Angst den Partner im Alter zu verlieren


Hallo,

ich habe nun schon ein paar Beiträge hier geschrieben und bin immer weider überrascht, wie vielfältig und anregend die Antorten sind. Nun zu meiner Frage:
Wie schaffe ich es, nicht dauernd an den Tod zu denken? Also nicht meinen eigenen, sondern den meines Partners. Ich habe so große Angst davor, ihn eines Tages zu verlieren, dass ich mich manchmal garnicht richtig auf ihn einlase kann. Wenn er mich küsst oder in den Arm nimmt, dann muss ich immer daran denken, dass das eines Tages vorbei sein wird und wir getrennt werden.
Glaubt ihr, man kann besser damit umgehen, wenn man alt ist und sein Leben gelebt hat? Welche Erfahrungen habt ihr z.B mit euren Eltern, Großeltern etc. gemacht?
Es wäre toll, wenn Ihrmir etwas davon erzählen könntet. Diese Angst macht mich wahnsinnig und hält mich davon ab, mein Leben zu genießen.

Lg Julia
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Lebe DEIN Leben!
hey
mich quält auch die gleiche frage, ich bin schon gespannt auf die antworten. ich denke, dass man sicher traurig sein wird, aber ich hoffe, dass man sich dann denkt. nun gut, ich bin jetzt schon sehr alt und habe ein wunderschönes leben gehabt. jetzt ist es zeit zu gehen...
so stelle ich mir das eben vor. aber mich würde es auch sehr interessieren, wie es ist...
Schade, dass niemand antwortet. Meine Angst wird immer quälender. Jedesmal, wenn ich denke es wird besser, kommt ein neuer Schlag ins Gesicht. Heute zum Beispiel eine Seite, auf der erwachsene Kinder sich darüber unterhielten, dass ihre Mütter oder Väter mit dem Tod des Partners nicht zurecht kommen und selbst daran zugrunde gehen. Ich befürchte mir wird es genauso gehen. Wenn mein Freund stirbt, bringe ich mich um.
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Lebe DEIN Leben!
Hallo Julia,
...sei versichert du bist auf dem richtigen Weg. Du findest deine Antwort.
Wenn du nicht ein wunderbares Leben und einen wunderbaren Freund hättest, wär deine Angst auch nicht so gross etwas davon zu verlieren.
Sag mal. Zu wem sagst du deinen letzten Satz am aller,allermeisten?

liebe Grüsse, walter!
Den letzten Satz sage ich am allermeisten zu mir selbst. Er gibt mir irgendwie das Gefühl noch eine letzte Möglichkeit zu haben, die Dinge in den Griff zu bekommen. Das Schlimmst an meiner Angst ist, dass ich keine Kontrolle darüber habe, was im Alter geschieht und dass ich es nicht beeinflussen kann.
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Lebe DEIN Leben!
Träumerin, entweder Du oder er stirbt früher.
Aber das Leben ist so, dass man mit dem Jahren weniger mit dem Körper verbunden ist.
Die vitale Sexualität lässt das Körperliche sehr stark erleben.
Mit der Zeit altert der Körper, das Sexuelle verlangen nimmt ab und der Körper hat zunehmend Verschleißerscheinungen.
Man lernt, sich allmählich davon zu lösen.
Das Mentale nimmt dann einen höheren Stellenwert ein.
Es wir immer deutlicher, dass das Sein auch ohne den Körper existiert.
Am Ende ist es ein Loslassen, das nicht mehr all zu schwer fällt.
Sicherlich: der Glaube an ein Danach vereinfacht die Sache.
Hallo Martin,
vielen Dank für Deine Antwort. Woher nimmst Du diese Gewissheit, wenn ich fragen darf? Kennst Du jemanden, der das so erlebt (hat)?
Weißt Du, ich mache mir so viele Sorgen,weil ich in der letzten Zeit oft von Menschen gehört habe, die ihren lebensmut verlieren, wenn sie ihren Partner nach vielen gemeinsamen Jahren verlieren? Ich denke manchmal, dass es grausam ist, wenn man 50 oder 60 Jahre verheiratet war und alles gemeinsam erlebt hat, plötzlich alleine zu sein? Viele alte Menschen wollen dann selbst nicht mehr weiterleben. Verstehst du, wie ich das meine?
Vielleicht ist meine Angst übertrieben, aber ich kenne einfach niemanden, der mir sagt: "ich habe es erfahren. Im Alter kann man besser loslassen."
Und hiermit möchte ich Dich jetzt auf keinen Fall kritisieren. Ich wünschte, es wäre so, wie Du es sagst. Deshalb möchte ich gerne wissen, warum Du so überzeugt davon bist.
Lg Träumerin
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Hallo Träumerin

Zitat:
Woher nimmst Du diese Gewissheit, wenn ich fragen darf? Kennst Du jemanden, der das so erlebt (hat)?

Ich bin zwar noch keine 40, aber ich merke das schon im meinem Leben.
Zweitens weiß ist aufgrund außerkörperlicher Erfahrungen, dass ich auch ohne Körper bin.

Zitat:
Weißt Du, ich mache mir so viele Sorgen,weil ich in der letzten Zeit oft von Menschen gehört habe, die ihren lebensmut verlieren, wenn sie ihren Partner nach vielen gemeinsamen Jahren verlieren?

Nun ich muss z.Zt. meine Frau loslassen, sie hat eine lesbische Freundin.
Aber deswegen ist mein Lebensmut kein bisschen weniger als zuvor.

Zitat:
Ich denke manchmal, dass es grausam ist, wenn man 50 oder 60 Jahre verheiratet war und alles gemeinsam erlebt hat, plötzlich alleine zu sein? Viele alte Menschen wollen dann selbst nicht mehr weiterleben. Verstehst du, wie ich das meine?

Ja und andere Blühen auf.
Außerdem: wer nicht alleine Glücklich sein kann, kann es auch nicht zu zweit.

Zitat:
Vielleicht ist meine Angst übertrieben, aber ich kenne einfach niemanden, der mir sagt: "ich habe es erfahren. Im Alter kann man besser loslassen."

Man lebt doch auf den Verfall seines Körpers hin, aber es gibt Menschen, die das nicht wahrhaben wollen.

Zitat:
Und hiermit möchte ich Dich jetzt auf keinen Fall kritisieren. Ich wünschte, es wäre so, wie Du es sagst.

Mit Kritik kann ich doch umgehen.
Wie es ist wirst Du noch erfahren.
Lass los, denn festhalten ist anstrengender als Loslassen.
Loslassen ist aber mutiger als festhalten.
Loslassen heißt nicht jetzt gleich alles aufgeben, sondern erkennen dass Du es nicht für immer haben wirst.
Lg Martin
Vielen lieben Dank für Deine Worte. Ich finde Du bist für Dein Alter schon sehr weise Kennst Du denn eigentlich Menschen in Deiner Familie oder so, die gelernt haben loszulassen? Würde mich echt interessieren.

lg T.
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Lebe DEIN Leben!
Meine Urgroßmutter sagte wenige Tage vor ihrem Sterben: "Jetzt geht die Welt immer wieder von mir weg"