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Rückkehr zum Ursprung












Hi,

ich möchte gern meine Ansicht von "Gott", dem "Leben nach dem Tod" und der Sinnfrage des Lebens in einer Art Synthese darstellen.

Nicht anzuzweifeln ist die Tatsache, dass in unserer Gesellschaft ein irreversibler Bruch in Bezug auf Gottesglaube und unserer Existenz entstanden ist, sprich Wissenschaft und Glaube stehen sich gegenüber. Dies belegen nicht zuletzt die stärker werdenen Neurowissenschaften in all ihren Unterdisziplinen. D. h. wir müssen uns selbst neu "entwerfen", "begründen", "sinnhaftig werden" usw.

In meiner Kindheit habe ich 3 Jahre mit meiner Familie in einem Ein-Familien-Haus auf einem Friedhof gewohnt. Dort bekam ich den ersten Bezug zur Thematik Tod und Trauer. Aber ich habe noch nie eine "Seele" hinaufsteigen sehen. Dort lagen nur verwesende Körper, das physische bleibt, oberflächlich betrachtet, am Ort seiner Bewegung, am Boden.

Vor mehr als einem Jahr musste ich den Sterbeprozess, innerhalb von 2 Tagen, meiner Oma, sie lag im Krankenhaus mit rheumatischen Schüben, hilflos und ohnmächtig mit ansehen. Ein weiterer intensiver Bezug zur Thematik von Tod und Trauer.

Ich kann an ein Leben nach dem Tod aus meiner Erfahrung nicht glauben. Ich glaube nicht daran, dass ich später auf Wolken sitze und meine Ahnen wiedersehe.

Ich glaube, teils auf der Wissenschaft ruhend, dass ich aus meinen Atomen, Strings usw. bestehe und nach meinen Tod in diese mich wieder auflöse. Da angeblich unsere Erde aus einem Zusammenprall von einem Planeten und einem Kometen entstand, durch deren Materieaustausch erst Leben ermöglicht wurde (und Entstehung des Mondes), diese wiederum Bestandteile von - laienhaft gesagt - Sternenstaub sind, bestehe ich aus Sternenstaub. D. h. wenn ich sterbe, gehe ich in den "Sternenstaub" auf und löse mich in das Gesamtwerk des Kosmos auf. Möge man von Äther sprechen, von einer alles durchziehenden Materie, so bin ich jetzt Teil von ihr und werde später in sie wieder aufgehen. Zirkeldefinition A=B und B=A. Die Sterne sind metaphorisch in der Tat unsere Ahnen.

Die Frage bleibt, welchen irdischen Sinn beinhaltet dies? Je nachdem, welche Perspektive gewählt wird (Philosophie, Psychologie, Biologie etc.) wird man auf unterschiedliche Antworten kommen. Fakt ist, wir können nichts mitnehmen. Wenn ich nichts mitnehmen kann, wieso strebe ich dann nach glückbringenden Dingen, bzw. wieso überhaupt etwas erstreben, wenn ich es nicht mitbringen kann? Bildung, Geld, Freundschaft etc. alles "Dinge/Ideale" die ich nicht mitnehmen kann. Ich zumindest will diese erreichen, weil sie Prämissen für mein irdisches Leben sind. Nur ein auf dionetischen Tugenden gründetes Wissen bringt mich zur Weisheit, nur Freundschaft etc. lässt mich Liebe empfinden usw. Also kann der Sinn nicht im Sammeln von Dingen für das tranzendale Mitnehmen begründet sein, sondern im eigentlichen Sein, im Hier und Jetzt.

Viele haben Recht mit ihren "Carpe diem", "Liebe", "Tugenden" usw. der irdische Sinn liegt wirklich im eigentlichen Begehen des Lebens selbst. Der Lebensgestaltung (Hinske, Giel).

Nachdem ich einige Menschen "zu Grabe getragen" habe ist für mich eindeutig klar, dass mein Sinn in einem für mich gültigen nach Tugenden ausgerichtetem, bewussten (Augenmerk auf das Hier und Jetzt) und reflexiven Leben begründet ist. Die Art und Weise wie ich Lebe ist das Entscheidende.

Gruß

Giacomo
/sign
Hallo Giacomo!

Geister nicht sehen zu können, das ist kein Fehler. Ich habe auch noch nie den Geist oder die Seele aus dem Körper eines Sterbenden aufsteigen sehen, auch nie die Geister, die auf den Friedhöfen herumschweben sollen.

