich um sich.
Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.
Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.
Sie mahlt dich, bis du weiß bist.
Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;
Und dann weiht sie dich ihrem heiligen Feuer,
Damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.
All dies wird die Liebe mit dir machen,
Damit du die Geheimnisse deines Herzens kennenlernst
Und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Lebens wirst.
Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe
Und die Lust der Liebe suchst,
Dann ist es besser für dich, deine Nacktheit zu bedecken
Und vom Dreschboden der Liebe zu gehen
In die Welt ohne Jahreszeiten,
Wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen,
Und weinen, aber nicht all deine Tränen.
Liebe gibt nichts als sich selbst
Und nimmt nichts als von sich selbst.
Liebe besitzt nicht, noch läßt sie sich besitzen;
Denn die Liebe genügt der Liebe.
Wenn du liebst, solltest du nicht sagen:
„Gott ist in meinem Herzen“, sondern:
„Ich bin in Gottes Herzen.“
Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken,
Denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält,
Lenkt deinen Lauf.
Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich zu erfüllen.
Aber wenn du liebst und Wünsche haben mußt,
Sollst du dir dies wünschen:
Zu schmelzen und wie ein plätschernder Bach zu sein,
Der seine Melodie der Nacht singt.
Den Schmerz allzu vieler Zärtlichkeit zu kennen.
Vom eigenen Verstehen der Liebe verwundet zu sein;
Und willig und freudig zu bluten.
Bei der Morgenröte mit beflügeltem Herzen zu erwachen
Und für einen weiteren Tag des Liebens dankzusagen;
Zur Mittagszeit zu ruhen und über die Verzückung der Liebe nachzusinnen;
Am Abend mit Dankbarkeit heimzukehren;
Und dann einzuschlafen mit einem Gebet für den Geliebten im Herzen
Und einem Lobgesang auf den Lippen.


Krishnamurti

Frage: Ich bin voller Hass. Würden Sie mich lehren zu lieben?

Krishnamurti: Niemand kann Sie lehren zu lieben. Wenn man Leuten beibringen könnte zu lieben, wären die Weltprobleme sehr einfach, oder nicht? Falls wir aus einem Buch lernen können zu lieben, so wie wir Mathematik lernen, wäre dies eine wunderbare Welt. Es gäbe keinen Hass, keine Ausbeutung, keine Kriege, keine Trennung in Reich und Arm, und wir würden alle sehr freundschaftlich miteinander umgehen.

Sie können nicht lernen zu lieben, aber Sie können Hass beobachten und ihn sanft beiseite lassen. Kämpfen Sie nicht gegen Hass an, sagen Sie nicht, wie fürchterlich es ist, Leute zu hassen, sondern erfassen Sie Hass als das, was er ist, und lassen Sie ihn fallen, wischen Sie ihn weg – er ist nicht wichtig. Wichtig ist dagegen, nicht zuzulassen, dass Hass in Ihrem Geist Wurzeln schlägt. Verstehen Sie? Ihr Geist ist wie ein fruchtbarer Boden, und wenn man ihm genügend Zeit lässt, wird jedes aufkommende Problem wie Unkraut Wurzeln darin schlagen, und dann haben Sie Mühe, es wieder los zu werden. Wenn Sie dem Problem aber nicht genügend Zeit geben, Wurzeln zu schlagen, dann hat es keinen Ort, an dem es wachsen kann und es wird verschwinden. Wenn Sie Hass ermutigen, ihm Zeit geben, Wurzeln zu schlagen, zu wachsen, zu reifen, wird er zu einem enormen Problem. Wenn Sie aber jedes Mal, sobald Hass in Ihnen auftaucht, ihn vorbeigehen lassen, dann werden Sie feststellen, dass Ihr Gemüt sehr empfänglich wird, ohne sentimental zu sein – und so wird es Liebe erfahren.


Trauspruch - Ehegelöbnis

dies haben wir abschnittsweise und abwechselnd vorgetragen und den letzten und eigentlichen Absatz nacheinander beide vorgelesen. Nur dieser Satz ist entscheidend für eine Baha´i-Trauung

Wir bitten die anwesenden Menschen und uns wohlgesonnenen Geister, unsere Verbindung zu segnen und gut zu heißen. Wir ersuchen Gott und seine Engel wie Dämonen, uns Wohlwollen und segensreiche Energien für uns und unseren Bund zu schenken.

Unterstützt uns in unserem Bemühen, Einheit zu bewahren, Zwietracht zu vermeiden und eine glückliche Ehe zu leben.

Wir versprechen, nicht leichtfertig mit unseren Leben umzugehen und uns zu schützen und zu schätzen, nichts Unausgesprochenes zwischen uns kommen zu lassen, nichts Ausgesprochenes zur Befriedigung unseres Egos zu verwerten.

Wahrlich, wir wollen uns an Gottes Willen halten.


Hochzeitsanprache von Abdu’l-Bahá

»... Dies ist kein Tablet, sondern eine dem Meister zugeschriebene Ansprache ... Sie wurde irgendwann im Dezember 1918 anläßlich einer Hochzeit ... gehalten. Sie kann nicht als Bahá'í-Offenbarungsschrift angesehen werden, denn, wie der geliebte Hüter ausführte, kann nichts als Offenbarungsschrift gelten, das nicht im Originaltext vorliegt. Die Freunde können diese nicht-authentische Ansprache benützen ...« (Brief vom UHG an den NGR Deutschland vom 17.11.1965)


Das Band, das die Herzen eint wie kein anderes, ist Treue. Sind wahrhaft Liebende ver-bunden, so müssen sie einander ganz die Treue halten. Ihr müßt euer Wissen, euer Kön-nen, euer Vermögen, euer Recht, euren Leib und euren Geist Gott, Bahá'u'lláh und ein-ander weihen. Machet euer Herz weit, so weit wie das göttliche All.

