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Er war abgestürzt












Doch Astrella,

Deine Meinung interessiert mich sehr.

Es tut mir sehr Leid, dass Du eines Deiner Kinder verloren hast. Der Sohn meiner Freundin hat mit ihr gefrühstückt, ging dann zum Bergwandern. Am Nachmittag kam die Polizei: er war abgestürzt. Ich habe miterlebt, in welche Dunkelheiten dann eine Mutter abstürzt.

Deine Kritik an den Religionen kann ich nachvollziehen, ich gehöre keiner an. Ich interessiere mich zwar sehr für Religionen, suche nach der verborgenen Kostbarkeit, die alle haben - aber oft ist sie schon sehr verborgen!

Was mich brennend interessiert, das ist das Bewusstsein. Wie funktioniert es, wie kann ich es beeinflussen, usw. Immer wieder lese ich von Erkenntnissen der Gehirnforschung, die mit dem, was ich aus meinem Leben und aus der Meditation weiß, übereinstimmen.

Hier habe ich auch viel experimentiert. Und über diesen Weg habe ich zu Gott gefunden. Und für mich ist das kein Glaube, das ist Wissen. Kein naturwissenschaftliches, das reproduzierbar wäre, aber Wissen, das ich mir erarbeitet habe. Und das für mich gültig ist.

Aus diesem Angebundensein an Gott hole ich mir meine Lebensfreude. Wenn ich morgens im Moos spazieren gehe und meine Freunde, die Rehe, Hasen, Füchse und Vögel begrüße, dann fühle ich mich ganz eins mit der Natur, dann bin ich reine Freude. Und die nehme ich mir dann mit in meinen Arbeitstag.

Auch Meditation kann reine Freude sein.

Ich kenne Menschen aus allen Religionen, die den mystischen Weg gehen. Ich kenne allerdings auch Menschen aus allen Religionen, die verbiestert sind, andere missionieren wollen, Schuld zuweisen und weitere solch schrecklichen Dinge. Das sind für mich keine Menschen, die Kontakt zu Gott haben. Denn Gott ist für mich Liebe, Freude, absolute Harmonie.


"Warum sollen Zustände (durch Beten, Meditation, wie auch immer) in denen wir uns Eins mit dem Kosmos fühlen, "wahrer" sein als Zustände, in denen wir uns durch Leid und Trauer abgeschnitten fühlen von der Welt?"

Sie sind nicht wahrer. Beides, Freude und Leid, sind eine Ausdrucksform des Seins. Beide sind gleich berechtigt, gleich wertvoll.

Aber bis man das auch leben kann, das dauert! Zumindest bei mir hat es gedauert und dauert es noch. Das beispielsweise sind Übungen, die ich mache, um hier weiterzukommen. Das Ego, das immer bewertet und rumnölt, stillzukriegen, damit es sich raushält, so dass ich Schmerzen nicht mehr als Ich erlebe, sondern Schmerz einfach ist.

Wer hat einen Wahrheitsanspruch? Die Religionen sicher, deshalb sind sie ja da. Aber ich habe, so glaube ich, keinen. Wenn Du da auf etwas in einem meiner Beiträge gestoßen bist, so sage es mir bitte.

Mich hat die Auseinandersetzung mit dem Göttlichen schon als Kind interessiert, sie hat mich mein Leben lang begleitet. Es gab Irrwege (während der Studentenbewegung war ich Kommunistin - auch eine Religion!), es gab Umwege. Ich kann mir ein Leben ohne Kontakt zu Gott gar nicht mehr vorstellen. Und wie gesagt, ich war noch nie in einer Kirche oder einer Religionsgemeinschaft, schon komisch.

Wo bist Du denn in Schwarzafrika? Ich hab in Mali ein Patenkind.

Inanna
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum II


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