Verwirrender Traum in zwei zeitlichen Ebenen


Hallo,
ich bin gerade aus einem sehr verwirrenden Traum aufgewacht, der mich stark beschäftigt und für den ich eine Erklärung suche. Vielleicht könnt ihr mir helfen.

Ich befand mich im Sommer letzten Jahres, das war mir während des Traums bewusst. In dieser Zeit war ich gerade emotional stark aufgewühlt, da eine sich anbahnende Beziehung mit einer Frau, mit der ich zuvor gut befreundet gewesen war, quasi im letzten Moment scheiterte, da sie sich in einen anderen Mann verliebt hatte. Diese Frau, K., brach daraufhin jeden Kontakt mit mir ab, während ich versuchte, sie irgendwie zu einem klärenden Gespräch zu bewegen.
Dazu kam es aber nie - mehr als ein dreiviertel Jahr haben wir nicht miteinander geredet. Ich bin mittlerweile in einer neuen Beziehung und sehr glücklich, während ihre vor ein paar Tagen zerbrochen ist. Vor Kurzem jedenfalls sprach mich K. überraschend an, und nach der langen Zeit gegenseitigen Ignorierens (ich hatte eine ungeheuere Wut auf sie) tauschten wir, die wir früher so gut befreundet waren, wieder erste vorsichtige Worte aus.
Aber zurück zum Traum:
Es war also jener für mich sehr unschöne Sommer, und ich wartete vor K.s Haus auf sie. Sie war nicht da, ich wusste aber, dass sie bald kommen würde, und da die Tür nur angelehnt war, ging ich hinein. Aus reiner Neugierde durchsuchte ich das Haus und fand einen Zugang zu einer Art Höhle, in der wertvolle Gemälde gelagert waren. Ich hielt mich dort aber nicht lange auf sondern setzte mich ins Wohnzimmer vor den Fernseher. Da es furchtbar heiß war, zog ich Hemd und Hose aus und saß dort in Boxershorts, als ich plötzlich hörte, dass noch jemand im Haus war. Ich versuchte, mich schnell wieder anzuziehen, und schaffte es gerade so, als auf einmal K.s Mutter vor mir stand. Ich habe diese Frau nur ein einziges Mal gesehen und bin mir nicht sicher, ob ich sie heute noch wiedererkennen würde, im Traum hatte sie jedoch sehr große Ähnlichkeit mit K. Ich war recht peinlich berührt, weil ich einfach in das Haus eingedrungen war, und erklärte ihr, dass ich auf K. wartete. Sie lächelte und sagte, das sei schon in Ordnung, und ging in den ersten Stock. Ich wollte mich wieder hinsetzten, als ich plötzlich Schreie von oben hörte. Ich rannte die Treppe hoch und sah K.s Mutter aufrecht im Bett sitzen, mit unnatürlich weit aufgerissenen Augen. Ihre Haare waren nicht mehr wie vorher blond, sondern rot (Auch K. hat inzwischen ihre blonden Haare rot gefärbt). Sie zeigte ins Nichts und rief immer wieder etwas von einem Mann, der sie bestehlen und umbringen wollte. Ich versuchte, den Unsichtbaren zu schlagen, schlug jedoch immer ins Leere. Schließlich griff ich zum Telefon und rief die Polizei, bei der ich mich aus irgendeinem Grund mit James Bond meldete. Ich ging nach unten, um die Polizisten in Empfang zu nehmen. Als ich dann, gemeinsam mit der Polizei, das Haus wieder betrat, war alles blutverschmiert. Ich sah einen Mann, der mit einem der Gemälde aus der Höhle davonrannte und entkam.
K.s Mutter war ermordet worden, und nun übernahm ich die Rolle des ermittelnden Kommissars. Ich traf auch K.s Vater, der sehr gefasst wirkte und forderte ihn auf, dass er seine Tochter verständigt, er sagte mir aber, dass sie zur Zeit in England sei und er es ihr erst sagen wolle, wenn sie wieder da sei.
Ich stieg zusammen mit den anderen Polizisten in einen Einsatzwagen, der sich in eine Art Reisebus verwandelte. Während der Fahrt wurde ein alter Mann entdeckt, der sich im Bus versteckt hatte und nun, weil er keine Fahrkarte hatte, herausgeworfen wurde.
Schließlich hielten wir bei einem Fast-Food-Restaurant, wo ich meine jetzige Freundin, J., traf. Ich setzte mich zu ihr und die zeitliche Ebene des Traums veränderte sich: plötzlich war es, als sei all das, was vorher passierte, schon einmal passiert, und als sei ich irgendwie in der Zeit zurückgereist und hätte nun die Möglichkeit, die Dinge anders zu lösen als beim vorherigen Mal. Im Gespräch mit J. konnte ich über das gerade Geschehene so reden, als liege es weit zurück und als befände ich mich nun erneut in der gleichen Situation. Auch das Tempo des Traums, der bis dahin sehr aufwühlend und actionreich verlaufen war, wurde deutlich ruhiger. J. gab mir einige Ratschläge, die ich aber nicht mehr wiedergeben kann.
Als ich mich vom Tisch wieder erhob, änderte sich wiederum die Zeitebene. Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, all das schon einmal erlebt zu haben und nahm das Geschehen wieder unmittelbar wahr. Der Traum endete, als ich am Flughafen K. und ihren Freund traf und versuchte, ihr zu erklären, was passiert war. Sie schwieg die ganze Zeit und schien nervlich völlig am Ende.
Hallo Rinso,

Die Gemälde in der Höhle sind deine Pläne/Vorstellungen bezüglich der Beziehung mit K. in der Geborgenheit dieser Beziehung, einer stiehlt das Gemälde und das ganze Haus ist blutverschmiert, dir wurde Unrecht getan, so empfindest du, holst also die Polizei. Der Täter ist entlarvt, aber entkommen. (Der Ex-Freund von K., der dir die Gemälde gestohlen hat, und somit auch K. was dich anbelangt)
Die Tochter in England und deine jetzige Freundin J. bedeuten dasselbe. Die damalige Situation wird aktuell durch den erneuten Kontakt zu K., und du überlegst ob sie auf deine jetzige Situation ("Tochtersituation"), weil "Folgebeziehung", awendbar sei, ist sie aber nicht. Die Mutter spiegelt das "Gewissen", die "Prägung" von K, die ja nach langer völlig unverständlicher Schweigezeit wieder Kontakt aufnimmt. Sie beklagt sich ob "des Diebes".
Der Traum zeigt was du gerade durchlebst und die Erinnerung an was war, entscheidet daß die Situation heute anders ist, mit dem "Auge der Seele".

Alles Liebe von Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)