Foren-Übersicht
Impressum | Login | Registrieren | Forum | Suche

Was passiert nach einem Selbstmord?












Hallo!

Ich interessiere und befasse mich erst seit kurzem mit dem Tod. Ich hatte niemals Angst vor dem Tod, obwohl schon früh in meinem Leben mein Vater verstarb und ich auch meine Großeltern niemals kennen lernte. Ein guter Freund von mit hat sich nun vor ein paar Monaten selbst das Leben genommen, und nun frage ich mich, was nun mit ihm ist.

Ich habe „Leben nach dem Tod“ von Raymond A. Moody gelesen und glaube definitiv an ein Leben nach dem Tod. Ich selbst bin getaufte Christin, jedoch lehne ich das Christentum ab und bin momentan auf der Suche nach einem Glaube, bzw. bin keines Glaubens. Seitdem jedoch mein Freund starb, hab ich ein wenig Angst vor dem Tod, weil ich mich frage, ob es eine „Sünde“ ist, sich zu töten und ob man nach einer Selbsttötung ein „weniger schönes“ Leben nach dem Tod lebt. Ich glaube nicht an eine Hölle, in der alle bösen Menschen, bzw. die Menschen, die sich selbst töteten, leben, sondern sehe für mich Selbstmord als nichts Schlimmes, wie einen "normalen" Tod wie den durch z.B. einen Unfall. Damit will ich sagen, dass Selbstmord eine Entscheidung für die jeweilige Person selbst ist und dass sie deshalb natürlich weiter das Recht hat, nach dem Tod im „Paradies“ weiterzuleben.

Ich weiß zwar nicht, was genau passiert, wenn man stirbt – eben nur das, was man in den Büchern lesen kann - , ich weiß nur, dass es eine unglaubliche Erleichterung sein muss. Doch was ist, wenn man nicht eines natürlichen Todes stirbt?

In vielen Religionen ist es verboten sich zu töten, da nur allein der jeweilige Gott die Erlaubnis hat, über das Leben zu bestimmen. Mein Freund war, wie ich es bin, keines Glaubens, jedoch auch getaufter Christ. Ich möchte gerne beruhigt sein, dass es meinem Freund gut geht.
Lebt man ein weniger schönes Leben nach dem Tod, wenn man sich selbst tötet? Lebt man überhaupt weiter? Gibt es Nahtoderfahrungen, die auf Selbsttötungen bestehen? Was passiert im Buddhismus nach einem Selbstmord? Wird man trotzdem wiedergeboren? Meint ihr, das Leben nach dem Tod ist immer unterschiedlich, es gibt verschiedene „Paradiese“, geordnet nach Glauben, Sünden und Wünschen? Wie seht ihr die ganze Sache?

Ich freue mich auf eure Antworten!

Liebe Grüße,
Joko
Hallo Joko,

zu Deinen ersteren Fragen kann ich leider nichts sagen, dass musst Du für Dich selber entscheiden oder Dir eine Religion suchen, die Dir die Antworten darauf gibt. Ich persönlich glaube das Selbstmord ebenso wie Völlerei mit der Hölle belegt worden ist, weil es damals zu den schlimmsten Sachen gehörte, die man damals seinen Menschen antun konnte.


Zitat:
Gibt es Nahtoderfahrungen, die auf Selbsttötungen bestehen?


Die Nahtoderfharungen nach Selbstmord unterschieden sich im Schnitt nicht von den nach einem natürlichen Tod, nichts spezifisches.

Zitat:
Was passiert im Buddhismus nach einem Selbstmord? Wird man trotzdem wiedergeboren


Im Buddhismus wird geraten sich nicht selber zu töten, weil man die Gelegenheit, einen menschlichen Körper zu haben verspielt und weil man sein Leid nur gegen das Leid der anderen eintauscht.
Unter bestimmten Umständen, fällt diese Empfehlung jedoch weg.
Wiedergeboren wird man solange, wie man nicht die Erleuchtung gefunden hat.


