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Hallo Nicole,
ich würde Dir raten zuerst den Koran zu lesen (was Du auch geplant hast).
Außerdem würde ich Dir raten zusätzlich noch ein oder zwei Koranausgaben dazuzukaufen oder sie in der Bücherei zu leihen, da Du gut vergleichen kannst, wenn Du etwas nicht verstehst und es dann verstehen könntest.
Weiterhin empfehle ich Dir, unabhängig von irgendeiner Religion oder religiösen Gruppierung Dir zu Überlegen, was Gott für Dich ist und was eine Religion Dir in Deinen Augen bieten muss.
Überleg Dir, was vernünftig ist, lass Dich von keinen Gruppierungen beeinflussen und fäll Dein eigenes Urteil, mit dem Du Dein Leben lang leben kannst.
Dann fang an Dich mit Religionen zu beschäftigen.
Ich empfehle Dir dazu Literatur von Anhängern dieser Religion, aber auch von Kritikern.
Allzu sehr würde ich mich nicht auf den Islam oder eine andere Religion versteifen, da dadurch die Objektivität verringert wird.
Informiere Dich, welche Rolle Dir als Frau zugeschrieben wird und ob sie Deinen Vorstellungen entspricht..
Warum soll es gerade der Islam sein? Etwa wegen Deinem Freund?
Noch eine letzter Rat von mir!
Stell Fragen, auch wenn den Leuten die Ohren glühen.
Vergiss die unangenehmen Fragen nicht .
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Hallo Nicola,
Es wäre grundverkehrt, sich einer anderen Religion aus Zuneigung zu einem "Schatz" zuzuwenden. Der einzige Grund dafür darf ausschließlich eine völlig unabhängige spirituelle Neigung sein. Bedenke, dass Du aus dem Islam nicht mehr herauskommst, wenn Du erst einmal drin bist. Dein Schatz ist wirklich ein Schatz, weil er Dir die Wahl lässt und Dich nicht drängt. Versuche, eine Koranübersetzung zu lesen, und es wird Dir so gehen, wie den meisten Nichtmuslimen, die das tun. Endlose Wiederholungen und grausame Strafandrohungen für diejenigen, die die Botschaft nicht recht glauben wollen. Was man aus dem Islam macht, hat Gott sei Dank weniger mit dem Koran zu tun als mit der eigenen Persönlichkeit. Meine Nichte hat vor Jahren einen Algerier geheiratet und es ist weit und breit die beste Ehe, die man sich vorstellen kann. Ein gläubiger, anständiger Muslim kann ein wahrer Segen für die Familie sein. Aber Muslimin ist sie deswegen nicht geworden. Gott blickt ins Herz, und nicht aufs Glaubensbekenntnis.
Tatsächlich beruhen alle Religionen auf einem Körnchen Wahrheit und einem Ozean an Dogmen, frommem Betrug, Macht- und Geldgier, engen Vorschriften, um Kontrolle über die Seelen auszuüben und einem sehr dicken Brett vor dem Kopf. Gott ist überall und wir sind auch selbst ein Funken von Gott. Man muss ihn also nicht sonstwo suchen als nur in sich selbst. Islam und Frauen - das ist allerdings ein problematisches Thema. Und da man nie weiß, wie sich jemand entwickelt oder was aus einer Beziehung wird, sollte man den spirituellen Teil seines Lebens auf keinen Fall mit einer Partnerbeziehung verquicken.
Das sagt Dir ein älterer Herr (61), der jahrzehntelang alle möglichen spirituellen Wege gegangen ist und sich auch wohlwollend mit dem Islam befasst hat (in Indonesien, wo er nicht so drastisch gelebt wird, wie etwa in Saudi Arabien).
Viel Glück!
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| Ein Wort zum Thema "den Koran lesen" bzw. "etwas im Koran nicht verstehen": Es ist nicht allgemein bekannt, dass der Koran ursprünglich in einer sogenannten "defektiven" Schrift aufgeschrieben wurde. Es gab damals noch nicht die Pünktchen auf den Konsonanten, so dass nur 6 von 28 Zeichen einigermaßen eindeutig sind. Aus dieser Schrift hat sich dann später die heutige arabische Schrift entwickelt. Damals diente sie als Hilfestellung zur mündlichen Überlieferung, die aber schnell abgebrochen ist. Deshalb gibt es seit dem 7. Jahrhundert Kubikkilometer an Koranauslegungen. Bereits kurz nach Muhammads Tod waren unterschiedliche "Lesarten" des unklar überlieferten Textes entstanden. Kalif Uthman ließ daher Mitte des 7. Jahrhundert alle Koranabschriften bis auf eine, die gültig sein sollte, vernichten, was von Koranwissenschaftlern als Katastrophe angesehen wird. Die Koranausgaben mit ihren sehr exakten Aussprachezeichen haben sich erst so ab dem 9. Jahrhundert entwickelt, und die heutige kanonische Fassung stammt aus 1927/28 (also gerade mal 80 Jahre her). Auch Korangelehrte geben zu, dass etwa 25 Prozent des Korans aus "dunklen Stellen" besteht. Philologen weisen außerdem nach, dass selbst Stellen, die allgemein für geklärt gelten, in Wirklichkeit falsch gelesen wurden. Viele Sätze im Koran machen daher kaum irgendeinen vernünftigen Sinn (siehe "Die syro-aramäische Lesart des Koran" von Christoph Luxenberg). Kein Muslim wird das Vorstehende akzeptabel finden, aber er wird zumindest zugeben, dass er das Koran-Arabisch kaum verstehen kann, so wie wir etwa ein Gedicht in Mittelhochdeutsch als Deutsch erkennen, es aber als Nichtexperten nur lückenhaft verstehen. Auch die Vorstellung, dass der Koran das "unerschaffene ewige Wort Gottes" sei, hat sich erst spät entwickelt. Sollte mal gesagt sein.
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@sakon
das paradies erkaufen? meinst du man kann gott hinters licht führen?
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@Shanti
Soll ja jetzt keine Hetze sein.
Aber ihr versucht euch doch das Paradies zu "erkaufen" oder?
mit guten Taten punkte machen, bei Gott.
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