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Hallo,
Ich bin momentan total unzufrieden mit meinem Leben, sehe aber auch keine Möglichkeit der Änderung, wünsche es aber sehr.
Die Lage: Mein 15 jähriger Sohn beginnt sich aus pubertären Gründen mehr und mehr von mir zu distanzieren, was ja völlig normal ist, einen als Mutter aber schmerzt. Da ich ihn ziemlich zeitig bekommen habe, bin ich erst 31 und fühle eine innere Leere und Einsamkeit.
Auch was Beziehungen betrifft bin ich unglücklich. Ich liebe einen Mann, der gebunden ist, der mir dies aber über ein Jahr verschwieg. Seit drei Jahren versuche ich mich von ihm zu lösen, aber ich bin unfähig dazu. So gebe ich immer wieder nach, wenn er vor der Tür steht oder anruft. Es ist wie in einem Hamsterrad.
Was die berufliche Situation betrifft, so habe ich vor 5 Jahren noch mal begonnen zu studieren und das Studium auch abgeschlossen. Nun warte ich seit über 4 Monaten auf das 2. Gutachten meiner Diplomarbeit. Trotz mehrfachen Nachfragen von den Verschiedensten Seiten sah sich der Professor bisher nicht genötigt dieses Gutachten auszustellen und zum Prüfungsamt zu schicken. Für mich bedeutet dies ein „in der Luft hängen“. Ich habe sicher Pläne für die berufliche Zukunft, aber ohne ein Zeugnis macht das Bewerben nicht viel Sinn. So kommt es, dass ich arbeitslos bin um Geld zu verdienen Nebenjobs nachgehen muss, die zum einen an die körperliche Grundsubstanz gehen und zum anderen nichts mit meiner Qualifikation zu tun haben.
Mit meiner besten Freundin habe ich seid Anfang des Jahres keinen Kontakt mehr, auf Grund mehrerer Missverständnisse. Andererseits haben wir uns im Laufe der Jahre völlig auseinander gelebt. Wir haben mittlerweile völlig unterschiedliche Ziele und Wertvorstellungen. Trotzdem fehlt sie mir als Mensch.
Was meine Eltern betrifft, so ist mein Vater nach mehreren Schlaganfällen, Herzinfarkten und Beipassoperationen sehr schwer krank. Er lebt mit seiner zweiten Frau zusammen, die sehr eifersüchtig ist und es deshalb nicht gerne sieht, wenn wir zu Besuch kommen. So kommt es von der Seite auch kaum zu Kontakten, außer obligatorischen Anrufen ist das Verhältnis nicht sehr gut. Mir bleiben nur die Sorgen, um ihn, die mir ständig im Hinterkopf sind.
Meine Mutter, zu der ich ein intensives Verhältnis habe ist seit mittlerweile 15 Jahren alkoholabhängig, einschließlich ihres Lebensgefährdens. Gespräche mit ihr haben nichts gebracht. Sie sagte wörtlich, dass sie nie mehr in ihrem Leben aufhören wird zu trinken, weil der Alkohol das einzige ist, was ihrem Leben Sinn und Spaß verleiht. Und Gespräche gab es genug, alles verlief ins Leere. Sie hat zu vielen Familienmitgliedern einen guten Kontakt und wenn sie aufhören würde, bekäme sie sicher genügend Unterstützung. Und für mich ist es einfach schrecklich zusehen zu müssen, wie sich die eigene Mutter wörtlich zu Tode säuft und ich mache mir bittere Vorwürfe, dass es eines Tages zu spät sein könnte und ich doch noch was verhindern hätte können.
Das Ganze wollte ich mir einfach mal von der Seele schreiben. Mich würde interessieren, wie andere in dieser Situation handeln würden. Manchmal denke ich den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen.
Vielen Dank!
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Liebe Susanne!
Es ist äußerst schwierig, darauf etwas zu sagen.
Denn egal, was ich nun sage, es scheint das Falsche zu sein.
Ich will nicht den Anschein erregen, Deine Situation zu bagatellisieren.
Aber vielleicht musst Du erst mal lernen, Du selbst zu sein.
Vielleicht ist es für Dich an der Zeit, die kostbarste Freundschaft aufzubauen: die Freundschaft zu Dir selbst.
