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Sinn des Lebens,wenn man ohnehin Abschied nehmen muss?












Hallo Zusammen,

ich habe einen großartigen Freund, mit dem ich seit vier Jahren sehr glücklich bin. Statt jedoch froh darüber zu sein, verschwende ich unsere gemeinsame Zeit damit, ständig an den Tod zu denken. Ich habe so große Angst davor, eines Tages alt zu sein und meinen Freubnd zu verlieren. Klar, so ist nun mal der Lauf des Lebens und jeder muss sich damit abfinden. Aber was kann ich tun, damit ich nicht schon jetzt ständig an den Tod denken muss.
Kann man im Alter vielleicht besser mit dem Tod umgehen? Ihn eher akzeptieren und sich sagen, wir hatten ein schönes Leben zusammen und nun ist es eben an der Zeit, Abschied zu nehmen?
Kann mir jemand helfen? Wie sind eure Erfahrungen mit Eltern oder Großeltern, die schon verwitwet sind?
Ich glaube ganz fest an ein Leben nach dem Tod und möchte doch so gerne die Zeit genießen, die ich hier mit meinem Freund habe. Wir wollten heiraten und zusammen glücklich sein. Für den Rest unseres Lebens!

Ich bin wirklich sehr verzweifelt und würde mich über Eure Antworten freuen. Danke.

lg Julia
Hallo Julia,

an wessen Tod denkst du denn so exzessiv, an seinen oder an deinen? Ist einer von euch beiden schwer krank oder geht einem gefährlichen Hobby nach? Wie stellst du dir deinen/seinen Tod vor? Durch Unfall, Krankheit oder einfach den Alterungsprozess?
Ist jemand gestorben, der dir sehr viel bedeutet hat? Ein Verwandter oder Freund?
Warum denkst du ständig an den Tod? Woher kommt diese Angst?

Für mich ist das Thema Tod gegessen seit ich meinem einmal begegnet bin. Ich ging nachts auf einem dunklen Feldweg von A nach B und da stand er plötzlich vor mir. Ich hab mich so verschrocken, dass ich nicht mal Widerstand geleistet hätte, wenn er mich sofort hätte holen wollen. Er wollte sich aber nur vorstellen und wir taten die wie sie Japaner - mit einer Verbeugung vor einander. Als ich aufsah war Tod nicht mehr da und ich ging weiter.

LG
Lisken
Hallo Julia.
Vielleicht gab es wirklich einen Auslöser deiner Ängste,evtl.auch einer,der dir nicht bewusst ist.
Leider ist das Leben auch immer wieder mit Abschied verbunden-das ist für viele sehr schwierig.
Wenn ich selbst auch solche Ängste sehr gut kenne,versuche ich immer den momentanen Zeitpunkt mir stärker ins Bewusstsein zu rufen und das zu geniesen wie es gerade ist.
Du bist mit deinem Freund glücklich und ihr habt gemeinsame Pläne-versuch einfach mehr Gedanken in diese Richtung zu lenken.
Meistens können wir unser Denken positiv beeinflussen-ich weiß es ist nicht immer leicht.
Versuch es Julia,ich drück dir ganz fest die Daumen!
Liebe Grüsse,
Manu
Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten. Ich weiß, dass ich eigentlich im Hier und Jetzt leben sollte, aber leider schaffe ich das zur Zeit nur selten. Es ist nicht so, dass ich Angst davor habe, dass meinem Freund jetzt etwas passiert. Natürlich ist das auch möglich und das wäre schrecklich. Aber ich denke eher an das Unausweichliche Ende, den Tod, der am Ende jedes Lebens steht. Daher habe ich mittlerweile auch weniger Angst vor meinem eigenen Tod als vielmehr davor, dass mein Freund vor mir stirbt und ich dann mit diesem Schmerz weiterleben muss.
Bisher dachte ich immer, dass man im Alter besser mit dem Verlust umgehen kann, aber jetzt habe ich schon öfter mitbekommen, dass viele alte Menschen am Tod ihres Partners verzweifeln und den Mut zum Weiterleben verlieren. Irgendwie habe ich gehofft, dass ich hier irgendwo Gegenbeispiele finde.
Diese Angst habe ich seit dem Tod meines Großvaters. Er hat bei uns gelebt seit meine Großmutter eineinhalb Jahre zuvor gestorben ist. Beide haben mir sehr viel bedeutet. Sie waren erst 64 und 67 Jahre alt. Mein Opa ist 2002 gestorben. Zwischenzeitlich war meine Angst vielbesser, aber nun verschlimmert sie such wieder und ich kann fast icht mehr.

lg Julia
Hallo Träumerin,

wenn deine Angst so schlimm wird, dass sie dein Leben beherrscht, dann handelt es sich um eine Phobie. Die kann viele Ursachen haben, von traumatischen Erlebnissen, bis zur Familiengeschichte. Professionelle Hilfe wäre dann angesagt. (Dass man zum Psychologen geht, heisst nicht, dass man vorher dafür verrückt werden muss... wenn du einen seltsamen Hautausschlag hast, gehst du ja auch zum Hautarzt und wartest nicht ab bis es richtig wehtut... oder?)
So hart es klingt: mit dem Tod müssen wir uns alle abfinden. Das einzige, was wir _müssen_ ist sterben. Die gute Nachricht ist: man kann damit umgehen. Ich kenne Menschen, die den Tod nicht so dramatisch sehen... Mein Grossvater ist auch vor meiner Grossmutter gestorben, aber sie sagte dann: "Ich bleib euch halt noch eine Weile erhalten und dann sehe ich ihn ja eh wieder... und dann wachen wir zusammen über euch bis wir euch auch wiedersehen." Mein Grossvater hat mir auch sehr viel bedeutet, so viel, dass ich irgendwie das Gefühl habe, dass wenn es bei mir dann soweit ist, er mich abholen kommt.
Der Tod ist kein Drama, dafür ist er eine viel zu grosse Selbstverständlichkeit.
Deine Ängste könnten sich auf etwas komplett anderes beziehen, dem auf den Grund zu gehen wäre vielleicht nicht schlecht.

LG
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