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Hallo Leer,
ich habe also nachgedacht und auch meditiert und wieder einige Fragen an Dich:
Reinkarnation: was inkarniert sich da? Das Ego? Das zerfällt mit dem körperlichen Tod. Der Geist? Der ist nicht individuell, sondern der Gottesfunke. Diesselbe Frage gilt für Karma.
Du stellst das Ego als Evolutionsunfall dar und mir stellt sich wieder die Frage, weshalb wir uns denn bitte in der Dualität befinden, wo es zu solchen Unfällen kommen kann.
Wenn Du sagst, dass ich die Antwort ja eh nicht verstehen würde, dann sage ich Dir, dass es Möglichkeiten gibt, eine Wahrheit so darzustellen, dass auch ein Kind sie versteht, z.B. in Legenden, in Märchen, in Metaphern. So lehrten auch die großen Religionsstifter, Jesus, aber auch Buddha, wenn ich richtig informiert bin. Zumindest seine Anhänger haben wunderschöne Geschichten, die Erkenntnis nahebringen.
"In dem anderen Faden haben wir bereits über Zeit gesprochen, diese Art von vorgehen, die man in der Hemetik Gott unterstellt erfordert, dass er wie wir die fleißende Zeit erlebt, mit einem vorher und nachher, bei dem er nicht weiß wie es ist nicht Gott zu sein und dann nach dem Experiment Menschheit es weiß.....kann das der Fall sein. Der Schöpfer von Zeit und Raum ist Sklave seiner Schöpfung?"
Darüber habe ich lange nachgedacht, weil Deine Argumentation schlüssig scheint.
Du setzt allerdings voraus, dass Entwicklung nur auf der Ebene der Dualität in der Raum/Zeit/Dimension stattfindet.
Das aber wissen wir nicht.
Die Hermetik lehrt, dass Entsprechungen auf allen Ebenen stattfinden, das heißt, man kann von einer Ebene auf die andere schließen.
Es ist also gut möglich, und ich glaube daran, dass Entwicklung auf allen Ebenen stattfindet. Und dass das Sein/Gott, obwohl vollkommen und ewig, und Herr der Zeit und der Dualität sich dennoch entwickelt.
Auch hier sage ich Dir - so wie Du mir - glaubst Du, dass wir das verstehen können? Da haben wir doch alle nur eine Ahnung.
Zur Gottesvorstellung: ich glaube, da Gott/das Sein über der Dualität steht, Er sowohl persönlich als auch unpersönlich sein kann. Dies hängt vom Glaubenden ab. Ein Kind braucht einen persönlichen Gott, später können wir uns davon wegentwickeln und nehmen das Sein - soweit wir es überhaupt wahrnehmen können - in seiner Grandiosität wahr.
Ich habe eine persönliche Beziehung zu Gott. Und immer wieder einmal in meinen großen Stunden löse ich mich in der Meditation auf in der Liebe Gottes - dann ist nichts persönliches mehr da, dann ist auch kein Ich mehr da. Leider gelingt mir das nur selten.
Aus dieser Erfahrung heraus sage ich, dass ich Gott/das Sein persönlich und überpersönlich wahrnehme.
Ja, und ich glaube, dass es uns so schwer fällt, einander zu verstehen, weil wir an Worte gebunden sind. Wir müßten jedes Wort erst definieren, wenn wir Mißverständnisse vermeiden wollen.
Z.B. das Selbst: da verstehe ich etwas ganz anderes darunter als Du. Das Selbst ist für mich eben nicht das Ego, sondern das, was Du Geist nennst.
Deinen Buchtip "Buddhismus für Dummies" habe ich mir aufgeschrieben und werde es kaufen.
Letztenendes sind wir wahrscheinlich nicht so weit voneinander entfernt, die Wort eben ....
Da gibt es eine nette Sufi-Geschichte:
Da ist eine große Pyramide. Menschengruppen besteigen sie von allen Seiten. Sie erleben sehr andere Dinge, je nachdem, ob sie von Norden, von Osten, von Süden oder von Norden aufsteigen. Sie entwickeln andere Rituale, stellen andere Regeln auf, z.B. machen die Südaufgänger in der Mittagszeit eine sehr lange Pause, die vom Norden kommen aber nicht.
Aber die, die auf der Spitze ankommen, haben, so unterschiedlich ihre Erfahrungen waren, den gleichen phänomenalen Rundblick. Sie sind angekommen und es schert niemanden mehr, welchen Weg sie gegangen sind.
Inanna,
die jetzt aufhört zu denken und lieber meditiert.
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