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Die Kraft des Humors, Humor als heilsame Wirkung












Zitat:
"die verborgene Quelle des Humors, ist nicht Freude, sondern Kummer"©Mark Twain


es geht hier nicht um einen Witz zwischendurch, sondern um eine sehr ernste Angelegenheit, die uns alle betreffen kann.
Humor ist eine angeborene menschliche Stärke, die aus dem inneren Herzen kommt.Er ist ehrlich und eine Kraftquelle und nicht zuletzt ist er auch ansteckend.
Wenn das Schicksal zuschlägt, verlieren wir an Kraft und Vitalitätund auch an Lebensfreude. Sie werden zum Häufchen Elend und übrig bleibt nur noch dei Hilflosigkeit, die Wut, Enttäuschung und Trauer und die Hoffnungslosigkeit hat die Überhand.
Es gibt Menschen die legen trauern und trauern und können damit nicht mehr aufhören und es gibt Menschen die schöpfen aus der Kraftquelle Humor Zuversicht.
Was mich zur Zeit wirklich beschäftigt , aber nur weil ich es anders gelernt und im Laufe der Zeit in Krankenpflege erfahren habe ist: dass man in Krankenhäusern, besonders auf der Onkologie und auch auf den Intensivstationen, wenn die Waage zwischen Leben und Tod zu schwanken beginnt, wird (nicht rein medizinisch gesehen, da wird gekämpft , mit allen Energiereserven, wenn es nötig ist) sondern was Seelsorge betrifft. Das wird meistens sehr wenig getan. Es wird dem Tod sogar Priorität eingeräumt, indem die Fröhlichkeit ausgeschlossen wird. Seelsorge kommt so verkrampft an, dass der Patient eher in die Melancholie abrutscht und sich aufgibt.
Aus meiner langjährigen Erfahrung in Krankenpflege, konnte ich ebenso die Erfahrung machen, dass Patienten die nicht mit dem Schicksal hadern, sondern in der Lage sind mit ihrem Lächeln und mit ihrem Humor sich selbst und anderen zu helfen gegen die Krankheit anzukämpfen und sie zu besiegen.
Dass wir auch nur Menschen sind und unsere Energie auch bis zur 0-Wert Grenze sinken kann, will ich nicht abstreiten. Es wäre eher unnormal wenn es anders wäre. Aber ich bin der Meinung , nicht nur weil ich es so gelernt habe und behaupten kann, dass meine Ausbildung intensiver war, sondern weil ich auch sehr oft die Gelegenheit bekam , (kann man von positivem Privileg reden?) es auch so erfahren habe. Wenn man mit einem Quantum an Optimismus und Fröhlichkeit dem Patienten begegnet und überträgt und ihn etwas aufrichtet, ist es pietätlos, wie viele Pfarrer, oder „Möchte – gern – Pfarrer“ und andere Hospiz -Mitarbeiter es so darstellen und somit jede Fröhlichkeit und jedes Fünkchen Optimismus dem (noch) Leben entziehen?

Schade dass viele Krankenschwestern und Pfleger den „Eid des Hippokrates“ gar nicht, oder nur vom Hörensagen kennen und dass nicht in Pflege darauf berufen und beharrt wird.

Er spricht deutlich (zumindest im Altgriechischen Original) über die heilsame Wirkung der Fröhlichkeit, des Lachens auf das Immunsystem und die Aktivierung und Stärkung der Selbstheilungskräfte.

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Kirche den Patienten „Nur“ auf den Tod vorbereitet und ihn nur bis dahin begleiten möchte, anstatt zu versuchen die letzten Energiereserven des positiven Denkens zu aktivieren und so lange wie möglich das Leben in der Hand zu halten.

Ein heikles Thema zum Wochenanfang, aber diskussionsbedürftig allemal.
Liebe Donata,

Du beschreibst einen Zustand, der sich geprägt durch Auslegungen der Bibel durch die Ausleger über Jahrhunderte aufgebaut hat:

Paulus hat das Schwergewicht des Lebens auf das Streben nach dem Paradies gesehen und gelehrt. Jesus hat die Kranken geheilt, Paulus hat nicht geheilt sondern den Kranken das zukünftige Heil versprochen. So, und aus der Tradition des Christentums haben sich dann im Mittelalter die Hospize und in der Neuzeit die Krankenanstalten entwickelt: Der Gekreuzigte an der Wand, der Lazarus auferstehen lies, Paulus in der Apostelgeschichte, der das kommende Heil beim Herrn verhies und der Pastor, der dem Kranken mit sorgenvoller Miene das Fegefeuer darlegte und zischelnd "bereue, bereue" lispelte..... Paulus, der Pastor, die Päpste und die Reformierten - alle haben`s nur gut gemeint - herausgekommen ist in 2000 Jahren Christentum dabei aber eine Traurigkeit statt der Hoffnung. So war das vom Jesus bestimmt nicht angedacht....
Guten Abend Donata!