Ich lasse es nun mit diesen wenigen Worten bewenden und warte zunächst mal Dein Feedback ab.
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Hallo martin, danke für die vorsichtige Antwort, Stimmt es ist sicher schwierig darauf was zu sagen und es soll auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich mich in Selbstmitleid ergieße. War mir nur wichtig eine objektive Sichtweise zu erlangen.
Aber auch kritische oder angreifende Beiträge wären mir willkommen gewesen,
lg
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Du schreibst bereits im Konjunktiv „wären mir willkommen gewesen“.(?)
Das ist doch erst der Anfang!
Es werden sich sicherlich auch andere noch melden.
Nein Selbstmitleid würde ich nicht verurteilen.
Selbstmitleid ist nichts verkehrtes.
Du bist nicht verkehrt!
Du bist nämlich so, wie Du bist und so wie Du bist, bist Du gut!
Deine Situation ist so, wie sie ist, und so wie sie ist, ist sie gut!
Sicherlich mag das nun zynisch klingen, denn Deine Situation ist alles andere als einfach!
Aber es ist aus Seelenebene die Wahl, die Du trafst.
Eine schwere Ausgangssituation birgt in sich eine größere seelische Entfaltungsmöglichkeit.
Nun besteht die Schwierigkeit für Dich darin, daran zu glauben, dass Dich diese gegenwärtigen Umstände zu Deinen höchsten Wohl geleiten werden.
Glaube daran und glaube an Dich.
Deine Situation wir sich dann ändern, wenn sich Deine Einstellung Deiner Situation gegenüber ändert.
Und wenn Dein Glauben an Dich vollkommen ist, dann wird die äußere Situation unerheblich für Dein Glück, aber Du wirst eine Quelle sein für das Glück der anderen.
Lasse los, was Du nicht beeinflussen kannst. Das heißt nicht, lasse die Personen, die Dir nahe stehen los, weil Du die Hoffnung für sie verloren hast.
Aber: wisse, dass dieses Leben nicht alles ist. Und auch wenn es für dieses Leben nicht so rosig aussieht, wir alle haben die Heilsgewissheit, da die Täuschung der Trennung von uns nicht dauerhaft bestehen bleiben kann. Es gibt keine Trennung zwischen Dir und Deiner Mutter!
Diese Trennung ist eine Illusion. Eine Trennung zwischen Körpern beseht, aber diese Körper sind nicht unser Sein! Unser Sein ist größer als dass es diesen Universum fasen könnte. Wir sind Eins miteinander. Wenn die Trennungsillusion verschwindet, dann wirst Du erkennen, dass Dun niemals einen Menschen oder eine Freundschaft zu einem Menschen verlorst!
Das Glück, dass Du in Beziehungen und Freundschaften suchst ist das Glück, das Du bereits in Dir trägst! Glaube an Dich! Das Glück wird aus Dir strömen und die Grundlage einer Glücklichen Beziehung werden! Glaube an Dich! Dein Leiden wird in den Hintergrund treten, wenn Du das Leiden Deiner Mitmenschen erlebst! Glaube an Dich! Aber ihre Freude, die Du ihnen vermittelt hast, wird Deine Freude werden! GLAUBE AN DICH!
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Hallo Martin,
vielen Dank für die sehr liebe Antwort,
ja, dass ist das schwierige, die Arbeit an sich selbst, das Glück in sich selber zu finden.
Ich bin nun am Überlegen einen Meditationskurs zu besuchen, um Ruhe in die ganzen Angelegenheiten zu bringen.
Das Problem mit der Uni kann ich nur selbst klären, das ist klar und auch das mit der Beziehung. Da ist es das loslassen, was mir so schwer fällt. Das Aufgeben eines Traumes wie es hätte sein können, wenn ...
Aber im Ende bewegt sich dadurch alles im Kreis und das Leben wird hier in seinem Fluss gehindert.
Ich werde versuchen meine Mutter ihr Leben leben zu lassen, so wie sie es will, und ihr jederzeit Hilfe bieten, wenn sie welche braucht.
Jedenfalls hat mir die Antwort schon sehr geholfen!
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