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Nun ist er Vater












Hallo zusammen!

Ich bin verzweifelt und muss dringend mal was loswerden.

2004 bin ich mit meinem Freund zusammengekommen. Kurz darauf habe ich seine beste Freundin kennengelernt. Anfangs wollte ich das nicht, da er mir erzählt hat, dass die Beiden hin und wieder was miteinander hatten, aber dann habe ich mich doch überreden lassen. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden und wurden auch zu besten Freunden.Die Freundschaft zwischen meinem Freund und ihr wurde immer schlechter, da er nicht damit klar kam, dass ich mich auch so gut mit ihr verstehe.
Im Februar 2005 hatte ich dann eine Totgeburt. Ich war bereits im fünften Monat, wusste aber nichts davon. Mein Freund hat es vorgezogen lieber zu arbeiten, als bei mir im Krankenhaus zu sein und deswegen war dann meine beste Freundin bei mir, die selber ein Kind hat. Das schreibe ich, weil wenn ich dann zum Hauptthema komme, dazu noch was loswerden will.
So, nun war mein Freund von Mai bis Juli dieses Jahr im Libanon. Kurz bevor er gefahren ist, hat meine beste Freundin angerufen und gefragt, ob mein Freund nicht der Vater von ihrem Sohn sein will. War in dem Moment völlig verwirrt. Dann erklärte sie mir, dass der Vater von dem Kleinen einen Vaterschaftstest will. Mein Freund und meine beste Freundin haben aber immer wieder gesagt, dass es nicht sein kann, dass mein Freund der Vater ist. Trotzdem hatte ich meine Zweifel. Anfang Juli war ich dann lange bei meiner besten Freundin, da ich auf den Kleinen aufgepasst hae, da sie ins Krankehaus musste (dazu gesagt: ich soll die Patentante von ihm werden und er ist 3 Jahre). Dann bin ich ca. eine Woche vor Heimkehr meines Freundes wieder nach Hause gefahren und habe am nächsten Morgen einen Anruf von meiner besten Freundin bekommmen und sie sagte nur, dass der vermeintliche Vater nicht der Vater ist. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich war tagelang nur am heulen. Sie hat meinem Freund das dann per E-Mail geschrieben und er meinte, dass er zur Sicherheit auch einen Test will, aber es war eigentlich klar, dass er es ist. Naja, als das Testergebnis dann da war, war es für mich trotzdem nochmal wie ein Schlag ins Gesicht. 1. er hat einen dreijährigen Sohn mit meiner besten Freundin; 2. ich habe unser Kind damals verloren; 3. der Kleine soll mein Patenkind werden.
Es ist alles verdammt hart für mich. Besonders, weil die beiden unfähig sind normal miteinander zu reden. Nun soll er nächste Woche die Vaterschaft anerkennen. Das wird dann wieder ahrt, weil es dann offiziell ist. Das Schlimme ist auch, dass er nicht mit mir darüber redet. Ich weiß nicht weiter. Ich weiß auch nicht, ob ich damit jemals klar kommen werde. Meine Frage ist: Findet ihr es zu übertrieben, dass ich so reagiere? Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, weiß echt nicht weiter. Danke schon im Voraus!

Kris
Ich denke nicht, dass du übertrieben reagierst. Das ist einfach der Schock. Da würde wohl jeder so reagieren. Und da du dein Kind verloren hast, trifft es dich natürlich noch härter.

Ich denke, du wirst dich bald wieder fangen. Da der Kleine 2004 geboren ist, muss er ja 2003 gezeugt sein, somit hat dein Freund dich nicht betrogen, sehe ich das richtig? Also ist er einfach ein ganz normales Stiefkind aus einer vorherigen Beziehung. Dass erst zu erfahren, nachdem du schon drei Jahre mit deinem Freund zusammen bist, haut dich natürlich erstmal um. Aber du kennst und magst den Kleinen, bist mit der Mutter befreundet - hervorragende Voraussetzungen, um eine gute Beziehung zu ihm zu haben und eine gute Patin zu sein.

Du sagst, dein Freund kann nicht mit der Mutter des Jungen sprechen. Das geht ja vielen so, wenn sie sich getrennt haben. Aber da du mit ihr befreundet bist, kannst du da ja vermitteln, so dass das nicht so tragisch ist. Und auch dafür sorgen, dass der Kleine regelmäßig Kontakt zu seinem Vater, deinem Freund, hat.

Du kannst doch nach der Fehlgeburt sicher noch immer Kinder bekommen? Habt ihr beide vor, es wieder zu probieren? Wenn ja, dann wird dein Schmerz sicher nachlassen, wenn du ein eigenes Kind hast.

Aber du scheinst deine Fehlgeburt auch noch nicht verarbeitet zu haben, oder? Es tut dir noch sehr weh, daran zu denken, und beeinflusst dein Denken und Fühlen in Hinblick auf andere Sachen, wie jetzt die mit deinem Stiefsohn. Vielleicht solltest du eine Psychotherapie in Erwägung ziehen. Lass dir einfach vom Hausarzt eine Überweisung ausstellen und dann such dir einen Therapeuten, mach 1-5 Probestunden, dann weißt du, ob er oder sie zu dir passt, er/sie kann dir sagen, ob er/sie auch meint, du bräuchtest eine Therapie, und kann dann außerdem die Bezahlung durch die Krankenkasse beantragen.
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