Laßt keine Spur von Eifersucht zwischen euch kommen, denn wie Gift verdirbt Eifersucht die Liebe in ihrem Wesenskern. Laßt nicht die flüchtigen Ereignisse und Zufälle dieses wechselvollen Lebens zum Bruch zwischen euch führen. Ergeben sich Meinungsverschie-denheiten, so beratet allein miteinander, damit nicht andere ein Körnchen zum Berge machen. Bewahrt keinen Groll im Herzen, sondern erklärt einander den Grund eures Är-gers mit so verständnisvoller Offenheit, daß er verschwindet und keine Spur davon bleibt. Sucht Gemeinschaft und Freundschaft und kehrt euch ab von Eifersucht und Heu-chelei.

Eure Gedanken müssen erhaben, eure Ideale leuchtend, eure Neigungen geistig sein, auf daß eure Seelen zu Dämmerorten der Sonne der Wirklichkeit werden. Laßt eure Herzen wie klare Spiegel sein, aus denen Sterne des Himmels der Liebe und Schönheit strahlen.

Sprecht miteinander von hohem Streben und himmlischen Dingen. Habt keine Geheim-nisse voreinander. Macht euer Heim zum Hafen der Ruhe und des Friedens. Seid gast-freundlich und haltet die Tür eures Hauses offen für Freunde und Fremde. Heißt jeden Gast mit strahlender Anmut willkommen, laßt jeden fühlen, daß er daheim ist.

Kein Sterblicher kann die Einheit und Eintracht erfassen, die Gott für Mann und Frau be-stimmt hat. Nährt unablässig den Baum eurer Verbindung mit Liebe und Zuneigung, da-mit er zu allen Jahreszeiten sprosse und grüne und zum Heil der Völker süße Früchte tra-ge.

O ihr Geliebten Gottes! Euer Heim sei ein Abbild des Paradieses Abhá. Wer es betritt, der spüre darin das Wesen der Reinheit und Eintracht und rufe aus vollem Herzen: »Hier ist die Heimstatt der Liebe! Hier ist das Schloß der Liebe! Hier ist das Nest der Liebe! Hier ist der Garten der Liebe!«

Seid wie zwei lieblich singende Vögel, die auf den höchsten Zweigen des Lebensbaumes sitzend, die Luft mit den Liedern verzückter Liebe erfüllen.

Gründet eure Zuneigung in eurem geistigen Sein, in den Kern eures Bewußtseins, und laßt des Lebens Stürme sie nicht erschüttern.

Und,wenn Gott euch süße, liebliche Kinder schenkt, so weiht euch ihrer Erziehung und Führung, daß sie unvergängliche Blumen des göttlichen Rosengartens, Nachtigallen des höchsten Paradieses, Diener der Menschheit und eures Lebensbaumes Ernte werden.

Lebt miteinander in solcher Harmonie, daß andere sich euer Leben zum Vorbild nehmen und zueinander sagen: »Seht, wie sie zwei Tauben gleich im selben Neste leben, in voll-kommener Liebe, Verwandtschaft und Eintracht. Es ist, als habe Gott seit aller Ewigkeit ihr innerstes Sein für ihre Liebe geformt.«

Erlangt die vollkommene Liebe, die Gott euch bestimmt hat, damit ihr hinfort am ewigen Leben teilhabet. Trinkt in vollen Zügen aus dem Quell der Wahrheit, lebt alle Tage eures Lebens im Paradies der Herrlichkeit und sammelt unvergängliche Blüten im Garten göttli-cher Geheimnisse.

Seid zueinander wie himmlisch Liebende, wie von Gott Geliebte, die in einem Paradies der Liebe wohnen. Baut euer Nest im Laub des Baumes der Liebe. Schwingt euch auf in die reine Sphäre der Liebe. Segelt auf dem unendlichen Meere der Liebe. Wandelt im e-wigen Rosengarten der Liebe. Badet im schimmernden Sonnenglanz der Liebe. Seid fest und standhaft auf dem Pfade der Liebe. Schwelgt im Blumenduft der Liebe. Stimmt euer Ohr ein auf die berückenden Lieder der Liebe. Laßt euer Trachten reich sein wie das Festmahl der Liebe, euer Wort wie eine Kette weißer Perlen aus dem Meere der Liebe. Trinkt tief von der Liebe Wundertrank, damit ihr immerdar lebet in der Wirklichkeit göttli-cher Liebe.

Abdu’l-Bahá

Ende unserer Trauung

Danke für Eure Aufmerksamkeit. Ich hoffe es ist was schönes für Euch dabei und nicht viel zu viel.

Alles Liebe

Fried Fertig
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"Der Mensch ist ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur."

Christian Morgenstern
Hallo Fried Fertig,

Ein verspätetes Willkommen! Echt eigenartig, dass ich Deinen Beitrag übersehen habe, obwohl ich eh fast jeden Tag hier bin

Ich freu mich, dass Du so schöne Texte gefunden hast. Danke, dass Du sie uns zur Verfügung stellst!!!

Und ich gratuliere Euch ganz ganz herzlich!!!

Liebe Grüße,
Saed
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi