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Seele - Gott - Verantwortung - Schicksal












Es gibt viele Varianten, weshalb wir auf der Welt sind. Solange aber das tägliche Einerlei und der tägliche Alltag uns fordern, machen wir uns wenig Gedanken darüber. Es gab schon gescheitere Leute als wir, die sich vieles gefragt haben Und es immer noch tun. Ich trinke jetzt eine schöne Tasse Kaffee und genieße ein wunderbares Stück Kuchen.

na, dann Sonntag - lebe ich Dich

gabriele
@ Gabriele:

Schönen Dank für diese wunderhübsche Geschichte.
Wir können aus virtuellen Bauklötzen Städte bauen und Staaten darauf errichten, die in ganz realen Existenzen Leben ermöglichen, verhindern oder zur Hölle machen können, ohne dass irgend jemand bewiesen hätte, dass die Grundlagen, mit denen der Chefideologe seine Millionen Körper anführt einen Funken Realität hätten.

In dieser Weise haben wir seit Nofretete oder deren Vorgänger Geschichte geschrieben.
Ich möchte hier wenigstens einmal klarstellen, wovon wir eigentlich reden und schreiben, wenn wir die Begriffe Seele - Gott - Verantwortung - Schicksal ANWENDEN.

Deine Geschichte geht davon aus, dass es dies alles eindeutig gibt, sie ist wunderhübsch aber nicht wirklich dienlich dem Anliegen das ich gerade hier in meinem Dickschädel rumtrage.



@ Astrella

Danke für Deine Stellungnahme.
Ich habe mich persönlich nicht so klar entschieden, ich denke es kann durchaus sein, dass von allem was ich erlebe irgend in einer Dimension über jenen, welche uns bekannt sind, also in einer Dimension, welche die Raumzeit enthält, so wie die Kugel die Fläche oder die Fläche die Strecke oder die Strecke den Punkt enthält.
Zweidimensionale Menschen könnten eine dritte Dimension nicht wahrnehmen, es müsste sie ihnen jemand erfahrbar machen.

Wir sind uns hier gewohnt, Menschen welche uns etwas unglaubliches erfahrbar machen wollen als Verrückte und Gefährliche zu behandeln und bestenfalls weg zu sperren, schlimmstenfalls vorher zu zerfleischen.

Die menschliche "Wirklichkeit" ist sehr fragil, steht auf ängstlichen Beinen, darum wird so viel Angst frei und Gewalt, weil jede/r Zweidimensionale meint, seine Linie zu verlieren, wenn er sie als eil einer Fläche begreift, und das schreckt ihn/sie eben.
Off Topic

Zum Thema Welten um Illusionen bauen gibt es ein hübsches Lied von Mani Matter, das ich hier den dialektisch ungewohnten gerne mal ins Hochdeutsche zu transferieren versuche:

Das Original ist von Mani Matter, Bern CH
Original
Übersetzung

Chue am Waldrand
Kuh am Waldrand


Är isch mit sire Schtaffelei am Sunndig über Land,
Er ging mit seiner Staffelei am Sonntag über Land
und het es Süsche gsuecht won'är chönnt male.
uns suchte ein Objekt das lohnt zu malen
Da trifft sy Künschtlerblick uf'ene Chue am Waldesrand,
Da trifft sein Künstlerblick auf eine Kuh am Waldesrand
är gseht, das git es Meischterwärch, nid's zahle.
er sieht: Ein Meisterwerk, kaum zu bezahlen


Er schtellt sech uf und malt zersch links der Wald im Hintergrund,
Er stellt sich auf und malt erst links den Wald im Hintergrund
e Hügel rächts, chli Himmel no derzue.
Einen Hügel rechts und Himmel noch dazu
Druf macht'er vorne z'Gras mit vil'ne Blueme drinn und chunnt,
Dann malt er vorne Gras mit Blumen formschön und sehr bunt
am Schluss zur Houptsach, nämlech zu dr Chue.
und kommt am Schluss zur Hauptsache "namens" Kuh.


