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Glauben ist als eine Fähigkeit, die man auch ohne "Objekt" ausbilden kann?
So wie Liebe zu empfinden ohne ein geliebtes Objekt zu haben?
Ich denke, die Fähigkeit zur Spiritualität schlummert in jedem von uns.
Man kann sie hegen und pflegen oder verleugnen, verdrängen, vergessen.
Wie Liebe eben auch zu Beispiel.
Man kann solche Gefühle nicht erlernen oder auch nur annähernd beschreiben.
Wahrscheinlich weil man in solchen emotionalen Zuständen dem Wahnsinn näher ist als einem lieb ist.
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| also nochmal meint ihr der HOMO ERECTUS kannte auch schon religion und Götter?
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Keine Ahnung, ich bin momentan ein bißchen überfragt, ob esirgendwelche Hinterlassenschaften von ihm gibt und wie weit seine Intelligenz schon ausgebildet war.
Aber ich vermute schon. Ich denke, man könnte auch Menschenaffen zum "Glauben" erziehen, nicht jetzt in unserem Sinne, sondern im Sinne von Aberglaube, im Sinne von:Wenn ich etwas mache, hat es bestimmte Folgen (auch wenn dem nicht so ist)
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Hi Astrella,
Ich bin da ein bisschen skeptisch, ob Liebe möglich ist ohne 'Objekt'. Wenn man Liebe jetzt mal nicht als etwas statisches betrachtet, sondern als eine Welle, als etwas, das fliesst, so muss es zwingend einen Sender und einen Empfänger geben. Wieso sollte ich etwas senden, wenn es keinen Empfänger gibt? Also prinzipiell ebensowenig unmöglich wie wahrscheinlich, dass Liebe auch ohne Gegenpart funktioniert (und dann immer noch Liebe ist).
Ob man sich den Empfänger jetzt einbildet oder nicht, das sei mal dahingestellt, man kann auch einem imaginären Freund Briefe schreiben.
'Religion' an sich bedeutet erstmal einfach: 'an Gott glauben' und nicht 'Regeln befolgen', obwohl das linguistisch betrachtet umstritten ist, wie ich heute festgestellt habe.
Das Bewusstsein, das im Menschen erwachte, brauchte einen Kontrapart, etwas, was nicht von dieser Welt ist, im Gegensatz zu dem, was in dieser Welt ist. Ich glaube, dass es sich nur auf dieser Basis bis zu dem Punkt entwickeln konnte, wo es heute angelangt ist.
Gott ist eine Erklärung ausserhalb der Phänomene selbst, würden wir die Phänomene als selbsterklärend betrachten, dann sässen wir noch heute auf den Bäumen. Die Fähigkeit irgendetwas zu hinterfragen geht Hand in Hand mit der Fähigkeit etwas hinter dem Etwas annehmen zu können (oder auch nichts).
In diesem Sinne hat uns die Fähigkeit des Menschen zur 'Religion' die sog. Zivilisation eingebrockt. Und die Fähigkeit uns selbst in die Steinzeit zurückzubomben, was wir lieber lassen sollten. Andererseits wären die Folgen ja gar nicht schlecht: erstmal Ruhe im Karton. Und das ist es doch, was wir wollen? Oder was wollen wir eigentlich?
@Pavi:
Eine Prof, die ich mit Fragen löcherte, meine einst zu mir: "Es gibt da etwas, das nennt sich Recherche. Ich erwarte Übermorgen eine Präsentation der Ergenisse einer solchen Ihrerseits zu diesem Thema vor dem Plenum." Lächelte mich an und ging. *schluck*
LG
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Ich habe mich gerade (da im Forum nichts mehr los ist) gemütlich aufs Sofa gelegt und mein Entspannungsbuch aufgeschlagen... und was lesen da meine erstaunten Augen?
Aus: Michael Ende - 'Der Spiegel im Spiegel':
"Die Brücke, an der wir schon seit vielen Jahrhunderten bauen, wird niemals fertig werden. Wie eine ausgestreckte Hand, die niemand ergreift, ragt sie über die steilen Klippen unserer Landesgrenze hinaus, unter denen der schwarze bodenlose Abgrund sich dehnt. Ihr hochgeschwungener Bogen verschwindet irgendwo weit draussen im dichten Nebel, der beständig aus der Tiefe aufsteigt.
Ein solches Bauwerk kann man nicht vollenden, wenn einem nicht von der gegenüberliegenden Seite entgegengebaut wird. Und wir haben niemals bisher ein Anzeichen dafür entdecken können, dass man auch drüben an einem solchen Projekt arbeitet. Es ist wahrscheinlich, dass man dort noch nicht einmal etwas von unseren Anstrengungen bemerkt hat.
Viele von uns bezweifeln sogar, dass es überhaupt eine gegenüberliegende Seite gibt. Diese Leute haben im Lauf der letzten zwei Jahrhunderte eine von der alten orthodoxen Lehre abweichende eigene Kirche gegründet, deren Mitglieder mit dem Namen _die Einseitigen_ bezeichnet werden. [...] Die anderen dagegen, welche die orthodoxe Mehrheit bilden, nennen sich _die Halben_. Sie bezweifeln nicht das Vorhandensein einer anderen Seite, wissen aber, dass sie unerreichbar ist."
o_O
Lisken
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