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Verändert sich viel für mich?












@ Sakon
Zitat:
Wie meinst du das, was sich verändern wird?

in deiner Seele denke ich mal nichts, aber du wirst viele Pflichten erfüllen müssen, um dir versuchen zu wollen, das Paradies erkaufen zu wollen.

und dann:
Zitat:
Soll ja jetzt keine Hetze sein.
Aber ihr versucht euch doch das Paradies zu "erkaufen" oder?
mit guten Taten punkte machen, bei Gott.

Nun, wer kann für sich behaupten mit Gott nicht irgendeine Form von Handel abschließen zu wollen? Die einen tun gute Taten und wollen dafür Belohnt werden. Die andern glauben, für ein bestimmtes Glaubensbekenntnis von Gott belohnt zu werden. Beides ist natürlich Egoismus.

Wer Gutes tut um des Helfens Willen ist selbstlos.
Liebe trachtet nicht nach Belohnung, denn Liebe ist bereits ihre eigene Belohnung.
Das Paradies kann man sich in keinem Fall erkaufen, denn mit was will denn bezahlen?
Was sollten wir denn Gott geben was Dieser/Diese noch nicht hat?
Himmel oder Hölle das sind Dinge innerhalb von uns und es ist unsere Sache, was wir manifestieren.
Die Vorstellung, Gott sei irgendwo außerhalb und belohne uns für irgendetwas, dürfte wohl in die Irre gehen. Aber so ist es eben mit dem mehr oberflächlichen Gottesbild in Judentum, Christentum und Islam. In allen drei Religionen gibt es aber auch die tiefere Vorstellung, dass Gott in uns und mit uns letzten Endes wesensgleich ist, natürlich nicht mit unserem sehr irdischen, kleinen Ich, sondern mit unserem eigentlichen höheren Ich, unserer göttlichen Seele ("Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde", Genesis, 1-26). Demnach kann man keinen Handel mit Gott abschließen, denn man kann sich letztlich nicht selbst belügen. Aber die Vorstellung von Gott als einem außerhalb von uns bestehenden Überwesen, das noch dazu jähzornig und verärgert sein kann, Abtrünnige straft, einem bestimmten Volk die Ausrottung der Nachbarn befiehlt (bei den Juden) und endlos über die Ungläubigen schimpft (Koran), liegt wohl sehr daneben. Da sieht man doch, dass die alten Visionäre "heiliger" Texte vor allem ihr eigenes Inneres beschrieben haben und in hohem Maße Kinder ihrer Zeit waren. Und unsere eigenen Kreuzritter und die kriegsführenden Päpste zeigen, wie leicht man für die eigenen Interessen Gott auf die Fahne schreiben und sich trotzdem voller Inbrunst für einen gläubigen Juden, Christen oder Moslem halten kann.
Kurz: Wenn es um spirituelles Wachstum geht, steht man grundsätzlich mit sich allein. Lehren, Religionen und "heilige" Schriften können Wegweiser sein, die man aber immer wieder hinter sich lässt, denn man ist 100-prozentig für sich selbst verantwortlich. Für grobe, gewalttätige Menschen und Völker mögen eine Gesetzesreligion und ein strafender externer Gott notwendig sein, damit sie nicht zu sehr über die Stränge schlagen. Aber das ist natürlich niemals etwas Endgültiges. So hat sich auch das Gottesbild der Juden im Laufe der Zeit gewandelt.
Ich halte es mehr mit dem Spruch: "Ich bin, Gott ist, wir sind Eins." Damit kann man sehr bescheiden werden und sich etwas aus dem Gewusel des Alltags herausheben.
Sehr Gut Fipps!

in diesem Zusammenhang finde ich diesen Text von Krishnamurti passend:

„Ich behaupte, dass die Wahrheit ein pfadloses Land ist und dass es keine Pfade gibt, die zu ihr hinführen – keine Religionen, keine Sekten. Das ist mein Standpunkt, den ich absolut und bedingungslos vertrete. Die Wahrheit ist grenzenlos, sie kann nicht konditioniert, sie kann nicht auf vorgegebenen Wegen erreicht und daher auch nicht organisiert werden. Deshalb sollten keine Organisationen gegründet werden, die die Menschen auf einen bestimmten Pfad führen oder nötigen. Wenn ihr das einmal verstanden habt, werdet ihr einsehen, dass es vollkommen unmöglich ist, einen Glauben zu organisieren. Der Glaube ist eine absolut individuelle Angelegenheit und man kann und darf ihn nicht in Organisationen pressen. Falls man es tut, wird er zu etwas Totem, Starrem; er wird zu Gier, zu einer Sekte, einer Religion, die anderen aufgezwungen wird. Die Wahrheit wird in Formen gepreßt und zu einem Konsumgut für die Schwachen, die nur eine momentane Unzufriedenheit spüren. Der Mensch kann die Wahrheit nicht zu sich herabziehen, sondern muß sich bemühen, zu ihr aufzusteigen. […] Ich möchte keiner spirituellen Organisation, ganz gleich welcher Art, angehören, und ich bitte euch, das zu verstehen. Ich betone noch einmal, dass keine Organisation einen Menschen zur Spiritualität führen kann. Wenn eine Organisation zu diesem Zweck gegründet wird, so wird sie zu einer Krücke, die euch schwächt, zu einem Gefängnis. Solche Organisationen verkrüppeln das Individuum, hindern es daran zu wachsen und seine Einzigartigkeit zu leben, die ja darin liegt, dass es ganz alleine diese absolute, uneingeschränkte Wahrheit entdeckt. Das ist ein weiterer Grund dafür, dass ich mich – da ich der Präsident des Ordens bin – entschlossen habe, den Orden aufzulösen. Niemand hat mich zu dieser Entscheidung gedrängt oder überredet. Das ist keine großartige Tat, denn ich will keine Jünger oder Anhänger; ich meine das so, wie ich es sage. In dem Moment, in dem man beginnt, jemandem zu folgen, hört man auf, der Wahrheit zu folgen.“

Krishnamurti
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