Är mischt uf syr Palette zarti Brun, mit gschickter Hand,
Er mischt auf der Palette zarte Braun geübter Hand
und dunkt der Pinsel dry, und setzt'nen'a,
füllt seinen Pinsel auf und setzt ihn an
doch won'er jetz e letschte Blick wirft uf sy Gägeschtand,
doch wie er nun den letzen Blick wirft auf den Gegenstand
isch plötzlech - o herrje - d'Chue nümme da.
ist plötzlich, ei verflixt, Kuh nicht mehr da


Das uferschandte Tier isch usegloffe us sim Bild,
Das unverschämte Tier ist raus gelaufen aus dem Bild
kei Mönsch weis, was vo dert ihn's het vertribe,
kein Mensch weiß was von dort sie hat vertrieben
sy'isch nümm zrugg cho, ou won'är grüeft und gwunke het wie wild,
kam nicht zurück auch wenn er rief und fuchtelte wie wild
e wisse Fläck isch uf der Linwand blibe.
an ihrer Stell ist Leinwand weiß geblieben


No lang, a sälbem Sunntig, het är gwartet a der Schtell,
Noch lang an jenem Sonntag wartet er an dieser Stelle
het gwartet vor sir Schtaffelei, dass da,
vor seiner Staffelei darauf dass da
es bruchti nid die glychi d'sy, e Chue derthäre well,
es brauchte nicht dieselbe sein eine Kuh sich dahin stell
wo ihn no würd sys Bild vollände la.
zur Vollendung seines Werks und wie´s geschah:


Doch d'Wält isch so perfid, dass sy sech sälte oder nie,
Doch Welt ist so perfid dass sie sich selten oder nie
nach Bilder, wo'mer vore gmacht hei richtet,
Nach vorgemalten Bildern wirklich richtet
so hei ou uf der Matte die banousehafte Chüe,
So haben auf der Wiese die banausenhaften Küh
dä Aasatz zum'ne Meischterwärch vernichtet.
den Ansatz zu ´nem Meisterwerk vernichtet
Das Lied is zwar OffTopic, doch es stellt das Wesen von Glauben, Überzeugung, Wissen und Realität sehr schön dar:

Im Wissen, das Motiv für ein unbezahlbares Bild vor sich zu haben beginnt der Maler sein Werk vorzubereiten und vergisst dabei, dass die Vorlage nicht stabil ist, sondern sich verändern könnte.
Solches geschieht in Wirklichkeit sehr oft:

Ich höre irgendwann dass mein geliebter Mitmensch einen bestimmten Gegenstand gerne hätte und ihn sich aber nicht selber leisten will.
Ich fange an zu sparen und kratze die Groschen zusammen um in einem dreiviertel Jahr das bewusste Geschenk machen zu können.

Inzwischen ist das Ziel meiner Liebesgabe zu einer Wandlung gekommen und hat jede Verwendung für dieses einst heiß begehrte Objekt verloren, beispielsweise zur gipfelnden Betonung der Tragik einer solchen Liebestat ist der Empfänger meiner Digitalkamera inzwischen anlässlich eines Schlaganfalls erblindet.

Wenn ich nun das Pech habe, mich nicht darüber informiert zu haben, wie es diesem lieben Menschen nun gehe und ihm die Kamera schenke (ich habe sie, damit sie sicher zeitig zum Geburtstag ankommt schon vor geraumer Zeit abgeschickt) dann wird ihn sein Schicksalsschlag umso härter treffen an den ich ihn damit erinnere und aus meiner Liebeshandlung wird eine teuflische Gemeinheit.

So kann es gehen und so geht es gar nicht mal so selten.

Ich denke, so lange wir uns über das Dasein außerhalb der körperlichen Existenz nicht ein Bild machen können, sondern nur auf Phantasien und Gerüchte angewiesen sind, ist geraten, damit nicht zu begründen, ob ein Lebewesen ein recht habe auf diesem Planeten zu leben oder nicht.
@LeoDan
Ich schließe nicht aus, daß es noch eine höhere Dimension unseres Seins gibt, daß wir vielleicht ab und zu erspüren. Nur ich muß mich dann fragen: Was ist der Sinn davon? Warum uns eine höhere Dimension geben, einen Sinn dafür aber nicht?
Warum einem Zweidimensionenmännchen erzählen, daß es die 3. Dimension gibt? Macht das Wissen diese Männchen irgendwie glücklicher?
Vielleicht wird es sich den Zeitpunkt herbeisehnen, in dem der Zeichner das Blatt Papier, auf dem es gezeichnet ist, zusammenknüllt und ins Feuer wirft. Dann wird es endlich transformiert als Rauch dreidimensional sein.
Welche Aussicht.
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