Ich will damit sagen, ich habe nicht die Fähigkeit dazu, denn ich kenne Menschen, die das können. Deshalb mute ich mir nicht zu zu sagen, es gibt keine Seele und auch keinen Geist, nur weil ich das wie viele andere Menschen auch nicht sehen kann.

Aber zu diesen Dingen hinfühlen, das kann ich. Wenn ich in der materiellen Welt der Angst mit dem Wegschauen begegne, dann bin ich ein Weichei. Ebenso wenn ich unkritisch bin oder nur die biochemischen Vorgängen meines Körpers beachtend ein lustbetontes Leben lebe. Es hilft niemandem und ist eigentlich öde.

Damit meine ich, dass ich mich auf den geistigen Fortbestand meines feinstofflichen Seins als Seele in einem Jenseits freue. Ich meine prinzipiell. Das kann ich andere Menschen fühlen lassen und gedanklich manche Unsicherheit beheben helfen.

Ich meine, das ist eine etwas erweiterte Freude, die sich nicht nur auf das reine Erdenleben beschränkt. Rein materialistisch gesehen ist das wenig sinnvoll, aber was ist, wenn es doch ein Leben nach dem Tod gibt? Die Nichtexistenz dieses Lebens wurde noch nie bewiesen, aber es so viele Anzeichen, handfeste Hinweise, die darauf schließen lassen. Es ist meines Erachtens klug, dies als die höhere Wahrscheinlichkeit gelten zu lassen.

Sinnbelebung Geistkultur Lebensbalance sind meine Wörter fürs Herz und die Google Suche.

Liebe Wünsche fürs Nachdenken. reinwiel
Ich will (mal wieder) frei zitieren:
solange ich lebe, habe ich mit dem Tod nix zu tun, ist er (der Tod), habe ich mit dem Leben nix(mehr) zu tun-
was ich sagen will, das ich dir Recht gebe!
Es nützt im Grunde niemanden, sich etwas über ein Leben nach dem Tod vorzumachen, denn wir wissen es einfach (noch) nicht.
Jedoch denke ich, dass Glaube und Wissenschaft auf keinen Fall conträre Standpunkte wahrnhemen. Im Gegenteil, umso mehr die Wissneschaft voranschreitet, umso größer wird das allgemeine Staunen.
Ich will mal in diesem Zusammenhang ein kleines Beispiel aus meiner Arbeit mit Kindern berichten. Diese kleinen, wundervollen Wesen schaffen es immer wieder durch einfachste Mechanismen, mich an meine gedanklichen/philosophischen Grenzen zu bringen.
Zwei Taktiken sind: 1. immer wieder *Warum?* zu Freagen auf jeden Erklärungsversuch hin oder ein ähliches Prinzip bei Tatsachenerzählunegn zB immer wieder *Was dann?* zu fragen. Früher oder später kommt jeder dann an seine Grenzen und sagt zB *weiß ich nicht* oder *weil es Gott so will/gemacht hat* oder *isso* oder sonstwas abschließendes.
Ich drifte mal wieder ab...
Ich probiere meinen Gedankenkreis zu schließen.
Ich denke durch die Wissenschaft werden ständig neue Möglichkeiten für interessante Theorien für ein *Leben* nach dem Tod geöffnet und Platz für Gott kann (leider) immer im Menschen fortbestehen, solange wir nicht wissen!
lg
Wär das schrecklich, wenn wir alles wissen würden! Furchtbar wäre das! Keine Fragen mehr und keine Wunder und kein Staunen! Kein Platz für das grosse Unbekannte, für Philosophie, Glauben und Forschung!
Ich will lieber gar nichts wissen, als die Scheinsicherheit des "Ich bin mir sicher, dass...". Es ist bequemer sich auf das zu verlassen, was keiner so recht bestreiten mag... der Tisch, den man anfassen kann. Aber selbst die Wissenschaft gibt zu, dass der eigentlich auch nur aus Energie besteht.
Solange das irdische Dasein einen Sinn macht, ist mit dieser Einstellung alles gut. Aber man darf es nicht hinterfragen, man darf nicht fragen, wozu das alles und daran zweifeln... denn dann besteht die Gefahr, dass man VERzweifelt. Wenn Freundschaft und Liebe zerbricht, wenn Tugendhaftigkeit mit Verrat und Lüge belohnt wird - Was dann? (wie die Kinder so schön fragten).
Es geht nicht mal ums Leben nach dem Tod. Es geht um die Fragen, die man sich schon hier nicht stellen mag.

LG
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