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Eine Frage an das Christentum












@Galater
Wenn ich Leer richtig verstanden habe, sprach er vom Christentum (damit vermutlich implizit die heuteigen amtl. Lehraussagen). Was hat das mit einem Christen selber zu tun? Welcher Christ ist verpflichtet, alle - auch sinnlosen - Lehraussagen wahr zu nehmen? Von daher ist da schon ein großer Unterschied!
Es ist ein Frage des Selbstverständnisses.
Ich betrachte mich als Teil der Gemeinschaft der Gläubigen. Das verstehe ich unter Christentum. Christ sein bedeutet immer Gemeinschaft. Mit den Brüdern und Schwestern in Christus.
Als röisch-katholischer Christ bin ich eigentlich verpflichtet, die Aussagen der Kirche, die im Kathechismus festgeschrieben sind, auch anzunehmen. Und zwar vorbehaltlos. Ansonsten hänge ich einer Irrlehre - Häresie - an, bin anathema. Ich selbst bezeiche mich mit gutem Gewissen als Häretiker. So beschränkt ist Jesus nicht, wie viele das denken. Aber dennoch bin ich Teil dieses Gesamten, Teil der Kirche. Und als solcher habe ich doch auch das Recht und die Verpflichtung, auf Angriffe gegen diese Gesamtheit zu antworten.
@Galater319

Wie Du Glaubensaussagen ansiehst, ist natürlich Deine ureigene Sache. Da würde sich allenfalls die Frage ergeben, wie siehst Du diese Einstellung (insbesondere Deine Aussage zur Verpflichtung), wenn Aussagen vorhanden sein sollten, die Deinem eigentlichen Denken und Deiner Auffassung im Grunde widerstreben würden. Ist dann auch blindes Folgen vorhanden, bloß weil es einigen Kardinälen so recht ist ? - Nur mal so....
Zitat:
Die Befolgung der Riten des Christentums ist sicher nicht der beste Weg zu Gott und zur Erlösung. Das hast du wohl im wesentlichen gemeint


Japp. Ich will niemanden seine Religion madig machen oder sie ihm sogar aussreden, sondern vielleicht Idee, Hinweise geben sie zu erweitern, maö über den Tellerrand zu schauen. Mir bringt das sehr viel. Persönlich kann mir Gott gestohlen bleiben, das hindert mich aber nicht daran einen Hinduistischen Klassiker zu lesen und gleich danach Dawkins "Gotteswahn".
Es gibt nur eine Wahrheit, die Menschen nenne sie halt nur anders.

Zitat:
Sondern durch Änderung. Und Änderung geschieht im kleinen. Zuerst im Herzen jedes einzelnen.


Oder mit Gandhis Worten: Sei Du die Veränderung, die Du Dir wünscht für diese Welt.

Zitat:
Wenn ich Leer richtig verstanden habe, sprach er vom Christentum (damit vermutlich implizit die heuteigen amtl. Lehraussagen).


Japp.


Zitat:
Ich selbst bezeiche mich mit gutem Gewissen als Häretiker. So beschränkt ist Jesus nicht, wie viele das denken. Aber dennoch bin ich Teil dieses Gesamten, Teil der Kirche. Und als solcher habe ich doch auch das Recht und die Verpflichtung, auf Angriffe gegen diese Gesamtheit zu antworten.


So gehe ich auch vor oder mit Buddhas Worten: Glaube nichts, weil es schon immer so war, weil es in den alten Schriften steht oder die Gelehrten es so sagen. Nimm nur das was Dir sinnvoll erscheint. (Sinngemäß)
@poisitiv

Niemals kann ich gegen meine Überzeugung etwas glauben. Das wäre doch schon im Bereich der psychischen Krankheiten anzusiedeln. Ich verhalte mich nach dem Wort von Paulus: 1 Kor 4,6 "Nicht über die Schrift hinaus" - sola scriptura -.
Und ich kann doch bei Textpassagen im Gottesdienst schweigen. Ich lasse jedem seinen Glauben.

Röm 14,22 Die Überzeugung, die du selbst hast, sollst du vor Gott haben.

Das gilt für jeden Menschen.

Röm 14,3-5 Wer Fleisch isst, verachte den nicht, der es nicht isst; wer kein Fleisch isst, richte den nicht, der es isst. Denn Gott hat ihn angenommen. 4 Wie kannst du den Diener eines anderen richten? Sein Herr entscheidet ob er steht oder fällt. Er wird aber stehen, denn der Her bewirkt, daß er steht. 5 Der eine bevorzugt bestimmte Tage, der andere macht keinen Unterschied zwischen den Tagen. Jeder soll aber von seiner Auffassung überzeugt sein.
Röm 14,13 Daher wollen wir uns nicht mehr gegenseitig richten. Achtet vielmehr darauf, dem Bruder keinen Anstoß zu geben und ihn nicht zu Fall zu bringen.

2 Tim 1,7 Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

1 Kor 8,9-12 Doch gebt acht, daß diese eure Freiheit nicht den Schwachen zum Anstoß wird. 10 Wenn nämlich einer dich, der du Erkenntnis hast, im Götzentempel beim Mahl sieht, wird dann nicht sein Gewissen, da er schwach ist, verleitet, auch Götzenopferfleisch zu essen? 11 Der Schwache geht an deiner "Erkenntnis" zugrunde, er, dein Bruder für den Christus gestorben ist. 12 Wenn ihr euch auf diese Weise gegen eure Brüder versündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, versündigt ihr euch gegen Christus.

Ich denke, diese Schriftstellen sprechen für sich.

@Leer

Ich finde es schon witzig, daß in der Bibel ähnliches drinsteht wie bei deinen Gelehrten. (deren Namen mir offen gestanden nichts sagen)

Nein, natürlich ist es nicht witzig, da sich alles eigentlich ja um dasselbe Ziel dreht. Es sollte also natürlich sein.

Mein Grundsatz betreffs des Tellerrandes ist folgender:
Wenn ich in diesen Eintopf "Christliche Lehre" schaue, und mit der Nase daran rieche, dann stelle ich schon fest, daß das Dinge drin sind, die nicht hineingehören, daß manches auch einen unangenehmen Geruch hat, x-mal aufgewärmt und schon viele Köche haben daran gekocht. Und mit jeder Zutat wurde er nicht wirklich besser. Aber mit gutem Willen und dem nötigen Fingerspitzengefühl bei der Reinigungsaktion kommt dann doch etwas Wunderbares zum Vorschein.
Nicht mehr dieser ätzend fordernde Gestank, sondern ein sanfter Wohlgeruch, der sich mit den Wohlgerüchen der anderen Religionen dieser Welt in einem nicht enden wollenden Glücksgefühl verbindet.
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