"Lachen ist Sauerstoff für die Seele" - oder " Ich wünsche, das ihr glücklich seid, das ihr lacht, strahlt und euch freut..." (stammt von Abdu`l Baha)

Wenn wir immer ganz ernst, vertieft und vergeistigt
wären, wir würden meiner Meinung nach doch verzweifeln.

Ich denke nicht, das dies etwas mit Oberflächlichkeit zu tun hat, es ist einfach eine positive Grundeinstellung und darum geht es doch.
Schlagen wir die Zeitungen auf, hören wir den aktutellen Klatsch und Trasch, schauen wir Fernsehen, hören wir Radio... in Schule, Arbeit und privat - wir finden täglich mindestens 3 gute Gründe um von der Brücke zu springen. Im Forum gibt es etwas über kollektiven Selbstmord... Aber - was dann?
Eine befriedigende Lösung der Probleme finde ich dies auch nicht.

Also, Kopf hoch, Bauch rein und -

die Seite mit den Witzen im Forum ist sehr zu empfehlen!!

Marion
Liebe Donata, ihr lieben,

das ist wahrlich ein sehr wichtiges Thema, und in unserer heutigen Zeit ein sehr schwieriges zugleich!

Wir sprechen von der Intensivstation, von der Onkologie. Also Stationen, in denen der Tod, der sonst verdrängt wird, sich oftmals ankündigt, sich aufdrängt mit aller Macht, unausweichlich scheint.

Donata hat folgendes geschrieben:
Aus meiner langjährigen Erfahrung in Krankenpflege, konnte ich ebenso die Erfahrung machen, dass Patienten die nicht mit dem Schicksal hadern, sondern in der Lage sind mit ihrem Lächeln und mit ihrem Humor sich selbst und anderen zu helfen gegen die Krankheit anzukämpfen und sie zu besiegen.


Interessant ist, liebe Donata, daß hier das Lächeln und der Humor des Patienten, also dessen, der weiß, daß sein Leben nun zuende geht, mit medizinischer Wahrscheinlichkeit, beschrieben wird. Diese Patienten, die das schaffen, haben eine Eigenschaft, die wir Seelenadel nennen können:

Abdu'l-Bahá hat folgendes geschrieben:
Man kann glücklich sein in den Verhältnissen des Wohllebens, der Behaglichkeit, des Erfolges, der Gesundheit, des Vergnügens und der Freude; wenn aber jemand glücklich und zufrieden sein kann in unruhigen und harten Zeiten und in Krankheitstagen, so ist dies der Beweis von Seelenadel.«


Und es ist mit Sicherheit sehr oft so, wie du schreibst:

Donata hat folgendes geschrieben:
Es wird dem Tod sogar Priorität eingeräumt, indem die Fröhlichkeit ausgeschlossen wird. Seelsorge kommt so verkrampft an, dass der Patient eher in die Melancholie abrutscht und sich aufgibt.


Aus diesen Beispielen will ich meinen, daß wohl die Eigenschaft des "Seelenadels" im Seelsorger vorhanden sein muß, mindestens, um im Sinne eines Seelsorgers tätig zu werden bei todkranken Menschen!

Er müßte nämlich in der Lage sein, zum einen dem Patienten die Angst vor dem Tod zu nehmen, und wie sollte er das schaffen außer er ist selbst restlos überzeugt von der Freude, die der Tod dem Patienten beschert, betritt er doch das Königreich! In der Tat kann der Glaube in solchen Momenten entflammen! Aber:

Abdu'l-Bahá hat folgendes geschrieben:
Es ist ... ein höchst schwieriges Unterfangen, Gemütern den Seelenfrieden zu bringen. Nicht jeder kann das. Hierfür ist eine göttliche, heilige Macht vonnöten, die Macht göttlicher Eingebung, die Kraft des Heiligen Geistes.


Wieviele Menschen, mal ganz ehrlich, kennen wir, die das wirklich können; wieviele Menschen, die es nicht können, selbst wenn sie es wollten?