Zitat:
Meint ihr, das Leben nach dem Tod ist immer unterschiedlich, es gibt verschiedene „Paradiese“, geordnet nach Glauben, Sünden und Wünschen? Wie seht ihr die ganze Sache?


Ein alter Text der vedischen Religion, 1500 Jahre v. Chr. sagt: Es gibt nur eine Weisheit, die Weisen nennen sie nur anders. Daran halte ich mich i. d. R.

Alles Gute
Zitat:
Ich habe „Leben nach dem Tod“ von Raymond A. Moody gelesen

In diesem Buch stehen eigentlich die Antworten auf Deine Fragen. Es sind auch Suizid-Nahtoderlebnisse geschildert, zumindest kann ich mich an eines noch erinnern.
Da war ein Mann, dessen Frau gestorben ist, und der deswegen auch nicht mehr leben wollte. Also versuchte er, sich umzubringen. Das Erlebnis, daß er dabei hatte, empfand er als sehr unangenehm. Er berichtete später "...Ich kam nicht dorthin wo meine Frau war..." und er mußte erkennen, daß es einem Menschen absolut verboten ist, sich selbst oder jemand anderen zu töten.
Menschen, die Selbstmord begehen bzw. es versuchen, weil sie für sich und ihre Sorgen und Probleme keinen Ausweg mehr sehen, müssen erkennen, daß sie ihren Problemen auf diese Art und Weise nicht entkommen können. Sie sind nach wie vor vorhanden, nur daß sich der Betroffene durch seinen Suizid jede Möglichkeit nimmt, diese Probleme noch lösen zu können, und er muß erkennen, welche Auswirkungen seine Tat nach sich zieht, auch für andere (z. B. Familienangehörige, die er dann mit seinen Problemen alleine lässt).
Es gibt da wohl aber auch Ausnahmefälle, z. B. wenn man sich selbst tötet, um durch den eigenen Tod andere zu schützen, anderen das Leben zu retten etc.

Zitat:
Doch was ist, wenn man nicht eines natürlichen Todes stirbt?

Solange man ihn nicht selbst absichtlich herbeigeführt hat, hat man nichts zu befürchten.
Ja, In Ramond Moodys „Leben nach dem Tod“ steht folgendes:

>> Haben Sie jemals einen Menschen interviewt, der ein Todesnähe-Erlebnis hatte in Verbindung mit einem Selbstmordversuch? Wenn ja, hat sich dessen Erlebnis von den anderen unterschieden?

Ich kenne einige wenige Fälle, in denen ein Selbstmordversuch die Ursache für den offensuichtlichen „Tod“ gewesen ist. Diese Erfahrungen wurden einhellig als unangenehm dargestellt.
Eine Frau drückte das so aus: „Wer hier eine betrübte Seele zurückläßt, wird drüben selber eine betrübte Seele sein.“ Kurzu gesagt, diese Menschen berichten, dass die Konflickte, denen sie durch einenen Selbstmord ausweichen wollten, immer noch existiert haben, wenn sie tot waren, und zwar in noch stärkerer Form. In ihrem körperlosen Zustand waren sie außerstande, aktiv an der Lösung ihrer Probleme zu arbeiten, vielmehr mussten sie ohnmächtig mit ansehen, welche unheilvollen Konsequenzen ihre Tat nach sich zog.
Ein Mann versank nach dem Tod seiner Ehefrau in so tiefe Verzweiflung, dass er sich mit einer Kugel das Leben nehmen wollte. Er drückte ab und „starb“ - und konnte doch noch einmal gerettet werden. Er sagte: „Ich bin nicht dahin gekommen, wo meine Frau war. Ich kam an einen schauervollen Ort... Ich erkannte sofort, was für einen großen Fehler ich begangen hatte... Ich dachte: 'Ach, hätte ich es doch nur nicht getan!' "
Von anderen, die diesen unerträglichen Aufenthalt in der „Vorhölle“ durchgestanden haben, war zu hören, sie hätten das Gefühl gehabt, dort für eine lange Zeit bleiben zu müssen. Das war die Strafe für ihren „Verstoß gegen die Regeln“, der darin bestand, dass sie vorzeitig vor etwas davonlaufen wollten, was eigentlich ihre „Bestimmung“ war, nämlich ihr Leben zu einem gewissen sinnvollen Abschluss zu bringen.
Solche Äußerungen stimmen überein mit dem, was mir verschiedene Leute berichtet haben, die aus anderer Ursache „gestorben“ sind. Die erzählten, es sei ihnen während dieses Zustandens kundgetan worden, dass Selbstmord ein sehr unheilvoller Akt sei, der mit einer schweren Bestrafung geahndet werde. Ein Mann mit Todesnähe-Erfahrung nach einem Unfall sagte aus: „Während ich da drüben war, bekam ich das Gefühl dafür, dass mir zwei Dinge absolut verboten waren, nämlich mich selbst umzubringen oder einen anderen Menschen zu töten... Wenn ich Selbstmord verübte, würde ich damit Gottes Geschenk Ihm vor die Füße werfen... Einen anderen töten bedeute, die Pläne Gottes für den Betreffenden zu durchkreuzen.“
Derartige Ansichten, wie sie mir mittlerweile aus zahlreichen Berichten unabhängig voneinander bekannt geworden sind, decken sich genau mit uralten theologischen und sittlichen Gründen gegen den Freitod. Ein Argument dagegen findet sich in unterschiedlicher Gestalt in den Werken so verschiedener Denken wie Thomas von Aquino, John Locke und Immanuel Kant. Noch Kant handelt ein Selbstmörder gegen die göttliche Versehung und gelangt auf die andere Seite als einer, der sich gegen seinen Schöpfer empört. Thomas von Aquino sieht den Grund darin, dass wir das Leben als Geschenk von Gott haben und dass es Gottes Vorrecht ist, nicht des Menschen, das Leben wieder zurückzunehmen.
Mit dieser Darstellung möchte ich jedoch keine moralischen Verurteilung des Selbstmordes ausgesprochen haben, Ich berichte nur, was mir andere erzählt haben über ihre Erfahrungen. In meinem nächsten Buch über Todesnähe-Erlebnisse werde ich mich unter anderem mit diesem Thema sehr viel gründlicher auseinandersetzten. <<

Nun, das ist für mich sehr erschreckend, denn da ich gottlos bin, also nicht an einen Gott glaube. Ich bin mir nicht im Klaren, ob die Menschen, die diese Erlebnisse hatten, zu einem Glauben gehörig waren. Es wird ja gesagt, dass das Leben "Gottes Geschenk" ist und dass es nur "Gott erlaubt ist", das Leben zu nehmen.

@ HCL1: Meinst du nun, es ist besser, sich durch sein Leben zu quälen, anstatt einfach "Schluss zu machen"? Ich meine, sollte man sich wirklich lieber quälen und auf seinen wirklichen Tod warten, als sich selbst zu töten?

Ihr seid also der Meinung, dass Selbstmord mit der "Hölle" bestraft wird? Ich kann meine Enttäuschung nicht verbergen... Meine Zweifel tun mir sehr weh, da ich vor allem immer dachte, wenn man tot ist, geht es einem besser, egal wie man gestorben ist.
Das ist wirklich seltsam...

Was meint ihr?
Zitat:
Meinst du nun, es ist besser, sich durch sein Leben zu quälen, anstatt einfach "Schluss zu machen"?

Ich würde sagen, diese Frage beantwortet sich hierdurch selbst:
Zitat:
Kurzu gesagt, diese Menschen berichten, dass die Konflickte, denen sie durch einenen Selbstmord ausweichen wollten, immer noch existiert haben, wenn sie tot waren, und zwar in noch stärkerer Form. In ihrem körperlosen Zustand waren sie außerstande, aktiv an der Lösung ihrer Probleme zu arbeiten, vielmehr mussten sie ohnmächtig mit ansehen, welche unheilvollen Konsequenzen ihre Tat nach sich zog.


Ich kann verstehen, daß Du das vielleicht nicht nachvollziehen kannst bzw. keinen Sinn darin erkennen kannst, wenn Du an keinen Gott glaubst.