Dazu kommt, daß wir als "gesunde" für die Schwerkranken zunächst einmal "unglaubwürdig" sind, ist es doch leicht, "kerngesund", glücklich zu sein und humorvoll. Was für eine Ausstrahlung müssen wir haben, aus welcher Herzens- und Seelentiefe müssen wir sprechen, wie hell müssen unsere Augen leuchten, wie heiß die Liebe Gottes in uns brennen! Ich meine jetzt jene Patienten, die hoffnungslos sind, aufzuheitern, so daß sie dasjenige erfahren, was der Humor bewirken kann!

Im Medizinstudium wird dies nicht vermittelt. Und dies ist kein theoretisches Wissen. Das ist tiefstes Wissen um die Kraft und die Gegenwart Gottes!

Wir müßten, so fühle ich, zum Beispiel bereit sein, mit dem Kranken zu tauschen, und erst wenn wir das können, haben wir eine der Vorraussetzungen erlangt, hier aufrichtig Seelsorge zu leisten. Alles andere erscheint mir unehrlich. Und das ist ein sehr, sehr hoher Anspruch.

Viele dieser Menschen treffen den Tod mitten im Leben, manche haben zuhause Kinder und eine Frau oder einen Mann; Menschen, die auf sie angewiesen sind, die auf sie vertraut haben und vertrauen, die sie lieben. Sie sind der Möglichkeit beraubt ihre Lieben zu stützen, im Gegenteil, zu allem Unglück werden sie zur zusätzlichen Belastung!

Und dennoch ist es eine Herausforderung, ja geradezu ein Schrei des Herzens zum Himmel nach der Fähigkeit in solchen Situationen handlungsfähig zu sein, jenen Frohmut aufrechten Herzens zu verbreiten, der in vielen Fällen gar zur Genesung führen könnte, dort, wo die Medizin nicht mehr weiterweiß.....

Und vor allem fühle ich, müssen wir bei uns anfangen, du weißt bestimmt was ich meine liebe Donata. Und erst wenn wir selbst, Menschen wie wir eben sind, zumindestens glauben in solchen Situationen Licht und Freude bringen zu können, können wir es wagen, Empfehlungen weiterzugeben, an andere, wie sie sich verhalten sollten.

Wie gesagt, Menschen die das können, als gesunde die Todkranken mit Humor und Fröhlichkeit zu erfüllen, sind, meines Erachtens, sehr, sehr selten!

Und dennoch, glaube ich, sollte eigentlich jeder von uns, jeder Mensch, diese Eigenschaften in sich tragen, sind sie doch die Basis und das Fundament selbst, der Menschlichkeit.

Alles Liebe von Yojo
In den frühesten Anfängen meiner Ausbildung, sagte unsere Ausbilderin Kinder (wir waren eigentlich Kinder mit 16 Jahren) wenn ihr ein Zimmer betretet, dann bitte als Mensch und nicht als medizinisches Personal" Dieser Satz unter vielen anderen, begleitet mich heute noch.
Und ich bin der Meinung, dass der Patient es auch merkt und fühlt, ob er gut aufgehoben ist. Er gewinnt dadurch mehr Vertrauen, auch in sich selbst. Er kämpft gegen die Krankheit gegen das Sterben.
Andererseits schützt der angeborene Optimismus, der auch Humor beinhaltet, damit nicht alles Negative an den Menschen heran kann. Selbstheilungsprozess.
Die innere Einstellung, der Glaube an sich selbst und an Gott, ist ausschlaggebend dafür wie stark der Patient kämpfen mag.
Viele Patienten beginnen zu malen, zu schreiben ohne es jemals zuvor getan zu haben.
Viele schreiben Tagbuch, obwohl sie das früher eher für lächerlich hielten. Andere wiederum schmieden Pläne, was sie alles noch vorhaben.
Stellen Sie sich vor, ich käme da ins das Zimmer mit einer besorgten Miene, mit einem mitleidigen Blick...ich würde alles über den Haufen werfen. All den Optimismus, den die Patienten mit ihrer letzten Kräfte gesammelt haben. Wäre das nicht einem Schlag ins Gesicht gleichgesetzt?
Und das ist es was meine Ausbilderin damals meinte.
Jeden Tag lerne ich immer mehr diese einfachen Worte zu begreifen. verstanden habe ich sie ja. Aber begreifen ist ein anderes Verstehen. Begreifen ist etwas zu Herzen nehmen.

Liebe Grüße Donata
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