Aber sieh mal, wenn es so wäre, daß Selbstmord keinerelei negative Konsequenzen nach sich ziehen würde, sondern es jedem danach besser geht, und wenn das bekannt werden würde, was glaubst Du, wie viele Menschen sich dann das Leben nehmen würden? Weswegen sollten wir dann noch hierbleiben und es uns unnötig schwer machen, wenn wir es viel einfacher haben könnten?

Weißt Du, bevor mir dieses Buch in die Hände gefallen ist, war ich absoluter Atheist. Ich habe an keinen Gott geglaubt, an kein Leben nach dem Tod, kein Jenseits und nichts. Aber dieses Buch hat damals meine Lebenseinstellung verändert. Ich habe zwar nach wie vor nichts mit Religion am Hut, aber ich bin vom Leben nach dem Tod überzeugt und ich glaube an so etwas wie einen Gott oder Schöpfer. Ich habe keine Ahnung, wer oder was er/sie/es sein könnte. Aber das ist auch nicht so wichtig, entscheidend für mich ist, daß erst so alles einen gewissen Sinn ergibt.

Der allgemeine Sinn des Lebens besteht meiner Ansicht nach darin, zu lernen. Nämlich lieben zu lernen und das Leben genießen zu lernen und innerlich zu reifen. Oder ich könnte es auch so ausdrücken, daß ich das Leben für einen Lernprozeß, eine Art Prüfung halte.

Möglich, daß ich mit meinen Ansichten auch falsch liege. Das kann ich nicht ausschließen. Aber die Berichte der Nahtoderfahrungen halte ich schon für sehr glaubwürdig, und sie sind ein wesentlicher Bestandteil meines heutigen Weltbildes.

Ich kenne Dich zwar nicht, aber ich würde Dir sehr gerne irgendwie mehr Zuversicht vermitteln. Ich kann und will Dir aber auch nicht mein Weltbild aufzwingen. Du mußt selber entscheiden, welche Erkenntnis Du aus alldem ziehen möchtest. So wie Du Dich offenbar dazu entschieden hast, an ein Leben nach dem Tod ohne einen Gott und ohne irgend einen Sinn für unser Leben hier zu glauben. Ich kann Dir nur einen Denkanstoß geben, daß das alles vielleicht doch nicht ganz so sinnlos ist und es sich lohnt zu leben, auch wenn es einem oft nicht leicht fallen mag, und da spreche ich auch aus Erfahrung.
Vor Jahren war ich auch mal an dem Punkt, wo ich kurz davor stand, mir das Leben zu nehmen und auch bereit war, all die negativen Konsequenzen "drüben" zu (er)tragen. Ich habe dann doch noch irgendwie die Kurve gekriegt. Das Leben wirft mir zwar immer noch eifrig Knüppel zwischen die Beine, aber ich stehe jetzt auf dem Standpunkt, mich nicht unterkriegen zu lassen. Auch wenn ich deswegen zeitweilig auch schon mal verdammt sauer auf "Gott" werde und ihm zuweilen liebend gerne mit einem genüßlichen Grinsen im Gesicht den Hals - wenn er denn so etwas wie einen Hals hätte - umdrehen würde. Aber ich laß mich nicht unterkriegen und versuche, das beste aus der jeweiligen Situation und mir das Leben den Umständen entsprechend so angenehm wie möglich zu machen.
Forum -> Leben nach dem Tod


1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8  Weiter
Ähnliche Themen
Lachen, wo einem zum Heulen wäre
Hilfe in Englisch bei einem Satz!
Was geschieht mit ehepaaren nach dem tod?
Hochzeit mit einem Freund
Der Tod (vor und nach dem Sterben)
Bestimmt ein Quantencode über unser Leben nach dem Tod?
Eltern nach 21 Jahre getrennt....
Versöhnung nach dem Tod ?
Leben nach dem Tod!? Auch nach suizid!?
Quantenphysik: Die Seele existiert auch nach dem Tod